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Kennen Sie den Begriff der Allmende?

„Die Allmende (auch die Gemeindeflur oder das Gemeindegut) ist ein Teil des Gemeindevermögens (Landfläche, Gewässer, Wald), das als gemeinschaftliches Eigentum von der gesamten Bevölkerung benutzt werden darf“ (Quelle: Wikipedia).

Eine kurze Geschichte dazu:

Auf einer gemeinschaftlich genutzten Weidefläche halten Bauern ihre Rinder. Anfangs passt die Anzahl der Tiere zur Kapazität der Wiese, um Überweidung zu vermeiden. Doch als ein Landwirt mehr Rinder hinzufügt, leidet das Gras und wächst schlechter. Dieser Bauer profitiert finanziell, während die Wiese Schaden nimmt. Obwohl allen klar ist, dass zu viele Tiere die Weide zerstören, überwiegt oft der Eigennutz. Und so fragt sich jeder Einzelne, warum ausgerechnet er sich an die Regeln halten soll, wenn die Weide doch nun ohnehin übernutzt ist. Infolgedessen bringen die Bauern immer mehr Kühe auf die Allmende. Bald hat sich das grüne Grasland in ein Schlammfeld verwandelt, unbrauchbar für die Rinderhaltung. Die Bauern sahen das Ende voraus, aber jeder von ihnen wusste, dass es nichts bringt, als Einziger bescheiden zu bleiben. Denn die Wiese wäre trotzdem von den anderen zerstört worden und man selbst hätte außerdem noch weniger verdient. So haben die Bauern, indem sie die Grenzen nachhaltiger Nutzung missachteten, letztendlich alles verloren – eine wahre Tragödie.

Auch unsere Atmosphäre stellt ein solches gemeinschaftliches Eigentum dar, das jeder nach Gutdünken nutzen und leider auch übernutzen darf. Die Folge dieser Übernutzung ist die globale Klimakrise. Der einzelne Mensch glaubt jedoch, nur einen begrenzten Einfluss beim Thema Klimaschutz zu haben, was zu einem Mangel an Verantwortungsbewusstsein führt. Ähnlich wie die Vernachlässigung öffentlicher Orte, wie etwa herumliegender Abfall in Parks oder die mangelnde Sauberkeit auf Toiletten von Autobahnraststätten. Es handelt sich hierbei um das gleiche Prinzip: die Tragödie der Allmende.

Wie kann das Dilemma zwischen Eigennutz und Gemeinschaftswohl gelöst werden?

Dazu braucht es verbindliche Spielregeln, die das begrenzte Allgemeingut gerecht aufteilt. Bezogen auf den Klimawandel bedeutet dies, dass das Recht, die Atmosphäre durch klimaschädliche Emissionen zu belasten, einer Rationierung unterliegen sollte. Dabei versteht es sich von selbst, dass jeder Mensch ein gleichberechtigtes Nutzungsrecht an der gemeinsamen Ressource, der Atmosphäre, besitzen sollte.

Wie solch ein Modell auf EU-Ebene aussehen könnte, beschreibt die gemeinnützige Organisation für nachhaltige Ökonomie mit dem Konzept der komplementären Klimawährung ECO (Earth Carbon Obligation). Das Ausgabevolumen des ECO setzt dabei die konsequenten Rahmenbedingungen, die zwingend erforderlich sind, um das Klimaziel zuverlässig einzuhalten. So dient die Klimawährung als ökologisches Grundeinkommen, das jedem Bürger gleichermaßen zusteht und handelbar ist. Es wird sichergestellt, dass niemand über seine Verhältnisse CO2 emittieren kann, zu Lasten aller anderen. Auch dient die ECO-Währung Produkten als zusätzliches Preisschild, das den CO2-Fußabdruck der Produktion widerspiegelt. Damit ermöglicht sie den Verbrauchern, klimafreundliche Entscheidungen zu treffen. So wird ein verantwortungsvoller Umgang mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten gefördert und die Defossilisierung der Industrie beschleunigt.

Erfahren Sie mehr über diesen Vorschlag, der bereits von renommierten Klimawissenschaftlern, wie z.B. Professor Dr. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber befürwortet wird: https://www.saveclimate.earth

Im Moment werden Wirtschaft und Umwelt als getrennte Systeme behandelt. Das ist ein großes Problem, denn so konkurrieren sie miteinander, und am Ende gewinnt immer die Ökonomie. Dies ist ein systemimmanentes Problem unseres gegenwärtigen Wirtschaftssystems, das auf Gewinnstreben und Übernutzung natürlicher Ressourcen fixiert ist. Deshalb können wir die Klimakrise nicht innerhalb des bestehenden Geldsystems lösen.

