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Wir brauchen eine radikale Änderung unserer Wirtschafts- und Lebensweise

Ein Zwischenruf von Bernd Winkelmann / Akademie für solidarische Ökonomie

Folgenden Zwischenruf halten wir für eine ausgezeichnete, klare und übersichtliche Zusammenfassung des Status Quo und der sich daraus ergebenen – ökoligenten – Konsequenzen:

I. Worum es geht

1. „Wenn die Alten taub sind und blind, werden die Kinder schreien und ihnen die Augen öffnen!“
(„Des Kaisers neue Kleider“, Bibel Ps. 8,3).
Genau das geschieht in dieser Zeit: Greta Thunberg hat mit ihrem Schülerstreik Fridays for Future eine
Bewegung ausgelöst, in der tausende Kinder und Jugendliche gegen eine halbherzige Umweltpolitik protestieren.
In Folge sind tausende Wissenschaftler als Scientists for Future aus ihrer Zurückhaltung ausgestiegen
und bestätigen, dass es keine lebenswerte Zukunft auf unserer Erde gibt, wenn wir nicht jetzt eine
radikale Änderung unserer Wirtschafts- und Lebensweise einleiten.(1)

2. Die gravierendsten Symptome einer drohenden ökologischen Katastrophe sind:

  • Der Klimawandel: Um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsste der weltweite CO2-
    Austoß jährlich um 6% reduziert werden. Doch er steigt jährlich um 3%. Bleibt es bei dieser Entwicklung,
    könnte die Erdtemperatur am Ende des Jahrhunderts um 3-4 Grad gestiegen sein.(2) Um das zu verhindern,
    bleibt uns für unser Handeln ein Zeitfenster von ca. 10-15 Jahren. (3)
  • Das Artensterben: Seit 1970 ging die Zahl der wildlebenden Wirbeltiere weltweit um ca. 60% Prozent
    zurück. Besonders gravierend ist das Insektensterben; der Schwund der Insektenbiomasse liegt zwischen
    40 und 80%. Damit verliert das Biosystem unserer Erde das wohl wichtigste Standbein seiner Stabilität
    und Fruchtbarkeit. Hauptverursacher ist die Chemisierung der Landwirtschaft.(4)
  • Hinzu kommt der Verlust an Wäldern, an Ackerland, an Trinkwasserressourcen und unwiederbringlichen
    Bodenschätzen, die Versauerung und Vermüllung der Meere, das weitere Bevölkerungswachstum.
    Nach Erkenntnissen der Evolutionswissenschaften hat es eine so schnelle und umfangreiche Beschädigung
    unseres Erdsystems nur bei großen Asteroideneinschlägen gegeben, zuletzt beim Aussterben der
    Dinosauriere vor 65 Mil. Jahren.

3. Hinter diesen Symptomen steht das viel umfassendere Problem: Die generelle Überlastung des Ökosystems
durch uns Menschen. Sie wird deutlich am Ökologischen Fußabdruck, der die Belastungsgrenze unseres
Erdsystems ausweist. Er liegt weltweit um etwa das 1,7-fache, in Deutschland um das 3-4-fache
über dem für unsere Erde verträglichen Maß. Diese Überlastung unseres Ökosystems kommt aus dem
entgrenzten Wachstum in der Bewirtschaftung unserer Erde. Das schafft uns in den entwickelten Industrienationen
einen nie dagewesenen Überfluss an materiellen Gütern, mit dem wir aber nicht nur das Ökosystem
empfindlich überlasten, sondern auch die Lebensmöglichkeiten unserer Kinder und Enkel berauben.
Der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Kenneth E. Boulding, USA, stellt fest: „Jeder, der glaubt,
dass exponentielles Wachstum für immer weitergehen kann in einer endlichen Welt, ist entweder ein Verrückter
oder ein Ökonom.“

