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In diesem Beitrag wird das Geldverständnis des internationalen Finanzexperten für Geldsysteme, Bernard Lietaer, in Verbindung mit den Archetypen nach C. G. Jung betrachtet. Erfahrt mehr über das Geheimnis und die Hintergründe der Yin- und Yang-Währung.

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Dies ist die Fortsetzung einer mehrteiligen Artikelserie.

Teil 1 findest du HIER

Teil 2 findest du HIER

Teil 3 findest du HIER

Teil 4 findest du HIER

Ein bisschen Kopfzerbrechen und weiter geht’s.

von Kilian Manger

Der vorangegangene vierte Teil dieser Artikelserie machte deutlich, wie ausgesprochen positiv die vielen Reaktionen ausfielen, die mir bei meiner Tätigkeit in der Verbreitung geldreformerischer Ideen entgegengebracht wurden. Dieser fünfte Teil soll nun einen Aspekt in den Mittelpunkt stellen, den ich im Zusammenhang mit meiner geldsystemkritischen Auseinandersetzung als besonders anstrengend empfand.

Die Reaktionen anderer Menschen auf meine Mithilfe in der Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu den Fehlern in der Architektur des bestehenden Geldsystems waren stets von Aufgeschlossenheit und Interesse geprägt. Meine Hinweise auf die Reformvorschläge der Geld-Szene wurden immer wieder gut angenommen. Gemeinsam mit einem Mitstudenten konnte ich in Würzburg eine Film- und eine Diskussionsveranstaltung organisieren, zu der mehr als 20 Gäste erschienen. Die beiden Räume dafür durfte ich dank unserer katholischen Hochschulgemeinde und unserer evangelischen Studentengemeinde kostenlos nutzen. Auch an einer vom Bündnis Grundeinkommen organisierten Konferenz, der BGE-Open, durfte ich teilnehmen und traf dort wieder auf viele interessante Menschen samt ihrer Projekte und Ideen.

Eine kleine Würzburger Gruppe von Verfechtern der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens organisiert regelmäßig Aktionen in der Innenstadt, bei der Fußgänger unter Zuhilfenahme einer „Bodenzeitung“ (siehe Link unten) auf die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens aufmerksam gemacht werden. In dieser Gruppe habe ich guten Anschluss gefunden und tolle Menschen kennengelernt. So auch einen ehemaligen Mitarbeiter eines industrienahen Zeitschriftenverlags, dessen medienkritische und geldpolitische Ansichten mich später noch intensiver begleiteten. Als wir mit unserer Bodenzeitung in der Fußgängerzone standen, kam er mit einem Buch über ein alternatives Geldsystem, von dem ich zuvor schon viel Positives gehört hatte, auf uns zu und fing begeistert an, sich mit uns auszutauschen.

Mir ist es schon mehrfach aufgefallen, dass Gespräche über das sensible Thema Geld hochdynamisch sind. So sprangen wir auch in dieser Begegnung sehr schnell von einem Thema zum nächsten. Ein Gespräch voller Überlegungen, die emotional hoch aufgeladen waren. Unsere Unterhaltung führte uns zum Thema Politik, vom Meinungsaustausch über politische Parteien wechselte das Gespräch auf das Thema Migration und vom Gedankenaustausch zu derzeit weltweit stattfindenden Migrationsbewegungen gelangten wir über den Islam zum Christentum. So entfaltete sich eine angeregte, fast zweistündige Konversation über Jesus, das Christentum und den Islam. Wir tauschten unsere E-Mail-Adressen aus und als ich ihn einige Zeit später kontaktierte, um ihn über eine bevorstehende Abendveranstaltung zu informieren, schickte er mir drei Links zu verschiedenen gefilmten Interviews: „Schau dir mal diese drei Videos an. Ich habe da was in den alternativen Medien gefunden …“ Eigentlich jedes seiner Videos, aber ganz besonders die dreistündige Videoaufzeichnung eines Interviews zwischen Ken Jebsen und Bernd Senf (siehe Link unten) fand ich sehr beeindruckend. Diese Videos waren für mich der Auftakt, mich näher mit machtpolitischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung geldreformerischer Ideen zu beschäftigen.

