In diesem Beitrag wird das Geldverständnis des internationalen Finanzexperten für Geldsysteme, Bernard Lietaer, in Verbindung mit den Archetypen nach C. G. Jung betrachtet. Erfahrt mehr über das Geheimnis und die Hintergründe der Yin- und Yang-Währung.

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Dies ist die Fortsetzung einer mehrteiligen Artikelserie.

Teil 1 findest du HIER

Teil 2 findest du HIER

Teil 3 findest du HIER

Teil 4 findest du HIER

Ein bisschen Kopfzerbrechen und weiter geht’s.

von Kilian Manger

Der vorangegangene vierte Teil dieser Artikelserie machte deutlich, wie ausgesprochen positiv die vielen Reaktionen ausfielen, die mir bei meiner Tätigkeit in der Verbreitung geldreformerischer Ideen entgegengebracht wurden. Dieser fünfte Teil soll nun einen Aspekt in den Mittelpunkt stellen, den ich im Zusammenhang mit meiner geldsystemkritischen Auseinandersetzung als besonders anstrengend empfand.

Die Reaktionen anderer Menschen auf meine Mithilfe in der Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu den Fehlern in der Architektur des bestehenden Geldsystems waren stets von Aufgeschlossenheit und Interesse geprägt. Meine Hinweise auf die Reformvorschläge der Geld-Szene wurden immer wieder gut angenommen. Gemeinsam mit einem Mitstudenten konnte ich in Würzburg eine Film- und eine Diskussionsveranstaltung organisieren, zu der mehr als 20 Gäste erschienen. Die beiden Räume dafür durfte ich dank unserer katholischen Hochschulgemeinde und unserer evangelischen Studentengemeinde kostenlos nutzen. Auch an einer vom Bündnis Grundeinkommen organisierten Konferenz, der BGE-Open, durfte ich teilnehmen und traf dort wieder auf viele interessante Menschen samt ihrer Projekte und Ideen.

Eine kleine Würzburger Gruppe von Verfechtern der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens organisiert regelmäßig Aktionen in der Innenstadt, bei der Fußgänger unter Zuhilfenahme einer „Bodenzeitung“ (siehe Link unten) auf die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens aufmerksam gemacht werden. In dieser Gruppe habe ich guten Anschluss gefunden und tolle Menschen kennengelernt. So auch einen ehemaligen Mitarbeiter eines industrienahen Zeitschriftenverlags, dessen medienkritische und geldpolitische Ansichten mich später noch intensiver begleiteten. Als wir mit unserer Bodenzeitung in der Fußgängerzone standen, kam er mit einem Buch über ein alternatives Geldsystem, von dem ich zuvor schon viel Positives gehört hatte, auf uns zu und fing begeistert an, sich mit uns auszutauschen.

Mir ist es schon mehrfach aufgefallen, dass Gespräche über das sensible Thema Geld hochdynamisch sind. So sprangen wir auch in dieser Begegnung sehr schnell von einem Thema zum nächsten. Ein Gespräch voller Überlegungen, die emotional hoch aufgeladen waren. Unsere Unterhaltung führte uns zum Thema Politik, vom Meinungsaustausch über politische Parteien wechselte das Gespräch auf das Thema Migration und vom Gedankenaustausch zu derzeit weltweit stattfindenden Migrationsbewegungen gelangten wir über den Islam zum Christentum. So entfaltete sich eine angeregte, fast zweistündige Konversation über Jesus, das Christentum und den Islam. Wir tauschten unsere E-Mail-Adressen aus und als ich ihn einige Zeit später kontaktierte, um ihn über eine bevorstehende Abendveranstaltung zu informieren, schickte er mir drei Links zu verschiedenen gefilmten Interviews: „Schau dir mal diese drei Videos an. Ich habe da was in den alternativen Medien gefunden …“ Eigentlich jedes seiner Videos, aber ganz besonders die dreistündige Videoaufzeichnung eines Interviews zwischen Ken Jebsen und Bernd Senf (siehe Link unten) fand ich sehr beeindruckend. Diese Videos waren für mich der Auftakt, mich näher mit machtpolitischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung geldreformerischer Ideen zu beschäftigen.

