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„Die Zeit wird knapp“ titelt Fritz Habekuß in der ZEIT – und bezieht sich damit, beinahe erscheint es uns schon selbstverständlich, auf die Klimakrise. Seine Aussage baut nicht auf eigener Abschätzung auf, sondern ist das Fazit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung auf höchstem wissenschaftlichen und institutionellen Niveau. Leopoldina, die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt, hat zum umweltpolitischen Verhalten der Bundesrepublik kürzlich Stellung genommen. Hier die Zusammenfassung:

„Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die Weltgemeinschaft vereinbart, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken, um die daraus entstehenden Schäden für Menschheit und Natur abzumildern. Dieses Ziel ist nur noch zu erreichen, wenn sofort sowohl nationale wie auch internationale Vereinbarungen eingehalten werden. Schäden durch Abschmelzen von Schnee und Eis, Anstieg des Meeresspiegels, Ausweitung von Trockenzonen, Extremwetter und steigender Verlust von Artenvielfalt und Lebensräumen an Land und im Meer können nur noch durch erhebliche und bereits in den kommenden zehn Jahren wirksame Anstrengungen begrenzt werden. Ansonsten werden große Regionen der Erde nicht mehr bewohnbar sein, selbst wenn sich einzelne Regionen als „Klimagewinner“ verstehen. Bei uns und weltweit wächst zudem der Generationenkonflikt darüber, dass wir heute die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Kindeskinder aufbrauchen. Nicht zuletzt werden die Kosten des Klimawandels weiter dramatisch ansteigen. Nur mit einer entschlossenen und zügig umgesetzten Klimapolitik – national, mit den zentralen europäischen Partnern und durch weltweite Kooperation – kann es gelingen, die sich bereits abzeichnenden katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu mindern.“

Den vollständigen Text findet Ihr HIER.

Die relevanten wissenschaftlichen Veröffentlichungen unterscheiden sich nur geringfügig. Während die einen von einem verbleibenden Zeitfenster von zweieinhalb Jahren sprechen, nehmen andere noch fünf Jahre an, ehe das Klimasystem der Erde ins Trudeln gerät.

Weder das eine noch das andere ist beruhigend. Doch sollten wir uns die Klima-Fakten genau anschauen, um die tatsächlichen Gefahr auch wirklich zu verinnerlichen. Tomasz Konicz hat für TELEPOLIS die Informationen verdichtet und eingeschätzt:

Weltklima auf der Kippe

Der Sommer 2019 könnte als die große Umbruchszeit in die Menschheitsgeschichte eingehen, in der das Überschreiten der Kipppunke des globalen Klimasystems evident wurde – falls in den kommenden Dekaden überhaupt noch so etwas wie Geschichtswissenschaft betrieben werden sollte.

Eine monströse wissenschaftliche Fehleinschätzung wurde etwa Mitte Juni aus der kanadischen Arktis gemeldet. Das Auftauen des Permafrostbodens in vielen arktischen Regionen Kanadas schreitet viel schneller voran, als ursprünglich von der Klimawissenschaft prognostiziert … Weiterlesen

 

 

Ja, ja und nochmals ja: Das Schlimmste muss nicht kommen. Ich sehe das auch so. Ich bin Optimist. Aber eben auch Realist, der weiß: Es KANN kommen. Ich rede von der KLIMA-KATASTROPHE

Fangen wir mal ganz naiv an, damit es auch jede*r versteht:

Ich bin Papa. Mein Kind ist krank, es fiebert. Die letzten drei Tage ist die Temperatur der Kleinen von 38 auf 40 Grad gestiegen. Ab und zu spricht sie schon im Delirium, aber noch immer erkennt sie mich, sagt „Papa“ und lächelt. Das ist tröstlich. Nur: Vorhin waren es beim Messen 40,2 Grad. Ich weiß, sie muss an diesem Fieber nicht sterben, vielleicht sinkt es ja wieder, bevor die 42 Grad überschritten werden und ihre Körpereiweiße gerinnen. Würde mir diese Hoffnung genügen, um die Hände in den Schoss zu legen, ihr ein bisschen die verschwitzte Stirn zu streicheln und mir die Gefahr so wie die letzten drei Tage schönzureden. Oder muss ich jetzt nicht ALLES (ja: ALLES) dafür zu tun, dass das Unglück nicht geschieht?

Bitte, mal ehrlich! Worst case MUSS in dieser Situation mitgedacht werden. Alles andere wäre verantwortungslos – freundlich ausgedrückt. Man könnte aber auch von „verbrecherisch“ reden.

Und ja, richtig, die Erde muss unter den vorhersehbaren Klimaauswirkungen nicht komplett verrücktspielen. Aber sie KANN. Und dann wird es für uns alles andere als lustig, ganz egal, ob wir nun im europäischen Elfenbeinturm wohnen oder nicht. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, was passieren KANN: