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Alles Leben, so befand der Philosoph Karl Popper, ist Problemlösen. Das Problem mit einigen heutigen Problemen ist, dass es für sie keine einfache Definition und keine einfache Lösung gibt. Zu diesen tückischen Problemen gehört auch das Klimaproblem.
Das las ich in dem Artikel „Im Zeitalter der tückischen Probleme“. Interessant, nur was ist denn jetzt das eigentliche Problem?
Der Autor schreibt ganz zu Recht, dass die Antworten auf das jeweilige Thema je nach Prioritätensetzung ganz anders aussehen. Und er schreibt weiter: „Das heisst, so etwas wie «das» Klimaproblem existiert gar nicht. Und genau in diesem Sinn ist es tückisch.“
Erinnert mich fatal an die Medizin: Wir nehmen meist nur die Symptome wahr, deshalb ist auch die medizinische Lösung meist nur Symptombekämpfung. Nur: Was ist überhaupt die Ursache vieler unserer Probleme, mit denen wir aktuell zu kämpfen haben?
Angenommen, ich denke „unstimmig“. Ich nehme beispielsweise etwas als „real“ an, was es aber nicht ist, einfach weil es nicht real, sondern „nur“ bedingt ist. Dann blende ich eventuell genau die Bedingung aus, die den Fehler verursacht.
Ein Beispiel: Im Januar 2020 wurde ich an einer Karotisstenose operiert. So weit, so gut. Doch ist das nicht letztlich auch wieder nur ein Symptom? Folge ich meiner Logik, dann bedeutet das, dass ich unstimmig gedacht habe und wohl auch noch denke. Denn es ist ja Geist und damit letztlich wie ich denke, was mich sein lässt, wie ich bin.
Die spannende Frage ist also: Was beziehungsweise wie habe ich gedacht, dass sich in der Karotis eine Stenose bilden konnte? Das zu erkennen würde mein Problem lösen, die Operation hat nur die aktuelle Situation bereinigt, aber nicht die wirkliche Ursache beseitigt.
Klarer Hinweis, anders zu denken! Nur bitte stimmig! Doch genau das sitzt die Schwierigkeit. Wie soll ich mit meinem Denken eine andere Form des Denkens finden? Das setzt erst einmal voraus, dass ich mir des Zusammenhangs zwischen Form und Inhalt bewusst bin. Nur was dann? Wie finde ich eine stimmige Form des Denkens?
Wie heißt es doch? „Das Mindset macht den Unterschied.“ Nur wie komme ich zu einem anderen Mindset? „Eigentlich“ ist das relativ einfach. Ich muss mir nur bewusst machen, wie ich denke. Dazu brauche ich ein anderes Mindset, sonst wird das nichts. Habe ich dann mein Mindset erkannt, kann ich in einen Dialog mit dem anderen Mindset treten.
Warum ich dann anders denke? Ganz einfach, weil ich damit der Selbstorganisation die Tür öffne, vorausgesetzt ich bleibe offen und lasse es einfach geschehen.

Von Raimar Ocken

Heimat ist der Ort, wo der Mensch seine Wurzel hat. Exil ist der Ort, wo ein Mensch neu wurzeln kann, ohne die Möglichkeit zu haben, in die alte Heimat zurückkehren zu können, selbstgewählt auf Grund der Persönlichkeitsentwicklung oder erzwungenermaßen, weil politisch oder kirchlich nicht (mehr) erwünscht.

Vor Jahren habe ich in einer Zeitung einen kleinen Artikel gelesen, in dem ging es darum, dass ein Amerikaner vor einem Gericht die Scheidung von der Frau, mit der er verheiratet war, erwirkt hat, weil das Gericht seiner Klage: „Du bist nicht wie meine Mutter“ entsprach. Er hat wohl in der Beziehung zu der Frau rückblickend das phantasierte Paradies auf Erden (seine Mutter) gesucht. Das kommt leider öfter vor. Denn die Mutter stellt die erste Heimat dar. In vielen Fällen leider in nicht erfüllender Form. So wird unter Umstände ein Leben lang darauf gehofft, dass die Sehnsucht doch noch eines Tages von ihr oder einer anderen Frau gestillt wird. Dies gilt nicht nur für hoffende und suchende Männer. Es kann sich auch derart zeigen, dass die Erfüllung der Sehnsucht bei einem Mann gesucht wird.

Auf Grund einer nicht sättigenden Mutter-Kind-Bindung ist der erwachsen werdende Mensch gezwungen, diesem Rauswurf aus dem Paradies sein Leben lang nachzutrauern. Findet keine Trauerarbeit statt, in der es um das Bewusstwerden der Schmerzursachen und um eine Heilung geht, so ist dem traumatisierten Suchenden auf seinem Lebensweg viel Mühsal und Leid beschieden. Hinter der Suche nach der idealen Mutter steht wohl der Wunsch nach der Wiedervereinigung mit dem göttlichen Ganzen.

