Dies ist die Fortsetzung einer mehrteiligen Artikelserie.

Teil 1 findest du HIER

Teil 2 findest du HIER

Es wird konkret. Eine Idee reift heran und ich veröffentliche meine Überlegungen.

von Kilian Manger

In den beiden vorangegangenen Artikeln habe ich philosophische Fragen über das Wesen des Geldes in den Raum gestellt und darüber berichtet, welche Abschnitte meines Lebensweges mich zu meinem geldsystemkritischen Engagement geführt haben. In den nächsten Zeilen werde ich beschreiben, welcher innerliche Prozess mich dazu gebracht hat, vom passiven Zuschauer zum aktiv handelnden Multiplikator zu werden, meine eigenen Ideen zu veröffentlichen. Und wie ist es mir dabei ergangen?

Wie im zweiten Teil dieser Artikelserie erwähnt, wurde ich in den ersten Jahren meines Studiums auf unterschiedlichen Wegen in die Richtung einer kritischen Auseinandersetzung mit unserem Finanzsystem gestoßen. Interesse am Thema Geldsystem war bei mir also durchaus vorhanden – neben anderen Interessensschwerpunkten wie Umweltschutz, erneuerbaren Energien, Migrationspolitik, internationaler Verständigung, Glaube und Spiritualität, gesellschaftlichem Wandel oder alltagspraktischem, naturnahem Leben.

Verschoben hat sich mein persönlicher thematischer Schwerpunkt eindeutig und radikal auf den Bereich Geldreform, als mir die Idee eines neuartigen Kommunikationsinstruments kam. Dabei handelt es sich um den gedanklichen Entwurf eines informationstechnologischen Werkzeugs, das unsere Gesellschaft anstelle von Geld verwenden könnte. Meiner Vorstellung nach würde die Arbeits- und Wirtschaftswelt unter Verwendung dieses Werkzeugs noch ähnlich funktionieren wie bisher, mit dem Unterschied, dass die gewaltige und aktuell sogar stark anwachsende Schere zwischen Arm und Reich verschwinden würde und sich hierarchische Strukturen sowie Machtgefälle in betrieblichen Abläufen deutlich reduzieren könnten. Das war für mich so etwas wie eine neue Erfindung, die ich so inspirierend fand, dass ich einfach jedem davon erzählen wollte. Meiner Idee habe ich den Namen „vertrauensbasiertes Geldsystem“ gegeben. Um die philosophische Bedeutung meiner Überlegungen zu präzisieren, habe ich etwas später noch den Begriff des „transparenten Schenkens“ eingeführt, mit dem ich genau den gleichen technischen Mechanismus meine, ihn jedoch von einem anderen Blickwinkel aus beleuchte. Worum es sich bei diesem Koordinationsinstrument im Detail handelt, beschreibe ich in meiner Ideensammlung zum Projekt Zeitschein, auf die ich am Ende dieses Textes verlinke.

Jetzt wurde es für mich also tatsächlich konkret. Ich hatte eine Idee, von der ich glaubte, dass sie die Welt verändern könnte. Verrückter Gedanke. In welche Richtung hätte sich wohl unsere Gesellschaft in den letzten hundert Jahren entwickelt, wenn Albert Einstein seine zur damaligen Zeit sehr weltfremd, schräg und seltsam erscheinenden Überlegungen zur Relativität von Zeit und Raum nicht ernst genommen, sondern verworfen hätte? Wären vielleicht andere Menschen auf ähnliche Ideen gekommen oder hätte die Menschheit dann tatsächlich große Chancen verpasst? Für den technischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte waren seine mathematischen und physikalischen Arbeiten von fundamentaler Bedeutung.

Unsere Welt braucht Visionäre, sie braucht Utopien. Echter Fortschritt wäre sonst nicht möglich. Soll mir recht sein, wenn mich der eine oder die andere für verrückt erklärt. Meine Ideen schreibe ich jetzt auf jeden Fall einmal auf. Die könnten irgendwann mal nützlich sein. Und ich erzähle Freunden und Bekannten davon. Ich bin gespannt, welche Rückmeldungen ich bekomme.

Tatsächlich waren die Rückmeldungen sehr positiv. Ich glaube, die Begeisterung in meinen Augen hat mehrfach ihren Teil dazu beigetragen, andere Menschen neugierig zu machen. Oft stieß ich auf leichtes Interesse und wurde darum gebeten, doch zumindest einmal meine bisherigen schriftlichen Ausführungen weiterzuleiten. Manchmal wurde ich dazu ermuntert, doch bitte an meinem Projekt dranzubleiben und auch weiterhin anderen Menschen davon zu erzählen.

