Neu 0003 – Partnerbörse für Gemeinschaftsprojekte

Unsere Seite „Lebensgemeinschaften in Gründung“ hat eine tolle Verstärkung bekommen: die neue Plattform bring-together – in Kürze auch mit einem Matching-Werkzeug, wie man es auch bei Partnerbörsen für Singles findet. Denn nicht jede/r passt in jedes Wohnprojekt oder jede Lebensgemeinschaft.

Verantwortung – überfordert uns meistens

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Verantworung interessiert nur privat

Verantwortung – der Begriff macht uns zunehmend zu schaffen. Eindeutig hat der Begriff etwas mit antworten zu tun; nur: Worauf antworten wir, wenn wir Verantwortung übernehmen?

Mein Stamm und ich – die Verantwortung war gegenseitig

Wenn ich zu den Anfängen der Menschheit hinspüre, dann ist da zunächst die Verantwortung des Stammes für seine Mitglieder, zuvorderst seine Kinder, die das gemeinsame Überleben sichern. Eltern und Stamm lassen sich in der Frühzeit nicht voneinander trennen, denn die längste Zeit der Menschheitsgeschichte wusste niemand, dass das Vergnügen des Mannes am Geschlechtsakt zur Entstehung eines Kindes führen kann. Die Mutter war also primär eingebettet in den Stamm als „soziales Nest“ und sekundär in den Kreis beider Familien.

Verantwortung ging also primär vom Stamm aus. Er war eine Art gemeinsames „Feld“, das selbstverständlich nur solange existierte, wie die einzelnen Stammesmitglieder dieses Feldes gemeinsam aufrechterhielten. Der Einzelne hatte ebenso Verantwortung für das Ganze wie das Ganze für den Einzelnen. Was auch für den Fall der Gefahrenabwehr jeder Art gelten musste. Undenkbar, dass der Einzelne eine Gefahr erkannte und ihr aus dem Weg gegangen wäre, ohne den Stamm über diese Gefahr zu informieren.

Stämme sind zu Familien geschrumpft

Verantwortung war also die angemessene Antwort auf die Hilfsbedürftigkeit der einzelnen Mitglieder eines Stammes. Dieser Aspekt kümmert vermutlich bis heute in uns vor sich hin, hat aber jede Bedeutung verloren. Bei uns gibt es keine Stämme mehr mit gemeinsamen Sitten und Gebräuchen. Und dort, wo es sie noch gibt, gelten ihre Kulturen als primitiv und müssen „entwickelt“ werden, damit sie sich endlich über Fernsehen und Smartphones die richtige Lebensweise aneignen können. Folglich gibt es im Westen weder eine Verantwortung des Stammes gegenüber seinen Mitgliedern noch umgekehrt. Der Stamm ist auf die Familie geschrumpft. Dort haben nur noch die Eltern Veranwortung gegenüber ihren Kindern, die Verantwortung gegenüber den Alten existiert allenfalls noch am Rande und wurde überwiegend an soziale Organisationen übertragen.

Die anderen sind mir schnurzpiepe

Eine Verantwortung des Einzelnen gegenüber dem Staat existiert zwar als theoretische ethische Bringschuld, kann aber emotional – und meist auch intellektuell – nicht mehr nachvollzogen werden. Die unbewusste oder halbbewusste Argumentationslinie verläuft in etwa so: „Der Staat ist ein politisches Gebilde, in das wir versehentlich hineingeboren wurden und dessen Bürger bestenfalls mit einer ähnlichen Dialektfärbung sprechen, eventuell der gleichen Schicht und Konfession angehören. Schlimmstenfalls leben sie aber völlig anders als ich, glauben an andere Dinge, Werte und Götter, haben komplett andere Wünsche und Bedürfnisse und interessieren sich keinen Pfifferling dafür, ob es mir gut oder schlecht geht. Weshalb also sollte ich ihnen gegenüber auch nur ansatzweise Verantwortung empfinden?“

