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Heute spricht man irrigerweise noch immer von der Umweltbewegung, die längst zur Mitweltbewegung geworden ist – eine Entwicklung voller Stolpersteine, die keineswegs zu Ende ist und vor neuen, großen Herausforderungen steht. Totschweigen und Künstliche Intelligenz gehören dazu.

Ich habe in meinen Kreisen ein bisschen herumgefragt, ob und wie sich der persönliche Lebensstil in den letzten Jahrzehnten geändert habe, und musste feststellen: Den Wenigsten war eine solche Änderung bewusst; den wenigsten war überhaupt bekannt, dass es so etwas wie den westlichen Lebensstil gibt. Erst im Nachdenken stellten sich etliche Antworten ein. Dafür musste aber zunächst geklärt werden, was Lebensstil eigentlich ist. Ein alter Freund, bekannt für seine nüchterne Weltsicht, fasste „Lebensstil“ so zusammen: „Dein Lebensstil ist das, was übrigbleibt, wenn man deine Ausreden abzieht.“ Das gefällt mir schon ganz gut, nur scheint mir, kann die Frage nicht ausschließlich so subjektiv flott beantwortet werden.

Hybris war selbstverständlich

Objektiv gehören zum Lebensstil mein Umgang mit Stress, Geld, Arbeit, Zeit und Freizeit, mein Verhalten in alltäglichen und in Ausnahmesituationen, außerdem meine sozialen und die Mitweltbeziehungen. Wollte ich das alles im Detail behandeln, müsste ich dazu ein Buch verfassen und keinen Essay. Da das aber auf beinahe alle relevanten Fragen zutrifft, will ich es dennoch versuchen.

Allein, dass ich bei meiner Aufzählung den Begriff „Mitwelt“ überhaupt in den Blick nehmen konnte, zeugt von meinem geänderten Lebensstil. Vor 50 Jahren war mein Bezug zur Mitwelt ein rein naturschützerischer. Damals ging es zum Beispiel um Bachreinigung, Vogel- oder Krötenschutz, irgendwann auch um Regenwaldschutz. Ich will diese Themen damit nicht kleinreden – im Gegenteil, sie liegen mir am Herzen –, aber es war doch ein verhältnismäßig enger Blickwinkel damals. Das Wort Mitwelt existierte ebenso wenig wie der christliche Anspruch „Schöpfung bewahren“. Natur: Das war die Welt um den Menschen herum, die Umwelt. Die menschliche Hybris blieb vom Umweltschutz unangetastet.

Vom punktuellen zum systemischen Denken

Noch weiter zurück gehörten weder der Begriff „Umwelt“ noch „Ökologie“ zum Alltagswortschatz. Die Thesen ihrer frühen Denker wie Charles Darwin oder Alexander von Humboldt wurden gelegentlich in Fachkreisen diskutiert, zum Bildungsfundus der Gymnasien zählten sie nicht. Studiengänge zum Thema Ökologie entstanden erst in den 90er Jahren, so zum Beispiel der weltweit erste universitäre Studiengang für „Ökologische Agrarwissenschaften“ 1995 an der Universität Kassel/Witzenhausen.

Erst damit begann sich der westliche Blick auf die Welt zu verändern. Ökologie verstand sich zunehmend als Systemwissenschaft. Es ging nicht mehr darum, vereinzelte Phänomene zu analysieren, sondern Systemzusammenhänge zu verstehen. Die Natur bzw. Schöpfung war auf einmal keine Addition von Dingen mehr (zu denen auch Pflanzen und Tiere zählten), sondern ein lebendiges Miteinander, zu dem auch der Mensch gehörte.

