Beiträge

von Peter Zettel

Eine verrückt klingende Frage. Aber ist sie wirklich so verrückt? Ich war einmal in einer Partei, da gab es auch klare Feindbilder. Und die anderen hatten wahrscheinlich uns als Feindbild. Auf der politischen Bühne sieht es ja nicht besser aus, nur dass es da oft nicht bei den Feindbildern bleibt, sondern auch immer wieder bitterer Ernst wird.

Diese Frage hat sich mir regelrecht aufgedrängt, als ich dieses Bild bei der taz auf Twitter sah:

Es erinnerte mich an einen Post auf FB, der die Frage aufwarf, warum sich scheinbar manche Menschen klare Regeln wünschen, damit sie sich sicher sein können, das Richtige zu tun. Und dem Klimawandel mit Steuern begegnen zu wollen, halte ich für einen Witz. Die einzige wirkliche Reaktion ist doch eine klare, eindeutige wirtschaftliche Neuausrichtung. Und es erinnerte mich an meine Jugend. Viele waren damals dagegen – was auch immer – statt dass sie das Gespräch gesucht hätten. Was natürlich nicht bedeutet, dass die Gegenseite hätte reden wollen.

Weiter ging es in meinem Beruf. Da gab es zwei Gruppen, Mandanten und Gegner. Am übelsten war das bei denen, die sich eigentlich einmal geliebt hatten, sich zumindest nicht unsympathisch waren, bei Scheidungen. Und auch in der Wirtschaft und im Management ist diese regelrecht kriegerische Sprache Tagesordnung. Wenn, wie Wittgenstein sagt, Sprache meine Welt definiert, dann leben wir wohl in einer Welt voller Feindbilder. Und jeder Regierungschef weiß, dass ein klares äußeres Feindbild für Ruhe im Innen sorgt. Feindbilder sind ein sehr, sehr guter und wirksamer sozialer Kit.

Und wenn ich mir die Diskussionen auf den Sozial Media anschaue, dann kann ich gut von Lagern sprechen, die sich da gegenüberstehen. Selten eine wirklich offene Diskussion. Die meisten laufen nach dem Motto ab „Bist du dafür oder dagegen?“ Als ginge es nur um die Person und nicht um die Sache! Aber vielleicht ist ja das der Kern, das eigentliche Problem, nämlich der, dass wir Streitigkeiten und Konflikte schnell bis immer persönlich nehmen. Geht es bei Diskussionen oder Auseinandersetzungen also doch eher darum, ob jemand für oder gegen einen der Protagonisten ist?

Es wäre eine logische Erklärung dafür, warum die Gesellschaft Feindbilder braucht, wenn also ihre Mitglieder die Dinge persönlich nehmen. In meiner systemischen Ausbildung habe ich gelernt, dass Zugehörigkeit ein wesentliches Thema ist und dass das Fehlen eines Zugehörigkeitsgefühls große Probleme aufwirft. Eine Gesellschaft ist ja ein System, und die Axiome in einem System sind Zugehörigkeit, Ordnung und Ausgleich zwischen Geben und Nehmen. Man darf die systemischen Fragen aber nicht nur auf Familien beziehen, es geht ja weiter. Nachbarn sind ein System, Gemeinschaften, Nationen bis hin zu letztlich der Welt. Werden die Axiome aber missachtet, habe ich oder besser haben wir ein Problem. Und das werden sie, und zwar massiv. Unser herrschendes Wirtschaftssystem hält sich vielfach (vorsichtig ausgedrückt) nicht an diese Axiome.

Ich kenne niemanden, der nicht auf die eine oder andere Art von diesem Wirtschaftssystem abhängig ist. Was also tun? Mit den Wölfen heulen? Und weiter nach Feindbildern suchen, damit die inneren Konflikte nicht zu Tage treten und aufbrechen? Wenn wir daran nichts ändern, brauchen wir weiterhin Feindbilder, keine Frage, damit wir einigermaßen in Ruhe leben können. Ist zwar ein falsches Leben, aber für das richtige scheint uns der Schneid zu fehlen.

