Schlagwortarchiv für: Nachhaltigkeit

von Bobby Langer

„I want you to panic!“ Kaum ein anderer Satz von Greta Thunberg hat mehr Kritik und Widerstand ausgelöst. Mir ging es genau umgekehrt. Auf mich wirkte er wie ein Hammer, der alten Mörtel von Ziegeln klopft, inneren Mörtel, versteht sich. Sie sei eben eine Jugendliche, hieß es noch in den freundlichsten Berichten; genau umgekehrt, tönte es, müsse man auf die Klimakrise reagieren, umsichtig, mit Bedacht, erwachsen. Nein, dachte ich, das haben wir die letzten 30 Jahre getan, oder jedenfalls so getan als ob. Und jedes Mal drängten sich andere, emotionale Themen in den Vordergrund. Jeder Faschingszug, jedes Bundesligaspiel, jede Ministerpräsidentenwahl im unbedeutendsten Bundesland war und ist wichtiger, weil emotional besetzt, als die Klimakrise. Die Gesellschaft reagiert eben nicht umsichtig, mit Bedacht und erwachsen, sondern ratlos, neurotisch und kindisch. Von außen gesehen: geistesgestört. Weiterlesen

von Isabel Batista

(zu Teil 2)

Unsere Welt ist ein lebendiges System aus Zyklen, Rhythmen und Prozessen. Es unterliegt bestimmten Naturgesetzen. Doch mit unserer Art des Lebens und Wirtschaftens verstoßen wir jeden Tag aufs Neue gegen diese Naturgesetze. Das hat schwerwiegende Veränderungen auf dem Planeten Erde verursacht. Um den Prozess der Zerstörung zu stoppen, müssen wir zu Systemwandlern werden. Wir müssen die von uns geschaffenen Systeme wieder in Einklang mit den Naturgesetzen bringen. Eines dieser Systeme ist die Landwirtschaft. Weiterlesen

Anders zusammen leben

Wie wollen wir leben? Wie kommen wir miteinander klar, wie viel Platz brauchen wir, wie viel Zeug brauchen wir? Und was hat das damit zu tun, wie das mit dem Klima, mit der Natur, mit der Erde und mit uns weitergeht? Schon interessante Fragen. Immer mehr Menschen fragen sich das gerade. Einige sehen die Lösung in einem Leben in Gemeinschaft.

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50 Tipps, wie Sie einsteigen, mitmachen und helfen können

Eine Rezension von Bobby Langer

Wer sich auch nur ein bisschen mit der Klimakrise auseinandersetzt, kann angesichts der monumentalen Probleme leicht den Mut verlieren. Also schnell den Teppich anheben und das Problem drunterschieben? Mit Gerd Pfitzenmaiers Mut machendem Handbuch kann jeder ohne Umschweife zum Aktivisten werden. Man spürt, dass sich der Autor seit Jahrzehnten damit befasst, komplexe Mitweltthemen für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten.

Mut machend ist das Buch auf zweierlei Weise: Weiterlesen

Das Paradies ist der Ort, den wir gerne erreichen würden. Aber er liegt hinter uns, unerreichbar verschollen in der Vergangenheit. Erst allmählich dämmert uns, dass es nicht nur der Apfel war, weshalb wir von dort vertrieben wurden. Und je mehr wir das verstehen und verinnerlichen, desto mächtiger baut sich ein neuer Sehnsuchtsort auf, ein Ort, an dem wir sein können, ohne haben zu müssen, an dem wir nicht an Geld oder Leistung gemessen werden, an dem wir zu Hause sein und uns geborgen fühlen können; und der dennoch ein moderner Ort ist. Weiterlesen

von Elisabeth Voss

Die Bertelsmann-Stiftung führt gemeinsam mit den Vereinten Nationen ein Projekt „Sustainable Development Goals Index“ durch […] Ausgerechnet diese Konzernstiftung, die mit ihrer fast religiösen Ideologie von schlankem Staat und Privatisierungen den neoliberalen Gesellschaftsumbau befürwortet … Weiterlesen

Leo hält nichts von dem ganzen Öko-Zeugs. Aber er mag Mona, die bei Transition ist und an der Verschönerung ihrer Stadt arbeitet:

Asrid Raimann wollte wissen, was Menschen dazu bewegen könnte, ihre Stadt zu verwandeln: “Ich bin zum Schuster gegangen und habe ihn gefragt, was seiner Meinung nach passieren müsste, damit die Stadt zur Transition Town wird. (Schuster wissen immer alles.) Er meinte: ‘Nix. Da gibts nix. Die werden sich in hundert Jahren nicht ändern. Die sind einfach zu dumm.’ Weil ich das nicht glaube, hab ich einen Comic gemacht: MOSCHBERG. Und darin die Geschichte von Mona und Leo.“

Raphael Bolius arbeitet als Webdesigner bevorzugt in den Bereichen Ökologie, Soziales und Kultur, muss aber täglich erleben, welch große ökologische Belastung die „neuen Medien“ darstellen. Smartphones und Computer sind wesentlich umweltschädlicher, als die meisten Menschen denken. Durch dieses Nichtwissen sehen aber die Produzenten der Geräte und/oder Webseiten keinen Handlungsbedarf, auf sozialere oder ökologischere Produktionsarten umzusteigen. Erst wenn durch uns Konsumenten Druck aufgebaut wird, kann sich also etwas ändern. Dazu hat Ralph viel Zeit in diese ständig aktualisierte Linkliste investiert.

 

In seinem Buch “Chaos. Das neue Zeitalter der Revolutionen” bewegt Fabian Scheidler die These: Nach 500 Jahren Expansion ist die kapitalistische Megamaschine in die tiefste Krise ihrer Geschichte geraten. Wir bewegen uns in eine chaotische Übergangsphase hinein, die einige Jahrzehnte andauern kann und deren Ausgang vollkommen offen ist. Während die alten Ordnungen brüchig werden, entflammt ein Kampf darum, wer die Zukunft bestimmen wird. Er lotet Gefahren und Chancen dieser Übergangszeit aus und bietet einen Kompass für politisches Engagement in Zeiten wachsender Unübersichtlichkeit.

In diesem Zusammenhang hat er auch ein 16-Punkte-Programm für den sozial-ökologischen Umbau entworfen. Da sich in den zwei Jahren seit Erscheinen des Buches so manches geändert hat, hat er diese Grundforderungen auf den neuesten Stand gebracht. Sie beginnen so: Weiterlesen

von Peter Zettel

Und zwar gewaltig. Da ist von CO2-Steuer die Rede, „gutes Fleisch“ soll teurer werden, Abgaswerte werden eingehalten, indem man trickst – und so weiter und so fort. Und die Politik braucht eine Greta, um zu begreifen, das wir etwas in Sachen „Klimaschutz“ tun sollten. Ein SUV ist besser als ein Kleinwagen, wenn man wenig mit ihm fährt. Soll ein Politiker gesagt haben. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass er das wirklich gesagt hat.

Ich glaube es wirklich nicht, ich kann es nicht mehr glauben. Was für eine Verdrehung der Tatsachen. Als ob wir das Klima schützen müssten. Oder die Umwelt. Nein, die Umwelt – schon das Wort sagt alles – als wären wir da außerhalb – und das Klima brauchen wir nicht zu schützen. Wir sollten lieber uns vor uns selbst schützen. Denn das Klima und die Umwelt – das sind doch auch wir selber, oder etwa nicht? Weiterlesen