Und dann kam Tschernobyl

Und damit veränderte sich unser Blick auf unser Sein und Handeln – und damit unser Lebensstil. Erich Fromms Buch „Haben oder Sein“ entstand nicht zufällig 1976. Denn der neue Blick auf die Welt begann den naiven Subjekt-Objekt-Bezug „Mensch-Umwelt“ sowohl wissenschaftlich als auch ethisch als „irrig“ einzuschätzen. Es gab keine Handlung mehr ohne Relevanz für die Welt. Der Lebensstil war keine Privatsache, er hatte politische Bedeutung. So manches Jahr war ich in den 70er Jahren als Student die 160 Kilometer zu meinen Eltern mit dem Auto gefahren; alles, was für mich zählte, waren die Spritkosten. 1979 – ich hatte nicht nur Fromm gelesen, sondern auch Rachel Carsons „Silent Spring“ – war das schon anders. Ich wurde mir meines umweltbelastenden Lebensstils allmählich bewusst. Bei der Bundestagswahl 1980 erhielten die Grünen 1,5 Prozent der Stimmen; zehn Jahre später waren es sechs Prozent. Die Umweltbewegung war entstanden, und die Anti-Atomkraft-Bewegung ebenfalls. Atommüll, einst achselzuckend hingenommen, wurde als Problem erkannt. 1986 zog die radioaktive Wolke von Tschernobyl nach Westen, und wir mussten unsere Gemüsebeete umgraben. Mein Ältester, 1979 geboren, erinnert sich noch daran. Der Welthorizont hatte sich verdüstert, aber gleichzeitig gab es Hoffnung.

System Change lag in der Luft

Denn die Umweltbewegung wuchs weltweit. In Russland hatte sich eine Greenpeace-Sektion gegründet, 1997 eröffnete Greenpeace in Hongkong, 2002 in Peking. „Umweltfreundliches“ Verhalten war zur Gewissenssache geworden, ebenso niedriger Energieverbrauch, Vermeiden von Flugreisen und die Unterstützung der ökologischen Landwirtschaft. Im Jahr 2000 wurde die Initiative „Aufbruch – anders besser leben“ gegründet, die heute in die „Ökologische Initiative Eine Welt“ integriert ist. Entstanden war der „Aufbruch“, so die Kurzform, aus dem christlichen Netzwerk für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie durch Engagement aus dem Umfeld des Ökodorfs Sieben Linden. Jetzt ging es darum, den persönlichen Lebensstil mit politischem Wandel zu verbinden – ein damals ganz neuer Gedanke. Die grundlegende Aufbruch-Erkenntnis: „Wer politische Forderungen stellt, ohne sein eigenes Leben zu verändern, wird zum Heuchler; wer nur sein eigenes Leben verändert, ohne sich für politische Veränderungen einzusetzen, bleibt ein Träumer.“

Ergänzend zum ältesten Öko-Anbauverband Demeter hatten sich in den 70ern die inzwischen großen Verbände Bioland und Naturland gegründet. 1991 wurden EU-weit rechtsverbindliche Vorschriften für Bioanbau und biologische Lebensmittel erlassen. 1990 entstand der Bundesverband Naturkost Naturwaren. Aus kleinen Bioläden mit minimalen Umsätzen wurden im Laufe der Jahre umsatzstarke Bio-Supermärkte: Die Ökos waren im Kapitalismus gelandet, wurden sich dessen aber auch zunehmend bewusst. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schien der Westen auf ganzer Linie gesiegt zu haben, die kommunistische Idee schien tot. Doch damit war ein ideelles Vakuum entstanden, System Change lag in der Luft.

Die Geschichte des CO2-Fußabdrucks

Also kam, was kommen musste: Das „System“ wehrte sich vehement. Mitte der 90er Jahre hatten ein Schweizer und ein kanadischer Ökologe den Begriff des ökologischen Fußabdrucks erfunden, zunächst als wissenschaftliche Maßeinheit für den Ressourcenverbrauch von Nationen, Städten oder Lebensstilen. British Petroleum (BP), das wegen seiner hohen Mitweltbelastung massiv in der Kritik stand, aber im Jahr 2004 einen Rekordumsatz von 285 Milliarden US-Dollar einfuhr und 5,5 Milliarden Dollar an seine Aktionäre ausschütten konnte, erblickte eine einmalige Chance. Der Ölmulti beauftragte die Werbeagentur Ogilvy & Mather, eine Kampagne mit dem Ziel zu entwickeln, die Verantwortung für den Klimawandel von den Ölkonzernen auf den einzelnen Verbraucher zu schieben. Statt über einen Strukturwechsel in der Wirtschaft nachzudenken, sollten wir an Glühbirnen denken. Budget der Kampagne: rund 200 Millionen Dollar. Damit die Verbraucher das eigene Fehlverhalten Schwarz auf Weiß berechnen konnten, ließ BP auch gleich einen praktischen CO2-Rechner programmieren. Der Plan hinter diesem Ablenkungsmanöver bzw. seiner gezielten Gehirnwäsche ging nahtlos auf; heute stellen die meisten westlichen Länder ihren Bürgern CO2-Rechner kostenlos zur Verfügung, so der Consumer Footprint Calculator der EU, der EPA Greenhouse Gas Equivalencies Calculator in den USA oder der Lifestyle Carbon Footprint Calculator der Vereinten Nationen. Keine Regierung machte und macht hingegen die Industrie für ihre Mitweltschäden ernsthaft verantwortlich.