Wer ins Exil gegangen ist, der hat die Aufgabe vor sich, in die neue Heimat einzutauchen und die alte dem Vergessen anheimzustellen. Denn keiner kann zwei Herren gleichzeitig dienen.

Der syrische Exilliterat Rafik Schami schreibt in seinem Buch „Ich wollte nur Geschichten erzählen“: „Die Sehnsucht nach der Ursprungsheimat behindert den Exilanten nicht nur daran, Wurzeln in der neuen Heimat zu schlagen, sondern sie minimalisiert seinen Genuss der Freiheit und anderer realen Schönheiten seines Lebens im Exil durch die Illusion einer Idylle der ursprünglichen Heimat, die ihm seine Sehnsucht vorgaukelt.“ (S. 75, Verlag Hans Schiller, Berlin/Tübingen und Hirnkost KG, Berlin, 2017).

 

Nur ein echtes Ich kann zu einem echten Du finden.

„Vergiss das Wir, beginne beim Ich.“ Das klingt so befremdlich, dass man den Satz nicht ohne Widerwillen schlucken kann. Und doch könnte er so etwas wie eine neue Formel für kulturelle Transformation sein. Darf eine Aufforderung zum Ich sein, obwohl sich doch der kleinste gemeinsame Nenner der moralischen Erziehung quer durch die westliche Welt in der Mahnung ausdrückt: „Sei nicht so egoistisch.“ Schon Kleinkinder bekommen ihn zu hören, wenn sie im Sandkasten ihr Spielzeug nicht teilen wollen oder das große Brüderchen dem kleinen Schwesterchen die Schokolade wegfuttert. Das bekommt auch der Sohn des Managers zu hören, der am Monatsende 200.000 Euro einstreicht und dem Bettler am Straßenrand keinen einzigen davon gönnt. Weiterlesen

von Peter Zettel

Natürlich bei meinem eigenen. Wo auch sonst? Wir reden zwar oft darüber, bewusst zu sein und über Bewusstsein, doch selten sprechen wir darüber, was wir eigentlich darunter verstehen. Betrachten ich und ein anderer die identische Szene, dann bedeutet das noch lange nicht, dass wir wirklich das Selbe und oft auch nicht das Gleiche sehen, denn was wir wahrnehmen können ist ja davon abhängig, was wir über die Situation denken.

Raum oder Nichtraum?

Und das kann sehr, sehr unterschiedlich sein. Es fängt ganz banal an bei dem Raum, in dem ich lebe. Ist er für mich dreidimensional und lässt sich alles, was wirklich ist, anhand der Dimensionen von Länge, Breite und Höhe beschreiben? Oder ist Raum etwas ganz anderes für mich? Ist er offen und beweglich in der Zeit und lässt sich alles, was wirklich ist, nur dann beschreiben, wenn ich den Raum als gestaltbar ansehe?

Die erste Raumdefinition passt natürlich perfekt auf mechanische Dinge. Doch dann ist damit auch schon Schluss. Alles Lebendige geschieht nämlich nach der zweiten Version der Bewusstseinsbeschreibung. Das Problem dabei ist allenfalls, dass derart viele Faktoren eine Rolle spielen, so dass man sich leicht dazu verleiten lässt, diese Offenheit und Beweglichkeit nicht zu beachten.

Unmittelbar wahrnehmen lässt sie sich in der Regel kaum. Doch ich halte es für fatal, das dann einfach zu ignorieren; so nach der Maßgabe „was ich nicht sehen kann gibt es auch nicht“. Mein gesamter Körper bis hin zum Denken funktioniert leider nicht wie eine Maschine.

Wäre vielleicht auch langweilig. Wie dem auch sei, es gibt eine Menge Gründe, sich damit zu beschäftigen. Und zwar ganz ernsthaft. Mein Verständnis von Bewusstsein hat wie jedes andere auch das eigene Weltbild als Basis. Das zu wissen ist wichtig. Sehe ich das klassische Weltbild als gegeben an, komme ich zu ganz anderen Sichtweisen als etwa ein Quantenphysiker.

Differenziert, aber nicht getrennt

Es gibt für mich keinen Unterschied zwischen dem Kosmos und mir. Schließlich ist ja alles Lebendige aus anorganischer Materie hervorgegangen. Mittlerweile wissen wir ja auch, dass Materie irgendwie alles andere als leblos ist.

Und genau deswegen taste ich mich mit meinem Denken in diesen offenen, prozesshaften Bewusstseinsraum. Erst einmal versuche ich, mein Denken zu begreifen, dann den Rest von mir. Mal sehen, was dann passiert. Also beginne ich damit, folgendes nicht mehr zu glauben: Subjekt und Objekt sind grundsätzlich voneinander getrennt. Ich erlebe mich als eigenständige Persönlichkeit und bin mit belebten und unbelebten Objekten nicht verbunden.

Sondern ich sehe es so: Es gibt weder Subjekt noch Objekt, Dinge sind nur differenziert, nicht aber voneinander getrennt. So existiere ich nicht aus mir selbst heraus, bin weder eigenständig noch getrennt, sondern ich bin mit allem verbunden, was ist. Gerade die Tatsache, dass alles verbunden ist, ist nicht so einfach zu realisieren.

Blind verbunden

Doch das kann ich nicht intellektuell verstehen, ich muss mich auf diese Gedanken einlassen. Nur dann beginnen sie, sozusagen in mir zu arbeiten, denn nur dann kann ich auch die entsprechende Erfahrung machen. Um die geht es nämlich: Die Erfahrung. Ohne die bleibt es immer nur ein gedanklicher Sturm im Wasserglas.

Wir sind nämlich nicht wie mit einer Schnur miteinander verbunden, sondern auf eine ganz andere Art. Die Verbundenheit bezieht sich vor allem auf eine unmittelbare Interaktion, die ich früher oft nicht wahrgenommen oder schlicht ausgeblendet hatte. Es ist eben wie mit dem Meer und der Gischt. Das unbewegte Meer ist das eine, die Gischt entsteht daraus und kehrt auch wieder dorthin zurück.

Manchmal versteht man sich blind. Diese Verbundenheit ist gemeint. Wenn der eine jedoch partout nicht will, dann gibt es eben keine Verbundenheit, erst wieder, wenn die Gischt erneut zum Meer geworden ist. Am klarsten sieht man dies bei einem Tanz. Tänzer und Tänzerin sind von einander differenziert, doch im Tanz werden sie eins, wenn sie sich darauf einlassen.

Die Voraussetzung dafür ist, dass sie ihre gedankliche, auf das „Ich“ reduzierte Gedanken-Hülle verlassen und zum Tanz werden. Nicht-Eins, Nicht-Zwei; Nicht-Zwei, Nicht-Eins. Was die alten Ch‘an-Menschen, hier Dogen Zenji, schon sagten, bestätigen uns heute die Erkenntnisse der Quantenphysik, nur eben pragmatischer.

Den Weg studieren bedeutet, sich selbst studieren.
Sich selbst studieren bedeutet, sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen bedeutet, in Harmonie zu sein mit allem, was uns umgibt.

Für mein egozentriertes Leben eine echte Herausforderung. Aber eine wahrhaftige Erlösung, wenn ich es einmal begriffen habe. Nur ist es absolut wichtig, mich nicht von irgendwelchem esoterischen Gesülze einfangen zu lassen.

von Peter Zettel

Das unterscheidet uns Menschen von den Tieren: Sie tragen einfach keine Maske, hinter der sie sich verstecken. Obwohl, eigentlich ist es genau umgekehrt. Habe ich eine Maske auf, verberge ich nicht mich selbst, sondern ich hindere mich daran, den anderen wahrzunehmen.

Wie ich darauf komme? Kürzlich war ich auf einer Familienaufstellung, ohne irgendwelchen esoterischen und metaphysischen Schnick-Schnack. Dabei fielen mir zwei Dinge auf. Weiterlesen

von Peter Zettel

Wie gelingt Veränderung? Das ist die Frage, die wohl sehr viele Menschen interessiert. Denn was nützen die stimmigste Idee und die beste Absicht, wenn sie nicht umgesetzt werden können. Das ist meist keine Frage fehlenden Willens, sondern eine einfache Folge fehlenden Wissens über die funktionalen Zusammenhänge neuronaler Prozesse. Dabei ist es, bedenkt man es genau, ziemlich logisch und liegt letztlich auf der Hand. Aber man muss es eben wissen.

Das Gehirn denkt nicht nur, es speichert vor allem

Unsere Überzeugungen, unsere Ansichten, unsere Meinungen – also all das, was wir entweder wissen wie auch das, was wir zu wissen glauben, richtige und unrichtige Ansichten – sind ja alle auf die ein und selbe Art und Weise in unserem Gehirn gespeichert. In diesem neuronalen Archiv gibt es keine Abteilung für „Richtiges“ oder „Falsches“. Es gibt nur eine einzige neuronale Struktur, die aber ist verdammt komplex. Erkenne ich beispielsweise, dass das Essen von Schokolade für meinen Körper ungesund ist, muss ich alle Ereignisse und Erlebnisse, die mit Schokolade zu tun haben, vor allen Dingen die positiven, in meinem Gehirn ausfindig machen, mit der neuen Information ergänzen – aber bitte auf die richtige Art und Weise, also überlegt und sehr bewusst und nicht „einfach so“ – und das Ganze dann wieder abspeichern.

