Seit ich weiß, dass es Prostitution gibt, frage ich mich, weshalb es so anrüchtig ist, einen winzigen Teil seines Körpers zu verkaufen, aber völlig akzeptabel, dass man seinen Körper oder Geist vollständig verkauft. Wir alle, die wir als Arbeiter, Angestellte, Beamte oder Selbständige arbeiten, verkaufen uns, und meistens sogar unter Wert.

Wir prostituieren uns

Letzteres ist ein eigenes Thema, das im linken Spektrum rauf und runter diskutiert wurde und wird. Worum es mir hier geht, ist die Tatsache, dass wir uns ganz unhinterfragt, ganz selbstverständlich verkaufen; so dass uns die eigene Verkäuflichkeit so normal vorkommt wie die Jahreszeiten. Doch indem wir uns verkaufen, verbrüdern uns mit den Käufern, begeben uns auf die gleiche Ebene mit ihnen und streiten nur darum, ob wir mehr oder weniger wert sind. Mit anderen Worten: Wir prostituieren uns in einer Tour. Und wir bringen unseren Söhnen und Töchtern von klein auf bei, Weiterlesen

Leo hält nichts von dem ganzen Öko-Zeugs. Aber er mag Mona, die bei Transition ist und an der Verschönerung ihrer Stadt arbeitet:

Asrid Raimann wollte wissen, was Menschen dazu bewegen könnte, ihre Stadt zu verwandeln: „Ich bin zum Schuster gegangen und habe ihn gefragt, was seiner Meinung nach passieren müsste, damit die Stadt zur Transition Town wird. (Schuster wissen immer alles.) Er meinte: ‚Nix. Da gibts nix. Die werden sich in hundert Jahren nicht ändern. Die sind einfach zu dumm.‘ Weil ich das nicht glaube, hab ich einen Comic gemacht: MOSCHBERG. Und darin die Geschichte von Mona und Leo.“

Im Rahmen einer Interviewserie, die ich gerade für meinen Blog „Make World Wonder“ zu den globalen Nachhaltigkeitszielen durchführe, habe ich vor kurzem den Rap-Künstler SEOM interviewt. Denn SEOM ist im Themenfeld „Achtsamkeit und nachhaltiger Lebensstil“ sehr engagiert unterwegs und darüber hinaus Delfinbotschafter der Gesellschaft zur Rettung der Delfine. Darauf war ich durch seinen Song „Hüter der Meere“ aufmerksam geworden.

Im Interview berichtete SEOM auch über das Benefiz-Event „Green Water Day“ in Zürich, bei dem er sich im August diesen Jahres als Künstler mit einem Greentalk und einem Konzert eingebracht hat.

Beim „Green Water Day“ gab es verschiedenste Angebote, die sich rund um das Thema „Sauberes Wasser“ und „Wertschätzung des Lebenselementes Wasser“ drehten:

  • Ganz handfest paddelten Standup-Paddler*innen auf den Zürich-See und sammelten Müll.
  • Aus dem gesammelten Müll und Blumen wurde ein Mandala gelegt.
  • Die Teilnehmer*innen hielten gemeinsame eine hawaiianische Wasserzeremonie ab.
  • Es gab diverse Greentalks rund um das Thema „Wasser“ (u.a. zum Thema Sauberes Trinkwasser, zum Meeressäuberungsprogramm Pacific Garbage Screening, Achtsamkeit). Außerdem gab es einen Workshop zm Thema „Zero Waste“.
  • Ein Konzert mit dem Künstler SEOM rundete den Tag ab.

Ich finde, der Green Water Day könnte ein Role Modell für viele weitere Green Waters Days in weiteren Städten sein. Nehmen wir ihn uns zum Vorbild!

Dieses Video (made by Johanna Heizmann) gibt einen Einblick in den Green Water Day – Nachmachen erwünscht!

