… das ist klar. Neulich las ich und konnte dem nur zustimmen: noch mehr als ein Paradigmenwechsel brauchen wir einen Ontologiewechsel. Aber lassen wir diese Feinheiten. Nennen wir’s einfach „grundlegenden Bewusstseinswandel“. Meistens beschäftigen wir uns – wohl auch wegen der empfundenen Zeitknappheit – mehr mit den äußeren Dingen des Wandels des sozial-ökologischen Wandels. Doch solange wir uns nicht mit den tieferen Ursachen beschäftigen, weshalb wir uns beinahe täglich (ja wir alle, auch ich) an der Weltzerstörung beteiligen; solange wir unser Augenmerk nur auf die quantitiven Aspekte richten (weniger COs, weniger Plastik, weniger Fleischkonsum etc.) statt auf die qualitativen (Respekt vor allem, was lebt; Einsicht in unser Teilsein des Ganzen; Demut statt Hochmut etc.), so lange werden wir die Umkehr nicht schaffen.

Sepp Stahl, Urgestein der Wandelbewegung, Wackersdorf-Aktivist und engagierter Christ, hat sich vor einigen Jahren die Mühe gemacht, viele spannenden Aspekte und Quellen des anstehenden Bewusstseinswandels zusammenzutragen und miteinander zu verknüpfen. Weiterlesen

Vor ein paar Jahren habe ich mal in Sieben Linden eine Ausbildung zum Dragon-Dreaming-Trainer gemacht, sogar mit John Croft persönlich. Umso mehr freue ich mich, dass diese großartige Methode zunehmend an Gewicht gewinnt und Astrid in ihrem Blog ausführlich berichtet, worum es geht:

„Was wäre, wenn wir schönere Städte hätten, wo man sich auch als Fußgänger sicher bewegen kann? Wenn wir kein Auto mehr brauchen würden? … Wenn wir nicht mehr in Urlaub fahren würden, weil es bei uns so schön ist? Wenn wir eine interessante und wichtige Arbeit hätten? Was wäre, wenn wir mit netten Menschen zusammen leben würden? Und wenn keiner mehr befehlen und keiner mehr gehorchen müsste? …

Am Anfang ist immer der Traum. Die Sehnsucht. Nun werden die wenigsten Träume wahr. Aber es gibt einen Weg, eine unglaublich effektive Methode, wie man gemeinsam Projekte verwirklichen, sich einigen und Entscheidungen treffen kann, ohne dass einer sagt, wo es langgeht und alle anderen folgen. Wo alle sich einbringen und alle beteiligt sind: das Dragon Dreaming.“

Raphael Bolius arbeitet als Webdesigner bevorzugt in den Bereichen Ökologie, Soziales und Kultur, muss aber täglich erleben, welch große ökologische Belastung die „neuen Medien“ darstellen. Smartphones und Computer sind wesentlich umweltschädlicher, als die meisten Menschen denken. Durch dieses Nichtwissen sehen aber die Produzenten der Geräte und/oder Webseiten keinen Handlungsbedarf, auf sozialere oder ökologischere Produktionsarten umzusteigen. Erst wenn durch uns Konsumenten Druck aufgebaut wird, kann sich also etwas ändern. Dazu hat Ralph viel Zeit in diese ständig aktualisierte Linkliste investiert.

 

Dieses 12-Minuten-Video erklärt knapp und klar, warum so viele Prozesse in der westlichen Welt so laufen, wie sie eben laufen.
Und dass der Planet in diesen Prozessen gar nicht vorkommt.

Folgenden Text schrieb mir Silke Soares David als Geburtstagsgeschenk. Was für eine originelle Idee!

Es gibt heute eine Wandelbewegung, es gibt die Pioniere des Wandels, Wandel-Lokale, doch was ist mit diesem „Wandel“ eigentlich gemeint?

Auch der Schwächste wird gesehen und gehört

Ich glaube, jeder versteht darunter etwas anderes. Ich möchte hier einmal deutlich machen, was ich darunter verstehe. Ich verstehe unter Wandel, dass sich etwas wandelt. Dass wir nicht so bleiben wie wir sind. Und das vor allen Dingen in der Begegnung mit anderen. Dass sich durch die Begegnung mit anderen irgendwas in uns verändert, manche sagen transformiert. Wandel kann dabei in vielfältiger Hinsicht geschehen. Er kann alle Bereiche betreffen. Er ist eigentlich grundlegend. So ist es für mich ein Zeichen des Wandels, wenn sich nicht mehr derjenige durchsetzt, der am lautesten schreien oder sich am besten durchsetzen kann, sondern dass alle gehört werden. Alle bis ins kleinste Glied hinein und bis zum Schwächsten hin. Und dass gerade der Schwächste unter allen Weiterlesen

September-Interview 2019 mit Ela Kagel und Thomas Dönnebrink

Ela Kagel gründete vor sechs Jahren den „Berliner Supermarkt„, einen unabhängigen Hub für die kooperative Wirtschaft in Berlin. Seit rund 20 Jahren hat sie an zahlreichen Plattformen und Projekten sowohl in Berlin als auch international federführend mitgearbeitet. Als Digitalstrategin berät sie heute Kunden aus Kultur und freier Wirtschaft und moderiert Workshops und Konferenzen zu Innovations- und Technologieprozessen.

Thomas Doennebrink ist als OuiShare.net-Connector für Berlin und Deutschland damit beschäftigt, die Collaborative Economy in diesem Land zu promoten und zu vernetzen und ist gern auf der Suche nach Abenteuern und umsetzbaren Modellen für eine nachhaltige Zukunft. Seit einigen Jahren arbeitet er eng mit dem Berliner Supermarkt zusammen

Beschreibt bitte in max. 3 Sätzen das Projekt, an dem Ihr gerade arbeitet.

Ela: Wir bauen Plattformgenossenschaften (Platform Coops) auf, damit die Leute digital und transnational arbeiten können.
Wir veranstalten Workshops und Konferenzen, Community Meetups, nehmen an Studien und Forschungsprojekten teil und Weiterlesen

von Peter Zettel

Eine verrückt klingende Frage. Aber ist sie wirklich so verrückt? Ich war einmal in einer Partei, da gab es auch klare Feindbilder. Und die anderen hatten wahrscheinlich uns als Feindbild. Auf der politischen Bühne sieht es ja nicht besser aus, nur dass es da oft nicht bei den Feindbildern bleibt, sondern auch immer wieder bitterer Ernst wird.

Diese Frage hat sich mir regelrecht aufgedrängt, als ich dieses Bild bei der taz auf Twitter sah:

Es erinnerte mich an einen Post auf FB, der die Frage aufwarf, warum sich scheinbar manche Menschen klare Regeln wünschen, damit sie sich sicher sein können, das Richtige zu tun. Und dem Klimawandel mit Steuern begegnen zu wollen, halte ich für einen Witz. Die einzige wirkliche Reaktion ist doch eine klare, eindeutige wirtschaftliche Neuausrichtung. Und es erinnerte mich an meine Jugend. Viele waren damals dagegen – was auch immer – statt dass sie das Gespräch gesucht hätten. Was natürlich nicht bedeutet, dass die Gegenseite hätte reden wollen.

Weiter ging es in meinem Beruf. Da gab es zwei Gruppen, Mandanten und Gegner. Am übelsten war das bei denen, die sich eigentlich einmal geliebt hatten, sich zumindest nicht unsympathisch waren, bei Scheidungen. Und auch in der Wirtschaft und im Management ist diese regelrecht kriegerische Sprache Tagesordnung. Wenn, wie Wittgenstein sagt, Sprache meine Welt definiert, dann leben wir wohl in einer Welt voller Feindbilder. Und jeder Regierungschef weiß, dass ein klares äußeres Feindbild für Ruhe im Innen sorgt. Feindbilder sind ein sehr, sehr guter und wirksamer sozialer Kit.

Und wenn ich mir die Diskussionen auf den Sozial Media anschaue, dann kann ich gut von Lagern sprechen, die sich da gegenüberstehen. Selten eine wirklich offene Diskussion. Die meisten laufen nach dem Motto ab „Bist du dafür oder dagegen?“ Als ginge es nur um die Person und nicht um die Sache! Aber vielleicht ist ja das der Kern, das eigentliche Problem, nämlich der, dass wir Streitigkeiten und Konflikte schnell bis immer persönlich nehmen. Geht es bei Diskussionen oder Auseinandersetzungen also doch eher darum, ob jemand für oder gegen einen der Protagonisten ist?

Es wäre eine logische Erklärung dafür, warum die Gesellschaft Feindbilder braucht, wenn also ihre Mitglieder die Dinge persönlich nehmen. In meiner systemischen Ausbildung habe ich gelernt, dass Zugehörigkeit ein wesentliches Thema ist und dass das Fehlen eines Zugehörigkeitsgefühls große Probleme aufwirft. Eine Gesellschaft ist ja ein System, und die Axiome in einem System sind Zugehörigkeit, Ordnung und Ausgleich zwischen Geben und Nehmen. Man darf die systemischen Fragen aber nicht nur auf Familien beziehen, es geht ja weiter. Nachbarn sind ein System, Gemeinschaften, Nationen bis hin zu letztlich der Welt. Werden die Axiome aber missachtet, habe ich oder besser haben wir ein Problem. Und das werden sie, und zwar massiv. Unser herrschendes Wirtschaftssystem hält sich vielfach (vorsichtig ausgedrückt) nicht an diese Axiome.