Ein anderes Beispiel für eine interessante und prägende Begegnung mit einem faszinierenden Menschen entstand auf folgende Weise: Eine katholische Ordensschwester, die ich von einem Silvesterkurs im Kloster kenne, erzählte mir von ihrem Schwager, der genauso wie ich eine große Faszination für alternative Geldsysteme entwickelt hatte. Er sei sogar an der Gründung eines Forschungsinstituts mitbeteiligt gewesen, das sich ganz gezielt der Frage nach den unserem Geldsystem innewohnenden Problemen widmet. Manchmal sei er bis tief in die Nacht wach geblieben, wenn er noch etwas herausfinden oder austüfteln wollte.

Als ich ihn kontaktierte, um mich kurz vorzustellen und ihn darum zu bitten, etwas von seinem Wissen mit mir zu teilen, bekundete er seine Freude über mein Interesse und schickte mir eine Sammlung verschiedener Internetseiten. Er meinte, es handle sich dabei um seine favorisierten Informationsquellen, die ich gerne nutzen könne, wenn ich lernen will, wo die großen Probleme unserer Welt herkommen. Seiner E-Mail fügte er die Warnung hinzu, dass ein zu hoher Konsum der dort verbreiteten Informationen ungesund sei. Er selbst sei einmal depressiv geworden und hatte psychosomatische Gesundheitsstörungen von zu viel Erkenntnis und Problembewusstsein – aber das helfe nicht weiter, um die Welt zu ändern.

Später durfte ich diesen Menschen, ein Informatiker und Experte auf dem Gebiet der Kryptowährungen, auch persönlich kennenlernen. Er habe sich vor einiger Zeit einmal mit politischen Verschwörungstheorien auseinandergesetzt. Er habe vieles, was er damals über die heutige weltpolitische Situation zu hören bekam, für so widerwärtig gehalten, dass er es nicht glauben wollte. Also habe er damit begonnen, gründlich zu recherchieren – mit dem Ziel im Kopf, eine dieser gespenstischen Behauptungen zu falsifizieren. Blöderweise, so erzählte er mir, kam er zu dem Ergebnis, dass sein bisheriges eher naiv-optimistisches Bild von unserer heutigen weltpolitischen Situation falsch sein musste und dass manchen dieser schmerzhaften Theorien tatsächlich ein wahrer Kern innezuwohnen scheint. Diese Erkenntnis schlug sich wohl eine Zeit lang auf seine psychische Gesundheit nieder.

Das Gespräch mit ihm tat mir gut. Er ist ein begnadeter Musiker. Als er nach unserer Diskussion die Gitarre in die Hand nahm und zu singen begann, entstanden bei mir das Gefühl und der Eindruck, dass dieser Mensch mit seinem Scharfsinn und seinem politischen Wissen eine große Last auf seinen Schultern zu tragen scheint: Aus Wissen erwächst Verantwortung.

Ähnlich wie er hatte auch ich ein prägendes, wenn nicht ganz so gravierendes Erlebnis, das mir zumindest drei Tage lang Kopfzerbrechen und leichte Bauchschmerzen verursachte. Es war ein achtstündiges Gespräch bei einem Besuch bei einem Rentner, den ich über meine Begegnungen in geldsystemkritischen Kreisen kennenlernen durfte.

Eines scheint dem Thema Geldsystem innezuwohnen: Wenn man sich damit beschäftigt, stößt man wie von alleine irgendwann auf Menschen, deren sonderbare und aggressive politische Meinungen Unwohlsein verursachen. Wenn man sich mit der Architektur unseres Geldsystems und dessen historischer Entstehung ernsthaft auseinandersetzt, kommt man an machtpolitischen Überlegungen nicht vorbei. Mir scheint unser Geldsystem tatsächlich einer der dunkelsten Flecken unserer heutigen Demokratie zu sein: Den Tag hat es noch nicht gegeben, an dem sich reiche und arme Menschen an einen Tisch setzen, ehrlich über die Verteilung von Eigentum, Vermögen und Besitz diskutieren und einen Plan für ein faires Geldsystem entwerfen, von dem alle Menschen gleichermaßen profitieren – von der politischen Umsetzung ganz zu schweigen.

So waren es immer auch Einzelne mit ihren Ideen, Geschichten und Eigenarten, die mich auf meinem Weg der Beschäftigung mit dem Thema Geldsystem begleitet und motiviert haben.