Wie ich das im Einzelnen mache, muss ich nicht wissen, denn ich kann es ja. Aber wissen muss ich eben, dass jede Erinnerung, jede Information wie jeder Irrtum und wie jede Annahme auf vielfältigste Art und Weise in der neuronalen Struktur meines Gehirns repräsentiert wird. Das verlangt von mir als erstes eine gehörige Portion Gleichmut, um akzeptieren zu können, dass in diesem neuronalen Archiv, zu dessen Gesamtaktivität ich immer „Ich“ sage, bedauerlicherweise auch jede Menge Unfug gespeichert ist. Einfacher wird es dann, wenn ich bereit bin zu erkennen, dass die Überzeugung des aus sich selbst heraus existierenden „Ich“, also meiner Annahme über meine Identität, möglicherweise auch eine unzutreffende Information ist. Was ja, bedenkt man die Gedanken zur gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit von Peter L. Berger und Thomas Luckmann, nicht wirklich von der Hand zu weisen ist. Aber es hilft mir ungemein dies zu akzeptieren, wenn ich mir klarmache, dass ich auch weiterhin auf dem Stuhl sitzen werde, auf dem ich gerade sitze, wenn diese Überzeugung, die ich von mir selbst habe, gerade wie ein Kartenhaus zusammenbricht. Was ändert sich denn tatsächlich? Überhaupt nichts!

Die Realität hinter der Realität

Stellen Sie sich vor, Sie sind im Zirkus und schauen einem Magier zu. Sie wissen ganz genau, dass er die junge, hübsche Dame nicht wirklich auseinander sägt, sondern dass er durch einen Trick eine Illusion erzeugt, auf die nicht Sie hereinfallen, sondern Ihr Wahrnehmungssystem. Entweder, es hat sich ablenken lassen und in die falsche Richtung geschaut, oder es hat etwas einfach nicht gesehen, weil es geschickt verborgen war. Die wirklich interessante Frage, und die können wir uns nicht oft genug stellen, ist, warum wir immer glauben, „wir“ hätten uns geirrt, wenn doch nur unser Wahrnehmungssystem schlicht und einfach etwas nicht wahrgenommen hat? Das ist ähnlich wie mit Partnern und Kindern. Mir liegen sowohl meine Partnerin wie auch meine Kinder sehr am Herzen. Doch wenn sie etwas machen, das nun wirklich nicht richtig ist, dann ist das allein ihre Sache und hat nichts mit mir zu tun. Ersteinmal.

Nehme ich es doch persönlich, dann wäre das eine übergreifende oder wohl eher noch übergriffige Identifizierung. Zwar sind wir alle Eins, doch wir müssen uns gleichermaßen als eigenständige Individuen nicht nur sehen, sondern auch anerkennen und respektieren, was zugegebenermaßen eine echte Herausforderung sein kann. Aber natürlich nur für unser Ego. Und das sind wir ja nicht, Gott sei Dank. Jedenfalls dann nicht mehr, wenn wir aufgehört haben, uns mit ihm zu identifizieren. Und das ist, jedenfalls denke ich das, genau der Casus Knacktus, der Kern der Sache, der entscheidende Punkt. Entweder, ich denke noch egoistisch und werde demzufolge mehr oder weniger, aber immer noch, in die falsche Richtung laufen. Und es kommt nicht darauf an, ob diese Richtung ein mehr oder weniger falsch ist. Sie ist einfach falsch. Sobald sich auch nur die Andeutung eines ich-bezogenen Denkens in meine Überlegungen einschleicht, bin ich, im gleichen Moment, auf der falschen Spur. Und da hilft dann auch kein Relativieren oder sonst irgendein rhetorischer Trick mehr.

Wer denkt, spricht und tut da eigentlich? 

Selbstverständlich sage ich immer noch „ich dachte …“ und so fort. Aber das ist ein sprachliches „Ich“. Zu sagen, dass „er“ erkannt hat, wenn man sich selber meint, klingt einfach nur abgehoben. Na gut, zum Spaß schreibe ich schon mal „es denkt“. Aber das war es dann auch schon. Wir haben eben, was schon die Physiker bedauert haben, eine Sprache, mit der es uns ziemlich schwerfällt, die Komplexität des Lebens abzubilden. Und wenn wir Komplexität nicht verstehen, erscheint sie uns leicht als kompliziert – was sie aber nicht ist. Also bleibt mir nur das einzig Sinnvolle übrig: Ich höre auf, „mich“ mit den Produkten und Ergebnissen der neuronalen Aktivität meines Gehirns zu identifizieren. Betrachte ich das Gehirn als eine technische Meisterleistung, die mir erfreulicherweise zur Verfügung steht, dann ist alles im grünen Bereich. Das Motorrad, das ich fahre, soll mir Freude machen, aber ich sollte mich tunlichst nicht damit identifizieren! Materielle Dinge sind ein sehr gutes Beispiel, wie ich letztlich mit allen Dingen umgehen sollte. Wenn ich sie nicht besitzen will, kann ich mich an vielen Dingen erfreuen. Will ich sie aber besitzen, dann werde ich gierig, da ich die Dinge ja besitzen muss, um mich an ihnen erfreuen zu können! Meinen Körper – und damit auch mein Gehirn – mit meinem Motorrad zu vergleichen und beides als einen guten und interessanten Gebrauchsgegenstand anzusehen, ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber letztendlich stimmt es.