Fazit: Ja, wir brauchen Feindbilder, damit wir uns mit dem Tun der anderen beschäftigen können und uns nicht mit uns selbst befassen und uns nicht die Frage stellen müssen, was wir da eigentlich tun. Aber eigentlich ist das ja ziemlich – Pardon! – bescheuert. Also doch lieber mal auf die Feindbilder verzichten und sich mit sich selbst beschäftigen? Schon, oder nicht?

 

 

 

von Peter Zettel

Und zwar gewaltig. Da ist von CO2-Steuer die Rede, „gutes Fleisch“ soll teurer werden, Abgaswerte werden eingehalten, indem man trickst – und so weiter und so fort. Und die Politik braucht eine Greta, um zu begreifen, das wir etwas in Sachen „Klimaschutz“ tun sollten. Ein SUV ist besser als ein Kleinwagen, wenn man wenig mit ihm fährt. Soll ein Politiker gesagt haben. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass er das wirklich gesagt hat.

Ich glaube es wirklich nicht, ich kann es nicht mehr glauben. Was für eine Verdrehung der Tatsachen. Als ob wir das Klima schützen müssten. Oder die Umwelt. Nein, die Umwelt – schon das Wort sagt alles – als wären wir da außerhalb – und das Klima brauchen wir nicht zu schützen. Wir sollten lieber uns vor uns selbst schützen. Denn das Klima und die Umwelt – das sind doch auch wir selber, oder etwa nicht? Weiterlesen

von Peter Zettel

Teil I

Ob wir wollen oder nicht, da kommen wir nicht raus. Wir sind und bleiben Natur, genauso wie wir sie gestalten und dominieren, angefangen bei uns selbst. Egal, was wir machen, wir kommen da nicht raus. Die Dichotomie [siehe unten] ist für uns existenziell, sie bestimmt, wie wir leben und ob wir überleben können.

Dabei ist es fatal, wenn ich die eine oder die andere Seite bevorzugen und die andere nicht so wichtig nehme oder gar ausblende. Wenn ich es nicht hinbekomme, auf der Klaviatur beider Seiten gleichermaßen spielen zu können, sozusagen vierhändig, dann habe ich ein echtes Problem. Worum geht es also? Dichotomie bezeichnet eine Struktur aus zwei Teilen, die einander ohne eine gemeinsame Schnittmenge gegenüberstehen, aber sie gehören untrennbar zusammen. Sie können einander ergänzen, zum Beispiel ein komplementäres Begriffspaar bilden, oder eine Aufteilung in zwei Teile ausdrücken, zum Beispiel die Aufteilung eines Bereichs in zwei Teilbereiche.

Als Mensch stehe ich nicht mehr in der Harmonie der Natur, ich bin zwar physisch weiterhin von ihr abhängig, doch ich stehe in meinem Bewusstsein über ihr. „Warum“ ist hier nicht die Frage, denn es ist so, ob ich das will oder nicht. Und ich kann das auch nicht mehr rückgängig machen. Von einer Einheit mit der Natur zu träumen, bringt mich nicht weiter, ich muss im Einklang mit ihr sein, aber auch im Einklang mit mir selbst. Diese Dichotomie ist für mich existenziell, wie Erich Fromm sagt. Sie zeigt sich etwa in der gedanklichen Unterscheidung von Leben und Tod, die doch eins sind. Bevorzuge ich eine der beiden Seiten, habe ich ein Problem, nur merke ich das nicht gleich, sondern meist erst, wenn es zu spät ist.

Wie gesagt, wir kommen aus diesem Widerspruch nicht heraus, doch wir können das Dilemma durch Verstand und eine gelebte Kultur auflösen. Tun wir das nicht, werden wir im gewissen Sinn ohnmächtig, wir bekommen nicht mehr mit, was um uns herum geschieht, wir sind uns unserer selbst nicht mehr wirklich bewusst. Erich Fromm hat perfekt beschrieben, wie wir dieses Problem lösen können (das ja nur so lange ein Problem ist, so lange wir es nicht sehen):

„… intensiv zu leben, voll geboren zu werden und voll wach zu sein; von den Ideen eines infantilen Allmachtsgefühls loszukommen und zur Erkenntnis seiner wirklichen, wenngleich begrenzten Kraft zu gelangen; fähig zu werden, das Paradoxon zu akzeptieren, dass ein jeder von uns zugleich das Allerwichtigste auf der Welt und doch nicht wichtiger als eine Fliege oder ein Grashalm ist; fähig zu sein, das Leben zu lieben und trotzdem den Tod furchtlos zu akzeptieren; die Ungewissheit über die wichtigsten Fragen, mit denen das Leben uns konfrontiert, hinzunehmen – und trotzdem an unser Denken und Fühlen, soweit es wirklich ein Stück von uns selbst ist, zu glauben … “

Der „Schlüssel“, der uns diesen Raum öffnet, ist Bewusstheit, doch Bewusstheit bedeutet eben nicht, dass wir es formulieren und einfach so darüber reden könnten. Ein Beispiel davon finden wir etwa in einer japanischen Teezeremonie oder in der Kultur der Samurai. Wenn wir einmal den Glamour weglassen, was bleibt dann? Eine sehr bewusste und absichtsvolle Gestaltung der Natur sowie des eigenen Lebens, eine Bewusstheit, die in Harmonie mit den Gesetzmäßigkeiten der Natur ist.

Teil II

Bewusstheit braucht Selbstreflexion.

Weiß ich immer, wo ich bin und wo ich sein werde?

Propriozeption bezeichnet die Wahrnehmung der Lage und der Bewegung des Körpers im Raum oder seiner einzelnen Teile zueinander. Das kann man trainieren. Etwa in dem man Übungen auf einem Gymnastikteller macht.

Ich mache das jeden Morgen, wenn ich mich im Stehen anziehe. Oder ich mache Feldenkrais-Übungen. Man  kann auch Kampfkunst praktizieren, wenn einem das mehr zusagt. Aikido geht auch, Kyodo genauso. Im Bereich des Denkens fehlt uns dies meist vollkommen, ohne dass wir uns dessen überhaupt bewusst wären. Aber auch das kann man trainieren, etwa im Dialog.

Doch es geht noch weiter. Auch auf dem Motorrad kann ich mir bewusst sein, wo sich mein Vorderrad und mein Hinterrad befinden und was die Maschine gerade macht. Und ich kann es noch auf die Straße ausweiten, etwa auf die Linie, die ich fahre. Also idealerweise. Es geht um die Lage und die Position des Körpers in Beziehung zum Motorrades im Raum, wobei Körper und Motorrad idealerweise eine Einheit sind. Wie gesagt: Idealerweise. Aber auch das kann man trainieren.

Nicht anders ist es beim Autofahren. Auch hier kann ich mir der Lage und der Bewegung meines Autos bewusst sein, jedoch ohne einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden. Je bewusster ich mir dessen bin, desto besser fahre ich. Die „Herausforderung“ ist nur, dass solche Dinge uns nicht bewusst sein können, sie sind implizit und nicht-bewusst, aber wir könne uns ihrer bewusst werden – um sie dann wieder vergessen zu können.

Es geht also um Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken und eben den sechsten Sinn. Eigentlich wäre es richtiger, von dem siebten Sinn zu sprechen, denn zu den fünf Sinnen kommt noch das Denken als sechster hinzu. Und auch das lässt sich noch um einen Punkt erweitern, nämlich das bewusste nicht-bewusste Bewegen einer Maschine, eines Autos oder eines Motorrades.

Es geht also, wie so oft, darum, uns etwas Implizites und Nicht-Bewusstes erst einmal bewusst zu machen, um es verbessern zu können.


Mehr von Peter Zettel

von Dieter Duhm

Ich bin 76 Jahre alt, heute noch so politisch aktiv wie in der Studentenbewegung 1968, aber mit Erfahrungen, die ich mitteilen muss, weil ich inzwischen verstanden habe, woran bisher fast alle Bewegungen gescheitert sind.