Ich kenne niemanden, der nicht auf die eine oder andere Art von diesem Wirtschaftssystem abhängig ist. Was also tun? Mit den Wölfen heulen? Und weiter nach Feindbildern suchen, damit die inneren Konflikte nicht zu Tage treten und aufbrechen? Wenn wir daran nichts ändern, brauchen wir weiterhin Feindbilder, keine Frage, damit wir einigermaßen in Ruhe leben können. Ist zwar ein falsches Leben, aber für das richtige scheint uns der Schneid zu fehlen.

Fazit: Ja, wir brauchen Feindbilder, damit wir uns mit dem Tun der anderen beschäftigen können und uns nicht mit uns selbst befassen und uns nicht die Frage stellen müssen, was wir da eigentlich tun. Aber eigentlich ist das ja ziemlich – Pardon! – bescheuert. Also doch lieber mal auf die Feindbilder verzichten und sich mit sich selbst beschäftigen? Schon, oder nicht?

 

 

 

„Wir könnten so viel von der Natur lernen, stattdessen versuchen wir, sie zu bezwingen. Das Ergebnis: die natürliche Vielfalt zerfällt. Die Würde der Natur gehört ins Grundgesetz – jetzt.“ So Harald Lesch.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Den Satz können wir schon nicht mehr hören, denn unser – allseits weitgehend akzeptierter – ganz normaler Alltag überzieht ihn mit Spott und Hohn. Beispielsweise endet die Würde des Menschen an den Türen der meisten Pflegeheime an den meisten Tagen des Jahres. Oder an den Gefängnistüren von Julian Assange und Millionen anderer Gefangener. Aber das ist hier nicht Thema.
Der Natur Würde zuzugestehen – das ist eine starke Forderung. Man könnte auch sagen: ein starkes Stück. Denn schon den Satz zu Ende zu denken, verursacht mir existenzielle Verunsicherung. Wie geht es erst Mitmenschen, für die die Natur bestenfalls eine kostenlose oder billige Ressource ist? Weiterlesen

von Peter Zettel

Und zwar gewaltig. Da ist von CO2-Steuer die Rede, „gutes Fleisch“ soll teurer werden, Abgaswerte werden eingehalten, indem man trickst – und so weiter und so fort. Und die Politik braucht eine Greta, um zu begreifen, das wir etwas in Sachen „Klimaschutz“ tun sollten. Ein SUV ist besser als ein Kleinwagen, wenn man wenig mit ihm fährt. Soll ein Politiker gesagt haben. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass er das wirklich gesagt hat.

Ich glaube es wirklich nicht, ich kann es nicht mehr glauben. Was für eine Verdrehung der Tatsachen. Als ob wir das Klima schützen müssten. Oder die Umwelt. Nein, die Umwelt – schon das Wort sagt alles – als wären wir da außerhalb – und das Klima brauchen wir nicht zu schützen. Wir sollten lieber uns vor uns selbst schützen. Denn das Klima und die Umwelt – das sind doch auch wir selber, oder etwa nicht? Weiterlesen

„Die Zeit wird knapp“ titelt Fritz Habekuß in der ZEIT – und bezieht sich damit, beinahe erscheint es uns schon selbstverständlich, auf die Klimakrise. Seine Aussage baut nicht auf eigener Abschätzung auf, sondern ist das Fazit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung auf höchstem wissenschaftlichen und institutionellen Niveau. Leopoldina, die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt, hat zum umweltpolitischen Verhalten der Bundesrepublik kürzlich Stellung genommen. Hier die Zusammenfassung:

„Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die Weltgemeinschaft vereinbart, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken, um die daraus entstehenden Schäden für Menschheit und Natur abzumildern. Dieses Ziel ist nur noch zu erreichen, wenn sofort sowohl nationale wie auch internationale Vereinbarungen eingehalten werden. Schäden durch Abschmelzen von Schnee und Eis, Anstieg des Meeresspiegels, Ausweitung von Trockenzonen, Extremwetter und steigender Verlust von Artenvielfalt und Lebensräumen an Land und im Meer können nur noch durch erhebliche und bereits in den kommenden zehn Jahren wirksame Anstrengungen begrenzt werden. Ansonsten werden große Regionen der Erde nicht mehr bewohnbar sein, selbst wenn sich einzelne Regionen als „Klimagewinner“ verstehen. Bei uns und weltweit wächst zudem der Generationenkonflikt darüber, dass wir heute die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Kindeskinder aufbrauchen. Nicht zuletzt werden die Kosten des Klimawandels weiter dramatisch ansteigen. Nur mit einer entschlossenen und zügig umgesetzten Klimapolitik – national, mit den zentralen europäischen Partnern und durch weltweite Kooperation – kann es gelingen, die sich bereits abzeichnenden katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu mindern.“

Den vollständigen Text findet Ihr HIER.