Und noch weiter: „Weshalb sollte ich mich um Menschen kümmern, die nicht meine Sprache sprechen, eine andere Hautfarbe und wahrscheinlich andere Werte haben; die bei Lebensmitteln, bei denen mir das Wasser im Mund zusammenläuft, angeekelt das Gesicht verziehen und vielleicht sogar zwei Frauen haben oder mehr? Ob es ihnen gut geht oder schlecht, ob sie zu essen oder trinken haben, kann mir deshalb egal sein. Und noch gleichgültiger sind mir alle Nichtmenschen. Ob Tiere aussterben oder nicht, ist mir schnurzpiepe, solange das Schnitzel an der Fleischtheke des Supermarkts nicht teurer wird, meine Miete nicht steigt und ich genug Kohle beiseitelegen kann, um meiner Familie einen Urlaub an der Adria finanzieren zu können.“

„Auch noch für Tiere und Pflanzen Verantwortung übernehmen – das ist was für grüne Spinner, die genügend Geld auf dem Konto liegen und sonst nichts Besseres zu tun haben. Oder etwa nicht?“

Nicht antworten geht nicht

Wie wäre es also mit der Gründung neuer Stämme auf der Basis gemeinsamen Wissens und gemeinsamer Werte? Denn ein Zusammenhang bleibt bestehen: Was auch immer ich tue, wie auch immer ich handele: Die Natur oder der Menschenkreis um mich wird in irgendeiner Weise „antworten“, sprich reagieren – positiv oder negativ. Ich bin untrennbarer Teil ebenso sozialer wie ökologischer Systemzusammenhänge. Diese Erkenntnisse kann ich annehmen oder verweigern und mich in die Schlange an der Fleischtheke des Supermarkts einreihen.

Meine, deine, unsere Welt? Oder gar eine?

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Wenn ich sage: „Das sind meine Socken“, dann kann ich das, weil ich nicht meine Socken bin. Im besten Fall stecken meine beiden Füße drin und ich kann die Socken noch immer als meinen Besitz betrachten. Aber wie steht es mit „meiner Welt“ (oder „meinem Land“, „meiner Stadt“, „meiner Heimat“? Das besitzanzeigende Fürwort sorgt im Deutschen für ein grundlegendes Missverständnis. Es zeigt nämlich nicht nur einen Besitz an, sondern auch eine Beziehung, von der wir dann irrtümlicherweise glauben, sie sei ein Besitz: meine Frau!

Peter Zettel hat sich dazu mal wieder sehr grundlegende und – wie ich finde – überzeugende Gedanken gemacht auf seiner Hompeage »42» (Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“).

Bert Brecht – 5 Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit

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Diesen anspruchsvollen und – wie bei Brecht immer – lesenswerten Grundlagenartikel haben wir unseren Presse– bzw. Textenseiten hinzugefügt. Zu Zeiten seiner Entstehung, 1938, war das Problem der grassierende Faschismus. Heute ist es die jener Zeit entlehnte und gezielte Interessenslenkung, die das Schreiben wie das Informieren so heikel macht.

Wir brauchen eine neue planetarische Geschichte

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Der Futurist Duane Elgin hat beobachtet, dass der soziale und kulturelle Wandel von den Geschichten abhängt, an die wir glauben und in denen wir uns heimisch fühlen – Geschichten, die uns entweder erstarren lassen oder neue Antworten auf unsere planetarische Notlage auslösen können. Elgin berichtet, dass die Antworten der Menschen auf die Frage, wie sie die Zukunft wahrnehmen, bezeichnend sind. „Viele Leute meinen: ‚Wir werden gegen die Wand fahren‘“, sagt er. „Die Menschen haben eine sehr reduzierte, verarmte und erschreckende Sicht auf unsere gemeinsame Zukunft. Als Folge davon ziehen sich viele zurück, leben in der Gegenwart und ignorieren die Zukunft. Und wenn sie sie nicht verleugnen, sind sie oft verzweifelt.“

Aus diesen Antworten ergeben sich zwei Geschichten. Die eine ist „Es wird nicht passieren“, was uns erlaubt, so weiterzuleben, wie bisher. Die andere ist: „Es wird so kommen und wir können nichts dagegen tun“, was letztendlich zum selben Ergebnis führt – Untätigkeit – und auch zu Depressionen. Obwohl der Zusammenbruch und Wiederaufbau von Zivilisationen im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder stattgefunden haen, ist die Welt jetzt ein integriertes System (geologisch und soziologisch) – also werden wir gemeinsam aufsteigen oder untergehen, je nachdem, wie wir reagieren. „Wir brauchen eine Geschichte, die uns alle in eine vielversprechendere Zukunft führt“, sagt Elgin. „Aber was kann das für eine Geschichte sein?“

Elgin argumentiert, dass die Klimakrise nicht eine solche Geschichte ist. Die Krise selbst muss kontextualisiert und in eine andre Geschichte eingebettet werden, um uns Menschen eine Möglichkeit zu geben, unsere Vorstellungskraft und Energie zu koordinieren und zusammenzuhalten. „Die Klimakrise ist grundsätzlich eine Kommunikationskrise“, sagt er. „Wir werden den Klimawandel und die damit verbundenen Krisen nicht bewältigen, wenn wir nicht beginnen, effektiver zu kommunizieren. Ich denke, aus diesem Grund ist eine Story hilfreich.“ Elgin bietet mehrere übergreifende Erzählungen, die für die Realität des Klimawandels und die anderen, ineinandergreifenden Spannungen und Krisen einen Raum halten können:

Die Menschheit wird erwachsen. Wir sind in unserer Jugend als Menschheitsfamilie. Wir sind rebellisch und rücksichtslos, unser Denken ist kurzfristig, unser Appetit groß und unser Verhalten impulsiv. Wir Erwachsenen erinnern uns alle daran, wie schwierig diese Passage in unserem eigenen Leben war – es ist eine Einweihung, die die meisten für sich selbst leisten müssen, weil unsere Kultur uns keine Anleitung gibt, damit wir diesen Übergang vom Kind zum Erwachsenen bewältigen können. Stellen Sie sich also unsere gesamte Spezies von 7,7 Milliarden Menschen vor, die versuchen, diesen Initiationsritus ohne Führung durchzuführen.

Das globale Gehirn erwacht. Mehr als drei Milliarden Menschen haben heute Zugang zum Internet, und in den nächsten Jahren werden es fünf Milliarden sein. Das gibt uns eine außergewöhnliche Kommunikationsfähigkeit. Es ist ein bemerkenswerter Zufall, dass wir, während wir uns in diesem Übergang befinden, neue Wege entwickeln, um zu kommunizieren, ein kollektives Verständnis zu entwickeln und das menschliche Bewusstsein zu teilen. Das ist neu in der Geschichte der Menschheit. Die ganze Welt wird in dieses kommunikative Netz eingewoben. Was kann passieren, wenn dieses „globale Gehirn“ bewusster und selbstbewusster wird?

Dies ist die Zeit einer planetarischen Geburt. Wie die Wehen einer Frau ist dieser Prozess schmerzhaft, erschreckend, schwierig und unberechenbar. Erstaunlicherweise wartet auf der anderen Seite dieses Schmerzes und dieser Wehen neues Leben! Was wir jetzt sehen, sind die Geburtswehen einer neuen planetarischen Zivilisation. Wie können wir diesen Geburtsvorgang begleiten? Wie können wir die Absicht im Auge behalten und in die kommende neue Lebenswelt „hineinleben“?

Aus Terry Patten, A New Republic of the heart – An Ethos for Revolutionaries, ISBN 978-1-62317-047-9

[Übersetzung: Bobby Langer]

Wie überleben wir den Kapitalismus? Mit der Global-Native-Vision!

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Vom Kapitalismus lebt vor allem das Kapital gut.

von Ursus Schwarz, Neuseeland

Der neoliberale Kapitalismus ist auch bekannt als Globale Supergigantische Mega-Maschine. Wir können beobachten, wie die Mega-Maschine unseren Planeten ziemlich schnell auffrisst. Dafür gibt es wissenschaftliche Beweise! Und wir können das ja auch selber zweifelsfrei beobachten. Das macht natürlich Angst macht, löst Depressionen aus und ist schlicht und erschütternd ein unglaublicher Wahnsinn. Deshalb droht die Gefahr der Verdrängung. Doch wir wollen es eben nicht verdrängen, sondern ganz bewusst anschauen. Wir wissen, das wir nur dann eine Chance haben, wenn wir genügend Bewusstsein und Erkenntnis da hineinbringen. Ja darin liegt sogar der größere und höhere Sinn des ganzen Wahnsinns: Dass wir nun sehr schnell bewusst werden, aufwachen und handeln. Weiterlesen

Schöne neue Welt

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Warum haben sich die meisten Sklaven auf den Baumwoll- und Tabakplantagen nicht gewehrt? Warum konnten wenige Nazischergen ein Lager mit Hunderten von Menschen kontrollieren? Warum wehren wir uns gegen ein System, von dem viele von uns wissen, dass es unsere Lebensgrundlagen zerstört, nur so lässig, wenn überhaupt??? Vor allem letzteres ist die entscheidende, vielleicht die Überlebensfrage des 21. Jahrhunderts. Peter Zettel hat eine Idee, woran das liegen könnte.

Die Würde des Menschen ist unverletzlich

Das schreibt Peter Zettel (dessen Blog ich sehr schätze). Auch bei ökoligenta spielt das Thema Würde eine große, wenn nicht gar die entscheidende Rolle. Warum? Weil Würde, wenn es sie denn überhaupt gibt, ein innewohnender Wert des Lebens ist. Er verbietet – jedenfalls in meiner Betrachtung – eine Skalierung. Man, etwas, kann nur Würde haben oder eben nicht. Inwieweit ein Kieselstein Würde innewohnt, kann ich nicht beurteilen. Darüber zu diskutieren wäre mal einen Abend wert. Auf jeden Fall aber wohnt allen Pflanzen und Tieren Würde inne. Weshalb wir uns ja auch mit dem Töten schwertun (jedenfalls könnte das ein Grund sein). Das wir beim Thema Würde bei uns selbst anfangen, wird spätestens dann klar, wenn wir uns überlegen, wo die Tötungshemmung am größten ist. Nach den Menschen sind das vor allem Tiere, die uns relativ ähnlich sind. Und je unähnlicher – Insekten zum Beispiel – desto schwerer fällt es uns. Nicht umsonst geht einem Massenmord in der Regel voraus, dass man den zu Ermordenden zunächst ihre Würde nimmt, etwa indem man ihnen tierisches Verhalten vorwirft.

Aber das ist eine andere Geschichte. Hier geht’s zu Peter Zettels Würdebeitrag.

Siehe dazu auch folgenden Satire-Beitrag.

Was kann eigentlich nicht zum Commons werden? Im Prinzip nichts.

Silke Helfrich ist „Expertin“ zum Thema Commons. „Überall“ schreibt sie, sei von ‚sharing‘ die Rede. „Menschen teilen Autos, Wohnungen, Kleidung, Haushaltsgeräte oder Musik.“ Doch habe das nicht unbedingt etwas mit einer solidarischen Haltung zu tun. „Die Commons-Bewegung nimmt auch die andere Seite in den Blick: Wie kommt in die Welt, was dann geteilt werden soll? Und wie können wir geteilte Verantwortung übernehmen für das gemeinsame Herstellen, Pflegen und Bewahren von Dingen und der Natur? Unter der oben genannten Überschrift hat sie einen interessanten Artikel „geteilt“.

Wandelwerk Umweltpsychologie

Umweltpsychologie

Wie können wir Menschen dabei unterstützen, umweltfreundlich zu handeln?
Auf diese Frage hat die Wissenschaft der Umweltpsychologie interessante Antworten gefunden. Antworten, die wir als Psycholog*innen zu Euch in die Praxis bringen wollen. Antworten, die euch in eurem Wirken für den Wandel unterstützen können.
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