Hoffnung Internet

Ein zweischneidiges Schwert, was unseren Lebensstil angeht, ist das Internet und – davon nicht zu trennen – das Smartphone. 1995–1996 hatten kommerzielle Anbieter wie AOL, T-Online und CompuServe das Internet, das 1989/90 erfunden worden war, per Modem in die Wohnzimmer gebracht. Immer schnellere Datenübertragung (ISDN, DSL) ermöglichte Multimedia-Inhalte. Am 23. April 2005 ging das erste YouTube-Video online, 2007 schaffte Apple mit dem iPhone den Durchbruch für die Masse, ein Jahr später kam das erste Android-Smartphone auf den Markt. Eine Weile herrschte auch in ökologisch nachdenklichen Kreisen eine gewisse Euphorie: Mittels Internet konnte man wichtige Informationen über Umweltschäden grenzüberschreitend und weltweit verbreiten; Individuen und Organisationen würden sich vernetzen, ohne von Behörden, Unternehmen oder Diktaturen behindert werden zu können; einmalige, internationale und damit schlagkräftige Bündnisse schienen in Reichweite.

Das große Ziel: Verwirrung

Doch auch hier siegte das Kapital. Die freie Verfügbarkeit von Informationen über das Internet hatte nämlich einen entscheidenden Pferdefuß. Da die Zusammenhänge etwa in Sachen Erderwärmung und Umweltzerstörung außerordentlich komplex sind, siegte nicht die Menge an qualitativ hochwertiger Information, sondern die Quantität zurechtgestutzter, massentauglicher Information. Für einen unkundigen Verbraucher war und ist es schier unmöglich, unter 100 scheinwissenschaftlichen Informationen die eine echte auszusortieren.

Tatsächlich überließ es die mitweltzerstörende Industrie nicht dem Zufall, was Menschen glauben sollten, und setzte über Jahrzehnte gezielte Strategien ein, um Klimaschutzmaßnahmen zu verzögern. Hauptziel war, in das Denken von Entscheidungsträgern und Verbrauchern einzugreifen und sie zu verwirren. Dazu dienten folgende Maßnahmen:

1. Gezielte Desinformation und maßgeschneiderter Zweifel [„Manufactured Doubt“]

Zweifel säen: Es wurde suggeriert, die Wissenschaft sei sich uneins, obwohl ein überwältigender Konsens bestand. Think Tanks und Institute wurden finanziert, die Studien mit fragwürdiger, aber für wissenschaftsferne Verbraucher glaubwürdiger Methodik veröffentlichten. Wissenschaftler, oft aus fachfremden Bereichen, wurden großzügig finanziert, um als „unabhängige Skeptiker“ in Medien aufzutreten.

2. Lobbyismus und politische Einflussnahme

Klimaskeptische Politiker und Parteien wurden mit massiven Spenden unterstützt. Mit Gesetzesblockaden wurden CO2-Steuern, Emissionshandel oder strengere Grenzwerte durch massive Lobbyarbeit in Brüssel und Washington bekämpft. Sogenannte „Front Groups“ wurden gegründet. Das waren seriös klingende Organisationen wie etwa die „Global Climate Coalition“, die im Hintergrund Industrieinteressen vertraten.