Die vereinfachte Gleichung „Geld = Konsum = Emissionen“ bringt die allgegenwärtige Klima- bzw. Emissionsungerechtigkeit zwischen Arm und Reich anschaulich zu Tage. Zudem beschreibt sie den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zwischen Vermögen und klimaschädlichen Emissionen – jedenfalls solange unsere Konsumgüter noch nicht klimaneutral produziert werden.

 

Also klimaschädliche Produkte verteuern?

Nein, denn eingespartes Geld durch Einschränkung oder Verzicht bzw. wirkungsvollere Technologien an der einen Stelle wird in der Regel an anderer Stelle wieder ausgegeben – z.B. für einen zusätzlichen Urlaub (Rebound-Effekt). Auch deshalb sind wirksamer Klimaschutz bzw. unsere konsumbedingten Emissionen vom Geldsystem abzukoppeln – beispielsweise durch eine komplementäre Klimawährung!

Unser herkömmliches Geld alleine ist ungeeignet, die Belastung der Ökosysteme durch unseren Konsum transparent abzubilden. Es gibt nämlich viele Produkte, die zwar ökonomisch sehr günstig herzustellen sind und folglich auch billig verkauft werden, deren Herstellung oder Betrieb aber ausgesprochen umweltschädlich sind. Auch verhindert der im Produktpreis enthaltene CO2-Preisaufschlag eine wünschenswerte Transparenz, denn dieser geht nahezu gänzlich im Gesamtpreis unter. Dies erschwert den Verbrauchern die Möglichkeit sich für das klimafreundlichere Produkt zu entscheiden.

Deswegen werden wir weder durch den Zertifikatehandel noch über Verteuerungen die notwendige Emissionsreduktion erreichen. Es braucht ein Modell, das nationalstaatliche Interessen mit globalen Notwendigkeiten vereinbaren kann. Denn die Emissionen drastisch zu reduzieren, um planetare Grenzen einzuhalten, ist nicht optional, sondern zwingend notwendig!

 

„Eine wirkungsvolle und zugleich sozial-gerechte Alternative könnte ein konsequent verursacherbasiertes System auf Konsumentenebene sein.“

 

Die Einführung persönlicher handelbarer CO2-Budgets würde das Kaufverhalten der großen Menge der Verbraucher verändern. So ließe sich der notwendige Veränderungsdruck auf die Wirtschaft aufbauen, ihre Produktionsprozesse aus eigenem Interesse immer nachhaltiger zu gestalten – hin zu deutlich mehr grünen Alternativen für die Konsumenten. Denn die Industrie produziert das was wir mit unseren begrenzten Budgets kaufen (können).

 

Die Klimakrise ist ein globales, multikausales und vielschichtiges Problem. 

Wir können sie nicht mit Einzelregelungen bekämpfen. Wir brauchen einen mess- und regulierbaren Handlungsrahmen, mit dem wir auf ökologische Herausforderungen zügig und angemessen reagieren können. Nur wenn wir unsere Wirtschafts-, Konsum- und Lebensweise nachhaltig gestalten, und ökologische wie auch soziale Gesichtspunkte gleichrangig zu ökonomischen berücksichtigen, werden wir unserer Verantwortung für zukünftige Generationen gerecht.

 

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel …

  • der Treibhausgase im Zusammenhang mit unserem Konsum zugleich lückenlos erfasst, transparent abbildet, und gerecht abrechnet
  • hin zu einem System, bei dem der Einzelne frei über sein Konsumverhalten entscheiden kann, allerdings innerhalb klar gesteckter Grenzen für alle
  • welcher ein punktgenaues und flexibles Erreichen des Klimaziels garantiert
  • hin zu einem Modell, das administrativ relativ unaufwändig ist, und darüber die soziale Ungleichheit reduziert
  • weg von Maßnahmen, die überwiegend auf Verteuerung bzw. Einschränkung und Verzicht setzen, überwiegend einkommensschwächere Haushalte überproportional betreffen, und die inländische emissionsintensive Industrie ins Ausland vertreiben, wo weniger strenge Umweltauflagen gelten
  • weg von kleinteiligen oft unpopulären Maßnahmen, hin zu persönlichen handelbaren Emissionsbudgets

 

Mit einer komplementären Klimawährung und persönlichen Emissionsbudgets zum Klimaziel

Eine sozial-gerechte und vor allem effektivere Alternative zu den gängigen Werkzeugen zur Emissionsreduktion könnte eine Klimawährung sein, die parallel zur Landeswährung existiert. Mit einer solchen digitalen Kohlenstoff-Ressourcenwährung könnten die Bürger ihre konsumbasierten CO2-Emissionen bezahlen. Diese Währung würde mittels persönlicher handelbarer Emissionsbudgets das Steuerungspotential für Klimaschutz in die Hände aller Verbraucher legen, und Unternehmen intrinsisch motivieren umweltfreundlicher zu produzieren. Zusätzlich könnte ein solcher Emissionshandel auf Bürgerebene zur Verringerung der Wohlstandsschere beitragen, da unverbrauchtes Budget gegen Geld verkauft werden kann. Einkommensschwächere Haushalte oder Bürger ärmerer Länder, die meist weniger klimaschädlich konsumieren, erhielten so ein zusätzliches finanzielles Einkommen.

Das Modell würde eine sozio-ökologische Transformation fördern, indem es die Verantwortung und das Steuerungspotential für Klimaschutz auf die Konsumenten überträgt, und gleichzeitig ohne zusätzliche ordnungsrechtliche Verteuerungen auskommt. Darüber hinaus entbindet es die Politik kleinteilige und oft unpopuläre Maßnahmen zu verhängen, umzusetzen und kontrollieren zu müssen.

Mehr dazu unter: www.saveclimate.earth

Vielen Bürgern ist nicht bewusst, welche enormen Treibhausgas-Einsparungen notwendig wären, um die Erderwärmung zumindest auf ein akzeptables Maß zu begrenzen. In Deutschland liegt der durchschnittliche CO2 Pro-Kopf-Verbrauch bei ca. 10 Tonnen im Jahr. Tatsächlich müsste der Verbrauch weniger als 2 Tonnen betragen, d.h. der Energieverbrauch jedes Einzelnen von uns müsste um ca. 80 Prozent sinken.

Was lässt sich also tun?

Politik, Industrie, Gesellschaft – oder die Diffusion von Verantwortung

 

Die Politik kann es nicht richten, die Industrie will es nicht richten, und wir Bürger sehen uns vor einer unlösbaren Aufgabe aufgrund der Größe des Problems.

 

Warum ist dies so?

Von Seiten der Politik betrachtet:

Wer wiedergewählt werden will, ist auf Massenzustimmung der Bevölkerung angewiesen. Verbote und Zwänge finden deshalb keine gesellschaftliche Mehrheit. Außerdem sind Wirtschaft und Politik eng miteinander verflochten. Eine Regierung ist ferner massiv von einer gut funktionierenden Wirtschaft abhängig, die keine zusätzlichen Aufwände für Klimaschutz will. Politik ist in Sachzwängen verhaftet und unterstützt vornehmlich ihre wirkmächtigste Klientel. Wirklich wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Klimawandel bedeuten politischen Selbstmord.

Von Seiten der Industrie betrachtet:

Das primäre Ziel der Industrie ist Wachstum und Profit, nicht Klimaschutz. Ein Umbau der Produktion, hin zu klimafreundlichen Prozessen bedeutet zunächst Investitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit negativ (z.B. gegenüber den USA und China) beeinflussen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Inwieweit sind die Konsumenten gewillt, für echte CO2-freie Produkte einen höheren Preis zu akzeptieren.
Die mit Erdöl und Erdgas arbeitende Industrie wird zurzeit doppelt gefördert:

  • Sie muss für die Folgekosten der verursachten Schäden nicht bezahlen
  • Sie erhält umfangreiche Subventionen

Welche Unternehmen würden freiwillig unwirtschaftliche Entscheidungen treffen und dadurch einen Wettbewerbsnachteil riskieren?

Welche Rolle spielen wir Konsumenten?

Betreffen die erforderlichen Klimaschutz-Maßnahmen die persönliche Komfortzone (oder den eigenen Geldbeutel), nimmt die Akzeptanz für Klimaschutzmaßnahmen dramatisch ab. Zudem ist der Einfluss des Einzelnen sehr begrenzt, und führt daher schnell zur Resignation. Auch der Effekt der Abnutzung spielt eine Rolle. Immer wiederkehrenden Katastrophenmeldungen führen zu einer Gewöhnung, und irgendwann hört man nicht mehr zu. Darüber hinaus schmelzen die Gletscher ja nicht in unseren Vorgärten und die untergehenden Inseln in der Karibik sind weit weg. Doch ist die Umwelt- und Klimakrise die zentrale Bedrohung des künftigen Wohlstands. Vom Wegschauen hat sich aber noch selten ein Problem gelöst. Ebenso wenig hilft Wunschdenken weiter à la: Der Markt wird schon die richtigen Technologien zur Lösung der Erderwärmung entwickeln. Neue Techniken tauchen nicht einfach aus dem Nichts auf, um dann zeitgerecht unsere Probleme zu lösen.