Schon oft im Leben hatte ich Ideen, die mich begeistern konnten. Ideen, die ich intuitiv als wertvoll empfand und auf Schmierzetteln notierte. In meinem Wohnzimmer habe ich schon seit längerer Zeit einen ganzen Ordner stehen, in dem ich diese angesammelten Papierfetzen und Überlegungen verstaue. Diese Überlegungen sind für mich etwas sehr Vertrautes und Privates. Man könnte fast sagen „Intimes“. Für mich hat dieser persönliche Ordner einen ähnlichen Charakter wie vielleicht für andere Menschen ein Tagebuch. Ich kann mich erinnern, wie ich einmal – es war zu meiner Schulzeit – nervös wurde, als ein guter Freund diesen Ordner in die Finger bekam. Wie wird er wohl reagieren, wenn er von meinen persönlichen Überlegungen liest? Auch an eine spätere Situation erinnere ich mich, bei der ich einen Teil meiner Notizzettel aus dem Ordner entnommen und im Holzofen verbrannt habe: Die Ideen waren mir peinlich geworden und ich wollte, dass sie niemand zu Gesicht bekommt. Oft war es mit meinen Ideen so, dass sie kurzfristig große Faszination bei mir auslösten, dann aber auch schnell wieder in Vergessenheit gerieten. Bei der Thematik Geldsystem war das ganz und gar anders. Vermutlich, weil es zum Thema Geld wirklich viel Wichtiges zu sagen gibt.

Seit jeher kommen mir meine Gedanken ganz spontan. Beim Fahrradfahren, beim Zahnputzen oder vor dem Einschlafen. Auch meine Überlegungen bei der Auseinandersetzung mit dem Geldsystem und seiner Wirkung auf die Gesellschaft habe ich zunächst auf Schmierzetteln notiert. Erstaunlicherweise hat dieser Fluss an Ideen bisher nicht abgenommen. Ständig kommen Ideen hinzu. Meine Zettel-Sammlung wurde also immer größer, sodass ich damit begann, diese thematisch zu ordnen.

Außerdem gewann meine Theorie an Komplexität: Da ist es bei einer Sammlung aus großen und kleinen abgehefteten Zetteln gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. In einem elektronischen Textdokument ist es dagegen viel einfacher, auch nachträglich noch in eine bereits geschriebene Textpassage weitere Zeilen einzufügen.

Weil sich immer wieder Leute für meine Ausführungen interessierten und die Weitergabe von Informationen über das Internet sehr einfach ist, begann ich also, meine Ideen auf den Computer zu übertragen. Mir kommen auch heute noch ständig neue Ideen, die ich dann stichpunktartig elektronisch notiere. Ein Teil meiner Notizen sind eigene Überlegungen. Bei einem weiteren Teil handelt es sich um Internetseiten und Videointerviews, teilweise von ähnlich kleinen Projekten einzelner Blogger oder von Hobby-Kameraleuten, teilweise von großen Netzwerken, die jährlich Kongresse für Geldreformideen organisieren. Auch die Auswahl an Buchempfehlungen, die ich in meine Sammlung aufnehmen möchte, wird immer größer. Meine ungeordnete Sammlung aus Notizen und Stichpunkten ist aktuell etwa doppelt so lang wie das bisher von mir im Internet veröffentlichte Dokument.

Mir war schnell klar, dass es sich bei meinem neuen Hobby, der Beschäftigung mit alternativen Geldsystemen, um ein langfristiges Projekt handeln wird. Wenn ich mir wirklich vornehme, möglichst vielen gesellschaftspolitisch engagierten Menschen von meinen Vorstellungen und Ideen zu erzählen, dann liegt ein weiter Weg vor mir und ich habe einiges zu tun. Ich spürte bei meiner Recherche im Internet und im Gespräch mit verschiedenen Menschen sehr schnell, dass ich beim Geldsystem auf ein spannendes und hochgradig komplexes Themenfeld gestoßen bin, mit dem ich mich bei Weitem noch nicht auskenne und bei dem ich noch sehr viel lernen kann. Der Gedanke, einen Teil meiner Lebenszeit für dieses Projekt herzuschenken, löste ein gutes Gefühl in meinem Bauch aus.

Mit dem Plan, noch viele unterschiedliche Menschen und Organisationen kontaktieren zu wollen, legte ich auf meinem Laptop eine Datenbank an, die ich dafür nutzen könnte, jeglichen E-Mail-Verkehr in Sachen „Geldsystemkritik“ zu speichern und zu sortieren.

Die Entscheidung war also gefallen. Jetzt geht es so richtig los. Ich starte in ein für mich neuartiges Abenteuer gesellschaftspolitischer Bildungs-, Aufklärungs- und Vernetzungsarbeit. Weiteres dazu im nächsten Artikel.