Die globalen Nachhaltigkeitsziele als Matrix für eine Welt, die wir uns wünschen – Der Beginn einer wöchentlichen Serie

Klimakrise, Millionen von Bullshit-Jobs und Menschen, die deshalb einen Burn-out erleiden, Müllberge, Hunger und Armut – bei all den Herausforderungen, die wir uns als Menschheit selbst geschaffen haben, können sehr rasch Ohnmachtsgefühle aufkommen. Der menschengemachten Baustellen scheinen es zu viele und zu große zu geben.

Doch seit September 2015 gibt eine Art Masterplan zumindest einen Überblick darüber, was zu tun ist:  Es handelt sich dabei um die so genannten 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, die die Vereinten Nationen ratifiziert haben (auch Sustainable Development Goals bzw. die 17 SDGs genannt). Sie werden auch als Agenda 2030 bezeichnet, weil das Erreichen der Ziele zumeist auf das Jahr 2030 terminiert ist.

Die 17 Bereiche der Agenda 2030 wurden von tausenden Wissenschaftler*innen entwickelt, oft den besten ihres Fachs. Und sie wurde von 193 Staatschefs unterzeichnet, die sich damit zu diesen Zielen bekannt haben. Hier kannst Du einen Blick darauf werfen:

So etwas hat die Welt zuvor noch nicht gesehen!

Doch die Sache mit dem „Masterplan zur Weltrettung“ hat einen Haken: Die Regierungen dieser Welt scheinen sich darauf auszuruhen, diese Ziele einmal vereinbart zu haben. Und nicht nur das: In einigen Bereichen sind sogar Rückschritte zu verzeichnen, wie ein aktueller Report eines Zusammenschlusses zivilgesellschaftlicher Organisationen anmahnt. Der mangelhafte Entwurf des deutschen Klimaschutzgesetzes, mit dem das angestrebte 1,5 Grad-Ziel nicht zu erreichen sein wird, ist nur ein Beispiel.

Es reicht also nicht aus, auf die Politik zu warten, eine entsprechende Rahmenordnung zu entwickeln, mit der wir auch unseren Enkeln ein gutes Leben ermöglichen. Wir als gesamte Menschheit sind gefragt, die globalen Nachhaltigkeitsziele umzusetzen. Es braucht viele Bürger*innen, die mit guten Beispiel vorangehen, es vormachen und die Themen so sichtbar machen, dass viele weitere Menschen und schließlich auch die Wirtschaft und die Politik nachziehen.

Genau darauf möchte ich Dir mit einer neuen Serie Lust machen.

In den kommenden Wochen stelle ich Dir sukzessive die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele vor und nenne Dir mindestens ein Beispielprojekt, das zu dessen Erreichen beiträgt. Sicherlich kommst Du dann auf viele weitere ähnliche Aktionen.

Und dann bist Du dran:

  • Was willst DU SELBST dazu beitragen?
  • Berührt Dich eines der Themen ganz besonders?
  • Wie kannst Du Gewohnheiten kultivieren, die dabei helfen, dieses Ziels zu erreichen?
  • Gibt es Menschen, die Deine Unterstützung brauchen, weil sie für einen der 17 Themenbereiche ihre Passion entdeckt haben und ihn groß machen möchten? Kannst Du sie dabei begleiten?

Ich freue mich sehr auf unsere gemeinsame Wegbegleitung – hin zur Welt, die wir uns wünschen!

Stephanie Ristig-Bresser.

 

Über die Autorin:

Zunächst einmal: Herzlichen Dank an Bobby Langer, den Gründer von ökoligenta, der mir hier ermöglicht, eine Serie über die globalen Nachhaltigkeitsziele zu veröffentlichen.

Ich bin Stephanie Ristig-Bresser. Auf die Transformationsszene stieß ich – nach jahrelangem Unbehagen – ungefähr im Jahr 2013 und begann mich in der Gemeinwohl-Ökonomie und in der Transition-Town-Bewegung zu engagieren. Immer arbeite ich in meinen Engagements auch redaktionell, u.a. gut zwei Jahre auch für das integral ausgerichtete Online-Magazin Compassioner. Konstuktiver und positiver Journalismus sind meine große Passion.