Ein möglicher Gamechanger in der Klimapolitik

Unterschiedlichste Zielkonflikte, ökologisches Bewusstsein und ökonomische Zwänge, Eigennutz und Moral sowie die Unschärfe gesellschaftlicher Verantwortung bilden einen Teufelskreis. Klimaschutz darf daher nicht der Freiwilligkeit des Einzelnen, der Industrie oder den Regierungen von Staaten überlassen werden.

Eine Lösung des Problems ist nur denkbar, wenn marktwirtschaftliche Gesetze im Einklang mit ökologischer Nachhaltigkeit funktionieren. Möglich wird dies durch ein System, das nach dem Verursacherprinzip die kleinste Einheit am Markt berücksichtigt, nämlich den Konsumenten. Denn er hat eine enorme Steuerungswirkung auf die Produktionsprozesse der Industrie. Ein solches System könnte mittels eines ökologischen Grundeinkommens die Macht und das Steuerungspotential für Klimaschutz komplett in die Verantwortung aller Bürger legen – mehr dazu am Ende des Artikels.

Wir leben alle innerhalb desselben Systemdesigns, das den gegenwärtigen Zustand unserer Mitwelt ermöglichte. Deshalb müssen wir als Gesellschaft auch wieder gemeinsam aus der Krise herausfinden, und zwar ohne jemanden dabei abzuhängen. Die Frage nach mehr oder weniger Schuld hilft dabei nicht weiter. Wir müssen die generellen Spielregeln ändern. Dazu braucht es einen Paradigmenwechsel – einen systemischen Ansatz, der all die teils sehr unterschiedlichen Lebensrealitäten, individuellen Konsumpräferenzen und Interessenkonflikte der Menschen berücksichtigt, und nur so weit regulierend eingreift, wie absolut unerlässlich ist.

Zu schaffen ist ein Modell ökologischer Leitplanken, in dem jeder Bürger mittels persönlicher Emissionsbudgets selbst darüber entscheiden kann, wie er Klimaschutz in sein Leben integriert – und nicht ob. Und überdies ein Maximum an persönlicher Konsumentscheidungsfreiheit ermöglicht, allerdings innerhalb ganz klar gesteckter ökologischer Grenzen für alle. Ein solches Konzept entbindet die Politik von der Notwendigkeit, kleinteilige und oft unpopuläre ordnungsrechtliche Maßnahmen erlassen, umsetzen und kontrollieren zu müssen

Emissionsminderung – „too little and too late“

Mit den gängigen Werkzeugen EU-Emissionshandel und CO2-Steuer werden wir das Klimaziel voraussichtlich verfehlen. Die Wunschvorstellung, über Geldpreissignale die erforderlichen Verhaltensänderungen bei den Konsumenten zu bewirken, ist krachend gescheitert. Das was durch die enormen Preissteigerungen an den Tankstellen und beim Heizen tatsächlich an Emissionen eingespart wurde, bewegt sich leider nur im einstelligen Prozentbereich. Wie sollte es auch über Verteuerungen funktionieren können?! Schließlich stehen uns Verbrauchern nicht annähernd in ausreichendem Maße klimaneutrale Konsum- und Mobilitätsalternativen zur Verfügung.
Darüber hinaus ist der Weg, Klimapolitik über Konsumverteuerung zu gestalten, aus verschiedenen weiteren Gründen nicht zielführend. Zum einen unterliegt man der irrigen Annahme, dass ein höherer Preis automatisch auch in gleichem Maße die Nachfrage reduziert. Die Lenkungswirkung eines höheren Geldpreises ist unzureichend, weil es den Effekt der Preiselastizität gibt. Nach den eisernen Gesetzen des Marktes führt normalerweise ein Ansteigen des Preises zu einer verringerten Nachfrage – jedoch bei weitem nicht in gleichem Maße. Die Bürger zahlen die Aufschläge zwar widerwillig, aber sie zahlen sie – notgedrungen. Deshalb trifft es auch beim Klima nicht zu, dass sich durch Verteuerungsmaßnahmen die (Über)Nutzung der Atmosphäre mit klimaschädlichen Gasen in ausreichendem Umfang verringern, geschweige denn limitieren ließe. Denn ein jeder kann grundsätzlich nach wie vor unbegrenzt emittieren, einzig die Kosten dafür erhöhen sich. Es fehlt eine konkrete Verknappung der Emissionen durch Budgetierung!