Ein anderes Beispiel für eine interessante und prägende Begegnung mit einem faszinierenden Menschen entstand auf folgende Weise: Eine katholische Ordensschwester, die ich von einem Silvesterkurs im Kloster kenne, erzählte mir von ihrem Schwager, der genauso wie ich eine große Faszination für alternative Geldsysteme entwickelt hatte. Er sei sogar an der Gründung eines Forschungsinstituts mitbeteiligt gewesen, das sich ganz gezielt der Frage nach den unserem Geldsystem innewohnenden Problemen widmet. Manchmal sei er bis tief in die Nacht wach geblieben, wenn er noch etwas herausfinden oder austüfteln wollte.

Als ich ihn kontaktierte, um mich kurz vorzustellen und ihn darum zu bitten, etwas von seinem Wissen mit mir zu teilen, bekundete er seine Freude über mein Interesse und schickte mir eine Sammlung verschiedener Internetseiten. Er meinte, es handle sich dabei um seine favorisierten Informationsquellen, die ich gerne nutzen könne, wenn ich lernen will, wo die großen Probleme unserer Welt herkommen. Seiner E-Mail fügte er die Warnung hinzu, dass ein zu hoher Konsum der dort verbreiteten Informationen ungesund sei. Er selbst sei einmal depressiv geworden und hatte psychosomatische Gesundheitsstörungen von zu viel Erkenntnis und Problembewusstsein – aber das helfe nicht weiter, um die Welt zu ändern.

Später durfte ich diesen Menschen, ein Informatiker und Experte auf dem Gebiet der Kryptowährungen, auch persönlich kennenlernen. Er habe sich vor einiger Zeit einmal mit politischen Verschwörungstheorien auseinandergesetzt. Er habe vieles, was er damals über die heutige weltpolitische Situation zu hören bekam, für so widerwärtig gehalten, dass er es nicht glauben wollte. Also habe er damit begonnen, gründlich zu recherchieren – mit dem Ziel im Kopf, eine dieser gespenstischen Behauptungen zu falsifizieren. Blöderweise, so erzählte er mir, kam er zu dem Ergebnis, dass sein bisheriges eher naiv-optimistisches Bild von unserer heutigen weltpolitischen Situation falsch sein musste und dass manchen dieser schmerzhaften Theorien tatsächlich ein wahrer Kern innezuwohnen scheint. Diese Erkenntnis schlug sich wohl eine Zeit lang auf seine psychische Gesundheit nieder.

Das Gespräch mit ihm tat mir gut. Er ist ein begnadeter Musiker. Als er nach unserer Diskussion die Gitarre in die Hand nahm und zu singen begann, entstanden bei mir das Gefühl und der Eindruck, dass dieser Mensch mit seinem Scharfsinn und seinem politischen Wissen eine große Last auf seinen Schultern zu tragen scheint: Aus Wissen erwächst Verantwortung.

Ähnlich wie er hatte auch ich ein prägendes, wenn nicht ganz so gravierendes Erlebnis, das mir zumindest drei Tage lang Kopfzerbrechen und leichte Bauchschmerzen verursachte. Es war ein achtstündiges Gespräch bei einem Besuch bei einem Rentner, den ich über meine Begegnungen in geldsystemkritischen Kreisen kennenlernen durfte.

Eines scheint dem Thema Geldsystem innezuwohnen: Wenn man sich damit beschäftigt, stößt man wie von alleine irgendwann auf Menschen, deren sonderbare und aggressive politische Meinungen Unwohlsein verursachen. Wenn man sich mit der Architektur unseres Geldsystems und dessen historischer Entstehung ernsthaft auseinandersetzt, kommt man an machtpolitischen Überlegungen nicht vorbei. Mir scheint unser Geldsystem tatsächlich einer der dunkelsten Flecken unserer heutigen Demokratie zu sein: Den Tag hat es noch nicht gegeben, an dem sich reiche und arme Menschen an einen Tisch setzen, ehrlich über die Verteilung von Eigentum, Vermögen und Besitz diskutieren und einen Plan für ein faires Geldsystem entwerfen, von dem alle Menschen gleichermaßen profitieren – von der politischen Umsetzung ganz zu schweigen.