Link zu meinem Projekt: https://sites.google.com/site/projektzeitschein
Buchempfehlung: „Ökonomie der Verbundenheit“ von Charles Eisenstein. HIER kann das Buch online gelesen werden. Eine Einführung zum Buch gibt es HIER.
Video zur Vermögensverteilung in Deutschland

[Bild von Colin Behrens auf Pixabay]

Stell Dir vor, jeder Mensch lebt in Würde und unser wundervoller Planet atmet auf

von Dieter Höntsch

– es ist Frieden auf der Welt, die Menschen gehen wertschätzend miteinander um, egal welche Hautfarbe sie haben, egal welche Bildung sie haben,
– jeder Mensch hat, was er braucht zum Leben, keiner leidet mehr Not,
– die Tiere und Pflanzen gedeihen in all ihrer Vielfalt,
– die Landschaften und Meere sind sauber und entfalten ihre Faszination,
– das Klima ist im Gleichgewicht, keine in einem erdgeschichtlich unvorstellbaren Tempo schwindenden Gletscher, kein anwachsender Meeresspiegel,
– wir Menschen leben in einer lebenswerten und menschenwürdigen Welt, wir sind gesund dank gesunderhaltender Lebensweise, wir sind voller Leistungsfähigkeit, voller Lebensfreude und entfalten unsere Potenziale,
– wir haben die Möglichkeit, zum Gemeinwohl beizutragen, was uns erfüllt, ohne Druck,
– wir sind zufrieden und dankbar für alles, was uns an Wundervollem vergönnt ist,
– wir können uns glücklich fühlen, gemeinsam mit dem Partner, mit Kindern, Enkeln, Urenkeln und anderen Familienangehörigen, mit Freunden, mit Arbeitskollegen, mit Menschen, die uns sonst noch nah sind oder uns begegnen.

Alles nur ein Traum?

Nein, es ist möglich! Nicht gleich morgen, denn es ist schon ein großes Stück Weg, das wir gemeinsam gehen müssen. Es liegt an uns, wie lange wir für den Weg brauchen, wie lange es braucht, bis immer mehr von uns gelernt haben, umzudenken und eigenes Handeln zu verändern.

Nur Hirngespinnste, sagt der Pessimist

Die Mächtigen streben eher nach immer mehr Macht, als dass sie etwas davon abgeben, die meisten Wohlhabenden sind voller Gier nach mehr und klammern sich an ihren Reichtum. Und all die anderen müssen die Leere in ihrem Leben immer wieder füllen, indem sie konsumieren, um wenigstens Augenblicke des Glücks zu erleben, um nicht etwa weniger zu besitzen, als der Nachbar.

Ein realistischer und in naher Zukunft erreichbarer Traum, meine ich

Warum streben die Mächtigen nach immer mehr Macht, die Wohlhabenden nach immer mehr Reichtum und all die anderen nach mehr Konsum? Weil sie wie jeder Mensch Bedürfnisse haben, die sie sich erfüllen möchten. So lehrt es u.a. Marshall B. Rosenberg, der die Methode der Gewaltfreien Kommunikation entwickelt hat.

Menschen wollen unter anderem
– bedeutsam sein,
– Bestätigung erfahren,
– Erfolg haben,
– dazu gehören oder
– wertgeschätzt werden.

Ich habe diesen Text geschrieben, weil ich wirksam sein möchte, weil mir Frieden, Freiheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit besonders wichtig sind. Texte zu schreiben, ist eine meiner Strategien, um mir Bedürfnisse zu erfüllen.

Leider haben die Strategien, mit denen sich Menschen Bedürfnisse erfüllen wollen nicht selten einen sehr hohen Preis – Menschenleben, menschliches Leid, Verlust an Lebensqualität, Verlust an Artenvielfalt und vieles mehr.

Lassen sich durch Erweiterung von Macht, Anhäufung von Reichtum oder dauerndem Konsum wirklich Bedürfnisse erfüllen? Was wir mit diesen Strategien erreichen können, das sind bestenfalls Momente des Glücks, Glückssternschnuppen vielleicht. Um Glücklichsein als andauerndes Lebensgefühl, die Sterne des Glücks, zu erfahren, braucht es andere Strategien.

Zum Glück gibt es Strategien, mit denen wir uns unsere Bedürfnisse nachhaltig erfüllen können. Sie kosten in der Regel kaum etwas und sind ausgesprochen erfolgversprechend. Meist sind diese Strategien ganz einfach. Ich bin zum Beispiel zu tiefst glücklich, wenn ich mich auf das Spiel meiner Enkel einlasse, einfach nur Zeit investiere. Dadurch erfüllen sich meine Bedürfnisse nach Freude, Liebe, Spiel, Unterstützung, Ausgelassenheit, Leichtigkeit und Spaß. Wir können natürlich auch Großes vollbringen, um uns Bedürfnisse zu erfüllen, beispielsweise die Not anderer Menschen lindern. Doch selbst das so selten gewordene „Danke!“ wieder in unseren Alltag zu integrieren, hilft uns, uns Bedürfnisse zu erfüllen, die nach Freundlichkeit und Wertschätzung im Miteinander zum Beispiel. Probieren Sie es aus, es tut wirklich gut.

Klingt zu einfach, um wahr zu sein? Übung macht dem Meister. Üben Sie sich darin, Strategien für die Erfüllung ihrer Bedürfnisse zu finden, die kaum etwas kosten, die Ihr Leben jedoch wahrhaft bereichern. Und praktizieren Sie das, was Sie finden immer öfter. Solches Verhalten in sein Alltagsleben zu integrieren, braucht allerdings doch etwas mehr, es braucht die Bereitschaft, immer wieder hinzuzulernen und die Beharrlichkeit, das Erlernte zu leben. Wer in solches Lernen und Handeln investiert, der erzielt eine wahrlich hohe Rendite, die eines erfüllten Lebens. Und er gesellt sich zu jenen, die sich auf den Weg in eine lebenswerte und menschenwürdige Zukunft begeben. Ich meine, Heinz Rudolf Kunze hat recht, wenn er singt:

„Die Zeit ist reif für ein riesiges Erwachen.“

Bild von Ulrike Leone auf Pixabay

Die Chancen der Krise JETZT! nutzen

Der Herr sprach: Und am siebten Tag sollst Du ruhen…
Keine Angst, jetzt kommt keine Predigt. Eher ein Gedankenspiel über die unglaublichen Chancen der aktuellen C-Krise, über ein Jahr der Ruhe und über den konkreten Vorschlag für ein Sabbatjahr, für eine kleine Revolution …

Von Fritz Lietsch

Fritz Lietsch ist seit über 30 Jahren aktiver Zukunftsgestalter, Chefredakteur des Entscheidermagazins forum nachhaltig Wirtschaften, gefragter Moderator und Key Note Speaker sowie Initiator der Kampagne #VerantwortungJetzt!
Er will die Coronakrise zur Chance machen und fordert: „Rettungsgelder richtig nutzen!“ Finanzhilfen ja. Aber nicht, um nach der Krise genauso weiterzumachen, wie vorher. Helfen Sie mit, die Krise als Chance für den Wandel zu nutzen. Seine Forderung: „Nachhaltiges Leben und Wirtschaften muss zum Standard für die Zukunft werden.“

Kontaktiert ihn bei Fragen gerne unter f.lietsch@forum-csr.net bzw.  +49 (0)171-211 8884.


Für viele Menschen ist jetzt Ruhe eingetreten. Leider ungewollt, verursacht durch einen Virus. Für manchen ist dieser Zustand der Ruhe beängstigend. Aber vielleicht ist das, was uns die gegenwärtige Krise zeigt, ein großes Geschenk. Eine Chance für einen Neubeginn.

Wer mit mir die Chancen dieser Krise untersuchen und helfen will, die daraus entstehenden Möglichkeiten zu ergreifen, sollte weiterlesen und dabei sein bei  #VerantwortungJetzt! Weiterlesen

von Peter Zettel

Was für eine Frage! Die Antwort darauf bin ich ja selbst, denn dieser Körper, zu dem ich „ich“ sage, ist ja selbst eine Gemeinschaft aus ganz, ganz vielen Zellen, Bakterien und was weiß ich noch alles. Und da gibt es keinen, der der Chef wäre und das Sagen hätte und bestimmen könnte, was die anderen zu tun haben, nein, den gibt es nicht. Irgendwie machen die das untereinander aus. Selbst darüber, ob eine Katze und eine Maus eine Gemeinschaft sind, wenn sie in freier Wildbahn leben, ja, auch darüber kann man einmal nachdenken. Denn sie bilden wie die ganze Natur definitiv eine Gemeinschaft. Dumm nur, dass die Regeln vielen Menschen so grausig anmuten. Was aber nicht an den Regeln liegt, sondern an der üblichen menschlichen Sichtweise.

Also bleibe ich mal bei mir selbst, genauer bei meinem Körper. Dass der ganz selbstverständlich nicht für sich alleine existieren kann, will ich der Einfachheit halber mal weglassen. Jede einzelne Zelle ist für sich, aber eben nicht alleine, sondern sie lebt in Gemeinschaft mit allen anderen. Dabei praktizieren diese Zellen keine Basisdemokratie, da wäre ich schon längst tot, wenn sie das täten, nein, ich denke die praktizieren eher ein anarchistisches System, wo jeder ganz von alleine weiß, was sein Job ist und was er zu tun hat. Wahrscheinlich ist das auch Ausdruck von Schwarmintelligenz. Wir Menschen schauen ja immer auf das Ganze und wollen die Regeln vom Ganzen her erkennen, dabei funktioniert Schwarmintelligenz ganz anders, sozusagen von innen nach außen: Jeder orientiert sich an denen, die ihm am nächsten sind und fertig. Was ganz offensichtlich funktioniert! Was wahrscheinlich nicht bedeutet, dass das alles ist. Aber die Natur organisiert sich wohl wesentlich einfacher, als viele Menschen denken, weshalb sie möglicherweise auch solche Schwierigkeiten haben, sie zu verstehen.

Wenn nun schon der scheinbar Einzelne tatsächlich kein Einzelner ist, sondern in Wahrheit eine Gemeinschaft, dann gilt das erst recht für alles, womit wir in Beziehung stehen. Nehme ich da nur die allernächsten, wird das Dilemma schon offensichtlich. Jedenfalls meistens. Die Frage ist nämlich, ob ich überhaupt in der Lage bin, eine ernsthafte Beziehung zu leben! Wenn ich mir all die gesellschaftlichen Verwerfungen anschaue, angefangen in den Familien und dann weiter über den Umgang der einzelnen Länder miteinander bis hin zur Wirtschaft, dann wird, zumindest für mich, offensichtlich, dass in unsere menschlichen Gemeinschaften ein Webfehler eingebaut ist. Und wir wissen ja genau, was es für den einzelnen Körper bedeutet, wenn in der Organisation seiner Zellen ein Webfehler enthalten ist. Der kann dann als Ganzes ganz einfach nicht mehr problemlos seinen Job verrichten. Jede Krankheit ist nichts anderes als ein solcher Webfehler, davon bin ich überzeugt. Was jedoch nicht bedeutet, dass das Problem gelöst ist, wenn man eine Pille einwirft. Die kupieren nur die Symptome, sie lösen aber die Ursache nicht auf.

Was auf der körperlichen Ebene passieren kann und oft auch passiert, findet sich immer wieder auf der zwischenmenschlichen, der gesellschaftlichen wie der wirtschaftlichen Ebene, nämlich ein Webfehler, ein Organisationsdefizit. Ob in meinem eigenen Körper, in Partnerschaften, in der Gesellschaft wie der Wirtschaft geht es immer nur um Organisationsdefizite, um nicht zu sagen: um entsprechende Fehler. Wir Menschen haben uns ziemlich offensichtlich nach Strukturen zu organisieren gelernt, die anderen als natürliche Interessen dienen. Um das aber auf der zwischenmenschlichen Ebene abzuhalten, haben wir auch noch die dazugehörige Pille erfunden, nämlich die Konvention. Solange wir uns an die Regeln der Konvention halten, treten wir uns sozusagen nicht auf die Füße und merken nicht, was wir da tatsächlich machen. Wir leben deshalb nicht in einer Gemeinschaft, sondern einer Pseudo-Gemeinschaft.

„Das verbreitetste Anfangsstadium und einzige Stadium vieler Gemeinschaften, Gruppen und Organisationen ist das der Pseudogemeinschaft, ein Stadium der Vortäuschung und des Scheins. Die Gruppe tut so, als sei sie bereits eine Gemeinschaft, als gäbe es unter den Gruppenmitgliedern nur oberflächliche, individuelle Differenzen und kein Grund für Konflikte. Zur Aufrechterhaltung dieser Vortäuschung bedient man sich vor allem einer Anzahl unausgesprochener allgemeingültiger Verhaltensregeln, Manieren genannt: Wir sollen unser Bestes tun, um nichts zu sagen, was einen anderen Menschen verstören oder anfeinden könnte; wenn jemand anderes etwas sagt, das uns beleidigt oder schmerzliche Gefühle oder Erinnerungen in uns weckt, dann sollen wir so tun, als mache es uns nicht das Geringste aus; und wenn Meinungsverschiedenheiten oder andere unangenehme Dinge auftauchen, dann sollten wir sofort das Thema wechseln. Jede gute Gastgeberin kennt diese Regeln. Sie mögen den reibungslosen Ablauf einer Dinnerparty ermöglichen, aber mehr auch nicht. Die Kommunikation in der Pseudogemeinschaft läuft über Verallgemeinerungen ab. Sie ist höflich, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv.“ Das schrieb Scott Peck.

Und genau so ist es. Sie ist höflich, unauthentisch, langweilig, steril und unproduktiv. Andere formulieren es ein wenig drastischer, sie vertreten die Ansicht, dass dieses Verhalten schlicht und einfach krank ist. Das sehe ich auch so. Und genau deswegen wäre der Rückzug in das Alleinsein nichts anderes als eine Flucht, denn nichts und niemand existiert nur für sich. Haben wir also den Mut, uns darauf einzulassen! Doch was passiert, wenn wir sozusagen bereit sind, den Fehde-Handschuh anzunehmen, den das „normale“ Leben dem wahrhaftigen Leben hinhält? Bei der Pseudogemeinschaft geht es um das Kaschieren von individuellen Differenzen, im Stadium des Chaos geht es vorrangig um den Versuch, diese Differenzen auszulöschen. Man versucht, einander zu bekehren, zu heilen, auszuschalten oder ansonsten für vereinfachte organisatorische Regeln einzutreten. Es ist ein unsinniger Prozess, ein Nullsummenspiel, bei dem es nur Sieger und Verlierer geben kann und der zu nichts führt.