Link zu meinem Projekt: https://sites.google.com/site/projektzeitschein
Bündnis Grundeinkommen: https://buendnis-grundeinkommen.de
Bodenzeitung: https://www.grundeinkommen.de/15/07/2014/aufmerksamkeit-durch-bodenzeitung.html
alternatives Geldsystem: https://gradido.net
Interviewgespräch zwischen Ken Jebsen und Bernd Senf: https://kenfm.de/bernd-senf
Buchempfehlung: „Schulden: Die ersten 5000 Jahre“ von David Graeber

von Theresia Maria Wuttke

Die Entstehung des Geldes ist fast in Vergessenheit geraten; nur ein paar Artefakte haben die Jahrtausende überdauert. Die ursprüngliche Handhabung war, eine Währung als Tauschmittel (anstatt der tatsächlichen natürlichen Güter) anzuerkennen.

In diesen frühen, sehr gerecht angelegten Geldsystemen war  eine Zinsentwicklung, wie wir sie heute kennen, nicht vorgesehen und sogar gar nicht möglich. Über die Jahrtausende hat sich das Geld zu einem, in den Ursprüngen nicht gewollten, Zins- und Zinseszinssystem gewandelt. Die Folgen sind hinreichend bekannt.

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Von Theresia Maria Wuttke, business-and-spirit® integrale Unternehmens- und Personalentwicklung

Co-Creation lautet das Gebot der Stunde, dem wir uns in der integralen Unternehmens- und Personalentwicklung verschrieben haben: Vom Ich zum Du zum Wir.
Das hat einen einfachen Grund. Noch nie war es so wesentlich, miteinander mit Empathie, Achtsamkeit und Mitgefühl unterwegs zu sein.

Veränderungen in Lichtgeschwindigkeit

Gerade erleben wir landauf, landab und global: „In dieser weltumspannenden Krise ist nichts mehr so wie es war.“ Unternehmen suchen derzeit nach neuen Ansätzen und Methoden, um Lösungen zu entwickeln, die schon im nächsten Augenblick hinfällig sein können. Dabei scheinen sich Kundenbedürfnisse in „Lichtgeschwindigkeit“ zu ändern. Diese Krise wirkt in Menschen und Unternehmen auf allen Ebenen: in Körper, Geist und Seele. Die bisher erfahrene Sicherheit über tragfähige Strategien erweist sich als trügerisch.

Wo ist der Kompass, der mir sagt, was ist mein Fundament, wo geht es lang? Zumal sich täglich die ohnehin variablen Bedingungen ständig verändern: Ob in den Marktbedingungen, den Wertschöpfungsketten, den umliegende Krisenherden, den Klimaeinflüssen, schwankenden Währungskursen, in unseren Beziehungsgeflechten oder durch neue Technologien.  All das verändert unser menschliches Miteinander und die Wirtschaft derart schnell, dass traditionelle Ansätze nicht mehr greifen.

Co-Kreation ersetzt Konkurrenz

Die Dynamik der Märkte, umfassende Globalisierungsprozesse und die Auswirkungen der Krise fordern von Unternehmen eine vollumfängliche Neuorientierung. Da steht die Haltung uns selbst und anderen gegenüber auf dem Prüfstand. Win-Win rückt in den Vordergrund, nur diesmal in viel größeren Dimensionen.

tatt Konkurrenz lautet die Einladung Co-Kreation. Neues Denken und Handeln auf der Grundlage von Kern-Werten, die verbindlich umgesetzt werden, sind gefragt. Die Kompassnadel zeigt in Richtung Neuorientierung und Neuausrichtung zum Wohle aller. Nichts ist mehr so wie es war. Hierin liegt die Chance der Transformation zu etwas Größerem:

Von der persönlichen Größe zur Führungsgröße zur Unternehmensgröße.

Dabei ist die wahre Größe gemeint, die in jedem Menschen anwesende Größe. Alles ist miteinander verbunden, das ließ uns Max Planck schon im Jahr 1944 wissen, als er in Florenz vom gemeinsamen Quantenfeld, dem alles was ist, sprach, das alles miteinander verbindet.

Wie der Mensch ist ein Unternehmen eine Ganzheit.

Vor diesem Hintergrund verstehen wir ein Unternehmen als ein lebendiges, offenes System, das zwischen den verschiedenen Prozessen interagiert. Es bedarf einer klaren Unternehmensarchitektur, die neben dem betriebswirtschaftlichen Ansatz das Verstehen menschlicher Entwicklung ebenso im Blick hat. Deshalb nutzen wir die integrierende Kraft des Systemansatzes im Spannungsfeld von Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

„Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man SELBST zu sein“ Soren Kierkegaard

Das gilt für Mensch und Unternehmen gleichermaßen. Vom Wesens-Kern zum Unternehmens-Kern.

