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Aber gilt das auch umgekehrt?

Ein Satz von Adorno, der mich seit geraumer Zeit umtreibt. Ich beispielsweise lebe in der BRD, in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem, bin Rentner, meine Frau arbeitet in einem Pharmaunternehmen, ich fahre Motorrad und privat nutzen wir ihren Dienstwagen. Wir wohnen in einem kleinen Reihenhaus, gemietet, haben hier auf dem Gelände Freunde gefunden und sind sozial recht gut vernetzt.

Also alles auf Grün? Lese ich Adornos Satz, dann kommt als Antwort auf diese Frage ein klares Nein. Weiterlesen

time for change

Hunderttausende von Menschen arbeiten weltweit an einer neuen Aufklärung, die alles Handeln dem Primat des Planeten Erde unterstellt.

Von Bobby Langer

Ich bin erkältet. Banal, es ist der 18. Februar 2018, es hat minus 4 °C. Da darf man ruhig mal erkältet sein. Wenn ich huste, quietscht die Lunge ein wenig und irgend etwas schmerzt zwischen Brustbein und Kehlkopf. Wie unangenehm, wie lästig. Und doch: Nächste Woche um diese Zeit werde ich wieder gesund sein. Hoffnung ist doch etwas Feines.

Vom Elfenbeinthron geschubst

Erkältet kommt von dem Kältegefühl, das sich bei einer Erkältung vermehrt einstellt. Auch meine Seele und mein Geist sind erkältet, schon lange, mindestens seit 1972. Damals stand ich kurz vor dem Abi. Der Club of Rome hatte die „Grenzen des Wachstums“ in St. Gallen vorgestellt und meinen akademisch justierten Pennälergeist von seinem Elfenbeinthron geschubst. Weiterlesen

Viele von Euch werden den Namen Joana Macy kennen, aber viele eben auch nicht (mehr zu ihr unter https://en.wikipedia.org/wiki/Joanna_Macy). In Deutschland verbinden wir sie vor allem mit dem Begriff Tiefenökologie. Dessen Wesensgehalt ist das tiefere Verständnis der Tatsache, dass wir nicht in einer Umwelt, sondern einer Mitwelt leben. In unserer – noch bis vor kurzem geltenden – „mittelalterlichen“ Naturanschauung stand der Mensch im Zentrum und die Welt (und somit auch die Natur) drehte sich „um“ ihn, die „Umwelt“ eben. Und an der durfte er sich grenzenlos bedienen, als sei sie nur für sein unersättliches Ego erschaffen worden.

Neue kopernikanische Wende

Mit zunehmendem Bewusstsein über die tiefen Zusammenhänge und Wechselwirkungen in der Natur wird deutlich, dass unsere Zivilisation eine neue kopernikanische Wende braucht. Weiterlesen

Gemeinsam vom Bach zu Strom

Alles ist in Gefahr, doch erst wenig ist verloren. Die Welt ist voller Menschen und Initiativen, die gemeinsam nach Lösungen, nach Rettung suchen: durch reduzierten, nachhaltigen Konsum, durch Verzicht, durch achtsame Ernährung, durch Umorientierung im Lebensstil, durch Umdenken, durch technische Lösungen, durch empathische Kommunikation, auf spirituellen Wegen, durch Leben in Gemeinschaft.

Aus Hunderttausenden kleiner Erd- und Felsspalten überall auf der Welt sickert Wasser hervor, hier ein Rinnsal, dort eine kräftige Quelle. Jedes noch so leise Glucksen erzählt von der geschwisterlichen Vision, vom großen, gemeinsamen Meer. Doch all diese Wässer wollen erst zu einem Bach, dann zu einem Fluss und zu einem Strom werden dürfen. Je mehr ineinanderfließen, desto stärker wird die Strömung, desto wahrscheinlicher wird unser Erfolg.

Unsere Aufgabe ist deshalb: Lauschen, lauschen, lauschen, jedes Glucksen in uns und um uns herum vernehmen, die Wässer nicht trennen oder ihnen Barrieren bauen; ihnen vielmehr Betten bahnen, damit sie zusammenfließen, ineinanderströmen und sich stärken können, auf dass aus dem Bach ein mächtiger Strom werde. Wir alle wollen zum Meer. Gemeinsam schaffen wir das. Wir sind viele.

Menschen, die sich auf vielfältige Weise für eine bessere Welt einsetzen, gibt es mehr, als man denkt. Sie leben verstreut. Man sieht sie selten, und sie sind eher leise. Ihr Handeln ist von einer Sehnsucht und Vision getragen. In unzähligen Nischen der Gesellschaft setzen sie Impulse, das Leben gesünder, sozialer, gerechter und nachhaltiger zu machen. Oft sind es Pioniere, deren Wirken kaum jemand wahrnimmt.
Was sie verbindet, ist die Einsicht, dass sich etwas in unserer Einstellung und Ausrichtung wandeln muss, weil das Bestehende in mancherlei Hinsicht in eine Katastrophe führt. Sie kämpfen nicht dagegen an, sondern gehen kreative Wege, veranschaulichen mit ihrem Tun, dass eine bessere Welt möglich ist. Aus diesem Streben ist ein Begriff entstanden, der dieser gesellschaftlichen Bewegung einen Namen gibt: die Kulturkreativen. Es sind alle Akteure der Wandelbewegung, die als Denker und Künstler, Gärtner und Bauern, Handwerker, Tüftler und Programmierer, Erfinder und Soziologen, Selbstversorger und Ingenieure am „Großen Wandel“ arbeiten.
Die ökoligenta ist nicht bloß eine Messe, auf der sich ökologische und am Gemeinwohl orientierte Produkte präsentieren. Sie ist gleichermaßen eine Plattform, ein Raum, in dem Austausch und Begegnung stattfinden, der das Bewusstsein stärkt, dass wir viele sind, die an eine bessere Welt glauben und begonnen haben, diesen Wunsch in ihrem Lebensfeld umzusetzen.
Die ökoligenta bietet eine bunte Bühne vor der eindrucksvollen Kulisse des Wasserschlosses Wülmersen, wo sich – mitten in Deutschland – Alt und Neu zu einer Einheit verbinden. Besucher erhalten Einblick in das Wirken eines neuen Paradigmas, das auf soziales Gemeinwohl im Einklang mit der Natur ausgerichtet ist. Ein Fest der Inspirationen und ein Treffpunkt für alle, die für den kulturellen Wandel konkret etwas unternehmen wollen. Die Begriffe „degrowth“ und „Postwachstums-Ökonomie“ beschreiben den Weg der nächsten Jahre.