Heute gehen viele Tausend junger Leute auf die Straßen für Klimaschutz und Systemwechsel. Danke dafür! Ich kann nur hoffen, dass diese Bewegung genügend innere Kraft und Ausdauer gewinnt, um tatsächlich zu einem Systemwechsel zu führen. Das wäre wirklich eine historische Wende, denn seit Jahrhunderten kämpfen Menschen gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt, und seit Jahrhunderten verlieren sie ihren Kampf gegen die Übermacht des bestehenden Systems. Und doch ist dieser Kampf nicht mehr zu stoppen, denn überall sind Menschen, vor allem junge Menschen, welche die Barbarei der bestehenden Gesellschaft nicht ertragen können. Sie kämpfen bei den Lakota-Indianern in Standing Rock (USA), sie kämpfen im Hambacher Forst in Deutschland, sie kämpfen in der Friedensgemeinschaft von San José de Apartadó in Kolumbien, sie kämpfen um die Wiederherstellung von Riace ( Italien), sie kämpfen auf den Rettungsschiffen für die Flüchtlinge im Mittelmeer, sie kämpfen … auf allen Kontinenten.

Und immer wieder verlieren viele nach einiger Zeit ihre Kraft, enttäuscht und entmutigt ziehen sie sich zurück, werden krank oder drogensüchtig oder kriminell. Ich selbst habe in der marxistischen Linken in Deutschland (1968) vier Jahre lang diese Art von Kampf miterlebt und mitgeführt. Bis ich gemerkt habe, dass wir eine andere Lösung brauchen. Die Vorstellung der alten Revolutionen ist vorbei, durch Gewalt kam noch nie etwas Besseres auf die Erde. Die ganze Welt braucht eine neue Information. Wie erzeugen wir diese neue Information und wie bringen wir sie in die Welt? Das war seitdem die Frage und die Aufgabe.

Wir danken euch für den kollektiven Aufruf zu einer lebenswerten Zukunft. Möge eure weltweite Rebellion ihr inneres Ziel finden, ein Ziel für die ganze Menschheit. Die wenigen, die heute den Mut haben, aus dieser kollektiven Hypnose auszutreten, brauchen solidarische Unterstützung. Nutzt euren Freiraum stellvertretend für alle, die jetzt nicht diese Möglichkeit haben und deshalb eure Hilfe dringend brauchen. Nutzt eure Wut nicht nur gegen das System und seine Handlanger, sondern nutzt sie, um das Alte von euch selbst abzuwerfen. Wir sind nicht das Produkt einer Gesellschaft, einer Tradition, einer Familie, wir sind Menschen. Befreit euch aus den Altlasten einer fürchterlichen historischen Vergangenheit.

Lasst uns gemeinsam das Leben schützen, das heute im Namen von Konzernen und Regierungen überall zerstört wird. Es gibt einen Sozialismus, der jenseits aller Parteien und Ideologien steht: es ist der Sozialismus von Vertrauen, Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung. Es sind Gedanken der Wahrheit und Gedanken einer parteinehmenden Liebe, die heute die Überlebenskraft in sich tragen und zu dem Wissen führen, das ihr und wir alle für unsere Heilung brauchen. Es ist so einfach, elementar und wahr – und wenn wir es schaffen, dann entsteht ein Feld des Vertrauens, das auch in Krisengebieten wirksam werden kann.

Im Folgenden möchte ich Dinge sagen, mit denen sich die große Rebellion in eine konkrete Kraft verwandeln könnte, die nicht mehr vom bestehenden System eingefangen werden kann. Die gegenwärtigen Demonstrationen für eine lebenswerte Zukunft, für Klimaschutz und Naturschutz, für Menschenrechte und Tierrechte sind Zeichen eines globalen Aufbruchs in fast allen Kontinenten. Sie brauchen aber ein gemeinsames Ziel, sonst verlieren sie ihre Auseinandersetzung mit dem bestehenden System. Die Ziele können nur durchgesetzt werden, wenn es für den nötigen Systemwechsel eine klare Vision gibt.