4. Damit verbunden ist eine weitere Irrsinnigkeit unserer Zivilisation: die ausbeuterischen Bereicherungswirtschaft
der Mächtigen: Der Wohlstand der reichen Industrieländer ist nur zu 50-60% durch eigene
Leistung erarbeitet, ansonsten durch die Ausbeutung der Natur und anderer Völker. So ist das Vermögen
der Milliardäre im Jahr 2018 um 12% gestiegen, während das Vermögen der unteren Hälfte der Weltbevölkerung
um 11% gesunken ist. Die 26 reichsten Menschen der Welt verfügen über so viel Nettovermögen
wie die arme Hälfte der Weltbevölkerung.(5)

Deutlich ist: unser Wirtschaftssystem hat zwar nie dagewesene Reichtümer geschaffen, aber mit dieser
Bereicherung hat es in eine noch nie dagewesen Krise der menschlichen Zivilisation geführt.
Bleibt es bei dieser Entwicklung, kommt es in den nächsten Jahrzehnten mit den ökologischen Verwerfungen
auch zu schweren sozialen und politischen Verwerfungen, zu Hungeraufständen, zu Massenmigrationen,
zu Rohstoffkriegen, zu weltweiten Zusammenbrüchen (H. Lesch „Die Menschheit schafft sich ab“)

5. Immer mehr setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Ursachenfrage zur Systemfrage wird. Das heißt:
Wir können die Fehlentwicklung unsere Gesellschaft nur überwinden, wenn wir „radikal“, also von den
Wurzeln (radix), den zerstörerischen Ursachen her das vorherrschende System hinterfragen – so wie es
Greta Thunberg in Kattowitz tat. Graeme Maxton, ehemaliger Generalsekretär des Club of Rome stellt
fest: „aus dem gegenwärtigen System ist es nicht möglich, eine nachhaltige Wirtschaft zu entwickeln… Die
Zielrichtung muss systemisch verändert werden.“(6) Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber stellt
fest: „Wir müssen unsere Zivilisation neu erfinden.“(7)

Die Systemfrage stellen heißt, herausfinden, 1. was in unserer Wirtschaftsweise systemisch zu deren
Fehlentwicklungen führt, 2. was im System umgebaut werden muss, damit diese Fehlentwicklungen
überwunden werden. Die Systemfrage muss auf der mentalen und strukturellen Ebene gestellt werden.

6. Die Ursachen auf mentaler Ebene liegen in einem einseitigen materialistischen Verständnis von Leben:
gutes Leben wird mit viel Haben verwechselt (Erich Fromm): Besitzstandswahrung, immerwährendes
Wachstum und Wohlstandsmehrung, Sich-immer-mehr-leisten-können gelten als höchste Güter, obwohl
die meisten Menschen wissen, dass sie davon nicht glücklich werden, sondern Werte wie Vertrauen,
Wertschätzung, Empathie und Gemeinschaft viel wichtiger sind (Gerald Hüther).

7. Die Ursachen auf struktureller Ebene liegen in den Leitprinzipien der kapitalistischen Wirtschaftsweise:
Wirtschaft habe in erste Linie der Mehrung von Kapital in Privatverfügung zu dienen. Aus Kapital muss
mehr Kapital werden, das wieder gewinnträchtig angelegt werden muss – angefeuert vom Profitstreben
und Konkurrenzdruck. Darum muss Wirtschaft fortwährend wachsen. Im kapitalistischen Wirtschaftsprinzip
liegt somit der systemische Hauptantrieb für den Wachstumszwang unseres Wirtschaftssystems und
damit für das Überschreiten des ökologischen Fußabdrucks und die Ausbeutung der Völker.
Der Philosoph Richard David Precht stellt fest: Der „Kapitalismus“, der immer „wachsen muss“, „wird wohl
in diesem Jahrhundert die Erde weitgehend unbewohnbar machen.“(8)
Der Befreiungstheologe Leonardo Boff mahnt immer wieder: Erst wenn wir den Kapitalismus als Schlüsselursache
für unsere zivilisatorische Krise erkennen, können wir diese Krise bewältigen.(9)
Die Elite in Wissenschaft, Kultur, Religionen und Zivilgesellschaft sollten endlich den Mut haben, das
Kind beim Namen zu nennen, d.h. die kapitalistische Wirtschaftsweise als Fehlkonstruktion (Krebsschaden)
unserer Gesellschaft zu entlarven.