Warum man die Klimakrise nicht innerhalb des Geldsystems lösen kann

Unser herkömmliches Geld alleine ist ungeeignet, die Belastung der Ökosysteme durch unseren Konsum transparent abzubilden. Denn es gibt viele Produkte in unserer modernen Konsumgesellschaft, die zwar ökonomisch sehr günstig herzustellen sind, und folglich auch billig verkauft werden, deren Herstellung oder Betrieb aber mit hohen Umweltkosten verbunden sind. Solange unsere Konsumgüter nicht generell klimaneutral produziert werden, veranschaulicht die vereinfachte Gleichung „mehr Geld = mehr Emissionen“ die allgegenwärtige Klima- bzw. Emissionsungerechtigkeit zwischen Arm und Reich. Dennoch nutzen Verteuerungen im Kampf gegen den Klimawandel wenig. Denn eingespartes Geld an der einen Stelle wird in der Regel an anderer Stelle wieder ausgegeben – z.B. für einen zusätzlichen Urlaub (Rebound-Effekt). Auch deshalb ist es unerlässlich, wirksamen Klimaschutz bzw. unsere konsumbedingten Emissionen vom Geldsystem abzukoppeln – beispielsweise durch eine komplementäre Klimawährung!

Nationalstaatliche Interessen mit globalen Notwendigkeiten vereinbaren

Die Umweltbelastungen drastisch zu reduzieren um planetare Grenzen einzuhalten, ist keine Wahlmöglichkeit, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Es braucht also ein Modell, das nationalstaatliche Interessen mit globalen Notwendigkeiten vereinbaren kann. Eine wirkungsvolle und zugleich sozial-gerechte Alternative könnte ein Vorschlag der NGO SaveClimate.Earth sein. Deren Lösungsvorschlag besteht darin, ein konsequent verursacherbasiertes System auf Konsumentenebe zu etablieren. Persönliche handelbare CO2-Budgets und das daraus resultierende veränderte Kaufverhalten baut den notwendigen Veränderungsdruck auf die Wirtschaft auf, ihre Produktionsprozesse immer nachhaltiger zu gestalten, denn die Industrie produziert das, was wir mit unseren begrenzten Budgets kaufen (können). Ein solches System erlaubt uns, auf ökologische Herausforderungen zügig und angemessen zu reagieren.

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel …

  • der Treibhausgase im Zusammenhang mit unserem Konsum zugleich lückenlos erfasst, transparent abbildet, und gerecht abrechnet
  • hin zu einem System, bei dem der Einzelne frei über sein Konsumverhalten entscheiden kann, allerdings innerhalb klar gesteckter Grenzen für alle
  • der ein punktgenaues und flexibles Erreichen des Klimaziels garantiert
    hin zu einem Modell, das administrativ relativ unaufwändig ist, und darüber hinaus zur Verringerung der sozialen Ungleichheit beiträgt
  • weg von Maßnahmen die überwiegend auf Verteuerung bzw. Einschränkung und Verzicht setzen, überwiegend einkommensschwächere Haushalte überproportional betreffen, und die inländische emissionsintensive Industrie ins Ausland vertreiben, wo weniger strenge Umweltauflagen gelten
  • weg von kleinteiligen oft unpopulären Maßnahmen, hin zu persönlichen handelbaren Emissionsbudgets

 

Die politischen Debatten über Regelungen bis ins kleinste Detail könnten entfallen, da die Konsumenten durch ihre Kaufentscheidungen, auf Basis günstigerer ökologischer Preise, die notwendigen Transformationsprozesse in der Wirtschaft auslösen und unterstützen.
Denn durch den marktwirtschaftlichen Ansatz einer vom Geldsystem entkoppelten Klimawährung kommen automatisch die am besten geeigneten Methoden bzw. Techniken zur Anwendung, die mit dem geringsten Aufwand die beste Emissionsreduktion bewirken. Und dies ohne die Notwendigkeit zusätzlicher Verteuerungen bzw. staatlicher oder ordnungsrechtlicher Interventionen.

 

Die NGO SaveClimate.Earth, Organisation für nachhaltige Ökonomie, hat zu handelbaren persönlichen Emissionsbudgets ein Konzept ausgearbeitet, das Initial auf EU-Ebene eingeführt werden könnte.

 

Es gibt Antworten darauf,

  • wieso ein Emissionshandel auf Bürger-Ebene dem Zertifikatehandel der Industrie und der CO2-Steuer überlegen ist.
  • wie persönliche handelbare Emissionsbudgets der effektive und sozial-gerechte Gegenentwurf zu allen aktuellen Maßnahmen sein könnten und wir so ein festgelegtes Emissionsziel garantiert einhalten können.
  • wie die Etablierung einer komplementären Ressourcenwährung ECO (Earth Carbon Obligation) als globales CO2-Äquivalent aussehen könnte.
  • wie die monatliche Auszahlung des ECO als ökologisches Grundeinkommen in Form eines persönlichen handelbaren CO2-Budgets funktioniert.
  • wie ein separates Emissionspreisschild in der Klimawährung ECO dafür sorgt, dass die Klimaschädlichkeit von Produkten miteinander vergleichbar wird.
  • wie wir unseren individuellen CO2-Konsum über ein eigenes Klimakonto bezahlen könnten.

 

 

Das Buch zum Konzept der Klimawährung ECO ist im Oekom Verlag erschienen und kann kostenlos als E-Book heruntergeladen werden.

 

 

 

Eine Rezension von „Schöner grüner Schein“

Von Bobby Langer

„Was auch immer Sie lieben, es ist bedroht. Aber lieben ist ein Tätigkeitswort. Möge diese Liebe uns ins Handeln bringen.“

Es gibt so etwas wie das „fröhliche gute Gewissen der Grünen“. Gemeint sind damit nicht nur die Parteimitglieder, sondern alle, die auf diesem Segelschiff der Illusionen mitschwimmen. Im Schiffsbauch befindet sich die Vorstellung eines Green New Deal, mit dem wir die westliche Industriegesellschaft ohne sonderliche Abstriche retten und weiterbetreiben können.

Die Autoren von „Schöner grüner Schein“, Derrick Jensen, Lierre Keith und Max Wilbert, bezeichnen die Segelmeister und Passagiere dieses Segelschiffs als die „Hellgrünen“.  Mit ihrem jüngst auf Deutsch erschienenen Buch tun sie alles, um Bewegung in die Wogen zu bringen und dieses ruhige Gewissen aufzuscheuchen. Kapitel für Kapitel belegen sie, dass eine „grüne“ Industriegesellschaft nur um den Preis weiterer und unaufhaltsamer Umweltzerstörungen möglich ist. „Hellgrüne Lösungen sind nur dazu da, den lebenden Planeten wieder und immer weiter zu zerstören.“

So sei also an den Anfang dieser Besprechung einerseits eine Warnung gestellt, andererseits ein Versprechen. Eine Warnung, weil die Lektüre der 463 Textseiten einem die „grüne Unschuld“ nimmt und der „deflorierte Leser“ danach ernüchtert seine Positionen überdenken muss; ein Versprechen hingegen für all jene, die schon immer das „Weiter so“ unter grüner Flagge mit Bauchgrimmen wahrgenommen haben. Hier bekommen sie endlich das inhaltliche, argumentative Rüstzeug für die nächste Debatte. Denn wenn in diesem Buch etwas nicht fehlt, dann sind das die Fakten: Fakten zur Solar- und Windindustrie, Fakten zur grünen Energiespeicherung, Fakten zu Recycling und Effizienz, zur grünen Stadt, zum grünen Netz und zur Wasserkraft sowie diversen Scheinlösungen wie Geothermie oder Kohlenstoffabscheidung.

Das Spektrum des Umweltschutzes [aus Sicht der Autoren]

Tiefgrün

Sowohl der lebende Planet als auch die nichtmenschlichen Lebewesen haben das Recht zu existieren. Das menschliche Wohlergehen hängt von einer gesunden Ökologie ab. Um den Planeten zu retten, müssen die Menschen innerhalb der Grenzen der natürlichen Welt leben.

Lifestylisten

Der Mensch ist von der Natur abhängig, und die Technologie wird die Umweltprobleme wahrscheinlich nicht lösen, aber politisches Engagement ist entweder unmöglich oder unnötig. Das Beste, was wir tun können, ist, uns in Eigenverantwortung zu üben … Der Rückzug wird die Welt verändern.

Hellgrüne

Es gibt ernsthafte Umweltprobleme, aber grüne Technologie und grünes Design sowie ethisches Konsumverhalten werden es möglich machen, den modernen, energieintensiven Lebensstil auf unbestimmte Zeit fortzusetzen.

Vernünftige Nutzer

Es gibt zwar ökologische Probleme, aber die meisten davon sind nicht so schlimm und können durch ein angemessenes Management gelöst werden.

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Alles, worum Derrick Jensen bittet, ist „ehrlich mit uns selbst zu sein“. Was er damit meint, zeigt er am Beispiel einer „unschuldigen“ Brille: „Sie besteht aus Plastik, für das Öl und Transportinfrastrukturen benötigt werden, und aus Metall, für das Bergbau, Öl und Transportinfrastrukturen erforderlich sind … und die moderne Glasherstellung erfordert Energie und Transportinfrastruktur. Die Minen, aus denen die Materialien für meine Lesebrille kommen, müssen irgendwo liegen, und die Energie für die Herstellung muss auch irgendwoher kommen.“ Es gibt nun mal kein Abrakadabra-Simsalabim für irgendein Industrieprodukt, auch wenn es uns so vorgespiegelt wird. Wir meinen, wir bräuchten nur das nötige Kleingeld zu haben, und schon „zaubern“ wir uns, ohne Umweltkosten, unseren Komfort herbei – eine kindliche Vorstellung.