Mein Körper verändert sich kontinuierlich, aber ich bin irgendwie immer noch derselbe. Also muss ich mir sehr gut überbelegen, womit ich mich identifizieren will. Am besten wohl mit gar nichts! Je weniger ich mich mit irgendetwas identifiziere, desto leichter fällt es mir, das auch zu verändern. Aber ganz so einfach ist es natürlich nicht, denn ich muss nicht „mich“ ändern oder verändern oder neu organisieren, nein, mein Gehirn muss neu strukturiert und organisiert werden. Und das fällt mir eben leichter, je weniger ich mich damit verwechsle. Identifiziere ich mich überhaupt nicht mehr mit dem, was da zwischen meinen Ohren passiert, dann funktioniert es am leichtesten. Doch das bedeutet nun nicht, dass es beliebig sein könnte, was da geschieht. Das Gehirn ist so etwas wie ein Werkzeug. Mit wohl ziemlich jedem Werkzeug kann man andere Dinge zerstören oder eben gestalten. Wenn ich wie ein Gestörter mit meinem Motorrad durch die Gegend krache, dann kann ich auch nicht sagen ‚Entschuldigung, das war mein Motorrad!‘, sondern ich muss die Verantwortung dafür übernehmen, wie ich es benutze. Und das gilt genauso auch für mein Gehirn. Es gibt viele Gründe, warum ich das Falsche tue oder denke. Manche Dinge passieren einfach aus Unwissenheit, aus Unachtsamkeit oder warum auch immer. Eines aber bleibt immer gleich. Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen. Wer auch sonst sollte die Verantwortung für das übernehmen, was ich denke oder tue? Das kann ich doch nur selbst!

Auch das noch: Verantwortung übernehmen!

Und genauso ist es auch mit der Veränderung. Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen und mich informieren, was notwendig ist. Bei solchen Stellen fällt mir immer Dürers Kunstverständnis ein. Kunst, sagte er, sei gewaltig und der Künstler gewalttätig, weil er sich den anderen mit seiner Kunst zumutet. Die Voraussetzungen für Kunst waren nach seinem Verständnis vier Punkte: Wissen, Begeisterung, Streben nach Perfektion, was keinesfalls als Perfektionismus missverstanden werden darf, und eine eigenständige, unabhängige Meinung, was ich auch nicht als eigenbrötlerisch missverstehen darf. Betrachte ich dieses Kunstverständnis Dürers, dann wird bei den letzten beiden Punkten deutlich, wie verfänglich konventionelles Denken ist. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass konventionelles Denken die absolute Garantie dafür ist, sich nicht zu ändern. Also ist die spannende Frage, wie ich mich aus konventionellem Denken lösen kann. Es ist wie immer im Leben. Ich muss etwas grundsätzlich anders machen. Es beginnt damit, dass ich die Ursachen-Wirkungs-Kette bis zum ersten Fraktal denke, also bis zur ersten bewussten Ursache vordringe und nicht, wie leider üblich und normal, mich mit Symptomen beschäftige und damit an der Oberfläche bleibe. Habe ich hingegen die erste Ursache gefunden und gelöst, lösen sich auch die Symptome wie von selbst auf. Veränderungsarbeit – dabei wird tatsächlich, außer meiner Gehirnstruktur, nichts wirklich verändert –, also Veränderungsarbeit die letztlich „nur“ ein Prozess der Bewusstwerdung ist, beginnt damit, eigenständig zu sein, selbst zu denken und sein Denken und Tun ganz konsequent selbst zu verantworten. Dabei muss ich mir im Klaren darüber sein, dass die alten Muster und Gewohnheiten, der äußere Ausdruck der inneren Gehirnstruktur, sich in absolut allem wiederfindet; ob in meiner Kleidung, meiner Einrichtung, meiner Art mich zu bewegen, wie ich und worüber ich reden, wie mein Motorrad aussieht und so weiter und so fort. Einfach alles.

Dabei gibt es einen scheinbaren „Point of no Return“, von dem aus es kein „Zurück“ mehr gibt. Denn tatsächlich markiert dieser Punkt keinen Punkt auf einer Wegstrecke, von dem ab es keinen Sinn mehr macht, umzukehren; vielmehr ist es der wirkliche – und nicht etwa nur der eigentliche – Entscheidungspunkt, der Punkt, an dem ich endlich begriffen habe, dass ich etwas anders machen muss in meinem Leben, soll es denn anders sein beziehungsweise werden. Ich merke dies übrigens ganz leicht an meiner Sprache. Solange ich noch Konjunktive und Absichtserklärungen bemühe, kann ich mir sicher sein, mich noch nicht entschieden zu haben. Sprache kann dabei unser bester Helfer sein. Schließlich leben wir, wie Watzlawick es einmal formuliert hat, in der Welt, die wir uns über unsere Sprache definieren. Üblicherweise übersehen wir jedoch allzu leicht, dass die Dinge außerhalb von uns selbst nicht für sich selbst existieren, sondern nur das sind, was wir in ihnen sehen, beziehungsweise das, was wir zu sehen in der Lage sind. Und das gilt gleichermaßen für Autos wie für Bäume, Partner oder Nachbarn. Es gilt einfach für alles.

Nicht wieder einschlafen!