So waren es immer auch Einzelne mit ihren Ideen, Geschichten und Eigenarten, die mich auf meinem Weg der Beschäftigung mit dem Thema Geldsystem begleitet und motiviert haben.

Link zu meinem Projekt: https://sites.google.com/site/projektzeitschein
Bündnis Grundeinkommen: https://buendnis-grundeinkommen.de
Bodenzeitung: https://www.grundeinkommen.de/15/07/2014/aufmerksamkeit-durch-bodenzeitung.html
alternatives Geldsystem: https://gradido.net
Interviewgespräch zwischen Ken Jebsen und Bernd Senf: https://kenfm.de/bernd-senf
Buchempfehlung: „Schulden: Die ersten 5000 Jahre“ von David Graeber

von Theresia Maria Wuttke

Die Entstehung des Geldes ist fast in Vergessenheit geraten; nur ein paar Artefakte haben die Jahrtausende überdauert. Die ursprüngliche Handhabung war, eine Währung als Tauschmittel (anstatt der tatsächlichen natürlichen Güter) anzuerkennen.

In diesen frühen, sehr gerecht angelegten Geldsystemen war  eine Zinsentwicklung, wie wir sie heute kennen, nicht vorgesehen und sogar gar nicht möglich. Über die Jahrtausende hat sich das Geld zu einem, in den Ursprüngen nicht gewollten, Zins- und Zinseszinssystem gewandelt. Die Folgen sind hinreichend bekannt.

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Von Theresia Maria Wuttke, business-and-spirit® integrale Unternehmens- und Personalentwicklung

Co-Creation lautet das Gebot der Stunde, dem wir uns in der integralen Unternehmens- und Personalentwicklung verschrieben haben: Vom Ich zum Du zum Wir.
Das hat einen einfachen Grund. Noch nie war es so wesentlich, miteinander mit Empathie, Achtsamkeit und Mitgefühl unterwegs zu sein.

Veränderungen in Lichtgeschwindigkeit

Gerade erleben wir landauf, landab und global: „In dieser weltumspannenden Krise ist nichts mehr so wie es war.“ Unternehmen suchen derzeit nach neuen Ansätzen und Methoden, um Lösungen zu entwickeln, die schon im nächsten Augenblick hinfällig sein können. Dabei scheinen sich Kundenbedürfnisse in „Lichtgeschwindigkeit“ zu ändern. Diese Krise wirkt in Menschen und Unternehmen auf allen Ebenen: in Körper, Geist und Seele. Die bisher erfahrene Sicherheit über tragfähige Strategien erweist sich als trügerisch.

Wo ist der Kompass, der mir sagt, was ist mein Fundament, wo geht es lang? Zumal sich täglich die ohnehin variablen Bedingungen ständig verändern: Ob in den Marktbedingungen, den Wertschöpfungsketten, den umliegende Krisenherden, den Klimaeinflüssen, schwankenden Währungskursen, in unseren Beziehungsgeflechten oder durch neue Technologien.  All das verändert unser menschliches Miteinander und die Wirtschaft derart schnell, dass traditionelle Ansätze nicht mehr greifen.

Co-Kreation ersetzt Konkurrenz

Die Dynamik der Märkte, umfassende Globalisierungsprozesse und die Auswirkungen der Krise fordern von Unternehmen eine vollumfängliche Neuorientierung. Da steht die Haltung uns selbst und anderen gegenüber auf dem Prüfstand. Win-Win rückt in den Vordergrund, nur diesmal in viel größeren Dimensionen.

tatt Konkurrenz lautet die Einladung Co-Kreation. Neues Denken und Handeln auf der Grundlage von Kern-Werten, die verbindlich umgesetzt werden, sind gefragt. Die Kompassnadel zeigt in Richtung Neuorientierung und Neuausrichtung zum Wohle aller. Nichts ist mehr so wie es war. Hierin liegt die Chance der Transformation zu etwas Größerem:

Von der persönlichen Größe zur Führungsgröße zur Unternehmensgröße.