3. Strategische PR und Framing

Neben dem beschriebenen „CO2-Fußabdruck“ war und ist das vor allem Greenwashing durch umweltfreundliche Alibi-Projekte, während das Kerngeschäft weiterhin zu 95 Prozent aus fossilen Brennstoffen bestand. Ein neuer Zweig der Meinungsbeeinflussung war das sogenannte „Climate Doomism“. Man warnte vor dem wirtschaftlichen Kollaps oder dem Verlust von Arbeitsplätzen durch Klimaschutz.

4. Unterdrückung interner Erkenntnisse

Bester Beleg für dieses Vernebelungsverfahren ist der sogenannte Exxon-Skandal (Exxon-Marken sind ESSO und MOBIL). Es stellte sich heraus, dass dem Großkonzern (Gewinn 2024: 33,7 Mrd. US-Dollar) bereits aus den 1970ern intern Dokumente vorlagen, welche die Erderwärmung präzise vorausberechnet hatten. Doch anstatt die Öffentlichkeit zu warnen, investierte man Millionen, um genau diese Erkenntnisse öffentlich systematisch lächerlich zu machen.

Mit anderen Worten: Die massive Nutzung des Internets öffnete die Tore weit für schwer kontrollierbare, gesteuerte Fehlinformation. Umgekehrt lässt sich nach wie vor sagen, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung auch der Mitwelt zugutekommen KÖNNEN, beispielsweise durch die massive Zunahme von Home-Office-Jobs, die jährlich Millionen gefahrener Kilometer einsparen.

Ökologisches Jiu-Jitsu

Der Erfolg der großindustriellen PR-Maßnahmen war umwerfend. Nicht nur den Regierungskreisen, insbesondere in der westlichen Welt, stiegen und steigen die gezündeten Nebelkerzen ins Gehirn; auch in meinem engen persönlichen Umfeld begannen Menschen zu zweifeln, ob es denn überhaupt so etwas wie Mitweltzerstörung, Erderwärmung oder menschengemachten Klimawandel gebe; und ob nicht tatsächlich der Kapitalismus das beste aller Systeme und die Digitalisierung der Welt ein Segen sei; wenn nicht, könne man immer noch auf den Mars auswandern …

Zweifellos lässt sich der heutige Lebensstil der Industrienationen nicht mehr ohne Digitalisierung denken, zumal deren neueste Entwicklung, die sogenannte künstliche Intelligenz, zu einer weiteren Beschleunigung industrieller Prozesse, zu mehr Raubbau und zu neuen Abhängigkeiten, ja mentaler Versklavung führen wird. Wer sich nicht auf diese neuen Gefahren und Möglichkeiten einstellt, wird zuverlässig abgehängt werden.

Wir werden also unseren Lebensstil weiterentwickeln und vertiefen müssen, gerade auch deswegen, weil die Mitwelt aus dem Blick zu geraten droht – und damit die vitalen Interessen und Bedürfnisse aller Lebewesen auf diesem Planeten. Für unseren Lebensstil hinsichtlich der Implikationen von KI wie für das Internet im Allgemeinen gilt deshalb: Wenn wir ihre Funktionen wie etwa die Polarisierung, die gezielte Herstellung von Echokammern (Bubbles) und die versuchte Gehirnwäsche verstehen bzw. durchschauen, brauchen wir uns nicht von ihnen abhängig machen zu lassen und können sie sogar zu unserem und zum Nutzen von Mensch und Mitwelt einsetzen – eine schwierige Art von ökologischem Jiu-Jitsu, mit dem wir unseren Lebensstil anreichern sollten.

Allen, die sich mit dem Thema intensiver beschäftigen wollen, kann ich das Dokument über „Imperiale Lebensweise“ als eine Art Denkgrundlage empfehlen: Imperiale Lebensweise – zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus.

Tofu ist nicht nur gesund, sondern ein Lebensmittel für jeden Geschmack

Lieben Sie’s deftig? Nehmen Sie Tofu und grillen oder braten Sie ihn. Bevorzugen Sie pikante Salate? Marinieren Sie Tofu und mischen Sie ihn unter wie Ei. Ist garantiert lecker. Oder sind Sie vielleicht ein ganz Süßer? Dann verwandeln Sie Tofu in eine Süßspeise. Wenn man von Tofu überhaupt eines sagen kann, dann, dass er sich jeder Geschmacksvorliebe anpasst und deshalb gerne als „kulinarisches Chamäleon“ bezeichnet wird.