Doch steht man diese Phase durch, ohne sich das Hirn einzuschlagen oder wieder in die Pseudogemeinschaft zurückzufallen, dann tritt sie allmählich in die „Leere” ein, wenn alles weggeräumt ist, was zwischen den Einzelnen und der Gemeinschaft steht. Und das ist eine Menge, all die Vorurteile, Meinungen oder Erwartungen wie der Wunsch zu bekehren, zu heilen oder auszuschalten, der Drang zu siegen genauso wie die Angst, sich zum Narren zu machen oder das Bedürfnis, die Kontrolle über alles zu haben. Oft geht es aber auch darum, einen verborgenen Kummer, Abscheu oder tiefe Angst vor etwas zuzulassen und sich selbst einzugestehen, bevor der Einzelne für die Gruppe völlig „präsent” sein kann. Ich kann nicht präsent sein, solange ich etwas verberge. Das verlangt fraglos Mut. Hinterher fühlt man sich sehr erleichtert, doch während dieses Prozesses leider oft auch sterbenselend. Es verlangt eine Menge Konsequenz, um nicht schnell das Thema zu wechseln, wenn es unangenehm zu werden droht. Doch schafft man es, das auszuhalten, dann passiert ein Wandel, ein wirklicher Wandel. Wo sich bisher meist jeder hinter einer Maske zu verbergen suchte, sind auf einmal Offenheit, Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit da. Was bisher unmöglich schien, ist mit einem Mal möglich, egal ob es sich um Partnerschaften, Gesellschaften oder wirtschaftliche Organisationen handelt.

Der Weg in das Alleinsein ist also nur da angesagt, wo der Weg in die Gemeinschaft nicht gegangen werden will. Das ist dann der Fall, wenn die Menschen nicht bereit sind, in einen wirklich ernsthaften und wahrhaftigen Dialog einzutreten.

von Elisabeth Voss

Die Bertelsmann-Stiftung führt gemeinsam mit den Vereinten Nationen ein Projekt „Sustainable Development Goals Index“ durch […] Ausgerechnet diese Konzernstiftung, die mit ihrer fast religiösen Ideologie von schlankem Staat und Privatisierungen den neoliberalen Gesellschaftsumbau befürwortet … Weiterlesen

“Ich liebe Kinder. Es gibt kaum etwas Schöneres, als von einem Kind angelacht zu werden und dabei in seine Augen zu schauen, die verzaubern. Der fröhliche Gesichtsausdruck, sobald Kinder sich wohl fühlen, erinnert mich jedes Mal aufs Neue daran, mit welch wunderbarer Natur wir Menschen ausgestattet sind.
Kinder und Jugendliche sollten „der Spiegel“ einer aufrichtigen, menschlichen Gemeinschaft sein. Damit sie genau dazu heranwachsen, brauchen sie wahrhaftige Vorbilder, die ihnen jeden Tag aufs Neue wahre Menschlichkeit vorleben.
Kinder bedeuten Hoffnung und Leben!
Durch sie haben wir die Chance, Wahrheit als wichtigen Inhalt des Daseins zu begreifen. Dieses besondere Gut müssen wir den Kindern lassen, sodass sie mit zunehmender Reife die Wahrheit in die Welt hinaustragen – im Sinne einer gerechten und deutlich menschlicheren Zukunft.”

Aus dem Buch “Zukunft braucht Courage” von Michael Johanni

Warum wir fünf vor 12 beschwören müssen, obwohl es längst fünf nach zwölf ist.

Erstmals seit 66 Jahren gehe ich hoffnungslos in ein Jahr. Und das wird auch so bleiben, allenfalls wird es Steigerungsstufen der Hoffnungslosigkeit geben. Da Hoffnungslosigkeit nun mal politisch inkorrekt ist, sie mir aber als die einzige sachlich angemessene Einschätzung der Wirklichkeit erscheint, möchte ich ihre Hintergründe erläutern.

Enttäuschte Liebe

Die erste große Enttäuschung in der Liebe hat aus uns einen anderen gemacht. Oh ja, wir können auch danach noch lieben, vielleicht sogar noch stärker, und gewiss sogar mit größerer Weit- und Nachsicht, doch die weiche, warme, rundum glühende Zuversicht, mit der geliebten Person werde alles und für immer gut sein, ist nach der ersten großen Liebe vorüber.

Wir haben die Moderne und ihre Versprechen geliebt, ihre Freiheit, ihren Luxus, ihre globale Aussicht auf Erfüllung und Sicherheit. Die Klimakrise und die Dominoreihe der damit verbundenen Einsichten haben uns den Glauben an das Projekt der Moderne endgültig geraubt.