Dabei ist die wahre Größe gemeint, die in jedem Menschen anwesende Größe. Alles ist miteinander verbunden, das ließ uns Max Planck schon im Jahr 1944 wissen, als er in Florenz vom gemeinsamen Quantenfeld, dem alles was ist, sprach, das alles miteinander verbindet.

Wie der Mensch ist ein Unternehmen eine Ganzheit.

Vor diesem Hintergrund verstehen wir ein Unternehmen als ein lebendiges, offenes System, das zwischen den verschiedenen Prozessen interagiert. Es bedarf einer klaren Unternehmensarchitektur, die neben dem betriebswirtschaftlichen Ansatz das Verstehen menschlicher Entwicklung ebenso im Blick hat. Deshalb nutzen wir die integrierende Kraft des Systemansatzes im Spannungsfeld von Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

„Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man SELBST zu sein“ Soren Kierkegaard

Das gilt für Mensch und Unternehmen gleichermaßen. Vom Wesens-Kern zum Unternehmens-Kern.

In jedem von uns sind die vier Grundbedürfnisse „Leben, Entfaltung, Zugehörigkeit und das Bedürfnis nach Sinn“ als treibende Kräfte angelegt, die von und durch uns selbst erfahren und erfüllt werden wollen. Was so einfach klingt ist GRUND-legend. Es gilt, dem Ruf zu folgen (Be-rufung), was in uns „hineingelegt worden ist“ und in uns „tönt“. Wir alle sind Samen, die sich zu dem entwickeln können, was unser in uns „hineingelegtes“ Potenzial ist. Etwas anderes ist nicht möglich. Denn die evolutive Kraft des Lebens will sich entfalten, will sich ausdrücken und in Form bringen. Hierzu dienen der Entwicklungsbaum und der Unternehmensbaum als Metapher, die wir als Graphik hinterlegt haben.

Doch diese Kraft braucht eine klare, natürliche Struktur, sprich eine Unternehmensarchitektur, um auf festem Boden zu stehen. Es gilt, die weichen Faktoren – den „Spirit“ – mit der Struktur (der Form / harte Faktoren) zu verbinden. Führung und Management sind zwei Seiten einer Medaille: Das Individuelle des Einzelnen verbunden mit dem Gesamten des Unternehmens. Alles findet in dieser Ordnung seinen Platz. Vom Wesens-Kern zum Unternehmens-Kern, so lauten die ersten Schritte, wenn ein Unternehmen sich öffnet, dem Spirit Raum zu geben. Hier geht es nicht nur um neue „Methoden“, sondern um die Haltung, das Schöpfungsprinzip und seine Art zu erschaffen, wahrzunehmen und in der Natur zu entdecken, was organisches Wachstum bedeutet.

Der Dreiklang „vom Kern zur Pflanze zur Frucht“, um wieder neu zu beginnen, findet sich auch in der integralen Unternehmensentwicklung wieder.

Das schaut dann so aus:

Der Kern des Unternehmens ist seine klar umrissene Unternehmensphilosophie und Mission, die es zu bewahren gilt. Sie wird von menschlichen Grundwerten getragen und geht weit über den materiellen Gewinn hinaus.

Wir gestalten den sozial-ökologischen Wandel als Mit-Schöpfer des Prinzips allen Lebens und schaffen Raum für die Entfaltung des integralen Bewusstseins in Unternehmen mit all seinen mitwirkenden Menschen. Wir gehen von der Ganzheit des Menschen aus: Der Einheit von Körper, Geist und Seele. Ganzheit muss nicht werden, Ganzheit ist.

In diesem Prozess liegt das tragende Fundament des Unternehmens in seinen Kern-Werten, die Basis auf dem es steht und in denen es unverrückbar verankert ist. Die Kern-Werte jedes Einzelnen sorgen im Unternehmen dafür, dass ein lebendiger Geist (Spirit) dieses Unternehmen nährt und für eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Mensch und Unternehmen sorgt.

Es entsteht eine enorme innere Kraft, wenn sich die Unternehmensenergie klar nach dem Spirit ausrichtet und in allen Mitarbeitern/innen ein Bewusstsein dafür entsteht, wie sich ihr Leben entwickelt: Von innen nach außen und von außen nach innen. Vom Kleinen zum Großen.

„Den Kern bewahren, die Weiterentwicklung fördern.“

Wenn wir uns entscheiden, der Ordnung, die allem Leben innewohnt, also dem Schöpfungsprinzip, zu vertrauen, zeigt sich uns die Architektur unserer selbst und die eines integralen Unternehmens.

Vom Ich zum Du, vom Du zum Wir: Gemeinsam mit anderen Unternehmern und deren Mitarbeitern kreieren wir neue Formen der Zusammenarbeit: ein Business von Co-Creation und Selfempowerment. Der Schlüssel liegt in der Hin-Gabe an das Große, das Unnennbare, getragen von gegenseitiger Wertschätzung, Vertrauen, Unterstützung und Liebe.

Es ist eine Einladung an uns, sich als Teil des Ganzen zu verstehen und durch die gelenkte Absicht, Wort und Handlung bewusst Mitschöpfer einer Zivilisation der Liebe zu sein.

Dies ist die Fortsetzung einer mehrteiligen Artikelserie.

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Es kann losgehen. Eine philosophische und praktisch-konkrete Auseinandersetzung im Dialog mit anderen Menschen.

von Kilian Manger

In den drei vorangegangenen Artikeln habe ich die Grundgedanken und die Motivation hinter meinem Bildungs- und Vernetzungsprojekt beschrieben. Weiter geht es nun mit einer Beschreibung, wie ich ganz konkret in den letzten beiden Jahren damit begonnen habe, in der Art eines Netzwerkers oder Multiplikators andere Menschen auf geldsystemkritisches und geldreformerisches Gedankengut aufmerksam zu machen. Wie ist also mein bisheriger Weg in die „Geld-Szene“ verlaufen?

Eine eigene Internetseite anzulegen, um dort Texte bereitzustellen, ist heute sehr leicht und kostenlos möglich. Außerdem hatte ich damit bereits Erfahrung. Dieser erste technische Schritt beim Veröffentlichen meiner Ideen gelang mir ohne Mühe. Über mein vergangenes Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit wusste ich bereits von der Impressumspflicht, die es beim Anlegen einer Website zu berücksichtigen gilt. Auch einen Disclaimer konnte ich meinem Internetauftritt hinzufügen. Übrig blieb da noch die Frage nach einer eventuellen Lizenz für meine veröffentlichte Ideensammlung. Von Creative Commons hatte ich bereits gehört. Ich wählte die „CC0-Lizenz“: Jeder darf meinen Text kopieren, verändern und ergänzen, wie er will. Genau das passt für mich. Ich will mit meinem Text ja anderen Menschen dabei helfen, mehr über das Thema Geld zu sprechen und zu schreiben. Da erlaube ich ihnen natürlich, dass sie alle meine Überlegungen uneingeschränkt verwenden dürfen. Meinetwegen auch kommerziell.

Meine Erfahrungen im Gespräch mit anderen Menschen über mein Projekt lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Leute reagieren emotional auf das Thema Geld. Jeder hat was dazu zu sagen. Ein schönes Erlebnis für mich waren die Reaktionen anderer Kinobesucher auf einen von mir eingebrachten Redebeitrag an einer von attac Würzburg organisierten Diskussionsrunde nach einer Vorführung des Films „System Error“. Ich hatte den Diskussionsteilnehmern erzählt, dass ich an einer Ideensammlung schreibe und an ihren Rückmeldungen interessiert bin. Am gleichen Abend bekam ich von mehr als fünf Menschen ihre E-Mail-Adresse. Eine der Frauen, die ich auf diese Weise kennengelernt habe, las daraufhin meine komplette damals 24-seitige Ausarbeitung, lud mich auf einen Tee ein, zeigte mir die Gemüsegärtnerei, in der sie arbeitet und gab mir sehr wertvolle Verbesserungsvorschläge für meinen Text mit auf den Weg.