Von Zen-Mönchen erfunden

Tofu nicht zu mögen ist ähnlich unmöglich wie Pasta nicht zu mögen. Beide entfalten ihre Qualitäten erst im idealen Umfeld. Ein Tofu-Pâté mit Curry und schwarzen Rosinen hat mit einem Tofuburger ähnlich viel zu tun wie Pestonudeln mit einer Lasagne. Aber noch etwas hat Tofu mit Nudeln gemeinsam: Weiterlesen

Grün ist gesund – meistens

Grün ist gesund. Die Faustregel kann man so stehen lassen, wenn wir sie nicht gerade über den Kamm scheren und grüne Kartoffeln, rohe grüne Bohnen oder Gras futtern oder grüne Knollenblätterpilze naschen. Grün ist die häufigste Farbe in der für uns sichtbaren Natur. Das Pflanzenkleid der Erde verbinden wir mit Fruchtbarkeit und Leben im Gegensatz zum winterlichen Grau oder zu den Gelbtönen der Sandwüste. „Grün“, sagt der Volksmund nicht umsonst, „ist die Hoffnung.“ Werden Pflanzen mit überwiegend grünem Licht bestrahlt, wachsen sie schneller.

Weniger Arztkosten durch mehr Grün

Farbtherapeuten nutzen die Kraft dieser Farbe, für sie ist es die Farbe des Ausgleichs und des inneren Friedens, der Harmonie, eine Farbe der aktiven Ruhe. Weiterlesen

Eier sind gesund – vorausgesetzt, man geht richtig mit ihnen um

[Frei zur Veröffentlichung unter Angabe der Quelle: ökoligenta.de/blog42/lebens-mittel]

Er: „… woher weißt du, wann das Ei gut ist?“

Sie: „Ich nehme es nach viereinhalb Minuten heraus, mein Gott!“

Er: „Nach der Uhr oder wie?“

Sie: „Nach Gefühl … eine Hausfrau hat das im Gefühl …“

200 Eier pro Kopf

Nicht umsonst gehört Loriots „Das Frühstücksei“ zu den Klassikern unter den Sketchen. Dabei streitet sich ein Ehepaar um die angemessene Kochdauer eines Frühstückseis. Dieses ist bis heute auf vielen deutschen Frühstückstischen eine Delikatesse und muss oft bis Sonntagmorgen warten. Dabei könnten wir in Eiern schwimmen, so viel davon essen wir unbesehen. Alles eingerechnet – Außer-Haus-Verzehr, Kekse, Fertigkuchen, Nudeln oder Eierlikör – verzehren wir pro Kopf und Jahr rund 200 Eier. Schon vernünftiger klingt die Zahl allerdings, wenn man die „versteckten“ Eier beiseite lässt und nur die auch als Ei wahrgenommenen Eier zählt: Dann sind es acht bis neun pro Monat, zu Ostern sind es drei Stück mehr. Weiterlesen

Für Kinder ab dem Schulalter ist eine vegetarische Ernährung mit Milchprodukten und Eiern eine günstige Ernährungsform

Erwachsene Vegetarier sind gesünder und erkranken deutlich weniger an Krebs als die „Fleischpflanzen“. Das steht fest. Sorgen Eltern also für das Wohl ihrer Kinder, wenn sie sie vegetarisch ernähren? Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund nahm hierzu klar Stellung: „Mit ausgewogener vegetarischer Ernährung, in der regelmäßig Milch und Milchprodukte verzehrt und Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Obst abwechslungsreich kombiniert werden (laktovegetarische Ernährung), kann der Nährstoffbedarf in allen Altersgruppen leicht gedeckt und Zivilisationskrankheiten vorgebeugt werden.“ Gegenüber dem üblichen Nahrungsüberangebot westlicher Industrieländer Weiterlesen

Evelin Rosenfeld beweist, dass auch eine optimal naturnahe Wirtschaftsweise funktionieren kann

Es gehört zu den beliebten Argumenten der konventionellen Landwirtschaft, man könne nur mit dem Einsatz von Großmaschinen und massiver Schädigung von Mitwelt und Bodenleben wirtschaftlich überleben. Evelin Rosenfeld  beweist das Gegenteil. Im Interview ist Ökoligenta ihrem Ansatz nachgegangen.