8. Wir brauchen tatsächlich eine „Neuerfindung unserer Zivilisation“, eine radikale Änderung unserer Zielvorstellungen,
unserer Lebensweise und ökonomischen Ordnungsstrukturen.
Ziel allen Wirtschaftens kann nicht der höchstmögliche Profit in Privatverfügung der Wenigen sein,
sondern die Erstellung nützlicher Produkte, Dienstleistungen und sinnvoller Arbeitsplätze
– dies in unbedingter Bewahrung unseres Ökosystems, in gerechter Teilhabe aller, in der Entwicklung
eines zukunftsfähigen Gemeinwesens.

9. Vor allem muss die Wachstumsökonomie in eine Gleichgewichtsökonomie transformiert werden, in der
sich unser Wirtschaften auf unter 100% der ökologischen Belastungsgrenze einpendelt. Das geht nicht
ohne eine zwischenzeitliche Schrumpfungsökonomie, eine Verringerung des Material- und Energiedurchsatzes
auf allen Gebieten.

10. Das geht nicht ohne eine Entschleunigung der wirtschaftlich-technologischen
Entwicklung. Und das geht wiederum nicht ohne Verzichte auf Bequemlichkeiten und Wohlstandsprivilegien,
die durch die Ausplünderung der Natur und durch Ausbeutung anderer Völker zustande kommen
und uns zudem innerlich verarmen lassen. Das wird an einigen Punkten wehtun, aber nur so zu einem erfüllterem
Leben befreien und Zukunft ermöglichen.

II. Was konkret geschehen muss

1. Notwendige Reformschritte im System der Sozialen Marktwirtschaft

  • Verabschiedung vom Irrglauben ständigen wirtschaftlichen Wachstums
  • Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft durchsetzen
  • Machtbegrenzung und hohe Besteuerung der Weltkonzerne; Finanztransaktionssteuer u.ä.
  • Aufgabe schädlicher Subventionen, z.B. der Kohle- und Atomindustrie, des Flugbenzins u.a.
  • Umstieg auf Kreislaufwirtschaft, Durchsetzung des Verursacherprinzips
  • Durchsetzung von konsequenten Ökosteuern, z.B. CO2-Steuer, Plastiksteuer u.ä.
  • Schnellstmöglicher Umstieg auf regenerative Energie, drastische Senkung des Energieverbrauchs
  • Umstieg und konsequente Förderung der biologischen Landwirtschaft
  • Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel
  • Entprivatisierung der Öffentlichen Güter

2. Handlungsmöglichkeiten der Einzelnen:

  • Das eigene materielle Verbrauchen von Ressourcen und Gütern so gering wie möglich halten
  • Wo möglich, gemeinsames Nutzen, reparieren statt neu kaufen und alles für sich haben wollen
  • Drastisches Reduzieren oder Vermeiden von Flugreisen
  • Umstieg auf die kleinsten PKWs, Elektroauto, Fahrrad, Bahn und öffentlichen Nahverkehr
  • Möglichst biologische Nahrungsmittel, fleischreduzierte Ernährung
  • Kritischer Einkauf von Textilien und im Ausland produzierten Gütern (Herstellung, Fairer Handel)
  • Unterstützen von Initiativen, Gruppen und Parteien, die in dieser Richtung wirken.

Merke: In alldem müssen wir nicht perfekt sein. Die Änderung der Sichtweise, die Anfänge und kleinen
Schritte sind entscheidend für eine andere Politik und zivilisatorische Wende.