Auf die globalen Nachhaltigkeitsziele wurde ich durch das Projekt „Weltwunder – Wandel statt Wachstum“ aufmerksam, für das ich eine Publikation realisieren durfte. Seitdem lässt mich dieses Thema nicht mehr los. So ist im Laufe der vergangenen Jahre das Buch „Make World Wonder. Für die Welt, die wir uns wünschen“ entstanden, das sich aktuell im Crowdfunding befindet und sehr aufwändig und wunderschön gestaltet sein darf. Ich freue mich, wenn Du mich dabei unterstützt.

Hier gelangst Du zur Crowdfundingseite:

https://www.startnext.com/make-world-wonder

Hier findest Du die Leseprobe zu Make World Wonder:

Auf meinem Blog und auf meiner Website findest Du zahlreiche weitere Informationen über mein Buchprojekt. Parallel zu meinem Crowdfunding habe ich eine „17 Weltwunder-Challenge“ gestartet und stelle Dir in (mindestens) 17 Interviews 17 Menschen mit 17 tollen Projekten vor, die zum Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele beitragen. Hier findest Du mehr über diese Challenge:

Körper, Geist und Seele werden gerne zusammen beschworen. Und auf den ersten Blick ist das ja auch erst einmal richtig. Verquere Gedanken lösten schmerzliche Gefühle aus; wir fühlen uns fremd oder fehl am Platz oder verloren und einsam (oder wie auch immer). Von da ist es nicht weit zu seltsamem Verhalten, vielleicht auch zu Aggression, zum Magengeschwür oder zu Krebs. Diese Zusammenhänge sind vielen bewusst. Und doch enthalten sie den Kardinalfehler unserer Zivilisation: die Annahme nämlich, der Mensch sei von der Natur getrennt. Um die Zusammenhänge neu zu erfassen, müssen wir das Trio in ein Quartett verwandeln: Körper, Geist, Seele und Mitwelt.

Raimar Ocken hat während seiner klinischen Arbeit schon länger darüber nachgedacht und die Zusammenhänge in dem Begriff Psycho-Somato-Ökologie zusammengefasst. Wen das interessiert, der findet seine Überlegungen HIER.

Ich hab Freunde, die fahren nicht in den Osten, weil sie Angst haben vor Nazis. Und ich kenne Leute, die ziehen da hin. Trotz Nazis. Und bauen was auf. Michael Wickert ist einer von ihnen.

Micha hat in Gerswalde die Fischräucherei „Glut & Späne“ aufgebaut. Im Winter räuchert er drinnen, im Kalträucherofen. Da werden die Fischfilets in den kalten Rauch gelegt. Im Sommer räuchert er draußen, heiß überm Buchenholz-Feuer. Weiter lesen …

Raphael Bolius arbeitet als Webdesigner bevorzugt in den Bereichen Ökologie, Soziales und Kultur, muss aber täglich erleben, welch große ökologische Belastung die „neuen Medien“ darstellen. Smartphones und Computer sind wesentlich umweltschädlicher, als die meisten Menschen denken. Durch dieses Nichtwissen sehen aber die Produzenten der Geräte und/oder Webseiten keinen Handlungsbedarf, auf sozialere oder ökologischere Produktionsarten umzusteigen. Erst wenn durch uns Konsumenten Druck aufgebaut wird, kann sich also etwas ändern. Dazu hat Ralph viel Zeit in diese ständig aktualisierte Linkliste investiert.

 

Sein Leben in die Hand nehmen – das ist möglich.

Irgendwie kennen wir ihn alle, den Spruch: „Sei die Veränderung, die du dir wünschst in dieser Welt.“ Und viele haben ihn vermutlich schon selbst auf den Lippen geführt. So etwas nennt man dann Lippenbekenntnis. Aber dann kehrt der Alltag zurück und gar nicht so selten vergessen wir ihn schneller als uns lieb ist.