Ökoligenta: Du betonst auf deiner Homepage die Kreislaufwirtschaft, und zwar nicht nur irgendeine, sondern eine konsequente. Wenn wir die „Kreislaufwirtschaft“ mal als den einen Pol möglichen Wirtschaftens ansehen, wie würdest du denn den anderen Pol beschreiben?

Evelin Rosenfeld: Der andere Pol ist, mit möglichst wenig Eigenleistung möglichst billig irgendwelche Rohstoffe und Vorleistungen zusammenzukaufen und teuer weiterzuverkaufen. Die Bedingungen der Gewinnung, die nicht eingerechneten Verbräuche auf dem Weg zum „Händler“ und die Entsorgung des verbrauchten Produkts spielen dann ebenso wenig eine Rolle wie der immaterielle Aspekt des „Produkts“. Das Produkt ist dann seelenlos.

Ö: Um jetzt mal konkret von deiner Branche zu sprechen: Wie funktioniert die konventionelle Pflanzen- und Kräuterproduktion üblicherweise?

E.R.: So viel Land wie möglich pachten um so viel Nutztiere wie möglich unter Leben verachtenden Bedingungen möglichst schnell zu vermehren und die Exkremente auf den Flächen auszubringen (man braucht je Vieheinheit eine bestimmte Fläche). Auf diesen Flächen fahren dann Maschinen von mehreren zig Tonnen und reißen mehrmals zwischen Herbst und Frühjahr den Boden auf.

Das Bodenleben stirbt, der Boden verdichtet und verarmt. Dann wird giftig gebeiztes, oft genmanipuliertes Saatgut ausgebracht, das unter Einsatz von mehreren „Gängen“ Mineraldünger (Wasser und Bodenleben werden geschädigt), den Exkrementen aus dem Stall (s.o.) und Pflanzenschutz (einheimische Pflanzenarten, Insekten, Eidechsen etc. werden mitvernichtet) hochgezogen wird. Wieder mehrfach schwere Maschinen auf dem Boden – und Abgase und Lärm.

Wenn der Bestand erntereif ist, kommt eine noch größere, noch schwerere Maschine, rasiert die „Ware“ ab, die vom Schneidwerk mit Hochdruck in den Tank geschleudert wird. Das so misshandelte Pflanzgut wird zum Hof geschafft und mit Fließbändern, Rüttelsieben und Trockengebläsen erneut so massiv verletzt, dass unweigerlich Oxidation und damit Vergiftung und Zerfall der Pflanzen einsetzt.

Was dann noch übrig und trocken ist, wird maschinell kleingehackt, in Säcke geblasen und auf zum Teil langen Wegen – Abgase – zum Händler geschafft, teils mehrere Handelsetappen, bis zuletzt das mausetote Material wieder maschinell in Verkaufspackungen untergebracht wird und erneut auf den Transport zu Einzelhändlern geht.

Ö: Gibt’s da denn keinerlei Unterschiede zwischen konventionellen und Biobetrieben?

E.R.: Der Unterschied besteht lediglich darin, dass Biobetriebe bestimmte Dünge- und Spritzmittel nicht verwenden dürfen, dafür nur Biosaatgut verwenden dürfen und sich einmal jährlich kontrollieren lassen müssen. Wenn man einmal davon absieht, dass Demeter-Betriebe immerhin das Futter für ihre Tiere selbst anbauen müssen, ist der Unterschied marginal.

Ö: Kreislaufwirtschaft und Cradle to Cradle – sind das verschiedene Ansätze?

E.R.: Kreislaufwirtschaft ist eine Überkategorie. Cradle to cradle fokussiert speziell auf Recycling, soweit ich weiß.

Ö: Gibt’s bei dir gar keine nicht wiederverwertbaren Abfälle?