3. Entwicklung einer Postkapitalistischen Ökonomie

Die Änderungen im bisherigen System und in der Lebensweise der Bürger werden allein die systemischen
Fehleinstellungen unserer Wirtschaftsweise nicht überwinden. Nötig ist vielmehr,
das Wirtschaftsprinzip ständiger Kapitalakkumulation hinter sich zu lassen und die kapitalistischen
Abschöpfungs-, Bereicherungs- und Externalisierungsmechanismen aus den Wirtschaftsabläufen herauszunehmen
und durch nachhaltige, solidarisch-kooperative Wirtschaftsstrukturen zu ersetzen.
Die wichtigsten Systemveränderungen wären in etwa:

  • eine neue Finanzordnung, Abschaffung des Kapitalzins und der spekulativen Geldgeschäfte; das Bankensystem
    als reine Dienstleistung in öffentlicher Hand, in dem keine Gewinne erzielt werden;
  • eine Eigentumsordnung, in der Eigentum zum eigenen Lebensunterhalt aber nicht mehr zur leistungslosen
    Abschöpfung fremder Leistung genutzt werden kann (z.B. Wuchermieten); in der Grund und Boden
    wieder in Gemeineigentum übergehen;
  • eine partizipatorische Unternehmensverfassung, in der ökologische, soziale und gemeinwohlorientierte
    Kennzahlen in die Bilanzrechnung der Unternehmen eingeführt und eine demokratische Teilhabe aller
    am Unternehmen Beteiligten realisiert wird;
  • ein leistungsgerechtes und solidarisches Lohnsystem, in dem die Entlohnung a l l e r nach Tarifen in
    einer Spreizung von maximal bis zu 1:10 gezahlt und Mindestlöhne gewährt werden;
  • eine neue Arbeitskultur, in der die schwindenden Arbeitsplätze durch Absenken der Regelarbeitszeit so
    geteilt werden, dass jeder Arbeitsfähige Erwerbsarbeit findet und neben der Erwerbsarbeit Eigenarbeit
    und Gemeinwohlarbeit als gleichwertig gelten und gelebt werden können.

Auf dem Weg dorthin gibt es schon heute eine Fülle von theoretischen Entwürfen, von praktizierten Modellen
und Bewegungen. Die Akademie Solidarische Ökonomie hat in ihren Büchern und Bausteinen den Entwurf
einer postkapitalistischen Ökonomie skizziert. Die Degrowth-Bewegung, die Postwachstumsgesellschaft
Jena, die Initiative Neue Ökonomie, die Gemeinwohlbewegung, die Potenzialentfaltungsakademie und viele
weitere neue kulturelle Bewegungen sind eine Fundgrube zukunftsweisender Potenziale.

Die drohende Umweltkatastrophe und die kommenden Migrationsströme geben uns nur noch eine kurze
Zeit, den Systemwechsel einzuleiten. „Wer zu spät kommt, den straft das Leben!“ (Michael Gorbatschow).

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1 Pressekonferenz der Initiative Scientists for Future https://www.scientists4future.org/presse/
2 Jürgen Tallig: https://earthattack-talligsklimablog.jmdofree.co/
3 Weltklima-Sonderbericht: https://www.de-ipcc.de/256.php
4 UN-Bericht zum Artensterben 2019; www.bund-rvos.de/artensterben; www.nabu.de/news/2017/10/23291.html;
5 Oxfam-Bericht 2019 siehe z.B. https://www.wsws.org/de/articles/2019/01/23/pers-j23.html
Auch zum Weitergeben gedacht!
6 https://www.riffreporter.de/klimasocial/schulzki-haddouti-graeme-maxton-change-klimakrise/
7 https://www.deutschlandfunk.de/klimaforscher-schellnhuber-wir-muessen-unsere-zivilisation.697.de.html
8 In „Jäger, Hirten, Kritiker“ S. 248
9 Z.B. in „Zukunft für die Mutter Erde“ 2012
10 Ulrich v. Weizsäcker in „Wir sind dran. Club of Rome: Der große Bericht…“

Manchmal habe ich den Eindruck: Je dringlicher Nachhaltigkeit wird, desto oberflächlicher und falscher wird der Begriff in Politik und Wirtschaft verwendet. Man könnte glatt auf die Idee kommen, das sei Absicht. So heißt es, Geschäftsmodelle sollten nachhaltig sein, Banker sprechen von nachhaltigen Aktiendividenden, ja sogar Zahnbürsten putzen neuerdings nachhaltig. Die vielen Nebelkerzen sind Grund genug, sich den Begriff nochmals genau anzuschauen. Im Blog „Zentrum der Nachhaltigkeit“ ist das geschehen. Wir verweisen gerne darauf.

„Unsere Forderungen müssen deutlich verschärft werden“, sagt Detlef Jahn, „wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“ Recht hat er. Drum hat er auf seinem Blog „Unruheraum.de“ – was für ein genialer Name – den Beitrag „Kühlschränke gehören verboten“ verfasst. Er beginnt so:

„Also, jetzt mal ernsthaft: Kühlschränke sind schon was Tolles.

Aber Kühlschränke sind schuld am Klimawandel.

Also zumindest mit – aber zum großen Teil.

Kühlschränke müssen verboten werden, wenn wir überleben wollen – so als Spezies. Da kann man auf individuelle Komfortbedürfnisse oder ein persönlich schwächelndes Immunsystem keine Rücksicht nehmen. Es geht schließlich ums Überleben des Homo Sapiens Sapiens als solches – da sind Einzelschicksale nicht relevant …“

Ihr merkt schon: Da redet einer Tacheles. Und das ist sozusagen Original „Extinction-Rebellion-Tonlage“ oder auch Fridays4Future. Sehr lesenswert und keineswegs polemisch. Den kompletten Artikel findet Ihr HIER.

Dass Webseiten kein CO2 produzieren, glauben wohl auch nur Leute, die meinen, der Strom kommt “einfach so” aus der Steckdose. Dass das nicht stimmt, habe ich bereits in mehreren Blogartikeln beschrieben z. B. in diesem hier. Und dass ich nachträgliche Verbesserungen bzw. komplette Relaunches nach den Kriterien CO2-Emission, Ladezeit und Onpage-SEO vornehme, hat sich auch bereits herumgesprochen. Dass ich damit aber alleine auf weiter Flur dastehe, wusste ich nicht. Weiter lesen …

Ein Basis-Interview für die Wandelbewegung!

Interview: Wem gehört die Welt? Ein Gespräch mit Vandana Shiva from Ilona Koglin on Vimeo.

Alander hat sich die Mühe gemacht, die Interviews auf unserer Seite Dokument für Dokument durchzuschauen und die Kerngedanken daraus zu destillieren. Entstanden ist dabei ein großartiges und inspirierendes Dokument des neuen Denkens. Wer auch immer an einer guten Zukunft für diese Welt arbeitet, wird sich freuen, diesen Text zu lesen: „Wer & was ist die Wandelbewegung?

Gleichzeitig seid ihr aufgefordert, selbst unsere vier Fragen zu beantworten und – mit einem Foto von euch – an info@oekoligenta.de zu schicken. Dann werden wir auch Euer Interview online stellen.

Transitiontown arbeitet an Alternativen

– Empowerment für die große Transformation?

Die Transition-Town-Bewegung versteht sich als eine BürgerInnenbewegung, die den Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft »von unten« vorantreibt. Sie setzt auf das Veränderungspotential von gemeinschaftlichem Handeln und verfolgt einen ganzheitlichen Bildungsansatz, der psychologische Aspekte des Wandels integriert. Die AutorInnen Gesa Maschakowski und Matthias Wanner geben einen Einblick in das Konzept, präsentieren erste empirische Daten zur deutschen Bewegung und diskutieren ihre Potentiale und Grenzen.

Welcher Wandel ist gemeint?

Was ist das, Wandelbewegung? Welcher Wandel ist gemeint und wohin will er sich bewegen? Fragen, die man oft hört, verwendet man den Begriff. Im Englischen ist der gemeinte Wandel geläufiger unter dem Begriff Transition, bekannt geworden durch das von Rob Hopkins 2006 in Totnes/England begonnene Engagement der Transition Town oder auf Deutsch: Stadt im Wandel. Akteure dieses Wandels nennen sich Change-maker – Wandelbeweger mit mehr als tausend Transition-Initiativen in 50 Ländern der Erde.

Im übertragenen Sinne ist der Wandel die Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling. Weiterlesen