Systemwechsel! Was heißt das in unserer Zeit, in einer Zeit, wo jährlich viele Millionen Dollar ausgegeben werden für eine gezielte Falschinformation (Verharmlosung) zum Thema des Weltklimas… in einer Zeit, wo es verboten wurde, Flüchtlinge zu retten, die im Mittelmeer ertrinken… in einer Zeit, wo der Wohlstand auf der einen Seite durch unsägliche Raubzüge und Grausamkeiten auf der anderen Seite erzeugt wird? Ganz zu schweigen vom Schicksal der Kinder in den Kriegsgebieten, vom Schicksal der Tiere in Schlachthöfen, Tierlaboratorien oder Pelztierfarmen…

Um das kapitalistische System zu überwinden, brauchen wir eine positive Vision für eine nachkapitalistische Lebensordnung. Wir brauchen eine gemeinsame Vision für uns, unsere Kinder, für alle, die jetzt auf der Flucht sind und keine Heimat haben, eine Vision für Opfer und Täter, eine Vision für die Liebe, auch für unser Verhältnis zu den Tieren, zur Natur und zur ganzen kosmischen Welt, aus der wir ja alle kommen. Diese Vision ist keine Erfindung von Menschen, denn sie existiert als latente Realität im gesamten Bauplan des Lebens.

Der Bauplan des Lebens: Die lebendigen Systeme der Erde und des Universums folgen einer inneren Matrix, die auf Heilung und Einheit, auf höhere Entwicklung durch Kooperation und Zusammengehörigkeit gerichtet ist. Jede Krankheit ist heilbar, jeder Konflikt lösbar, wenn sich das menschliche Frequenzfeld mit der Frequenz dieses kosmischen Feldes verbindet. In diesem Feld sind die Konzepte von Ausbeutung, Feindschaft und Krieg nicht vorhanden. Wo Menschen sich in dieser neuen Lebensordnung begegnen, verwandeln sich Feinde in Freunde. Und genau darum geht es: diese Lebensordnung real auf der Erde zu errichten, eine Ordnung von Vertrauen, Liebe, Kooperation und Solidarität. Dieser Traum wird Wirklichkeit, sobald die ersten Gruppen auf der Erde angefangen haben, ihn zu erkennen und zu verwirklichen. Wir sprechen hier vom „Plan der globalen Heilungsbiotope“. (Nähere Informationen in meinem Buch „Terra Nova. Globale Revolution und Heilung der Liebe“).

Die gequälte Erde kann sich innerhalb kurzer Zeit in ein Paradies verwandeln und große Mengen von CO2 aus der Atmosphäre binden, wenn wir mit der Natur kooperieren und ihre Lebensgesetze befolgen. Wasser, Energie und Nahrung stehen allen Menschen kostenlos zur Verfügung, wenn wir der Logik der Natur und nicht den Gesetzen des Profits folgen. Aber das Problem, vor dem wir heute stehen, ist komplizierter, denn Mensch und Natur bilden in der Biosphäre eine energetische Einheit. Das heißt mit anderen Worten: Die Umweltkrise zerstörter Ökosysteme und die Inweltkrise zerstörter menschlicher Beziehungen und Gemeinschaften sind zwei Seiten desselben Gesamtproblems.

Auf der menschlichen Ebene brauchen wir neue Perspektiven für ein Zusammenleben ohne Angst und Gewalt und ohne die traumatischen Reste unserer historischen Herkunft, wir brauchen sie vor allem in den intimeren Zonen von Sexualität, Liebe und Partnerschaft, denn das tiefste (und heimlichste) Krisengebiet unserer Zeit ist die Beziehung unter Menschen. Es kann in der Welt keinen Frieden geben, solange in der Liebe (latenter) Krieg ist. Wir haben in der Zeit der Studentenrevolution vor 50 Jahren viele Ziele erreicht, – aber dann begann der Kampf im Inneren der Gruppen, der Kampf um die richtige Ideologie, um Anerkennung, Macht und Sex! Darauf war noch niemand vorbereitet. Niemand wusste, wie sehr die äußere Gewalt des Systems und der innere Kampf der Menschen aus derselben Quelle kamen. Wenn wir heute zum Erfolg kommen wollen, müssen wir Orte aufbauen, an denen Wahrheit und zwischenmenschliche Solidarität gelernt werden können.

Die Vision einer geheilten Welt kann natürlich nicht mit Zwang oder Gewalt durchgesetzt werden, auch nicht allein mit den herkömmlichen menschlichen und technischen Kommunikationsmitteln, dafür sind die Gegenkräfte noch zu stark. Aber neben der mechanistischen Logik des bisherigen Denkens in den Bereichen von Politik und Ökologie gibt es eine ganz andere Logik: Sie eröffnet sich uns, wenn wir unser Bewusstsein auf die Funktionsweise lebendiger Systeme richten. Resonanz statt harter Macht gehört zu ihren Erfolgsgeheimnissen. Dies bedeutet: Eine Information, die mit der inneren Matrix des Lebens und ihrer universellen Ethik übereinstimmt, verbreitet sich von selbst überall dort, wo empfangsbereite Menschen und Gruppen sind. Wir verwenden für dieses erstaunliche Phänomen den Begriff der „morphogenetischen Feldbildung“ des englischen Biologen Rupert Sheldrake. Wenn die Vision einer neuen Kultur in den ersten Gemeinschaften real entsteht und gelebt wird, gerät die Welt in einen „angeregten Zustand“, denn das, was jetzt an den ersten Orten geschieht, steht in Resonanz mit der höheren Lebensordnung im Bauplan des Lebens. Alle Menschen sind an diese höhere Ordnung genetisch angeschlossen. Viele Gruppen werden sich der neuen Information anschließen. Es entsteht der Gencode für eine neue Zivilisation.

Die Information für eine lebenswerte Zukunft enthält nicht die revolutionären Kampfparolen der alten Zeit, sondern zielt auf eine absolute Parteinahme für das Leben, auf die innere Verbindung mit den höheren Gesetzen der geistigen Welt und auf die Zusammengehörigkeit aller Wesen in der großen Familie des Lebens. Wir leben in der Zeit eines großen Epochenwechsels, dem Wechsel vom Patriarchat zu einer partnerschaftlichen Kultur, vom Hologramm der Gewalt zum Hologramm des Vertrauens. Je mehr Menschen sich weltweit mit diesem globalen Vorgang verbinden, desto schneller kann die grausame Zeit der Kriege beendet sein. Es könnte sehr schnell gehen.

Im Namen der Liebe für alle Kreatur!

von Dieter Duhm | Mai 23, 2019

Ja, ja und nochmals ja: Das Schlimmste muss nicht kommen. Ich sehe das auch so. Ich bin Optimist. Aber eben auch Realist, der weiß: Es KANN kommen. Ich rede von der KLIMA-KATASTROPHE

Fangen wir mal ganz naiv an, damit es auch jede*r versteht:

Ich bin Papa. Mein Kind ist krank, es fiebert. Die letzten drei Tage ist die Temperatur der Kleinen von 38 auf 40 Grad gestiegen. Ab und zu spricht sie schon im Delirium, aber noch immer erkennt sie mich, sagt „Papa“ und lächelt. Das ist tröstlich. Nur: Vorhin waren es beim Messen 40,2 Grad. Ich weiß, sie muss an diesem Fieber nicht sterben, vielleicht sinkt es ja wieder, bevor die 42 Grad überschritten werden und ihre Körpereiweiße gerinnen. Würde mir diese Hoffnung genügen, um die Hände in den Schoss zu legen, ihr ein bisschen die verschwitzte Stirn zu streicheln und mir die Gefahr so wie die letzten drei Tage schönzureden. Oder muss ich jetzt nicht ALLES (ja: ALLES) dafür zu tun, dass das Unglück nicht geschieht?

Bitte, mal ehrlich! Worst case MUSS in dieser Situation mitgedacht werden. Alles andere wäre verantwortungslos – freundlich ausgedrückt. Man könnte aber auch von „verbrecherisch“ reden.

Und ja, richtig, die Erde muss unter den vorhersehbaren Klimaauswirkungen nicht komplett verrücktspielen. Aber sie KANN. Und dann wird es für uns alles andere als lustig, ganz egal, ob wir nun im europäischen Elfenbeinturm wohnen oder nicht. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, was passieren KANN:

von Peter Zettel 

Was ich tue, folgt stets einer Kette von Ursachen, Reaktionen und Wirkungen. In meinen Reaktionen bin ich jedoch nicht wirklich frei, sondern ich folge immer meiner inneren, geistigen Haltung. Dabei macht es keinen Unterschied, ob ich Zeit habe, darüber nachzudenken, was ich tue oder eben nicht. Der „freie Wille“ liegt ausschließlich in meiner Haltung, die wiederum basiert auf meinen selten bewussten Überzeugungen und Ansichten; letztlich also auf meinem Weltbild, denn das ist das Gegenstück zu meinem Selbstbild.

Mein „freier Wille“ beginnt damit, mir meines Weltbildes wie meines Selbstbildes bewusst zu werden und zu sein, wobei das Selbstbild wesentlich schwieriger zu greifen ist als das Weltbild. Dieses Bild bildet wiederum mein Verständnis, von dem aus ich handle. Mein Verständnis ist also die Form, die „meine“ Inhalte definiert. „Ich“ gestalte Inhalte und damit mich selbst allein durch mein Verständnis, das ich mir immer wieder bewusst machen muss. Weiterlesen

Zu den unverzichtbaren Grundlagen menschlicher Dummheit, Feindseligkeit, Eifersucht, Gier und von Gewalt gehört die blinde Identifikation mit dem Ich. Sie ist die am schwersten überwindbare Blockade auf dem Weg zu einem „guten Leben für alle“. Einen gleichermaßen kostbaren wie köstlichen Beitrag dazu hat Wolf Schneider verfasst (danke für die Genehmigung der Übernahme):

Ich und das andere

Wenn ich so dahingehe, durchs Haus oder eine Straße lang, was beschäftigt mich da? Ich beobachte mein Bewusstsein. Ich verfolge, worauf es sich richtet. Wohin es schweift, wo es hängenbleibt und wann es ein Objekt wieder loslässt. Wie es sich einnistet, wenn ich an einem Objekt bleiben will oder dies zulasse. Dort verweile ich dann. Erstaunlich, wie leicht »ich« steuern kann, wo »ich« verweile. »Ich bin das dann«, kommt mir als dies beschreibender Satz in den Sinn, wenn ich diesen Vorgang denn benennen muss.

Da die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ in mir sowieso fast beliebig fluktuiert, kann ich sie ebenso gut zu dem hin fluktuieren lassen, was ich gerade wahrnehme. Weiterlesen

Verschwörungstheorien und Menschenwürde stehen in einem inneren Widerspruch, leben sie doch meist von der verallgemeindernden Verunglimpfung und Trennung der Menschen: Dort sind die Bösen, hier, in unserem Lager die Guten. Leider erweist sich nicht jede Verschwörungstheorie als falsch. Dass sich etwa die Aussage bewahrheiten könnte, der Kriegsanlass für den US-Angriffs auf den Irak sei erstunken und erlogen, hatte eine kurze Weile kaum jemand für möglich gehalten. Und als Verschwörungstheorie abgetan. Heute wissen wir es besser. Besser wissen wir inzwischen aber auch, dass die wirkmächtigste und tödlichste aller Verschwörungstheorien eine infame und gezielt in die Welt gesetzte Lüge war: die Mär von der jüdischen Weltverschwörung.

Wer es mit ihren Verfechtern zu tun hat, der erhält aus folgendem Buch des Berliner Antisemitismusforschers Prof. Wolfgang Benz alle nötigen Gegenargumente: „Die Protokolle der Weisen von Zion. Die Legende von der jüdischen Weltverschwörung.“

Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt.

Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt lässt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.

Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Weiterlesen

Es gibt eine ganz neue Seite auf ökoligenta: Wissen für den Großen Wandel. Der Grund dafür ist einfach: Wer die richtigen Informationen hat, kann auch richtig handeln. Umgekehrt stimmt das leider auch. Und weil nun mal die Besitzer der Meinungshoheit gerne ihre Wahrheit verbreiten, kontrollieren sie damit auch das Handeln der Masse.

Natürlich wird es immer Kritik an unserer Wissensseite geben und vielleicht sogar geben müssen. Dann bitten wir um einen jeweiligen Verbesserungsvorschlag.