E.R.: Doch: Die Glasflaschen, die Kartons und die Flyer. Die Flaschen zurückzunehmen, zu reinigen und wiederzuverwenden würde mehr Ressourcen verbrauchen, als sie dem großen Recycling vor Ort bei meinen Kunden zuzuführen. Da meine Kunden ja auch sehr bewusst sind und handeln, finden sie ganz sicher eine Wiederverwendung.
Meine Kunden sind übrigens ein paar eigene Zeilen wert. Denn wer mich findet und Gefallen an den Produkten hat, bleibt und bestellt immer wieder. Es ist wirklich so, dass ein paar tausend Namen mir vertraut sind, wenn eine neue Bestellung kommt. Oft mit ein paar lieben, wertschätzenden Zeilen. Manchmal bekomme ich sogar Post von meinen Kunden: schöne Karten, Bücher – einfach: ganz viel Liebe und Verbundenheit, die da schwingt.

Ö: Die Rohstoffe für deine Produkte entnimmst du dem Boden? Wie kommen die entnommenen Nährstoffe wieder in den Boden zurück? Düngst du, und wenn ja, wie?

E.R.: Es muss viel gejätet werden. Hieraus entsteht Kompost, den ich wieder auf die Flächen bringe. Bei Kulturen, die es vertragen, mulche ich zudem. Dem Boden werden durch Photosynthese und Witterung eine Reihe von Elementen aus der Luft und aus dem Sonnenlicht zugeführt. Zudem führt die unbeschadete Fauna (Kleintiere und Insekten) sowie das Mykorhizza [Red.: das in ungeschädigten Böden vorhandene Pilzgewebe] dem Boden alles zu, was vor Ort gebraucht wird. Zusätzlicher Dünger ist da nicht nötig.

Ö: Verschwendung findet ja üblicherweise im Bereich des Energieeinsatzes und im Ressourcenverbrauch statt. Mit welchen Methoden minimierst du diese beiden Faktoren?

E.R.: Ich mähe drei Hektar von Hand, trockne das Pflanzgut in selbst konstruierten Solardarren (komplett frei von Elektrizität) und destilliere auf offenem Feuer.

Ö: Du brauchst ja auch Verpackungen für deine Produkte, wenn du sie verschicken willst. Die sind vermutlich vom Kreislauf ausgenommen? Oder nicht?

E.R.: Ich hole einen Teil der Versandkartons, die ich brauche, vom Einzelhandel aus Rodach: Da fällt so viel an – das kann ich gut wiederverwenden. Allerdings kaufe ich auch Kartons in Recylingqualität zu.

Ö: Du hast dich ja auf Kräuteranbau spezialisiert. Ich habe den Eindruck, dass sich diese Art von Produktion besonders gut für Kreislaufwirtschaft eignet. Ist denn auch eine Landwirtschaft, die Grundnahrungsmittel wie Getreide, Kartoffeln herstellt, als Kreislaufwirtschaft vorstellbar?

E.R.: Ich habe auch einen 5.000 qm großen Gemüsegarten. Das Gemüse erfreut Menschen und Restaurants im unmittelbaren Umfeld. Also: Ja
Zu beachten ist, dass nachhaltiger Landbau > 60% mit mehrjährigen Lebensmittelpflanzen arbeitet. Also heißt das auch für die Nutznießer der Gärten: Weg von einjährigem und oft auch ökosystemfremdem Gemüse – und zurück zu leckeren Dauerkohlen, Spargel, zahlreichen Beeren und vieljährigen Knollen und Wurzelgemüsen.

Ö: Kann man denn ein auch nur halbwegs modernes Leben führen, wenn man arbeitet und denkt wie du?

E.R.: Klar !

Ö: Warum ist dir das alles so wichtig?

E.R.: Weil ich die Erde liebe. Und weil ich dazu beitragen möchte, dass die Menschen endlich Hass, Gier und Verblendung loslassen, um das Leben im Garten Eden zu feiern, statt immer neues Leid zu erzeugen.

Evelin Rosenfeld betreibt die Homepage Wild Natural Spirit mit so naturnah wie möglich naturreinen Pflanzenpräparaten, die sie in Permakultur auf 55.000 qm Land maschinenfrei anbaut. Darüber hinaus bietet sie Seminare zu Permakultur & Heilkräutern an.
Evelin Rosenfeld studierte Biochemie und Betriebswirtschaft, und verabschiedete sich als Konzernstrategin mit 32 Jahren von einem linearen, mitweltfeindlichen Wirtschaften.
Heute sucht sie nach einem/r Geschäftspartner/in, der/die sich den Spagat zwischen ökonomischen Sachzwängen und naturnahem Wirtschaften zutraut.

