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Dies ist DIE Stunde

„Man hat euch gesagt, es wäre fünf vor zwölf.

Nun geht zurück und sagt den Menschen, dass dies die Stunde ist!

Es gibt einiges zu überdenken:

Wo lebst du?

Was tust du?

Welcher Art sind deine Beziehungen?

Bist du in der richtigen Beziehung?

Wo ist dein Wasser?

Kenne deinen Garten!

Es ist Zeit, deine Wahrheit auszusprechen.

Erschaffe deine Gemeinschaft.

Sei gut zu dir selbst.

Und suche nicht im Außen nach einem Führer.

Dies könnte eine gute Zeit werden!

Es gibt einen Fluss, der sehr schnell fließt.

Er ist so groß und schnell, dass es Menschen gibt, die Angst davor haben.

Sie werden sich am Ufer festhalten.

Sie werden das Gefühl haben, zerrissen zu werden und sehr leiden.

Du sollst wissen, dass der Fluss sein Ziel hat.

Die Ältesten sagen, dass wir das Ufer loslassen müssen,

uns abstoßen und in die Mitte des Flusses schwimmen,

unsere Augen offenhalten

und unsere Köpfe über Wasser.

Dann schau, wer bei dir ist und mit dir feiert.

In dieser Zeit jetzt dürfen wir nichts persönlich nehmen,

am allerwenigsten uns selbst.

Denn sobald wir das tun,

stoppt unser spirituelles Wachstum.

Die Zeit des einsamen Wolfs ist vorüber.

Versammelt euch!
Verbannt das Wort Kampf aus eurer Geisteshaltung und aus eurem Vokabular.
Alles was wir jetzt tun, muss auf heilige Art und Weise getan und zelebriert werden.
Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.“

Die Ältesten, Oraibi, Arizona Hopi Nation

[Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Girl_in_the_Hopi_Reservation.JPG]

Was lese ich als nächstes? Die Frage beantwortet Asra auf ihrem Blog mit einer Empfehlung der Social Fantasy „Frau am Abgrund der Zeit“: Connie, die Hauptperson des Romans, versucht, in den Slums von New York zu überleben. Ihre natürliche Hilfsbereitschaft wird ihr zum Verhängnis, als sie beim Versuch, ihre Nichte vor deren Zuhälter zu beschützen, verprügelt wird und in der Psychiatrie landet. Was sie dort erlebt, ist grauenhaft. Ein Lichtblick in ihrem Elend sind die virtuellen Besuche von Luciente. Die nimmt sie immer wieder mit in die Zukunft, ins Jahr 2137. Dort erlebt sie dörfliches Leben (große Städte haben sich nicht bewährt), ökologische Selbstversorgung mit Lebensmitteln, Energie und allen Bereichen des täglichen Lebens sowie eine hohe Wertschätzung für Schönheit in allen Dingen. Sie erlebt wohlwollende Gemeinschaft und – besonders interessant: freie Liebesbeziehungen und ein offenes Genderkonzept. Das Personalpronomen für alle ist „per“. Mutterschaft ist eine begehrte Aufgabe und betrifft alle.

Eben habe ich mir die neueste Ausgabe von umwelt aktuell angeschaut, dem Infodienst für europäische und deutsche Umweltpolitik des Deutschen Naturschutzrings:
1. Hauptartikel: “Heutiges Handeln entscheidet Zukunft im und am Meer”
2. Hauptartikel: “Eine Bruchlandung im Klimaschutz droht”

Da kann einem schon mehr als mulmig werden, mir jedenfalls. Beide Fachartikel betonen die Dringlichkeit schnellen, entschlossenen Handelns. Und wer wüsste nicht, dass genau das nicht stattfinden wird? Weil alle Mächtigen so hilflos mit ihren eigenen Fesseln und Fallstrichen kämpfen. Dass wir also mehr oder weniger ungeschützt im Klimakollaps landen werden. Eine tückische Stimme in mir flüstert: “Ja, aber dann bin ich vielleicht nicht mehr.” Eine zweite antwortet: “Wohl aber meine Kinder und Enkel.”

Also ist es mal wieder diese Achterbahnfahrt zwischen Hoffen und Bangen. Spricht es für oder gegen mich, dass stets die Hoffnung gewinnt? Vermutlich weder das eine noch das andere. Ich bin nun mal ein (hoffnunglsoser?) Optimist. Doch über diese subjektive Ebene hinaus scheinen mir auch manche Fakten rechtzugeben. Vor 40 Jahren kannte so gut wie niemand das Wort “Ökologie”, geschweige denn seine Bedeutung (letzteres dürfte auch heute noch zutreffen). Heute verhandeln Regierungen miteinander zu diesem Thema. Historisch gesehen ging es also blitzartig. Und in den letzten fünf Jahren hat sich das Tempo noch einmal drastisch erhöht. Kann es da nicht sein, dass auch die moralisch Korruptesten erwachen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegensteuern? Denn sogar die dunkelsten Mafiosi sorgen für Kinder und Enkel. Sagt man.

Greta hat noch eins draufgelegt:

Ach ja, mein erster Gedanke ist: Wie fantastisch, diese Rede der 15-jähigen Greta Thunberg.
Und dann stolpert der zweite Gedanke eilends hinterher: Aber das wird alles nichts nützen, was hat sie für eine Chance gegen die Multis dieser Welt, gegen die Bayers, die schnell mal für ein paar Milliarden Monsanto aufkaufen, auf dass der Tod erneut ein “Meister aus Deutschland” werde. Weiterlesen