Ein kleiner Wermutstropfen angesichts der vielen Fakten ist ihr relatives Alter. Der US-Titel „Bright Green Lies: How the Environmental Movement Lost Its Way and What We Can Do About It” erschien 2021. Die im Buch genannten Zahlen sind also wenigstens fünf Jahre alt. Andersherum wissen wir: So gut wie nichts hat sich seither zum Besseren gewendet.

Wie gut, dass das Autorenteam einen nicht im Regen stehen lässt. Auf rund 40 Seiten befasst es sich mit „wirklichen Lösungen“, an denen – zumindest dieser Logik nach – kein Weg vorbeigeht. Letzten Endes gehe es um alles oder nichts. Zu einer zukunftsfähigen Lösung, so die Autoren, werden wir erst kommen, wenn wir bereit sind, „eine Lawine von Wehmut auszuhalten … Aber wenn man diesen Planeten liebt, muss man es tun“. Was anstehe, sei eine Reindigenisierung der westlichen Lebensweise. „Wir müssen erkennen, dass, da die Erde die Quelle allen Lebens ist, die Gesundheit der Erde bei unseren Entscheidungsprozessen an erster Stelle stehen muss … Wenn wir unsere Werte ändern, werden bisher unlösbare Probleme lösbar.“ Wir müssen aufhören, uns die falschen Fragen zu stellen.  „‚Wie können wir weiterhin industrielle Energiemengen gewinnen, ohne Schaden anzurichten?‘, ist die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: ‚Was können wir tun, um der Erde zu helfen, die durch diese Kultur verursachten Schäden zu reparieren?‘“

Zurück zum Einstieg: Dieses Buch ist schwer verdauliche Kost, nicht weil es schwer zu lesen wäre, sondern weil es seinen Leserinnen und Lesern von Kapitel zu Kapitel mehr den Staub der Illusionen aus dem Zivilisationsmäntelchen klopft. „Schöner grüner Schein“, schreibt Vandana Shiva, sei „ein dringend notwendiger Weckruf, wenn wir verhindern wollen, dass wir schlafwandelnd aussterben – und damit den 200 unserer Mitgeschöpfe und Verwandten folgen, die täglich von einer extravistischen, kolonisierenden Geldmaschine in den Tod getrieben werden, die von grenzenloser Gier geschmiert und vom mechanistischen Geist des Industrialismus geleitet wird.“

Schöner grüner Schein. Warum »grüne« Technologien derselbe Irrweg in Grün sind. Von Derrick Jensen, Lierre Keith und Max Wilbert, Verlag Neue Erde, 517 S., 36 Euro, ISBN 978-3-89060-838-9

50 Tipps, wie Sie einsteigen, mitmachen und helfen können

Eine Rezension von Bobby Langer

Wer sich auch nur ein bisschen mit der Klimakrise auseinandersetzt, kann angesichts der monumentalen Probleme leicht den Mut verlieren. Also schnell den Teppich anheben und das Problem drunterschieben? Mit Gerd Pfitzenmaiers Mut machendem Handbuch kann jeder ohne Umschweife zum Aktivisten werden. Man spürt, dass sich der Autor seit Jahrzehnten damit befasst, komplexe Mitweltthemen für ein breites Publikum verständlich aufzubereiten.

Mut machend ist das Buch auf zweierlei Weise: Weiterlesen

Noch bis vor kurzen war der Spruch „die Welt retten“ eine Metapher. Die wurde schon allein deswegen nicht ernstgenommen, weil man dann ja hätte eingestehen müssen, die Welt sei in Gefahr.

Inzwischen hat sich das geändert. Der Spruch ist keine Metapher mehr. Inzwischen könnte sich der blaue Planet tatsächlich in einen grauen Planeten verwandeln – mit der Bodenfruchtbarkeit eines Mars, Corona hin oder her. Gegen den Sturm, der uns auf dem Weg in dieses Desaster umtost, wird die Corona-Krise ein Lüftchen gewesen sein.

Das sind nicht die Weissagungen alttestamentarischer Propheten, sondern die Warnungen nüchterner Wissenschaftler – schwer ernst zu nehmen und noch schwerer, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Die Seite „Wichtigste Mitteilung aller Zeiten (in der Geschichte der Menschheit)!“ fasst die Lage zusammen und liefert wichtige Links für weitere Recherchen.