Zuverlässige Vergeblichkeit

Noch 2018 hielt wir uns für Realisten, aufgeklärt, nüchtern und weltzugewandt. Wir waren gesellschaftskritisch, regierungskritisch, kapitalismuskritisch, industrialisierungskritisch, religionskritisch. Bis sich ein Mädchen vor das schwedische Parlament setzte und ohne Wenn und Aber die Einlösung der Pariser Klimavereinbarungen forderte. Nichts weiter. Vielleicht haben wir damals ein wenig gespöttelt. Doch was wir vielleicht als gutgemeinte „Verirrung eines Teenagers“ abtaten, entpuppte sich als gesamtgesellschaftlicher Weckruf.

Was ist seither geschehen? Zig Tausende von Wissenschaftlern haben sich hinter Gretas Thesen gestellt – darunter auch ProfessorInnen von Weltruf. Wir wissen das. Und ahnen doch die zuverlässige Vergeblichkeit ihrer wissenschaftlichen Forderungen.

Ans hohe Ross gebunden

Wie könnte es auch anders sein? Letztlich handelt es sich um den Ruf, das Ruder der westlichen Industriegesellschaft herumzureißen und den rasenden Elefanten zu zähmen, bevor er endgültig alles Geschirr zerschlägt. Es geht nicht mehr nur um einen Paradigmenwechsel*, sondern um einen Ontologie-Wechsel**. Doch schon ersterer ist zu viel verlangt. Zuoberst müssten wir nämlich vom hohen Ross des weißen Mannes herabsteigen, um

  • auf indigenen Schulen zu studieren, wie sich eine ausbeuterische Ökonomie in eine Kreislaufwirtschaft verwandeln ließe;
  • zu lernen, wie wir die vielbeschworene Menschwürde in Alltagshandeln übersetzen: gegenüber Arbeitern, gegenüber Chefs, gegenüber den Alten, den körperlich, geistig und psychisch Kranken, gegenüber all denen, die durch die Raster unseres Sozial- und Rechtssystems fallen, gegenüber allen Minderheiten, Hilflosen und Verlassenen, ja gegenüber ganzen Entwicklungsländern. Mit einem Wort, wie wir die hehre Theorie der Menschenwürde so sehr in eine täglich geübte Praxis der Solidarität verwandeln, dass ein SPDler einem CDU-Abgeordneten applaudieren könnte, ohne das Gesicht zu verlieren, und umgekehrt;
  • die Priorität des Gewinns und der Monetarisierbarkeit gesellschaftlich relevanten Handelns durch die Priorität der Nachhaltigkeit auf allen Gebieten zu ersetzen: ökologisch, ökonomisch, sozial;
  • unsere selbstverständlich gewordenen Zivilisationsstandards in Frage zu stellen: unsere Mobilität, unsere allzeitige Verfügbarkeit von Lebensmitteln und Konsumgütern, den medizinischen Luxus, unsere Raumbedarf, den unbegrenzten Vorrat an Energie;
  • den Naturgütern Erde und Wasser als Subjekten gegenüberzutreten, ihnen also ihre Würde zurückzugeben, indem wir sie weder besitzen noch missbrauchen dürfen;
  • Eigentum als die psychische und mentale Grundlage unseres Strebens und Trachtens in Frage zu stellen; denn Eigentum impliziert die mehr oder weniger beliebige Verfügbarkeit über das Besessene, auch wenn es sich dabei um meine Frau, meine Kinder oder jedwede Natur handelt.

Auch nur einen einzigen dieser sechs ineinandergreifenden Aspekte in absehbarer Zeit, also z.B. innerhalb von 30 Jahren, umzusetzen, erscheint mir als ein Ding der Unmöglichkeit und würde einen gesellschaftlichen Diskurs erfordern, wie es ihn noch nicht gegeben hat. Und voraussichtlich nicht geben wird. Technische Maßnahmen und ein paar Verordnungen und Gesetzesänderungen – gar nur auf nationaler Ebene – werden ein Schrei gegen den Sturm bleiben, der über uns hereinbricht.

Sogar die Geliebten sind weg

Nun gleichen wir enttäuschten Liebende, denen nicht nur die Liebe, sondern obendrein die Geliebten abhandenkamen. Wir glaubten, eine Geliebte namens Parteiendemokratie könne die gute Zukunft richten, eine Geliebte namens soziale Marktwirtschaft, namens Bildungssystem, namens Sozialsystem, namens Innovationskraft oder namens Technologie. In seinem Buch “Die unbewohnbare Erde” fasst der New Yorker Journalist David Wallace-Wells die Situation so zusammen: “Es ist schlimmer, viel schlimmer, als Sie glauben.” Letztlich spielt es nämlich keine Rolle, ob bis zum Zusammenbruch der zivilisatorischen Systeme noch zehn oder 50 Jahre vergehen. The Great Turning wird keiner dieser Geliebten zustande bringen.

Warum? Weil wir diesen Großen Wandel letztlich nicht wollen. Weil wir zu der erforderlichen Großen Solidarität, einer vollumfänglichen Natursolidarität, nicht bereit sind. Sie ginge weit darüber hinaus, einem Bettler ein paar Euro in den Hut zu werfen – was uns meist schon überfordert – oder sorgsam zu Hause unsere Blumen zu gießen. Mit einem Heer von Uneinsichtigen und Unwilligen lässt sich kein Großer Wandel bewerkstelligen. Erst wenn wir nicht mehr – offen oder insgeheim – herablassend schmunzeln, wenn Indigene die Tiere als ihre Geschwister bezeichnen oder ganz selbstverständlich von „Mutter Erde“ sprechen; erst wenn wir menschliche Wärme, Nähe und Zuverlässigkeit höher schätzen als alle Güter dieser Erde; erst wenn wir uns als Teil eines großen Ganzen verstehen, werden wir eine Chance haben. Sie wird unsere einzige sein. Sie IST unsere einzige.

Mit Zweckhoffnung in die Graustufen

Es ist längst fünf nach zwölf. Darf ich also Hoffnung haben? Oder ist Hoffnungslosigkeit die angemessene Haltung? Vielleicht ist es aber die Zweckhoffnung? Wenn es Zweckoptimismus gibt, warum dann nicht auch Zweckhoffnung? Nach dem einen oder anderen Liebeskummer erhielt ich den Hinweis: „Der liebe Gott hat noch mehr schöne Mädchen gemacht.“ Auch wenn es schon halb eins sein sollte, so wird doch der Wandel zum Schlechten und Schlimmen nicht plötzlich kommen, sondern sich so einschleichen wie die Wetterextreme der letzten Jahre. Die fielen uns anfangs ja auch nicht auf. Es wird also auf das Weiß des Status Quo nicht gleich eine schwarze Zukunft folgen, sondern manche Stufen von Grau. Wenn die vielen Geliebten uns verlassen haben, können wir uns immer noch eine/n neue/n suchen – und handeln, als sei es noch fünf vor zwölf. Das ist das einzige, was uns übrigbleibt: Wir haben zwar keine Chance, aber wir nutzen sie.

*Paradigma: Denkmuster, das die Weltsicht einer Zeit prägt
** Ontologie: die Lehre vom Sein

[Bild von Pexels auf Pixabay]

von Michael Johanni

Vielerorts besteht in Menschen Verwirrung.
Sich wiederholende Gedanken lassen uns an der Menschheit,
auch an uns selbst zweifeln.

Wem kann ich noch glauben?
Alles dreht sich doch nur ums Geld.
Wo gibt es noch Menschlichkeit?
Was wird in der Zukunft auf mich zukommen? Weiterlesen

Mit diesem Zitat beginnt Mario Sedlak seinen “Beitrag über Sachargumente contra Gefühlsargumente”.
Warum wir das augerechnet auf ökoligenta empfehlen?

Ganz einfach: Weil ein Paradigmenwechsel ansteht. Nur wenn wir uns ziemlich rasch mental darauf einstellen, dass wir “anders” leben müssen, sprich zukunftsfähig/enkeltauglich/mitweltverträglich, bekommt der düstere Zukunftshorizont einen kleinen rosa Schimmer. Und um uns mental umzustellen, sollten wir erstmal die Fakten zur Kenntnis nehmen. In unseren Reihen meinen nämlich noch immer viele, dass es wohl so schlimm nicht kommen könne. Das ist zwar psychologisch verständlich – wer gibt schon gerne seine existenzielle Gemütlichkeit auf -, entspricht aber eben nicht den Tatsachen. Und die sind nun mal nicht stimmungsaufhellend (siehe Überschrift).

HIER also zu Marios Blogbeitrag …

[Bild von Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay]

Was lese ich als nächstes? Die Frage beantwortet Asra auf ihrem Blog mit einer Empfehlung der Social Fantasy „Frau am Abgrund der Zeit“: Connie, die Hauptperson des Romans, versucht, in den Slums von New York zu überleben. Ihre natürliche Hilfsbereitschaft wird ihr zum Verhängnis, als sie beim Versuch, ihre Nichte vor deren Zuhälter zu beschützen, verprügelt wird und in der Psychiatrie landet. Was sie dort erlebt, ist grauenhaft. Ein Lichtblick in ihrem Elend sind die virtuellen Besuche von Luciente. Die nimmt sie immer wieder mit in die Zukunft, ins Jahr 2137. Dort erlebt sie dörfliches Leben (große Städte haben sich nicht bewährt), ökologische Selbstversorgung mit Lebensmitteln, Energie und allen Bereichen des täglichen Lebens sowie eine hohe Wertschätzung für Schönheit in allen Dingen. Sie erlebt wohlwollende Gemeinschaft und – besonders interessant: freie Liebesbeziehungen und ein offenes Genderkonzept. Das Personalpronomen für alle ist „per“. Mutterschaft ist eine begehrte Aufgabe und betrifft alle.