Ich denke, der Ernst des Themas ist den meisten Menschen spontan bewusst. Auch wer sich noch nicht großartig mit der Thematik auseinandergesetzt hat, trägt dieses intuitive Gefühl in sich, dass irgendetwas mit dem Geld in unserer Welt nicht stimmt. Oftmals stehen auch prägende Lebenserfahrungen, festgefahrene Überzeugungen und/oder starre Weltbilder in direktem Zusammenhang mit Geld. Die Gespräche über unser Geldsystem waren oftmals ein echter Informationsaustausch. Ich durfte nicht nur erzählen. Ich konnte auch viel lernen.

So erfuhr ich über den Freiraum Würzburg, ein nichtkommerzielles Begegnungszentrum in unserer Innenstadt, von der regionalen Zeitbank, einem Tauschring, dessen Funktionsweise sich nicht wirklich stark von dem unterscheidet, was ich zuvor als eigene Erfindung betrachtet und als „vertrauensbasiertes Geldsystem“ bezeichnet hatte. Auch der Begriff der Schenkökonomie wurde an mich herangetragen und entfachte große Begeisterung in mir.

An einem Vortrag über die Postwachstumsökonomie und das Würzburger Zukunftshaus lernte ich einen jungen Softwareentwickler kennen, der in der deutschsprachigen Geld-Szene gut vernetzt ist und vom Thema Geldsystem vermutlich mehr Ahnung hat als jede andere Person, die mir bisher über den Weg gelaufen ist. Er nahm sich viel Zeit für mich, traf sich mehr als einmal zum Spazierengehen mit mir und machte mich auf Überlegungen aufmerksam, die ich bisher noch nicht angerührt oder zu Ende gedacht hatte.

Auf einer Druckkostenlesung einer von Studenten neu gegründeten kollektiven Literaturzeitschrift bekam ich sogar mehrfach die Möglichkeit, einige meiner Gedanken einem breiten Publikum vorzustellen. Ich scheute mich auch nicht, komplett fremde Menschen auf mein Projekt anzusprechen. Einmal wendete ich mich per E-Mail an einen Professor und Buchautor, dessen Meinungen mir gut gefallen. Von ihm bekam ich die Antwort, dass an unserer Würzburger Universität ein „Forschungsprojekt zur Demokratisierung von Geld und Kredit“ begonnen hat. Dort konnte ich dann an einem Seminar teilnehmen, bei dem ich auf weitere interessante und hilfsbereite Menschen stieß. Ich glaube, unter den Menschen, die sich einmal intensiv mit unserem Geldsystem befassen, gibt es viele, bei denen daraus eine große Begeisterung für tatkräftiges Engagement erwächst. Die Weltverbesserungsmentalität und die höchst konstruktiven Gedanken aus der Geldreformbewegung schwappen sehr leicht auf neue Menschen über.

Zum Abschluss unseres Seminars wurde an diesem Lehrstuhl unserer Universität eine Podiumsdiskussion zur „Finanzierung der Zukunft“ organisiert, an der zwei relativ bekannte Professoren zum Streitgespräch eingeladen waren. Für mich war das eine gute Gelegenheit, andere Menschen auf das Thema aufmerksam zu machen. Ich fragte in ein paar Geschäften nach, ob ich dort ein Werbeplakat aufhängen dürfte und war erstaunt über die vielen freundlichen und aufgeschlossenen Reaktionen. Schlussendlich lief ich ein paar Tage lang durch die Stadt, weil mir in meiner Begeisterung immer wieder noch ein Laden mehr eingefallen war, bei dem ich noch nachfragen könnte. Insgesamt waren es wohl über 40 Plakate, die ich so an unterschiedlichen Orten aufhängen konnte.

Tatsächlich scheint das Thema „Geldsystem“ meinem Empfinden nach ganz nah am Puls der Zeit zu liegen. Mit wem auch immer ich in den letzten beiden Jahren darüber gesprochen habe, Interesse und Verständnis begegneten mir fast überall. Bei all der Begeisterung und all der Aufgeschlossenheit meiner GesprächspartnerInnen waren doch manche der so entstandenen Diskussionen für mich emotional nicht leicht zu verdauen. Mehr dazu im nächsten Artikel.

Link zu meinem Projekt: https://sites.google.com/site/projektzeitschein
attac: https://www.attac-netzwerk.de/index.php?id=77263
Freiraum Würzburg: https://freiraumwuerzburg.wordpress.com/freiraum-wuerzburg/
Beispiel einer Zeitbank: http://www.spes.de/index.php?id=191
Schenkökonomie: http://www.schenkökonomie.org/buch/
Postwachstumsökonomie: http://www.postwachstumsoekonomie.de/netzwerk
Zukunftshaus: http://www.zukunftshaus-wuerzburg.de/
eine Komplementärwährung im Entstehen: http://credere.eu/
Kollektive Literaturzeitschrift Würzburg: https://literatur-wuerzburg.de/texte/
Forschungsprojekt: https://www.fordemocracy.de/projekte/projekt-03/

Anstelle eines Kommentars:

Eine Artikelserie über das Weltfinanzsystem, die Geldreformbewegung und das persönliche Projekt eines Lehramtsstudenten aus Würzburg.

Dies ist der erste Teil der Serie.

Teil 2 findest du HIER

Teil 3 findest du HIER

Teil 4 findest du HIER

Teil 5 findest du HIER

von Kilian Manger

Hallo und herzlich willkommen in meiner Artikelserie über das “Projekt Zeitschein”. Wer ich bin? Kilian Manger, Jahrgang 1992, ein Student in Würzburg, der davon träumt, durch sein selbstinitiiertes Bildungs- und Vernetzungsprojekt einen Beitrag zur Reform des Weltfinanzsystems zu leisten.

Ich habe in meiner Freizeit damit begonnen, eine Ideensammlung zu schreiben und im Internet zu veröffentlichen, in der ich von meinem Plan erzähle, durch den Aufbau alternativer Geldsysteme die Welt zu verändern und eine Kultur des Schenkens entstehen zu lassen. Es geht um Weiterlesen

von Elisabeth Voss

Die Bertelsmann-Stiftung führt gemeinsam mit den Vereinten Nationen ein Projekt „Sustainable Development Goals Index“ durch […] Ausgerechnet diese Konzernstiftung, die mit ihrer fast religiösen Ideologie von schlankem Staat und Privatisierungen den neoliberalen Gesellschaftsumbau befürwortet … Weiterlesen

Seit ich weiß, dass es Prostitution gibt, frage ich mich, weshalb es so anrüchtig ist, einen winzigen Teil seines Körpers zu verkaufen, aber völlig akzeptabel, dass man seinen Körper oder Geist vollständig verkauft. Wir alle, die wir als Arbeiter, Angestellte, Beamte oder Selbständige arbeiten, verkaufen uns, und meistens sogar unter Wert.

Wir prostituieren uns

Letzteres ist ein eigenes Thema, das im linken Spektrum rauf und runter diskutiert wurde und wird. Worum es mir hier geht, ist die Tatsache, dass wir uns ganz unhinterfragt, ganz selbstverständlich verkaufen; so dass uns die eigene Verkäuflichkeit so normal vorkommt wie die Jahreszeiten. Doch indem wir uns verkaufen, verbrüdern uns mit den Käufern, begeben uns auf die gleiche Ebene mit ihnen und streiten nur darum, ob wir mehr oder weniger wert sind. Mit anderen Worten: Wir prostituieren uns in einer Tour. Und wir bringen unseren Söhnen und Töchtern von klein auf bei, Weiterlesen

Dieses 12-Minuten-Video erklärt knapp und klar, warum so viele Prozesse in der westlichen Welt so laufen, wie sie eben laufen.
Und dass der Planet in diesen Prozessen gar nicht vorkommt.