Anpassung: 100 Prozent

Semra ist ein Beispiel fürs Gegenteil. Semra erfüllt alle Voraussetzungen dafür, im Mainstream zu landen. Mindestens. Mit sechs Jahren kam sie als kurdisches Mädchen nach Deutschland, ging in die Schule, lernte Deutsch, war eine „Türkin“ wider Willen, wurde Deutsche, machte Abi, studierte das maximale Anpassungsstudium fürs System – Betriebswirtschaft – und wurde Finanzkontrollerin, heiratete, wurde Mutter.

Gesundung: 100 Prozent

Mehr war an Anpassungsleistung kaum möglich, der soziologische Idealfall. Aber dann tauchten Fragen auf: „„Es kann doch nicht Sinn des Lebens sein, dass man sein Leben lang jeden Tag lustlos zur Arbeit geht, nur um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.“ Sie versuchte, diese störenden Fragen zu ignorieren – und bekam einen schmerzvollen Hautausschlag, vor dessen Therapie die Schulmedizin versagte. Statt aufzugeben und sich ihrem Leid zu beugen, stellte sie radikal ihre Ernährung um, verzichtete auf jeden raffinierten Zucker; machte eine Darm- und Lebersanierung. Und war ein Jahr später wieder gesund.

Umorientierung 100 Prozent

In der Zeit der Umorientierung las sie viel, schaute die passenden Videos und gab ihrem Leben eine neue Richtung, wohlwollend begleitet und unterstützt von ihrem Mann und und den Schriften, Sprüchen vieler weiser Philosophen und Mystikern wie dem altpersischen Rumi. Um die vielen guten Gedanken, die ihre geholfen hatten und halfen, weiterzuverbreiten, gründete sie die Internetseite „Lebe Deinen Spruch – lebe Deine Wahrheit“, meines Erachtens die inspirierendste Seite ihrer Art im Internet.

Werbung für den Bewusstseinswandel

Da kann ich nur sagen: „Chapeau, Semra!“ Doch wer nun meint, das sei das Ende der Geschichte, irrt. Semra arbeitet auch an der Umstellung und Gesundung der Gesellschaft, ist Teil der Wandelbewegung geworden. Ein paar Jahre lang hatte sie die Idee, die Menschen mit der Weisheit der Sprüche über Werbebanner zu konfrontieren – aber Werbung im öffentlichen Raum ist teuer. Und noch teurer, wenn das Geld knapp ist. Jetzt hat sie es geschafft und macht Werbung für den Bewusstseinswandel. In Düsseldorf hat sie in guter Lage für 10 Tage eine Werbetafel gemietet. Und was war wohl der erste Spruch, den sie dort für uns alle gepostet hat? Manche ahnen es vielleicht schon: „Bist du die VERÄNDERUNG, die du dir wünschst für diese Welt?“

Doppel-Chapeau, Semra! Du bist ein Vorbild.

 

 

Dass Webseiten kein CO2 produzieren, glauben wohl auch nur Leute, die meinen, der Strom kommt “einfach so” aus der Steckdose. Dass das nicht stimmt, habe ich bereits in mehreren Blogartikeln beschrieben z. B. in diesem hier. Und dass ich nachträgliche Verbesserungen bzw. komplette Relaunches nach den Kriterien CO2-Emission, Ladezeit und Onpage-SEO vornehme, hat sich auch bereits herumgesprochen. Dass ich damit aber alleine auf weiter Flur dastehe, wusste ich nicht. Weiter lesen …

Das ist ein Bewusstseinssprung: Junge Leute verstehen, dass die Vertreter des Systems, seien es Banker, Politiker oder Polizisten, auch dann Menschen bleiben, wenn sie ihr Amt ausüben und Demonstranten verhaften. „Extinction“ bedeutet in diesem Zusammenhang die Auslöschung eines Freund-Feind-Denkens. Dem Planeten feindlich sind nicht Menschen, sondern das System der industriellen Zivilisation und des eng damit verschränkten Kapitalismus – oder umgekehrt. Beide gehen achselzuckend über Leichen.

Wer sich für die Arbeit von und die evtl. Mitarbeit bei Extinction Rebellion Deutschland interessiert, findet HIER eine prima Kontaktmöglichkeit.