Schokofans sollten sich auf dunkle Schokolade konzentrieren

Was gesund ist, kann nicht schmecken, sagt das Vorurteil. Schokolade ist das beste Gegenbeispiel. Vielen Figurbewussten gilt sie als ungesund. Doch von den Märchen über Schokolade, die im Umlauf sind, stimmt nicht einmal die böse Mär von der Karies verursachenden Schokolade zu hundert Prozent.

Schokolade gegen Hunger

Tatsächlich helfen die Tannine im Kakao und das Milcheiweiß, Karies zu verhindern; ähnlich wirkt die Oxalsäure in der Schokolade, indem sie die Säurebildung im Speichel vermindert. Und den Beweis, Schokolade verursache Hautprobleme oder Migräne, sind Wissenschaftler bis heute schuldig geblieben. Nur das Dickmacher-Argument bleibt. Aber Kalorien machen weder krank noch dick, solange sich ihre Menge im Rahmen hält. Weiterlesen

So senkst du deine Cholesterinwerte ganz natürlich

Am Anfang standen zwei Nobelpreise. Wissenschaftler hatten die Wirkweise von Lipidsenkern erforscht, Stoffen, die den Cholesterinwert im Blut absenken können – und damit das Infarktrisiko. Am Ende stand der Lipobay-Skandal und zig Tode wegen falscher Medikation.

Sobald die Fettwerte im Blut nach oben klettern, klingelt bei den Ärzten die Alarmglocke. Zu Recht, denn hohe LDL-Cholesterinwerte stehen in engem Zusammenhang mit schweren Herzkreislauf-Erkrankungen. Trotzdem ist der Griff zur Pille nicht gleich zwangsläufig. Es lohnt immer auch, mit natürlichen Methoden zu experimentieren, um die aus den Fugen geratenen Cholesterinwerte zu dämpfen. Oft haben lipidsenkende Arzneimittel eine eher kosmetische Wirkung, indem sie das Gesamtcholesterin absenken, nicht aber das Verhältnis zwischen schützendem HDL- und schädigendem LDL-Cholesterin verbessern. Hier eine Reihe von Möglichkeiten, die dem medizinischen Laien zur Verfügung stehen und die oftmals zusätzlich Herz und Gefäße schützen: Weiterlesen

Die einen malen den Teufel an die Wand, die anderen fühlen sich happy und high

Von Bobby Langer

Buchinger war der Durchbruch. Mit der Selbstheilung des Doktors hat regelmäßiges Fasten auch in Deutschland immer mehr Freunde gefunden: für die einen eine willkommene Herausforderung, für anderen der Gewinn eines neuen Lebensgefühls, für viele spirituelle Praxis.

Einst raunte der Lübecker Privatdozent Dr. med. Ulrich Schweiger: „Bereits kurzes Fasten ist riskant, sowohl körperlich als auch seelisch.“ Diese negative Haltung der Schulmedizin hat sich in den letzten Jahren gürndlich geändert hin zum Positiven. Die WDR-Sendung Quarks fasst kompakt zusammen: „Risikolos trotz möglicher Nebenwirkungen.“ Weiterlesen

Ist Kaffee ungesund?

„Schwarz wie den Teufel“, so wollte der französische Diplomat Talleyrand seinen Kaffee. Das hatte er mit seinem Feind Napoleon gemeinsam, der sagte, „schwarzer Kaffee, und zwar reichlich davon, weckt mich auf. Er gibt mir Wärme, eine ungewohnte Kraft, einen Schmerz, der nicht ohne Lustgefühl ist“. Friedrich der Große bekämpfte den Kaffee eine Weile als Gift für die preußische Wirtschaft, gab sich aber schließlich geschlagen und ließ sich den Kaffee häufig mit Champagner anstatt mit Wasser zubereiten. Voltaire soll bis zu fünfzig Tassen am Tag getrunken haben, ohne daran zu sterben. Woraus man als kleinsten gemeinsamen Nenner schließen mag, dass Kaffee nicht giftig ist – wenigstens damals. Weiterlesen