Manchmal aber übersehe ich es gar nicht, sondern ignoriere es schlicht und einfach, weil es mir nicht in den Kram passt und mich „auffordert“, ein paar grundsätzliche Dinge zu klären. Das Dumme dabei ist, dass mir das regelmäßig sehr bewusst ist, was mein Verhalten aber leider nicht positiv beeinflusst; eher ist das Gegenteil der Fall. Da fängt dann die Verdrängungsmaschinerie so richtig an zu werkeln. Blöd nur, dass das nie wirklich hilft, sondern nur alles noch schlimmer und verfahrener macht. Wer sein Bewusstsein klären möchte, der fange am besten mit seiner Sprache an. Wie sagte doch ein verstorbener Freund von mir immer: ‚Woher soll ich wissen, was ich denke, wenn ich nicht höre, was ich sage?‘ Dabei ist meist der erste Satz der ehrlichste, mit dem ich einen Gedanken darzulegen beginne. Ich muss immer wieder bedenken, dass ich mir, folge ich dem Eisbergmodell, in weiten Teilen meines Denkens überhaupt nicht dessen bewusst sein kann, was ich da denke. Interessant ist in diesem Zusammenhang ja auch, dass gerade in der Meditation, wenn wir vermeintlich „nicht denken“, unser Gehirn auf Hochtouren läuft. Denn zu glauben, ich würde dann nicht denken, wenn ich keine Gedanken habe, ist ein gewaltiger Irrtum. Über etwas nachzudenken, also Gedanken zu haben, ist etwas ganz anderes, als zu denken. Der Prozess des Denkens ist wirklich wesentlich mehr als Gedanken zu haben. Und ganz übel wird es dann, wenn ich diesen Gedanken nachhänge. Ein ganz schwieriges Thema für Menschen, die sich einbilden, sie würden etwas bewusst denken oder auch bewusst etwas tun können. Bewusstsein steht eben am Ende des Erkenntnisprozesses und nicht am Anfang. Und ist damit ein verdammt schwieriges Thema für die, die meinen oder glauben, sie könnten irgendetwas unter Kontrolle haben. Nicht einmal uns selbst haben wir unter Kontrolle, wir können allenfalls Dinge bewusst tun. Und dieses „Bewusstsein“ bezieht sich auf die Entscheidung zu handeln, aber handeln selbst geschieht unbewusst. Es sei denn natürlich, ich habe ein völlig anderes Verständnis von Bewusstsein, so in der Art von nicht-bewusst bewusst. Ich bin zwar bewusst, aber ich bin mir dessen nicht bewusst.

Sprache ist fraglos ein wichtiger Helfer. Aber was hilft noch? Also schaut ich mich einmal um, wer sich so im Bekanntenkreis wirklich geändert hat, oder ich suche nach den Marksteinen im eigenen Leben. Meist werden diese Veränderungsprozesse mit tiefgreifenden Einschnitten im Leben einhergehen. Partner gewechselt, alten Job hingeworfen und so weiter und so fort. Es werden sich meist Dinge finden lassen, die das Leben grundsätzlich verändern und, jedenfalls meistens, einem eine Entscheidung abverlangt haben. Oder es wurde einem die Entscheidung aufgezwungen – weil der Partner ging oder man den Job verloren hat, warum auch immer. Das drängt mir natürlich sofort die Frage auf, ob es denn nicht ohne Scheitern geht? Nein, das tut es nicht. Das Neue hat eben seinen Preis, es kostet nämlich das Alte. Und was ist das bitte anderes als zu scheitern? Also den Partner respektive den Job oder beide zusammen wechseln – oder es bleibt wie es ist? Ja, das ist so. Nur was heißt das eigentlich, den Partner oder den Job oder was auch immer zu wechseln? Das bedeutet natürlich nicht, dass man die Person zwingend austauschen muss – irgendwie geht es ja letztlich immer um Personen – nein, das ist nicht notwendig. Aber man muss den Partner in der eigenen Vorstellung austauschen, heißt, man muss die Beziehung zu ihm ändern! Und das ist wirklich unabdingbar, ob in der Partnerschaft, im Job oder im Verhältnis zu den Nachbarn.

Die Alternative finden

Die Welt, in der wir leben, definiert sich letztlich ja über die Beziehungen, die wir zu Dingen oder Personen haben. Also über die eigene innere Einstellung und damit letztlich über die Gehirnstruktur. Und genau die gilt es ja zu ändern. Die Gehirnstruktur zu ändern bedeutet also, die Beziehungen zur und/oder in der Welt neu zu gestalten. Und genau deswegen gelingt Veränderung so selten. Weil das meiste im Leben beim Alten bleiben soll. Nur keine Veränderung bitte! Und das war es dann mit der Veränderung. Also wartet man entweder solange, bis es endgültig unerträglich geworden ist, oder man arrangiert sich irgendwie auf kleinstem gemeinsamem Nenner. Fritz Perls hat das einmal wunderbar umschrieben: „Die Menschen wollen sich nicht aus ihren Neurosen lösen, sie wollen sich nur besser darin einrichten.“ Letztlich ist genau das die Frage, die wir uns stellen müssen. Wollen wir eine wirkliche und wesentliche Transformation oder genügt uns schon die Translation?

Ich sehe hier übrigens einen interessanten Zusammenhang zu einer Feststellung von Gerald Hüther. Menschen machen nämlich nur dann etwas grundsätzlich anderes, wenn damit eine Alternative verbunden ist, die sie schlechterdings nicht ablehnen können, sie sich also entscheiden müssen – rechts herum oder links herum. Sein Beispiel ist immer der 80-jährige, der Chinesisch lernt, weil er mit einer attraktiven, 60-jährigen Chinesin zusammenleben möchte. Doch wie soll man sich zwischen A und B entscheiden können, wenn es keinen wirklichen und erlebbaren Unterschied gibt? Man wird es also nicht tun und die Entscheidung wird trotz aller Beteuerungen nicht getroffen werden. Wie also können wir unser Gehirn dazu bringen, sich auf den Radikalumbau einer Veränderung einzulassen? Es liegt auf der Hand: Wir müssen unser Leben definitiv ganz anders gestalten, das heißt, wir müssen aus unseren alten Mustern und Gewohnheiten komplett und auch sehr bewusst „aussteigen“! Wahrscheinlich liegt das Problem nicht in der Vernunft, sondern in der Emotion.

Die Sache mit dem Betriebssystem 

Ein vielleicht etwas eigenwilliges Beispiel. Wirkliche Veränderung bedeutet ja, das eigene Betriebssystem zu tauschen. Ein Mac- und ein Windows-Rechner sind nun einmal nicht miteinander kompatibel, auch wenn sie nach den gleichen Strukturen arbeiten, nur eben mit einem anderen Betriebssystem. Ich tue mir immer hart mit der Bedienung, wenn ich von dem einen zu dem anderen Typ wechseln muss, etwa weil ein Programm eben nur auf dem und nicht auf dem anderen läuft. Es ist die Frage, ob sich die jeweiligen Firmenkulturen und Organisationsstrukturen nicht auch in den Systemen und deren unterschiedlicher Logik widerspiegeln. Sie lösen eine ganz verschiedene Emotionalität aus, auch wenn sie scheinbar denselben Zweck haben, sie sprechen den Benutzer auf unterschiedlichen Ebenen an. Ich habe immer den Eindruck, dass ein ganz bestimmter Typ von Mensch einen Mac hat und die Windows-Fans ganz anders strukturiert sind. Noch extremer ist es bei den Smartphones, Android versus iOS. Es ist also nicht allein die Emotionalität, sondern eine andere Haltung, die damit einhergeht. Nur wo genau liegt der Unterschied? Und vor allem: Prägt nicht auch das Betriebssystem selbst ein Stück weit das eigene Denken?

Ich verlasse jetzt aber einmal die Welt der Rechner, nicht dass ich noch Haue bekomme. Der eine denkt eher konventionell und grundsätzlich logisch strukturiert, der andere denkt zwar auch logisch, doch er verlässt immer wieder den geraden Weg und macht einen gedanklichen Sprung ganz woanders hin, er folgt nicht den scheinbar vorgegebenen Bahnen, denn er weiß, dass in der Komplexität absolut kein Ergebnis berechenbar ist, nur die Wahrscheinlichkeit des Eintritts lässt sich bestimmen, mehr nicht. Ein völlig anderes Denk-Betriebssystem, eine ganz andere Herangehensweise. Für den einen bedeutet ein „Problem“ einfach nur etwas noch nicht zu sehen und eben keinen Fehler. Was aber der andere tut, denn er denkt Fehler-orientiert. Problem oder Fehler – ein gewaltiger Unterschied. Der eine sucht die Lösung auf einer darüber liegenden (gedanklichen) Ebene, der andere aber verlässt die Ebene nicht. Die Schwierigkeit ist aber, dass diese beiden so völlig unterschiedlichen gedanklichen Betriebssysteme für die Kommunikation miteinander eine identische Sprache benutzen, was zwingend zu Verwerfungen führen muss. Die einzelnen, gleichklingenden Worte und Begriffe werden nämlich nicht mit den identischen Inhalten benutzt, was fast zwingend zu permanenten Misstönen führt, eigentlich führen muss. Die radikalen Konstruktivsten lassen grüßen.

Die Lösung

Was also wäre die Lösung? Eine sehr pragmatische Lösung hatten schon die Indianer in Nordamerika. Sie gingen nämlich davon aus, dass man das Denken eines anderen nicht mit dem eigenen Denken wirklich verstehen kann, was sich in diesem oft zitierten doch viel zu selten praktizierten Spruch niederschlägt: Urteile nie über einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist. Bei Rechnern ist das offensichtlich. Da werden Urteile an Hand von Kriterien gefällt, etwa dem Preis, ohne jedoch das Teil jemals einen Mond lang benutzt zu haben. Man pickt sich also ein Kriterium heraus, das über das jeweilige System tatsächlich nichts aussagt. Und genau so ist es auch bei den Denk-Betriebssystemen. Solange man sie nicht wirklich benutzt hat, kann man sie auch nicht vergleichen. Erst danach. Doch warum sollte ich ein anderes Denk-Betriebssystem ausprobieren? Sicher nicht, um es nur einmal auszuprobieren, denn daran hängt meine ganzes Selbstverständnis, meine Persönlichkeit. Es ähnelt der Frage, warum jemand in ein Zen / Chan oder ein christliches Kloster geht. Das tut er erst einmal aus einer vordergründigen und zweckrationalen Motivation heraus, wahrscheinlich, weil es schick ist. Er wird dann stundenlang im Schneidersitz herumhocken, sich gut fühlen, doch innerlich passieren wird nichts wirklich. Es ist ja eines der menschlichen Phänomene, dass wir uns oberflächlich gut fühlen können, obwohl es uns unter der Oberfläche ganz anders geht. Und wir haben viele Ablenkungs-Strategien, um das konsequent ignorieren zu können. Erst nach Jahren zeigt sich dann vielleicht doch, dass noch immer etwas ansteht, etwas Grundsätzliches, eine noch offene fundamentale Frage. Es braucht manchmal Zeit zu erkennen, dass etwas im eigenen Leben fehlt. Vielen ist überhaupt nicht bewusst, woran sie leiden beziehungsweise, dass sie überhaupt leiden.

Die „Lösung“ kann also nur mit der entsprechenden Einsicht gefunden werden. Die Einsicht hat aber notwendigerweise als Schneepflug die Notwendigkeit vor sich herfahren, die den Schnee beiseite räumt, der die Einsicht am Vorankommen hindert und damit bewirkt, dass sie ständig am Durchdrehen ist. Eine Einsicht alleine ist ziemlich nutzlos, solange ihr nicht die Notwendigkeit den Weg freimacht.

Dann ist ein „Grundsätzlich anders“ überhaupt erst möglich.

 

von Michael Johanni

Vielerorts besteht in Menschen Verwirrung.
Sich wiederholende Gedanken lassen uns an der Menschheit,
auch an uns selbst zweifeln.

Wem kann ich noch glauben?
Alles dreht sich doch nur ums Geld.
Wo gibt es noch Menschlichkeit?
Was wird in der Zukunft auf mich zukommen? Weiterlesen

Seit ich weiß, dass es Prostitution gibt, frage ich mich, weshalb es so anrüchtig ist, einen winzigen Teil seines Körpers zu verkaufen, aber völlig akzeptabel, dass man seinen Körper oder Geist vollständig verkauft. Wir alle, die wir als Arbeiter, Angestellte, Beamte oder Selbständige arbeiten, verkaufen uns, und meistens sogar unter Wert.

Wir prostituieren uns

Letzteres ist ein eigenes Thema, das im linken Spektrum rauf und runter diskutiert wurde und wird. Worum es mir hier geht, ist die Tatsache, dass wir uns ganz unhinterfragt, ganz selbstverständlich verkaufen; so dass uns die eigene Verkäuflichkeit so normal vorkommt wie die Jahreszeiten. Doch indem wir uns verkaufen, verbrüdern uns mit den Käufern, begeben uns auf die gleiche Ebene mit ihnen und streiten nur darum, ob wir mehr oder weniger wert sind. Mit anderen Worten: Wir prostituieren uns in einer Tour. Und wir bringen unseren Söhnen und Töchtern von klein auf bei, Weiterlesen

von Peter Zettel

Ja, das tun wir. Definitiv. Ich jedenfalls bin der Überzeugung, dass das sehr, sehr viele tun. Und man kann die Matrix auch recht gut beschreiben. Sichtbar wird sie zum einen in der Konvention und zum anderen in dem Wirtschaftssystem, das wir haben und in dem die meisten von uns arbeiten. Beides definiert, wie wir uns letztlich verhalten. Dem kann niemand entkommen, es sind die Rahmenbedingungen unseres gegenwärtigen Lebens. So weit der Anschein und das sogenannte Normalverhalten. Verlasse ich nämlich die Konvention, verlasse ich wohl auch das Funktionieren in diesem Wirtschaftssystem. Weiterlesen

Gestern erreichte uns aus Neuseeland eine Nachricht von einem gewissen Chajm, der folgende Botschaft von Außerirdischen an die Menschheit überbracht bekam. Wir selbst halten uns als Rasse für zu unwichtig, um an ein solches Szenarion zu glauben, ganz auszuschließen ist es aus logischen Gründen freilich nicht. Deshalb hier die Nachricht im Wortlaut:

Seid gegrüßt Menschlinge!

Nicht als Akt intergalaktischer Solidarität haben wir beschlossen, diese Nachricht an Euch zu senden, auch nicht als Akt der Gnade mit Eurer erbarmenswert primitiven Art. Wir verstehen diese Nachricht als Warnung an Euch im Rahmen eines Verhaltensexperimentes als Teil unserer ethnologischen Beobachtungen. Weiterlesen