In jedem von uns sind die vier Grundbedürfnisse „Leben, Entfaltung, Zugehörigkeit und das Bedürfnis nach Sinn“ als treibende Kräfte angelegt, die von und durch uns selbst erfahren und erfüllt werden wollen. Was so einfach klingt ist GRUND-legend. Es gilt, dem Ruf zu folgen (Be-rufung), was in uns „hineingelegt worden ist“ und in uns „tönt“. Wir alle sind Samen, die sich zu dem entwickeln können, was unser in uns „hineingelegtes“ Potenzial ist. Etwas anderes ist nicht möglich. Denn die evolutive Kraft des Lebens will sich entfalten, will sich ausdrücken und in Form bringen. Hierzu dienen der Entwicklungsbaum und der Unternehmensbaum als Metapher, die wir als Graphik hinterlegt haben.

Doch diese Kraft braucht eine klare, natürliche Struktur, sprich eine Unternehmensarchitektur, um auf festem Boden zu stehen. Es gilt, die weichen Faktoren – den „Spirit“ – mit der Struktur (der Form / harte Faktoren) zu verbinden. Führung und Management sind zwei Seiten einer Medaille: Das Individuelle des Einzelnen verbunden mit dem Gesamten des Unternehmens. Alles findet in dieser Ordnung seinen Platz. Vom Wesens-Kern zum Unternehmens-Kern, so lauten die ersten Schritte, wenn ein Unternehmen sich öffnet, dem Spirit Raum zu geben. Hier geht es nicht nur um neue „Methoden“, sondern um die Haltung, das Schöpfungsprinzip und seine Art zu erschaffen, wahrzunehmen und in der Natur zu entdecken, was organisches Wachstum bedeutet.

Der Dreiklang „vom Kern zur Pflanze zur Frucht“, um wieder neu zu beginnen, findet sich auch in der integralen Unternehmensentwicklung wieder.

Das schaut dann so aus:

Der Kern des Unternehmens ist seine klar umrissene Unternehmensphilosophie und Mission, die es zu bewahren gilt. Sie wird von menschlichen Grundwerten getragen und geht weit über den materiellen Gewinn hinaus.

Wir gestalten den sozial-ökologischen Wandel als Mit-Schöpfer des Prinzips allen Lebens und schaffen Raum für die Entfaltung des integralen Bewusstseins in Unternehmen mit all seinen mitwirkenden Menschen. Wir gehen von der Ganzheit des Menschen aus: Der Einheit von Körper, Geist und Seele. Ganzheit muss nicht werden, Ganzheit ist.

In diesem Prozess liegt das tragende Fundament des Unternehmens in seinen Kern-Werten, die Basis auf dem es steht und in denen es unverrückbar verankert ist. Die Kern-Werte jedes Einzelnen sorgen im Unternehmen dafür, dass ein lebendiger Geist (Spirit) dieses Unternehmen nährt und für eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Mensch und Unternehmen sorgt.

Es entsteht eine enorme innere Kraft, wenn sich die Unternehmensenergie klar nach dem Spirit ausrichtet und in allen Mitarbeitern/innen ein Bewusstsein dafür entsteht, wie sich ihr Leben entwickelt: Von innen nach außen und von außen nach innen. Vom Kleinen zum Großen.

„Den Kern bewahren, die Weiterentwicklung fördern.“

Wenn wir uns entscheiden, der Ordnung, die allem Leben innewohnt, also dem Schöpfungsprinzip, zu vertrauen, zeigt sich uns die Architektur unserer selbst und die eines integralen Unternehmens.

Vom Ich zum Du, vom Du zum Wir: Gemeinsam mit anderen Unternehmern und deren Mitarbeitern kreieren wir neue Formen der Zusammenarbeit: ein Business von Co-Creation und Selfempowerment. Der Schlüssel liegt in der Hin-Gabe an das Große, das Unnennbare, getragen von gegenseitiger Wertschätzung, Vertrauen, Unterstützung und Liebe.

Es ist eine Einladung an uns, sich als Teil des Ganzen zu verstehen und durch die gelenkte Absicht, Wort und Handlung bewusst Mitschöpfer einer Zivilisation der Liebe zu sein.