„Die Zeit wird knapp“ titelt Fritz Habekuß in der ZEIT – und bezieht sich damit, beinahe erscheint es uns schon selbstverständlich, auf die Klimakrise. Seine Aussage baut nicht auf eigener Abschätzung auf, sondern ist das Fazit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung auf höchstem wissenschaftlichen und institutionellen Niveau. Leopoldina, die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt, hat zum umweltpolitischen Verhalten der Bundesrepublik kürzlich Stellung genommen. Hier die Zusammenfassung:

„Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die Weltgemeinschaft vereinbart, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken, um die daraus entstehenden Schäden für Menschheit und Natur abzumildern. Dieses Ziel ist nur noch zu erreichen, wenn sofort sowohl nationale wie auch internationale Vereinbarungen eingehalten werden. Schäden durch Abschmelzen von Schnee und Eis, Anstieg des Meeresspiegels, Ausweitung von Trockenzonen, Extremwetter und steigender Verlust von Artenvielfalt und Lebensräumen an Land und im Meer können nur noch durch erhebliche und bereits in den kommenden zehn Jahren wirksame Anstrengungen begrenzt werden. Ansonsten werden große Regionen der Erde nicht mehr bewohnbar sein, selbst wenn sich einzelne Regionen als „Klimagewinner“ verstehen. Bei uns und weltweit wächst zudem der Generationenkonflikt darüber, dass wir heute die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Kindeskinder aufbrauchen. Nicht zuletzt werden die Kosten des Klimawandels weiter dramatisch ansteigen. Nur mit einer entschlossenen und zügig umgesetzten Klimapolitik – national, mit den zentralen europäischen Partnern und durch weltweite Kooperation – kann es gelingen, die sich bereits abzeichnenden katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu mindern.“

Den vollständigen Text findet Ihr HIER.

Die relevanten wissenschaftlichen Veröffentlichungen unterscheiden sich nur geringfügig. Während die einen von einem verbleibenden Zeitfenster von zweieinhalb Jahren sprechen, nehmen andere noch fünf Jahre an, ehe das Klimasystem der Erde ins Trudeln gerät.

Weder das eine noch das andere ist beruhigend. Doch sollten wir uns die Klima-Fakten genau anschauen, um die tatsächlichen Gefahr auch wirklich zu verinnerlichen. Tomasz Konicz hat für TELEPOLIS die Informationen verdichtet und eingeschätzt:

Weltklima auf der Kippe

Der Sommer 2019 könnte als die große Umbruchszeit in die Menschheitsgeschichte eingehen, in der das Überschreiten der Kipppunke des globalen Klimasystems evident wurde – falls in den kommenden Dekaden überhaupt noch so etwas wie Geschichtswissenschaft betrieben werden sollte.

Eine monströse wissenschaftliche Fehleinschätzung wurde etwa Mitte Juni aus der kanadischen Arktis gemeldet. Das Auftauen des Permafrostbodens in vielen arktischen Regionen Kanadas schreitet viel schneller voran, als ursprünglich von der Klimawissenschaft prognostiziert … Weiterlesen

 

 

Ja, ja und nochmals ja: Das Schlimmste muss nicht kommen. Ich sehe das auch so. Ich bin Optimist. Aber eben auch Realist, der weiß: Es KANN kommen. Ich rede von der KLIMA-KATASTROPHE

Fangen wir mal ganz naiv an, damit es auch jede*r versteht:

Ich bin Papa. Mein Kind ist krank, es fiebert. Die letzten drei Tage ist die Temperatur der Kleinen von 38 auf 40 Grad gestiegen. Ab und zu spricht sie schon im Delirium, aber noch immer erkennt sie mich, sagt „Papa“ und lächelt. Das ist tröstlich. Nur: Vorhin waren es beim Messen 40,2 Grad. Ich weiß, sie muss an diesem Fieber nicht sterben, vielleicht sinkt es ja wieder, bevor die 42 Grad überschritten werden und ihre Körpereiweiße gerinnen. Würde mir diese Hoffnung genügen, um die Hände in den Schoss zu legen, ihr ein bisschen die verschwitzte Stirn zu streicheln und mir die Gefahr so wie die letzten drei Tage schönzureden. Oder muss ich jetzt nicht ALLES (ja: ALLES) dafür zu tun, dass das Unglück nicht geschieht?

Bitte, mal ehrlich! Worst case MUSS in dieser Situation mitgedacht werden. Alles andere wäre verantwortungslos – freundlich ausgedrückt. Man könnte aber auch von „verbrecherisch“ reden.

Und ja, richtig, die Erde muss unter den vorhersehbaren Klimaauswirkungen nicht komplett verrücktspielen. Aber sie KANN. Und dann wird es für uns alles andere als lustig, ganz egal, ob wir nun im europäischen Elfenbeinturm wohnen oder nicht. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, was passieren KANN: