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Eine kleine Einführung in die Magie des Lebens

Rezension von Bobby Langer

„Der spirituelle Weg ist nicht bequem. Und auch nicht abgehoben. Er ist hier, mitten in der Welt. Er muss erkämpft werden in den tiefen Auseinandersetzungen mit den eigenen Schatten und Irrungen.“ Evelin Rosenfeld

Das ist ein schönes Buch. Das ist ein gutes Buch. Das ist kein Buch für jederfrau oder jedermann. Es ist kein Buch für Menschen, für die sich das Geheimnis des Lebens in der Frage nach dem Traumpartner erschöpft oder in der Frage, ob sie diesmal im Lotto gewinnen werden. Eher ist es ein Buch für Menschen, die ahnen, dass ihr Innenraum von der Dimension des Universums ist. Es ist ein Buch für neugierige, aufbruchbereite, sehnsuchtsfähige Menschen.

Die Göttin aller Göttinnen und Götter

Und weil wir gerade bei den großen Dimensionen sind: Stellen Sie sich einen Gott vor oder, weit besser, eine Göttin. Denn Aditi ist nicht irgendeine Göttin, sondern eine Weltengebärerin, aus der sämtliche Götterhimmel und Götter entstanden sind. Diese unfassbare Mutter-, Erd- und Himmelsgöttin der hinduistischen Mythologie hat darüber hinaus den unendlichen Raum und das Bewusstsein geschaffen.

An einem Tag im August vor zehn Jahren ruft Aditi Evelin Rosenfeld aus Berlin zu sich, keineswegs auf spektakuläre Art und Weise, sondern mit sehr profanen Mitteln, nämlich mit Hilfe der E-Mail einer Immobilienmaklerin. Entgegen ihrer Gewohnheit löscht Evelin die fremde Mail in ihrem Mail-Account nicht sofort, sondern liest sie. Angeboten wird ihr ein alleinstehendes Haus auf einer Hügelkuppe, „umgeben von einem halbmondförmigen Wald. Rundherum nur grüne Weite“, mit 33.000 Quadratmetern Grund im Coburger Land. Aus einer „Laune“ heraus beschließt sie, sich das Haus anzusehen, fährt nach Süden und hört sich schließlich sagen: „Ich kaufe.“ Woher sie das Geld nehmen soll, weiß sie noch nicht. Aber sie lässt alles los: den lukrativen Job, die Berliner Bekannten und Freunde, die Freiheit der Weltreisenden. Sie wird Aditis „Ruf“ annehmen.

Auf dem Weg zu einer Welt der liebevollen Fürsorge und Hege

Bei der Besichtigung hat sie das Wort „Aditi“ zum ersten Mal in sich vernommen. Und es lässt sie nicht mehr los. Sie googelt nach seiner Bedeutung und findet die Göttin. Seither heißt ihr Land für sie „Der Berg Aditi“, in seiner Mitte der Geistbaum der Aditi: „Ein mächtiges Wesen, ein Baumwesen stand vor mir, das spürbar und fast sichtbar Energie aus der Erde ebenso wie aus dem Himmel zu ziehen und auszutauschen schien.“

Bis zu diesem Punkt könnte dies eine oberflächliche esoterische Geschichte sein. Aber wer sie liest, spürt sofort, hier spricht jemand aus tiefster Seele. Evelin Rosenfeld will nichts „verkaufen“. Der „Markt der Persönlichkeitsentwicklung“ ist für sie nichts anderes als der Verkauf von Autoradios oder Knebelverträgen. Vielmehr verknüpft sie die Schilderung ihres äußeren Wegs mit dem inneren Weg der Wandlung von einer „Systemträgerin“ hin zu einer Frau, die den Sprung ins Unbekannte wagt, um mit dem Einsatz ihres ganzen Lebens diesen wunderbaren, aber etwas heruntergekommenen Berg in ein Heiligtum zu verwandeln: „Ich wusste nicht … wie man ein so großes Land bewirtschaftet – ich wusste nicht einmal, wie man ein Haus nur mit Holz heizt. Ich wusste nicht, wovon ich leben sollte … Doch mein Herz hatte ja gesagt und mein Wille hatte den Fuß über die Schwelle gesetzt.“ So liest sich Evelins Geschichte wie eine einzige Metapher für das, was für die westliche Zivilisation insgesamt ansteht: die Umwandlung einer lieblosen Welt hin zu einer Welt der liebevollen Fürsorge und Hege.

Das „System“ schlägt zurück

Mit einem unvorstellbaren Kraftaufwand, getragen von Mächten, die größer sind als sie, widmet sich Evelin der neuen Aufgabe, arbeitet bis zur Erschöpfung und findet dank ihrer Begeisterung auch zahlreiche Helferinnen und Unterstützer. Das funktioniert ein paar Jahre ganz gut; so gut, dass der Erfolg der Arbeit den Ruf der Göttin Aditi nicht verschwinden, aber doch verblassen lässt, bis eines Tages die „kalte Machtausübung“ des „Systems“ mit ahrimanischer Gewalt zuschlägt: „Vor mir standen elf Personen in schwarzen Uniformen, mit Schusswesten und mit Schusswaffen. Eine Frau … las einen Durchsuchungsbefehl vor … Sie stampften über meine weißen Wollteppiche, rissen die Schränke auf, forderten mich auf, Schachteln, Taschen, Vorratsgefäße zu öffnen … Letztlich beschlagnahmten sie das Ergebnis wochenlanger Arbeit und nahmen betriebliche Aufzeichnungen mit … Ich war so verängstigt, dass ich mich wochenlang fürchtete, wenn es an der Tür klingelte … Ich war einer Brutalität ausgesetzt, aus der es kein Entrinnen gab.“

Statt sich an das noch Vorhandene zu klammern und sich heillos in das ihr angetane Unrecht zu verbeißen, gelingt es Evelin im Lauf der Monate, noch ein Stück mehr von sich loszulassen und sich ganz den Kräften Aditis anzuvertrauen: „Meine Ganzheit war wiederhergestellt: Meine Rolle in der Welt war erneuert und gefestigt und meine Beziehung zu Gott pulsierte wieder.“ Sie hat jetzt gelernt, „die Maschine“ richtig einzuschätzen: „Fest vorgegebene Rollenmodelle und die Verherrlichung stumpfen Konsums lenken ab von der Verarmung an Lebendigkeit. Stupide, auf Wiederholungen reduzierte Arbeit wird mit der Sicherheit fester Löhne und vereinheitlichter Sozialstandards belohnt … Unsere Seele überlebt in diesem Umfeld nur“, wenn uns klar ist, „dass die Seele der Maschine keine Energie zuführen darf. Die Maschine nährt sich von den Geistesgiften: Hass, Gier und Verblendung“ …, „weniger drastisch: Ablehnung, Verlangen, Unwissenheit“.

Perlen am Wegesrand

Der Leser, die Leserin folgt Evelins Weg, der sie bis zur Frage nach dem tieferen Sinn des Todes führt, und bringt sie dabei in Kontakt mit Erkenntnissen der abrahamitischen und der moslemischen sowie der buddhistischen, hinduistischen und taoistischen Mystik, aber auch mit schamanischen Ansätzen im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens, „Wahrheiten, die sich in verschiedensten Kulturräumen zu verschiedensten Zeiten herauskristallisiert haben … ich lege Spuren, ich deute auf Türen in den Traditionen, die hilfreich sein können für den individuellen Weg“. So finden die Leser am Wegrand – in den rund 300 Seiten des angenehm lesbaren Buches – eine Menge Perlen zur eigenen Verwendung. „Diese zehn Jahre auf dem heiligen Berg ‚Aditi‘“, schreibt sie, „enthalten viele wichtige Lektionen, die ein Mensch durchleben wird, wenn er auf der Suche nach Gott ist … Dieser Weg … beschreibt, wie ein Traum in die Manifestation mündet und … gibt Aufschluss über den Zusammenhang von Intention und Erfolg, Hingabe und Fülle, Dienst und Selbstbestimmtheit. “

Einen roten Perlenfaden bilden Evelins wunderschöne, oft poetische, manchmal geradezu hymnische Passagen, mit denen sie die sie umkränzende Natur von Aditi schildert, Passagen die der Leserin die Augen öffnen und sie inspirieren, die Mitwelt um sich herum mit einem neuen Staunen wahrzunehmen als das, was sie ist: ein Wunder am Rande des Untergangs, für das sich einzusetzen jede Mühe und  Arbeit lohnt: „Durch die Hingabe … weben wir uns in die Gegenwart hinein, wir verbinden uns mit allen Sinnen mit dem, was gerade ist. Das ist die eigentliche Ebene, auf die es ankommt.“

Das Buch Aditi, ein stattliches Hardcover mit 340 Seiten, kostet 39 Euro und ist direkt bei der Autorin zu bestellen.

 

 

Der Ruf nach DER Revolution kann gar nicht laut genug sein

Wir brauchen eine Revolution. Wir brauchen keine Revolution, sondern eine – ja was? Der Impuls, der dringliche Impuls hinter dem Begriff der Revolution stimmt. Er erklingt immer öfter, und er kann gar nicht laut und stark genug sein. Im selben Zug läuten die Alarmglocken, erstens weil ich Deutscher bin und zweitens, weil Revolution beinahe schon synonym steht für „schiefgehen“. Und doch beharrt das Wort auf Bedeutung und Wichtigkeit.

Vollständiger Text  …

Über die Grundlagen unsres Widerstands

Die Begriffe Wolkenkuckucksheim und Widerstand beginnen nicht nur beide mit einem W, sie haben auch mehr miteinander zu tun, als man zunächst glauben möchte.

Wir alle kennen, wenn auch selten, diese besondere Wahrnehmung der Welt. Befinden wir uns darin, dann ist das für andere nicht wahrnehmbar. Wir wirken wie sonst auch, allenfalls weniger distanziert, eher allem verwandter und näher. Es ist eine kindlich-freundliche Wahrnehmung, ein Mit-der-Welt-Sein. Dann fühlen wir uns in der Welt zu Hause und geborgen, so als zwitscherten die Vögel und blühten die Blumen und rauschten die Bäume für uns; so, als seien wir gemeint. Dann begegnen wir dem Blick der Wolken, die zu uns herabschauen und nicht fremd und sinnlos dort oben herumziehen, dann laden sie uns ein zu ihrem Wolkenrücken, auf dass wir wie Nils Holgerson in eine Ferne ziehen, die erreichbar in uns wohnt. Das fühlt sich an, als hätte sich eine Tür aufgetan, von der wir nicht einmal wussten, dass es sie gibt, eine Himmelstür, eine Erdentür.

Auch wenn wir so einen Zustand kennen – ist das keine Spintisiererei? Die Fakten, die sind doch nicht so! Können nicht schon wenige Stichworte wie Donald Trump, Benjamin Netanjahu oder Friedrich Merz dieses Wolkenschloss zum Einsturz bringen? Bräuchten wir nicht vielmehr Widerstand gegen einen Staat, der zu seiner Verfassungsgrundlage zunehmend auf Distanz geht, bräuchten wir nicht lieber einen Generalstreik, eine Besetzung der Rüstungsfabriken, Aufstände, Straßenkämpfe, eine Revolution, Anarchie? Selbst wenn du jetzt eine dieser Fragen im Stillen mit Ja beantwortet haben solltest – hast du dich schon einmal gefragt, warum nichts davon nicht einmal ansatzweise geschieht? Woher diese Cocacola-trunkene, Handy-beduselte Kraftlosigkeit kommt?

Mit dem E-Bike gegen Panzer?

Darauf gibt es eine Menge Antworten, beispielsweise: weil die meisten von uns hoffen, dass „sich das alles schon wieder einrenkt“ (was es m. E. nicht tun wird); weil wir von dem System immer noch ordentlich profitieren (was auf die meisten Menschen, die zwischen 1939 und 1945 nicht an die Fronten mussten, ebenfalls zutraf) – weil wir also mehr zu verlieren als zu gewinnen haben; weil wir zwar wissen, was stattfindet, aber uns jeder Widerstand zwecklos erscheint; weil wir nicht einmal bemerken, was in Deutschland, Europa und der westlichen Welt vorgeht; weil wir so vom System vereinnahmt sind, dass wir nicht einmal das System bemerken – siehe das berühmte Beispiel vom Fisch, der nichts vom Wasser weiß? Oder weil wir ganz einfach feige sind?
Ich fürchte, keiner dieser Gründe stimmt für sich. Auch die größten Mitschwimmer haben eine Ahnung, dass das Wasser, das sie trägt, Gift enthält. Vermutlich sind die meisten von uns Mischtypen. Aber dann gibt es noch einen, bisher nicht genannten Grund, weshalb wir uns nicht laut empören. Und der hat jede Menge mit Realismus zu tun. Wer zur Gewalt greift, der scheint mir wie jemand, der mit Tränen in den Augen mit seinem E-Bike gegen Panzer anrennt. Schon die Machtmittel, welche die Bundesrepublik gegen Aufständische einsetzen könnte und würde, sind furchterregend; die der kognitiven Kriegsführung der NATO sind noch weit wirkungsvoller, weil sie direkt unser Denken angreifen (übrigens ein weiterer „weil“-Grund); von den Möglichkeiten eines Peter Thiel einmal ganz abgesehen.

Unsichtbar werden

Realismus hat aber nichts damit zu tun, die Flinte ins Korn zu werfen. Er lässt uns nach anderen Wegen suchen. Die beste Möglichkeit, einen Panzer zu entschärfen, besteht darin, ihm den Feind zu nehmen; wenn der Richtschütze niemanden mehr hat, auf den er schießen kann, wird er arbeitslos. Das mag vielleicht nicht die beste Metapher sein, aber doch eine, die es nachvollziehbar macht, wenn ich die Position vertrete: Wir müssen dieses System überflüssig machen. Dagegen zu kämpfen, ist nicht nur zwecklos, sondern auch sinnlos. Warum, das wäre ein anderes Thema. Erst wenn wir, ohne allen Kampf, aber mit aller Kraft und mit allen uns gegebenen Mitteln ein Parallelsystem errichten, das nicht mehr statisch, sondern fluide ist; das nicht mehr auf Wachstum, sondern auf Verbindung setzt; das nicht mehr auf Raffen, sondern auf Teilen setzt; das uns nicht als Herrscher der Welt, sondern als Mitbewohner des „Biotops Erde“ versteht – erst dann haben wir eine echte Chance. Denn ein solches Parallelsystem ist mit jeder einzelnen seiner Variablen vom alten, tödlichen System so weit entfernt, dass es wie Alberichs Tarnkappe wirkt. Wir werden so gut wie unsichtbar bzw. werden – selbst, wenn sie uns vom Kopf gerissen wird – nicht ernst genommen.

„Mitwelt“ als Denkgrundlage

Aber, wirst du dich jetzt vielleicht oder hoffentlich fragen: Wie war das noch mal mit dieser eingangs erwähnten „besonderen Wahrnehmung der Welt“, mit diesem Wolkenkuckucksheim? Was hat das alles mit Widerstand zu tun? Mehr als du denkst. Denn das ist kein Traumzustand, sondern eine ganz andere, erweiterte, intensivere Form von Wachheit, in der wir rechnen und schreiben, arbeiten und programmieren können, nur stärker und unbegrenzter als sonst, weil wir mehr, ja ganz bei uns sind. Es ist ein Zustand, in dem wir nicht mehr kämpfen müssen, sondern in dem sich die Dinge fügen. Und ein Zustand, in dem wir wirklich lieben und ganz sein können für das große Fernziel. Denn ohne die Vision einer nicht nur besseren, sondern tatsächlich guten Welt, in der der Begriff der „Mitwelt“ nicht Fremdwort, sondern Denkgrundlage ist, geht uns seelisch schnell die Luft aus. Aber selbst Mitmenschen, denen Bruder Maulwurf, Cousin Sperling oder Großvater Wal fremdes Gedankengut ist, können ja vielleicht mit Schillers „Alle Menschen werden Brüder“ etwas anfangen. Solange wir nicht diesen großen Traum zu träumen wagen, bleibt alles andere Illusion.

Bild: pixabay.de

Transkript und Übersetzung des gleichnamigen Videos
von Charles Eisenstein vom 23.5.2026

Es scheint – besonders wenn man den Expertinnen und Experten aus der Öl- und Gasbranche zuhört –, dass wir auf wirklich ernste Zeiten zusteuern. Deshalb spreche ich mit Menschen, die ähnlich empfinden wie ich: mit Menschen, die den praktischen Impuls verspüren, sich auf mögliche massive Treibstoff-Engpässe und Unterbrechungen der Lieferketten vorzubereiten. Gleichzeitig versuche ich, inneren Frieden zu finden und Vertrauen darin zu entwickeln, dass sich die Dinge so entfalten, wie sie sich eben entfalten. Irgendwie damit einverstanden zu werden. Es gibt also dieses Hin und Her, diesen Zug in zwei Richtungen, und meistens habe ich das Gefühl, irgendwo in der Mitte festzustecken.

Für diejenigen, die es nicht verfolgt haben: Der Irankrieg hat bereits Störungen verursacht, die sich vielleicht vorübergehend überdecken oder hinauszögern lassen, die aber wahrscheinlich erhebliche Auswirkungen auf die Lieferketten haben werden. Es dauert eine Weile, bis sich ein solcher Schock durch die Versorgungssysteme bewegt: Düngemittelknappheit, geringere Ernten, mögliche Diesel-Engpässe. Und wenn Diesel knapp wird – wie transportieren wir dann Lebensmittel und Materialien? Wie halten wir das gesamte Just-in-time-System am Laufen? Es gibt heute kaum noch Lagerhäuser voller Vorräte. Lagerhäuser sind eher Umschlagplätze als Orte der Lagerung. Die gesamte Wirtschaft ist extrem eng verflochten. Wenn ein Teil ausfällt, wirkt sich das auf alles andere aus. Deshalb sagen viele Menschen Lebensmittelknappheit, Stromausfälle und massive Störungen voraus und rufen dazu auf, sich vorzubereiten.

Auch ich rate dazu, sich vorzubereiten. Aber die eigentliche Frage lautet: Worauf bereiten wir uns vor – und warum? Worauf genau bereiten wir uns vor?

Jetzt werde ich wieder ziemlich „New Age“, aber ich sage es trotzdem: Wir bereiten uns auf eine vollkommen verwandelte Welt vor. Die Grundlage dieser Transformation ist – und ich weiß, ich wiederhole mich – eine neue Geschichte, eine neue Mythologie: die Geschichte des Verbundenseins, der Wiedervereinigung, die die Geschichte der Trennung ersetzt. Darauf bereiten wir uns vor.

Wenn du dich jedoch auf Grundlage der alten Geschichte vorbereitest, dann wirst du vor allem dafür sorgen wollen, dass es dir selbst gut geht. Und alle anderen? Nun ja, vielleicht hilft man ein bisschen, aber an erster Stelle steht man selbst. Ich und meine Familie – wir lagern Essen ein. Aber was, wenn jemand kommt und das Essen nimmt? Dann brauche ich wohl auch Waffen, Munition, Goldbarren, einen Bunker, ein abgeschottetes Gelände. Wenn alle so handeln, dann werden wir diese Zeit nicht gemeinsam überstehen.

Eine Möglichkeit, sich auf die Welt vorzubereiten, die wir tatsächlich wollen – und sie durch diese Vorbereitung zugleich zu erschaffen –, besteht darin, sich darauf einzustellen, anderen in den kommenden Zeiten etwas geben zu können. Sich darauf vorzubereiten, die Mittel zum Teilen zu haben. Sich psychologisch, mental und sozial auf diese Zeiten vorzubereiten. Verbindungen aufzubauen. Geschenke und Unterstützung in Gemeinschaft zirkulieren zu lassen.

Es gibt noch einen anderen, subtileren Aspekt. Er hat mit einigen dieser ungewöhnlichen Phänomene zu tun, die bestehende Weltbilder infrage stellen und die wir zunehmend wahrnehmen. Ich erwähne sie fast in jedem Gespräch. Letztes Mal sprach ich über Ediths Workshop, über Dinge wie „blindes Sehen“. Dann gibt es diese Berichte über Telepathie – all das scheint plötzlich überall aufzutauchen.

Deshalb glaube ich nicht, dass die Herausforderung, vor der wir stehen, letztlich materielle Knappheit sein wird. Nicht zu wenig Nahrung, nicht zu wenig Strom, nicht zu wenig Dinge. Wir befinden uns bereits in einer Krise. Ja, es gibt Hunderte Millionen Menschen auf der Erde, die nicht genug Nahrung haben. Aber das liegt nicht an einem globalen Mangel an Lebensmitteln. Es liegt an der Art, wie wir verteilen. Es liegt – letztlich – an der Geschichte der Trennung: daran, dass nicht geteilt wird.

Und das Elend in meinem Land und in den meisten entwickelten Ländern entsteht für die meisten Menschen nicht aus einem Mangel an Menge, sondern aus einem Mangel an Qualität. Deshalb baue ich meinen Garten aus. Nicht, weil ich Angst habe, nicht genug zu essen zu haben. Sondern weil bestimmte Qualitäten in den Lebensmitteln fehlen, die ich im Supermarkt kaufe. Auf dem Bauernmarkt sind sie schon eher vorhanden. Aber noch viel stärker sind sie da, wenn ich eine Erdbeere direkt von meiner eigenen Pflanze pflücke und sie – noch warm von der Sonne – in den Mund nehme. Da gibt es nährende Qualitäten, die jene Dimensionen unseres Seins ansprechen, die für die kommende Welt wichtig sind – für jene Welt, auf die wir uns vorbereiten.

Das ist die Welt, auf die ich mich vorbereiten möchte. Nicht auf einen Kampf ums Überleben – weder individuell noch kollektiv. Denn ich glaube nicht, dass das die eigentliche Herausforderung sein wird. Es mag Episoden echter Not geben, und die wird es wahrscheinlich auch geben. Aber die Natur der Krise, in der wir uns bereits befinden, ist im Allgemeinen kein materieller Mangel.

Und der Heilungsweg der Menschheit wird nicht durch immer höhere Produktivität erreicht werden. Die materielle Knappheit, die viele Menschen auf dieser Erde erleben, entsteht nicht deshalb, weil insgesamt zu wenig produziert wird. Warum glauben wir also, dass eine Verdoppelung oder Verzehnfachung der Produktion Knappheit lösen würde? Seit dem 18. Jahrhundert hat wir unsere Produktion bereits tausendfach gesteigert – und dennoch gibt es weiterhin Mangel.

Aber dieser Mangel ist künstlich. Er entsteht aus unseren grundlegenden Überzeugungen, aus den Geschichten, die wir uns erzählen, und aus der Art, wie diese Geschichten in unsere Systeme eingebettet sind. Solange sich das nicht ändert, wird es immer Knappheit geben. Doch wir bereiten uns auf eine Welt des Überflusses vor.

Es gibt dabei zwei Ebenen der Vorbereitung. Die erste ist: Bereite dich darauf vor zu teilen. Bereite dich darauf vor, eine Ressource für andere zu sein. Die zweite ist: Bereite jene Dinge vor, die jene qualitativen Bedürfnisse erfüllen, die bislang unerfüllt geblieben sind – Bedürfnisse, die notwendig sind, damit wir auf einer höheren Ebene des Menschseins existieren können.

Man kann die Weltkrise durch die Linse der Untergangspropheten im Internet betrachten. Auf diese Weise versteht man bestimmte Dinge. Man kann sich in diesen Zustand des Seins begeben, und aus diesem Ort heraus gibt es Dinge, die getan werden müssen. Ich sage also nicht, dass das schlecht ist, wenn jemand sich dazu berufen fühlt. Aber gleichzeitig laufen auf der Erde viele andere Prozesse ab, die für jene Menschen unsichtbar bleiben, die nur die Barrel Öl zählen oder die Menge an Dünger berechnen.

Es gibt Prozesse des Wandels, die Fähigkeiten hervorbringen, die wir uns bisher kaum vorstellen konnten – Fähigkeiten, die die gesamte Gleichung verändern. Aber diese Möglichkeiten werden uns nicht zugänglich sein, solange wir in der Denkweise der Trennung verharren. Dann bleiben sie unsichtbar.

Darin liegt ein Paradox. Die materielle und immaterielle Fülle, die wir suchen, um Knappheit zu überwinden, wird uns nicht zugänglich werden, solange wir selbst in der Denkweise der Knappheit verharren.

Und was hat es mit dieser Denkweise der Knappheit auf sich? Es ist nicht einfach nur die tief verankerte Überzeugung: „Es gibt nicht genug.“ Eigentlich lautet sie: „Es gibt nicht genug, um zu teilen.“ Und man kann spüren, wie sich etwas öffnet, wenn sich diese Haltung verändert.

Wahrer Überfluss beginnt dort, wo man sich frei fühlt zu teilen.

Stella erzählte mir von etwas, das sie online gelesen hatte: Eine Gruppe von Menschen besuchte Kurdinnen und Kurden in einem Flüchtlingslager. Diese Menschen bildeten eine Art Kreis um ihr Lager, holten Musikinstrumente hervor, begrüßten die Helfenden, luden sie ein und versuchten sogar, sie zu bewirten. Und das waren Menschen, die selbst fast nichts hatten – die kaum genug Nahrung besaßen, um sich selbst zu versorgen. Und doch war ihr erster Impuls, Gäste willkommen zu heißen, sie zu unterhalten und mit ihnen zu teilen.

Das ist Überfluss.

Überfluss bedeutet, sich frei zu fühlen, großzügig zu sein. Sich frei zu fühlen zu teilen.

Das ist Vorbereitung. Den Teil in sich selbst zu finden, der teilen kann, und ihn zu stärken. Ihn einzuüben. Ihn zu bewohnen.

So bereiten wir uns vor.

Worauf bereiten wir uns vor?

Auf die Welt, die wir erschaffen werden. Denn die Welt, auf die wir uns vorbereiten, wird die Welt sein, die wir hervorbringen. Wir bereiten uns nicht nur selbst auf diese Welt vor – wir bereiten auch die Bedingungen für diese Welt vor.

Die Zukunft ist nichts Vorgegebenes.

Sie lässt sich nicht einfach aus Wahrscheinlichkeiten vorhersagen. Sie wird erschaffen.

Und wir erschaffen sie durch die Entscheidung, worauf wir uns vorbereiten.

https://www.youtube.com/watch?v=pB7VgGekudQ

 

Wahlfreiheit wirkt auf unsere Lebenswelten

Peter vom Zürichsee

Als PDF zum Herunterladen

Wir sehen «Menschlichkeit» gerne als erstrebenswertes «Gut-miteinander-sein-und-
umgehen». Dazu gehört z.B., sich empathisch, ehrlich, respektvoll, hilfsbereit, achtend,
würdigend und verantwortungsvoll zu verhalten. Menschlich sind auch unsere
Schattenseiten. «Ich bin halt auch nur ein Mensch» wird gerne als Rechtfertigung für
allerlei Gewaltanwendungen benutzt. «Irren ist menschlich»… Es ist Zeit, offen und
grundlegend zu überdenken, was «Menschlichkeit» in unseren Lebenswelten bedeutet.
Mir bewusst zu sein: Welche Art von Menschlichkeit möchte ich selbst leben?

Überall lauert auch Unmenschliches

Unterschwellige, kaum als Gewalt bemerkte Formen sind möglich – und weit verbreitet.
Das folgende Beispiel mag dich überraschen – was könnte da dran sein?
Gewaltfreie Kommunikation (GFK, nach Marshall B. Rosenberg) ist hoch im Kurs. Sobald
der Anspruch im Raum steht, dass «wir alle GFK anwenden müssen und alles wird gut –
wir wissen, wie das geht (du hast es halt noch nicht verstanden oder hast noch
Übungsbedarf)», empfinde ich das als übergriffig – dann wird mir schwindlig. An mir ist
etwas nicht gut. Mein Gegenüber will, dass ich im GFK-Stil kommuniziere.
Um hier möglicherweise aufkommende Missverständnisse zu klären: Ich finde GFK eine
gute Sache – manchmal echt hilfreich. Als Rezept in allen zwischenmenschlichen
Situationen, verbunden mit der Erwartung, es stets und ständig gekonnt anzuwenden, wird
es missverstanden und zum Dogma, zur Kommunikations-Religion. Das entfremdet, statt
zu verbinden. Das Erfüllen der Erwartungen und Vorstellungen anderer, auch meiner
Eigenen, fühlt sich für mich als «übergestülpte Kommunikationsregel» an. Als Form eines
Versuchs, sich einem Konzept unterwerfen zu müssen, (und alles werde gut). Eine Form
von Gewalt, die wir meistens übersehen.

* * * * *

Pure Gewalt und Zerstörung bewirkt in den aktuellen Kriegen unendlich viel Leid,
Schmerz, Tod und gigantische Mitweltverschmutzungen. Kriegerische Angriffe und
Übergriffe werden oft als unmenschlich bezeichnet. Wir versuchen mit diesem «un»-
Wortzusatz, unerwünschte menschliche Handlungen von uns selbst fernzuhalten und zu
verdrängen. «Dein Verhalten ist unmöglich!» «Das kannst du unmöglich machen!».
Es gibt nicht nur unangebrachte und unsinnige Verhaltensweisen, Streitereien und Kriege,
sondern auch heimische Pflanzen, die wir «unbedingt» weghaben wollen in unseren
Gärten: unbeliebte Unkräuter. Gegen die wir Krieg führen, auch mit Chemiewaffen.
Im wirtschaftlichen Wettbewerb gibt es von unlauterem Marktgebaren und
unwirtschaftlichen Märkten bis zu ungeliebten Mitbewerbern und Konkurrenten ebenfalls
Formen des Kämpfens und Bekämpfens. Unmengen von industriellen Erzeugnissen
überschwemmen unseren Planeten, hinterlassen sehr viel mehr giftige als ungiftige
Verschmutzungen.

Politisch hören wir öfters «Unwörter» wie: «Diese Ideologie muss bekämpft werden!» «Wir
brauchen unideologische Lösungen!». Solches verkünden interessanterweise meist die
Exponenten jener Parteien, die selbst nur so strotzen vor ideologischen Überzeugungen
und Selbstüberhöhungen. Politische Machtgelüste führen zu verbaler Gewalt und
Essay «Ein A bis Z der Menschlichkeit?» © by Peter Wyler, CH-8707 Uetikon, 1. April 2026. Seite 2 von 15
Populismus, zum Kampf gegen andere Parteien und Andersdenkende. Während es mir
leichtfällt, Fehlverhalten und Überzeugungen anderer aufs Korn zu nehmen und
manchmal auch anzugreifen, übersehe ich bei mir selbst, dass ich dies und das felsenfest
glaube und als absolut notwendig betrachte – und damit die Deutungshoheit für mich in
Anspruch nehme. Dass ich zu wissen glaube, was richtig und falsch ist. Dass ich mich
richtig verhalte. Dass ich weiss, worauf es ankommt. Dass ich über andere urteile und sie
bewerte. Andere verurteile und insgeheim ablehne.

Auch ich bin eingeladen, die Auswirkungen der Art(en) meiner frei wählbaren
Menschlichkeit auf «meine» und andere Lebenswelten tiefer zu ergründen und zu
überdenken.

Facetten der Menschlichkeit von A bis Z
in zwei entgegengesetzte Richtungen

Unsere Lebenswelten sind voller Widersprüche. Keinesfalls geht es darum, diese als
richtig oder falsch zu klassieren. Es macht Sinn, uns bewusst mit folgenden Fragen in
Ruhe zu vertiefen:

  • Welche menschlichen Eigenschaften sowie Denk- und Verhaltensweisen entfalten welche Wirkungen?
  • Welche Art von Menschlichkeit will ich leben und möchte ich durch mich gedeihen lassen?
  • Welche Arten der Menschlichkeit wollen wir gemeinsam leben?

An den Wirkungen erkennen wir, ob es zunehmend in Richtung von lebensdienlicher
Mitgestaltung, zu einem einander näherbringenden, gesundenden WIR geht. Oder mehr in
Richtung von lebensfeindlichen, trennenden, ausbeuterischen, unterdrückenden,
verwirrenden bis zerstörerischen Verhaltensweisen.

So zeigen sich die «Pole» der Menschlichkeit, die wesentlich für deren Auswirkungen in
unseren Lebenswelten sind:

Lebensförderndes / lebensdienliches / heilsam wirkendes / uns nährend verbindendes
Menschsein & Tun. Der aufwärts zeigende grüne Pfeil symbolisiert das Aufbauende,
gesundend und erstarkend Gedeihende.

Lebensfeindliches / toxisch wirkendes / krankmachendes / uns trennendes
Menschsein & Tun. Der abwärts zeigende graue Pfeil symbolisiert das Abbauende,
gesellschaftlich wie persönlich Schwächende und Lebensgefährdende.

 

Mein Herz schlägt für
unsere lebensdienliche, nährende,
heilende Menschlichkeit.

In diesem anregenden «A-Z der menschlichen Facetten» sind beim aufwärts zeigenden
grünen Pfeil einige «lebensdienliche» Perspektiven und neben dem abwärts gerichteten
grauen Pfeil einige «lebensfeindliche» Aspekte in Beispielen beschrieben.
Dies ist eine persönliche und zugleich universelle Auswahl wesentlicher Menschlichkeits-
Aspekte.
Du kennst sicher viele weitere davon – aus deinen eigenen Erfahrungen, Beobachtungen
und Einschätzungen. Wobei es sinnvoll ist, zu bemerken, dass Einschätzungen oft auch
Bewertungen oder Hypothesen sind.

In Ergänzung des Textes, das in der Digitalzeitung DAS BLATT, Ausgabe April 2026
erschienen ist, findest du hier Zugang zu weiteren gewichtigen Aspekten der
Menschlichkeit.

A

aufeinander zugehen • sich selbst und einander annehmen • artgerecht mit allen
Lebewesen, auch uns und unseren Kindern, umgehen • Andersartigkeit annehmen und
integrieren • achtsam den Wundern des Lebens begegnen • Ängste annehmen,
anerkennen und ihnen zuhören > frei werden für das Hier und Jetzt • Autonomie > mein
Leben gestalten und selbst wählen können • aufeinander achten > auch auf das
Autonomiebedürfnis der anderen …

ablehnend sein • einander abweisen • angreifen • anschuldigen • abwerten •
aussenvorlassen • Andersartigkeit ablehnen • Andersdenkende aussortieren •
Ängstlichkeit > in vielem und von vielen sich bedroht fühlen • Ausgrenzung • auslachen •
Ausbeuten unseres Planeten und seiner Lebewesen • verbale und psychische / soziale
Aggressionen, auch passiv-aggressives Verhalten …

B

Bereitsein für das, was es hier und jetzt braucht • behutsam im Umgang mit allem
Leben und unserem Planeten sein • Bewusstheit für eigenes Fühlen und Tun • Brücken
bauen und Verbindungen zueinander pflegen • sich begeistern für sinnreiches Wirken •
beflügelnd einander inspirieren und unterstützen • bedürfnisbewusst sein • berührend
einander begegnen • in wahrhaftigen Begegnungsräumen einander auf Augenhöhe
erleben • analog gelebte, verbindende, nährende Begegnungen• Begabungen und
Berufung leben > innerste Herzenswünsche sinnhaft einbringen, Essay zum Thema
«Gaben» (2) …

Brutalität anderen und sich selbst gegenüber • Bedürftigkeit >sich von anderen abhängig
machen • über andere bestimmen • von oben herab belehren und besserwissen •
Besitz aneignen zulasten anderer • sich selbst und andere bewerten und vergleichen •
etwas Besonderes sein wollen • Bedürfnisse übergehen • bemitleiden •
Bedingungen stellen • betrügen > das Vertrauen fundamental missbrauchen • beschämen
> die Identität anderer angreifen (Essay zum Thema «Scham» (3) …

C

Couragiertes, mutiges, aktives, lebensdienliches Tun im Alltag • Collaboration >
wirklich zusammenarbeiten und einander unterstützen • Charakterstärke zeigen …

Chancen ignorieren > verpassen und verstreichen lassen • Chaos verbreiten > chaotisch
sein • Coolness > meine Gefühle, Missstände und Unsicherheiten überspielen •
Charakterlosigkeit oder -schwäche • Chauvinismus > zur Schau gestelltes,
herabsetzendes Überlegenheits-Getue gegenüber anderen • cholerisch sein >
unkontrollierte Wutausbrüche über anderen «ausgiessen» • Co-Abhängigkeit > emotionale
Verstrickung, die destruktive und ungesunde Dynamiken etabliert …

D

Dialogbereitschaft und -fähigkeit • Dankbarkeit > bewusst wertschätzen • Deeskalation >
Spannungen beruhigen statt anheizen • dienen im Sinne des Ganzen, ohne sich selbst zu
verlieren • Demut > anstatt sich stolz über andere zu stellen • Dazugehörigkeit schenken >
andere sind willkommen …

demütigen • drohen • doppelmoralisches Verhalten • Du-Botschaften > beratschlagen,
erwarten, übergriffiges Gutmeinen • Distanz halten > Beziehungsentzug •
Dominanzverhalten • digitale, trennende, künstliche Welt bevorzugen • denunzieren >
andere gezielt anschwärzen …

E

Empathie > Einfühlungsvermögen • einladen und ermutigen zur Transformation • effektive
Entwicklung > sich aus bestehenden Verwicklungen lösen und so frei werden •
Eingeständnis meiner Unzulänglichkeiten und Unterlassungen • Einsicht > reflektierendes
Selbstwahrnehmen und -Verständnis • emotional zugänglich sein • Ehrlichkeit •
Eigenverantwortlich sein • Ehrfurcht vor dem Leben spüren > es staunend und dankbar
annehmen • ermöglichen, was es hier und jetzt zum Gemeinwohl braucht •
Erdverbundenheit spüren …

ICH-zentrierter Egoismus > um eigene Vorteile bedacht • emotionale Abschottung und
Kälte (und das gar als emotionale Kompetenz und «professionellen Umgang mit
Emotionen» preisen) • emotionale Erpressung • Empathielosigkeit • Entwertung > andere
entwürdigen, entblössen und kleinmachen • Eifersucht > Misstrauen und zwanghaftes
Kontrollieren …

F

Freiheit meiner Spielräume nutzen und entfalten, ohne andere in ihrer Freiheit
einzuschränken oder sie zu gefährden • Fülle > das Geschenk des Lebens voller
Möglichkeiten sehen, anerkennen und annehmen • Fühlen, Feingefühl > wir sind fühlende
Wesen • friedlich sein • freundlich mit mir und anderen sein • fördern > Wesentliches
ermöglichen helfen • flexibel sein > sich achtsam Veränderungen stellen • Freude aus dem
Herzen leben • Fairness > respektvoll und gerecht handeln …

Fake > Falschinformationen verwirren und fördern die Ignoranz • Feindseligkeit •
Falschheit > so-tun-als-ob-Täuschung • Frustrations-Abladung auf andere • Fatalismus >
«Es bringt eh nichts, also können wir es gleich bleiben lassen!» • Fremdbestimmung >
andere nach meiner Pfeife tanzen und meine Vorstellungen erfüllen lassen und damit ihre
Autonomie aberkennen …

G

Gemeinwohl-dienlich handeln und wirken • Gewahrsein • «gwundrig sein*» > offen für
Wunder (*Schweizerdeutsch für neugierig sein) • nährende Gemeinschaft fördern > zu
Zusammenhalt und Verbundenheit beitragen • zum Gelingen der nötigen Veränderungen
beitragen • Ganzheitlichkeit > zum Wohl von Körper, Geist, Seele und dem WIR • Gnade
spüren …

Gleichgültigkeit > Interesselosigkeit sich selbst und anderen / anderem gegenüber •
Geringschätzung > Qualitäten und das Wesen übersehen und übergehen • gaslighting
gezieltes Irritieren und Verunsichern der Wahrnehmung • grollen > Festhalten an starker
Unzufriedenheit oder Ärger gegenüber einer Person, einer Gruppe oder einer Situation •
Grenzüberschreitungen > Grenzen bei sich selbst und anderen missachten •
Gruppendruck und -manipulation …

H

herzverbunden, aus dem Herzen heraus lebend • Hingabe > sich liebevoll und achtsam
zuwenden: meinen Herzenswünschen, dem was ich tue, ebenso anderen Menschen
und unserem Planeten • in mich hineinlauschen > entdecken, was durch mich gelebt
werden möchte • Herzenswärme > sich selbst und anderen mit echter innerer Wärme und
Zuneigung begegnen • Hilfsbereitschaft > beitragen, ohne zu zögern • Humanität >
menschliches Verständnis pflegen • heilsam wirken > für innere und äussere Trans-
formation • meine Haltung erweitern, siehe gleichnamiges Buch von Martin Permantier (4)

Hass > abgrundtiefe Ablehnung • Herablassung > andere von oben herab behandeln •
Heuchelei > unechtes, doppelbödiges Einlullen • Hilflosigkeit inszenieren > manipulatives
Sich-Als-Opfer-Darstellen • Hinterhältigkeit > verdeckte und perfide Angriffe und
Verhaltensweisen • an meiner Haltung um jeden Preis festhalten …

I

Integrität, integrierend wirken > im Einklang mit mir und unserem Planeten Ich-
Botschaften > ohne Vorwurf oder Bewertung offenlegen, wie ich mich fühle, was es mit mir
macht, was für mich wesentlich ist Ich-Verbundenheit > mit meinem Innersten verbunden
sein Innigkeit > tiefe innere Verbundenheit spüren und teilen Inspirationen schenken >
inspirierenden Austausch pflegen echtes Interesse zeigen > mich aufrichtig für andere
öffnen achtsame Impulse geben > Entwicklung liebevoll anregen Ideen teilen > kreativ
und verbindend wirken inneres Gleichgewicht fördern > sich selbst treu sein …

 

Ignorieren / Ausblenden > Nicht-Wahrnehmen von sich selbst und anderen; sich der
Begegnung entziehen Instrumentalisierung > Mitmenschen, Lebewesen und den

Planeten als Mittel benutzen und ausbeuten Intoleranz > Ablehnung und Abwertung von

Unterschiedlichkeiten Ironie > wird oft missverstanden und kippt schnell unbemerkt in

verletzenden Sarkasmus und Zynismus Ich-kenne-dich-Irrtum > wie soll das möglich
sein, wenn ich nicht mal mich selbst wirklich kenne? …

J

Ja zum Leben im Hier und Jetzt sein «Du bist ein Juwel» > Mitmenschen als kostbar,
einzigartig, hilfreich oder liebenswert würdigen Jugendlichkeit bewahren > offen,
gwundrig (neugierig) und lebensfroh bleiben jederzeit zugänglich sein > für tiefes
Zuhören, Anteilnehmen und Unterstützen präsent sowie verlässlich sein, ohne sich
aufzudrängen justieren > einstellen/ einregulieren, sich neu ausrichten, uns
untereinander fein abstimmen Jubel geniessen > Freude gemeinsam erleben und feiern –
dies keinesfalls auf Kosten anderer jedes Leben achten > es als Teil des Ganzen
annehmen …
Jähzorn > explodierende Wutausbrüche öfters jammern > Mitmenschen als
«Mistkübel» für Probleme missbrauchen und sie damit emotional stark belasten

jemanden Kleinhalten und Kleinmachen > angewendete psychische Gewalt oder

Manipulation, welche das Selbstwertgefühl des Opfers untergräbt …

K

Konflikt(bereitschaft und -fähigkeit) als Lebenskunst; Essay zum Thema Konflikt (5) •
Kontakte pflegen > offen, freundlich und interessiert auf andere zugehen klar werden

und sein (Essay zum Thema Klarheit (6) • kybernetisches Verständnis > Systeme wie

unseren Planeten, Organisationen, Gesellschaften, Maschinen, oder auch uns selbst, als

vernetzte, rückgekoppelte Prozesse betrachten, um dynamische, gesunde, sich selbst

regulierenden Systeme zu fördern Kreativität > neue Perspektiven und Möglichkeiten

öffnend, Unterschiede und Vielfalt als Ressource nutzend und die kollektive Intelligenz

stärkend • Kulturgut nachhaltig erschaffen > dauerhafte Anregung, Verbindung und

Orientierung zum Wesentlichen und Kostbaren erhalten Kompass des Herzens > inneren

Werten und Intentionen achtsam folgen mit meinem Inneren Kind verbunden sein >
bewusst Selbst-Mitgefühl und Lebendigkeit pflegen, staunend und offen sein • 
Kontemplation – achtsam, still und innehaltend das Leben und Geschenk des Lebens
reflektieren …
Konfliktverdrängung Kampf und Streitereien – Kriege > massive Zerstörungen, Leiden,
Tod und Verluste, mit oft negativen Veränderungen von Machtstrukturen, kriegerisch-
technologisch beschleunigter Aufrüstung sowie langfristigen ökologischen,
psychologischen, sozialen und kulturellen Folgen Kränkung > durch Beschämung oder
«links-liegen-lassen» Kontrolldrang > andere kontrollieren und steuern wollen
Konkurrenzdenken (oft toxisch), anstatt Kooperation emotionale Kälte > Bindungen
frieren ein …

L

Liebe, liebevolles Begegnen in mir und dir Landwirtschaft nachhaltig und giftfrei
Lösungsbewusstsein > sich von Problemen lösen Lösungsbereitschaft Lernbereitschaft
liebevolle Selbstführung Lebendigkeit > schenkt im Zwischenmenschlichen mehr
Potenzial für Tiefe, Verbundenheit, Frische und Entfaltung Lebensfreude und Lebenslust
> achtsam entdecken, geniessen und teilen lichtvoll leben > Zuversicht, Inspiration und
Lebenswärme ausstrahlen lachen > Freude und Leichtigkeit versprühen loslassen >
Anhaftendes, Groll und Unstimmigkeiten gehen lassen …

 

Lobbying > aus Eigeninteresse, zulasten anderer Land-Misswirtschaft > vergiftende und
damit lebensverachtende Landwirtschaft mit Kunstdüngern, Herbiziden, Halmverkürzern
und Pestiziden sowie mit bodenverdichtenden Agro-Maschinen (Traktoren usw).

lebensgefährdende Produktionsmethoden mit Chemie, Maschinen, Kunststoffen sowie
Einsatz fossiler Energieträger Lügen > mich selbst und andere belügen und täuschen

lächerlich machen > demütigen und entwürdigen lästern > abwerten und Abwesende
schlechtmachen natürliche Loyalität brechen > Zugehörigkeit verleugnen und Vertrauen
zerstören Leid schaffen > Machtmissbrauch, Gewalt jeglicher Art und Bindungsabbruch,
Projektionen und Beschuldigungen …

M

Mensch sein, als kreativer Gestalter Miteinander > gemeinsam Kreieren und Wirken in
Möglichkeiten denken mitfühlen Mitverantwortlichkeit leben Mut, zu meinem Innersten
zu stehen > das Leben annehmen, verletzlich und authentisch sein meine Menschlichkeit
aufbauend entfalten und leben Meditation > innere Ruhe, Zentrierung und Verbundenheit
finden Meisterschaft im Jetzt > ganz im Hier und Jetzt leben und wirken, Essay dazu (7) •
Magie des Moments > das Wunder und die Schönheit des Augenblicks spüren …
Mensch als Maschine > funktionale Leistungserfüller für die industrialisierte Welt und
deren Leistungsglauben; Bildung ist auf Leistung ausgerichtet, auf das Funktionieren für
das System Mangelbewusstsein > sich im Mangel fühlen in Massen produzieren
Monokulturen anlegen > Krankheitsanfälligkeiten mit negativen Folgemassnahmen
«behandeln» manipulieren > andere damit verdeckt beeinflussen, oft durch
Angstmacherei und Druckausübung Missgunst > anderen nichts gönnen und sie
beneiden Mobbing > systematisches ausgrenzen und schlechtmachen
Machtmissbrauch > ausnutzen der eigenen Position zulasten der darunter Leidenden
chronisches Misstrauen > Beziehungen vergiften und so den Boden entziehen …

N

nützlich sein, sich im Sinne von «lebensdienlich» nützlich machen; gutes und sinnreiches
Tun, das anderen und der Gemeinschaft hilft und Freude bringt Natürlichkeit Nachsicht
> anderen Fehler oder Schwächen vergeben • nahbar sein > emotional und achtsam
zugänglich sein …
Ein «Narzisstischer Eisberg» sein > das einander wirklich begegnen verunmöglichen,
wegen schleichender Selbstbezogenheit mit eingefrorenen Gefühlen im
zwischenmenschlichen Umgang nörgeln > an allem Herummäkeln • neidisch sein >
Missgunst gegenüber anderen durch Vergleichen und sich im Nachteil betrachten
nachtragend sein > an alten Konflikten festhalten oder kleben bleiben / «anhaften»
Neinsager > jegliche Entwicklung und andere Meinungen abwehren prägende Narrative
> angeblich sinnstiftende Erzählmuster, die als Geschichten unser Fühlen, Denken und
Handeln oft unbewusst beeinflussen sowie emotional aufladen, und unser Verhalten damit
manipulativ steuern können …

O

offen sein für sich und das WIR • Organisationstalent > konstruktiv-harmonische Vorhaben
ermöglichen, in denen alle achtsam integriert sind • Ökonomie der Menschlichkeit >
«Gemeinwohl-Ökonomie», das Wirtschaften für das Wohl aller, auch für unseren Planeten
• Orientierung geben > gemeinsame Klärung zum gemeinsamen Unterwegssein
Ordnung schaffen > Klarheit, Überblick und Strukturen für sich selbst und das
gemeinsame Leben pflegen • Oasen bewusst pflegen > persönliche und gemeinsame
Räume der Ruhe, Geborgenheit und des Angenommenseins pflegen …
In Ohnmachtsgefühlen blockiert sein > in unbewusster Hilf- und Sinnlosigkeit
steckenbleiben • Oberflächlichkeit > fehlende tiefe Verbindung • Opferrolle «spielen» >
Selbstbemitleidung, und anderen die Schuld geben und sie manipulieren
Obrigkeitsglauben > weitgehendes Fehlen von Reflexion und gesundem Hinterfragen, was
eine scheinbare Ordnung schafft sowie kritisches Denken und echtes Mitgestalten massiv
schwächt …

P

Passion und freie Potenzialentfaltung • Präsenz > präsent sein – psychische und
physische Gesundheit • Prägungen und Konditionierungen aus der Kindheit aufdecken
und loslassen > frei sein für das Hier und Jetzt • Perspektiven- und Paradigmenwechsel >
offen sein für andere Blickwinkel und Lösungsmöglichkeiten, als die bislang verbreiteten
Narrative und Überzeugungen suggerieren • Praktizierbarkeit fördern > gemeinsam
lebbare Möglichkeiten ausprobieren und praktisch anwenden • Poesie des Lebens >
Schönheit, Wunder und Feinfühligkeit im Alltag • proaktiv sein > vorausblickend selbst-
und gemeinwohlverantwortlich gute Lösungen finden, stets einen Schritt auf persönliche
und gesellschaftliche Herausforderungen zugehen …
Problembewusstsein > in Problemen verwickelt sein und bleiben • passiv-aggressives
Verhalten > von verdeckter Feindseligkeit bis zu verdecktem Narzissmus • Projektionen >
eigene Unzulänglichkeiten, Gefühle, Überzeugungen und Fehler anderen «überstülpen»
provozieren > unterschwelliges bis gezieltes Schüren des Konflikts, bis zur Eskalation
chronischer Pessimismus > destruktive bis toxisch-negative Grundhaltung …

Q

Quelle der Ruhe und des Friedens sein • Querdenken im konstruktiven Sinn > acht- und
einfühlsam neue Lösungswege finden • querverbinden > Netzwerke und Brücken bauen
zwischen dem Planeten und allem Leben, inkl. Menschen, Ideen und Kulturen
Qualitätsbewusstsein > nachhaltiges Leben achtsam fördern • Quintessenz leben >
Wesentliches achtsam erkennen, sich dessen bewusstwerden und danach handeln …
Querulant sein > hartnäckiges, unangemessenes und übersteigertes, reflexartiges bis
zwanghaftes Anklagen, Kritisieren und Infragestellen krankhaftes Querdenken >
zermürbendes Angreifen und Infragestellen von Mehrheitsmeinungen, etablierten
Sichtweisen und «Vorgesetzten», oft als «reflexartiges» Widersprechen und Anklagen …

R

Reflexionskultur > einander offen und respektvoll Feedback geben, ohne zu bewerten
Resilienz fördern > stärkt die psychischen, emotionalen, sozialen und körperlichen
Fähigkeiten, mit Stress, Krisen und Belastungen gesund umzugehen Respektvoll sein >
andere mit ihrer Andersartigkeit achten, mit ihren Grenzen • Rücksicht nehmen > achtsam
und sensibel mit sich und anderen umgehen • Regeneration > sich selbst, anderen und
dem Planeten mit seinen Ressourcen Erholung erlauben und ermöglichen «richtig»
handeln > im Sinne meines eigenen Tuns, das mit meinen innersten Herzenswünschen
übereinstimmt (kongruent sein) mit Ressourcen ausbeutungsfrei umgehen und sie teilen
> Zeit, Wissen oder materielle Mittel bewusst sorgfältig und nachhaltig einsetzen …
Revolution > Revolte: bestehende Machtstrukturen werden herausfordert, ihre Macht
heftig angegriffen, was oft blutig verläuft, weil Privilegien und Kontrolle kompromisslos
verteidigt werden. Auch bei nicht-blutigen Aufständen geht meist «sehr viel Geschirr
kaputt» • Rechthaberei > fehlender Raum für andere Sichtweisen und Erfahrungen, oft
verknüpft mit dem Anspruch auf Deutungshoheit, was richtig und falsch ist • Rache > der
Drang, empfundenes Unrecht zu vergelten, oft begleitet von Groll und hinterhältigem
Verhalten • Rücksichtslosigkeit > schonungsloses Durchsetzen der Eigeninteressen, mit
Ignorieren der Bedürfnisse anderer • Radikalisierung > zunehmend extremer werdendes,
oft intolerantes und aggressives Verhalten gegenüber Andersdenkenden …

S

Sinn und Sinnlichkeit > Sinn öffnet den Blick für die Richtung meines Lebens, wobei mich
meine Sinnlichkeit jeden Moment voller Lebendigkeit spüren lässt Sinnhaftigkeit > unsere
Taten mit innerer Tiefe und mit allem Wesentlichen verweben Spielfreunde und
spielerische Leichtigkeit > belebt den Geist, stärkt Bindungen, fördert Kreativität und
Lebendigkeit Sicherheit systemisches Verständnis > wirkt als zwischenmenschlich
fruchtbarer Boden synergetisches Bewusstsein > Verständnis von Win-Win für alle
Selbstliebe > mich selbst wertschätzen und selbstfürsorglich sein solidarisch sein >
anderen beistehen und gemeinsame Verantwortung übernehmen Stärke > mit innerer
Kraft die sich zeigenden Herausforderungen anpacken und meistern Selbstreflexion >
das eigene Fühlen, Sein, Denken und Handeln bewusst betrachten und spiegeln
Seelenverbindung > inneren Frieden pflegen und ausstrahlen Spiritualität > sich den
Sinn- und Lebensfragen öffnen sowie Verbundensein mit anderen, der Natur oder dem
Universum pflegen schenken > mit Liebe, Achtsamkeit, Präsenz und Hingabe für sich
und andere ein Präsent sein Selbstvertrauen > die eigenen Intentionen, Begabungen und
Fähigkeiten annehmen, würdigen und Leben zwischenmenschliche Sicherheit > schenkt
Vertrauen und Nähe, lässt Offenheit und Gelassenheit wachsen, schafft Raum für
tieferwerdende Verbundenheit, gesunde Entwicklung und Entfaltung …
Schmollen > sich-gekränkt-Fühlen und andere wie Luft behandeln Sarkasmus > wirkt
spitz, spöttisch, entwertend und verletzend, belastet Beziehungen, erzeugt
Missverständnisse und verschleiert Kritik sowie Abschätzigkeit • Schuldzuweisungen >
abschieben der (Mit)Verantwortung siehe auch Beschämung, Kränkung • schweigen >
als Folge von innerer Unsicherheit vertuschen, absichtlich bestrafen, andere im
Ungewissen lassen oder absichtlich verwirren; was sich häufig als Projektion, Vorwurf,
Angriff oder Rückzug zeigt • Selbstgerechtigkeit zelebrieren > moralische Überlegenheit
zeigen • sticheln > kleine, fiese, wiederholte, verbale Angriffe …

T

tolerant sein > sich selbst und anderen annehmend begegnen Traumata bewusst
aufdecken, durchfühlen und loslassen > frei für das Hier und Jetzt sein natürliche Treue
> beständig und verlässlich in Begegnungen und Werten sein • Teilhabe > einander
einbeziehen, zuhören, respektieren und aktiv beteiligen; im Austausch, beim Finden von
Lösungswegen und im gemeinsamen Wirken • Trost spenden / trösten > einfühlsames
Anteilnehmen an Gefühlen und schweren Situationen anderer • Transparenz >
unaufgefordert offen und ehrlich sagen (und dokumentieren/darstellen), was ist • Talente
aufleben lassen > Neigungen und Gaben erkennen und zu Fähigkeiten / kraftvollen
Ressourcen entfalten; Essay zum Thema «Gaben» (2) • Tatkraft > nicht Worte, sondern
Taten Einladung zur ganzheitlichen Transformation > Verwandlung zu gesundem
Selbstbewusstsein, Mitgefühl, nachhaltig regenerierendem Handeln und wohltuender
Verbundenheit mit anderen und der Welt …
Täuschung > bewusste Irreführung absichtliche Taktlosigkeit > fehlendes Feingefühl,
wobei es oft darum geht, Aufmerksamkeit zu erzwingen, Macht zu demonstrieren oder
andere zu provozieren, und damit zu verletzen und zu brüskieren • Tyrannei > dominantes
Unterdrücken • Tratschen > meist wertendes, ungeprüftes Weitererzählen von
Informationen oder Gerüchten und Halbwahrheiten über andere • Trivalisieren >
Kleinreden, Situationen und Probleme oder Gefühle herunterspielen (eigene und die
anderer) • Theatralisieren > übertriebenes Dramatisieren, um damit zu manipulieren oder
Aufmerksamkeit zu erheischen …

U

Urvertrauen > tiefes Vertrauen ins Leben, zu sich selbst und zu anderen spüren
unbeschwert sein und leben > leicht, spielerisch, gelassen und weitend umweltschonend
arbeiten und leben • umsichtig sein > achtsam, erforschend, integrierend und ganzheitlich
• unvoreingenommen sein > Vorurteile weglassen und offen auf andere zugehen
umsorgen > liebevoll begleiten und betreuen, soweit dies gewünscht ist • Universal-
Bewusstsein > achtsames Erleben tiefer Verbundenheit mit allem • Umarmung schenken >
achtsam-zärtliche Nähe, Wärme und Annahme schenken …
Übergriffig sein > die körperlichen, verbalen oder emotionalen Grenzen anderer
missachten oder überschreiten • unehrlich sein > verzerren, verschweigen oder
verfälschen der Wahrheit / Realität, sich selbst und anderen gegenüber • unterdrücken >
andere und sich selbst in der Freiheit, Entfaltung oder Selbstbestimmung einschränken,
durch Druckmachen, Kontrolle, Ausbeutung, ungeduldig sein usw. …

V

Vernetzt Denken und Fühlen, Frederic Vester (8) > Zusammenhänge ganzheitlich
ergründen und erkennen, Wechselwirkungen verstehen lernen, dadurch lebensdienlich
sowie nachhaltig handeln • Vielfalt > natürlicher Reichtum, schafft Stabilität
Verbundenheit > die nährend und wohltuend wirkt; Essay «Welche Verbundenheit …?» (9)
• vergeben > alten Schmerz und Groll befreien, anderen vergeben und Heilung
ermöglichen • Verständnis aufbauen > ! Verständnis heisst NICHT Einverständnis !,
anderen (und sich selbst) offen begegnen, zuhören, die Situationen und Gefühle
nachvollziehen können • Versöhnung > sich mit sich selbst und anderen Menschen
aussprechen, Vergangenes annehmen sowie inneren und zwischenmenschlichen Frieden
finden • Vision > Orientierung, Sinnhaftigkeit und einen gemeinsamen Weg für sich selbst
und gemeinsam finden und leben • Vitalität stärken > Energie spüren, Lebensfreude
entfalten und die eigene Lebenskraft voller Schwung leben • Verträglichkeit fördern >
harmonischer und integrierender miteinander umgehen …
Verwickelt und gefangen in Systemen sowie meinen Überzeugungen und Prägungen >
bewirkt eingeschränkte Wahrnehmung, konditioniertes Verhalten, reduzierte
Selbstbestimmung, emotionale Belastungen und beeinträchtigte Beziehungen
Verdrängung (oft unbewusst) > weggedrückte Gefühle und Herausforderungen erzeugen
Druck Verschlossenheit gegenüber meinem und deinem Inneren > erzeugt emotionale
Distanz, erschwert Selbst- und Fremderkenntnis und blockiert offene, authentische
Beziehungen und Begegnungen Verleugnung meiner Unzulänglichkeiten und
Unterlassungen > verzerrte Selbstwahrnehmung andere psychisch verletzen > Schmerz
zufügen, was Vertrauen und Verbundenheit zerstört …

W

Wesentlich sein > als fühlende Lebewesen das Wesentliche ergründen und leben
Wahrheit und Authentizität leben Wiederverbindung, Interbeing nach Charles Eisenstein
(10) > erkennen, dass alles Leben verbunden ist; daraus mit Mitgefühl, Achtsamkeit und
Verantwortungsbewusstsein gemeinsam im Sinne des Ganzen handeln Wunder achten
und lieben > Die Schönheit und Magie des Lebens im Alltag wahrnehmen und würdigen
Wohlbefinden fördern > das körperliche, emotionale und seelische Gleichgewicht bewusst
pflegen …
Wichtig > übergewichten und dabei oft das Wesentliche übersehen Wirtschaftsdiener und
-sklave Homo sapiens (ssp. oekonomikus) > der Mensch hat der Wirtschaft zu dienen und
zerstört damit Leben und die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten (Hauptsache, die
Wirtschaft wächst, egal wieviel das alles zerstört!), anstatt dass die Wirtschaft primär den
Menschen und dem Planeten dient! Wissensmissbrauch > zerstört Vertrauen, belastet
die Glaubwürdigkeit in Beziehungen und löst einen Teufelskreis von Misstrauen und
Abwehr aus • Warten, und weiter hoffen? Essay (11) • Wortbruch > Störungen des
Vertrauens und der Verlässlichkeit toxisches Wettbebewerbsdenken und nacheifern >
gegeneinander um jeden Preis, anstatt miteinander • Wut > destruktive Gefühlsausbrüche
bewirken Spannungen, blockieren klares Denken sowie konstruktives Handeln und
beschädigen Beziehungen …

X

Xenophilie > die positive Grundhaltung oder Anziehung gegenüber dem Fremden,
Andersartigen oder Unbekannten (also das Gegenteil von Xenophobie) • Xenodochie >
Fürsorge für Gäste, Gastfreundschaft und Aufnahmebereitschaft …
Xenophobie > Angst und Feindseligkeit gegenüber dem Fremden und Unbekannten,
Andersartigen …

Y

Yin und Yang > dynamisches Wechselspiel und harmonische Ergänzung von
Gegensätzen, die aufeinander angewiesen sind Die Ypsilon-Perspektive des
menschlichen Daseins ist eine wertvolle Metapher für das Stehen an einer Weggabelung,
an der sich Wahlmöglichkeiten verzweigen und der eigene Weg durch inneres
Bewusstsein ausgerichtet wird • Yoga > praktische Arbeit mit Körper, Atem und Geist –
verbunden mit dem eigenen Wesen und dem universellen Bewusstsein; zur Förderung
von Balance und Wohlbefinden …
Yin-und-Yang-Störung > bewirkt körperliche, emotionale und mentale Unausgewogenheit,
blockiert den Energiefluss und stört innere Harmonie sowie die Verbundenheit mit sich
selbst und anderen …

Z

Zuhören > einander einfach und wirklich tief zuhören wie Momo Zuneigung und
Zuwendung > fördert Sympathie und herzliches Interesse, schafft Vertrauen und Nähe,
stärkt Wohlbefinden und begünstigt achtsames, liebevolles Miteinander • Zugehörigkeit >
schenkt Sicherheit, stärkt Selbstwert und Vertrauen und fördert stabile, engagierte
Beziehungen sowie wertvolle Begegnungen • Zuversicht > stärkt innerliche Ruhe und
Selbstvertrauen, fördert Motivation und entwicklungsfähige Beziehungen einander
Zutrauen > stärkt einander durch die ermutigende Wirkung, fördert Selbstvertrauen und
verleiht Flügel bei Herausforderungen magischer Zauber des Augenblicks > lässt Augen
aufleuchten, weckt Staunen, Freude und Leichtigkeit des Seins …
zweifeln > ständiges Infragestellen, das verunsichert und Entscheidungen sowie das
Handeln hemmt • Zwänge / Zwängerei > erzeugen inneren Druck, hemmen Freiheit sowie
Flexibilität und belasten das Zusammenwirken • Zynismus > untergräbt Vertrauen, erzeugt
Distanz und sät Zweifel an Menschen und deren Absichten • Zurückweisung > verletzt
Gefühle und lässt Nähe sowie Vertrauen zwischen Menschen nicht zu, bzw. lässt sie
abbrechen • Zerstörungsdrang > untergräbt Vertrauen, blockiert das Zusammenwirken und
lässt Konflikte gewalttätig eskalieren …

Epilog

Beim Lesen und Nachklingen-Lassen sind dir wohl viele weitere wesentliche
Menschheitsaspekte und deren Auswirkungen in Erinnerung gekommen.

Eine gekürzte Version dieses Essays ist verfügbar in der Digitalzeitung DAS BLATT (1).

Und das Gedicht «Der Spruch» von Ernst Stalder (1883-1914) ruft uns in Erinnerung:

Mensch, werde wesentlich!

Herzliche Grüsse zu dir, mit Vorfreude auf dein Feedback
Peter vom Zürichsee (12,
peter.wyler@gmx.ch
Vielen Dank für das Lektorat an Bobby Langer vom Deutschen Lektorenbüro in Würzburg!

Links und Quellen

(1) Gekürzte Fassung dieses Essays in derDigitalzeitung DAS BLATT: «A – Z der
Menschlichkeit? – Wahlfreiheit wirkt auf unsere Lebenswelten»

(2)
Peter vom Zürichsee, Welche Gaben hast du – und gibst du sie der Welt? Essay,
Dezember 2024,
Direktlink >
(3)
Peter vom Zürichsee, Wie beeinflusst uns Scham? Vom Verdrängen zum achtsamen
Leben, Essay, Juli 2025,
Direktlink >
(4)
Martin Permantiers Buch Haltung erweitern – ICH, WIR, ALLE gestalten Transformation,
Verlag Versus, 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-03909-327-4.

(5)
Peter vom Zürichsee, Konflikt als Lebenskunst. Warum fällt uns das so schwer? Wie
kann es gelingen? Essay, März 2026,
Direktlink >
(6)
Peter vom Zürichsee, Gibt es wirklich Klarheit? Wie wir sie finden und was wir draus
machen. Essay, November 2025,
Direktlink >
(7)
Peter vom Zürichsee, Welche Zukunft? Und was jetzt? Essay, Februar 2025,Direktlink >
(8)
Frederic Vesters Bücher, Die Kunst, vernetzt zu denken – Ideen und Werkzeuge für einen
neuen Umgang mit Komplexität, Verlag Pantheon 1999, 3. Auflage 2019 , ISBN 978-3-570-
55429-6.

Empfehlenswerte, längst vergriffene Titel: Leitmotiv vernetztes Denken – Für einen
besseren Umgang mit der Welt, Heyne Taschenbuch, 1988;

Der Wert eines Vogels, Ein Fensterbilderbuch, Kösel 1983, 4. Auflage 1987;
Weitere, eventuell über Internetsuche auffindbare Bücher von Frederic Vester:
Januskopf Landwirtschaft, Der Boden, der uns nährt, Ein Fensterbuch, Kösel ca. 1986;

Ein Baum ist mehr als ein Baum, Ein fensterbuch, Kösel 1985, 2. Auflage 1986.

(9)
Peter vom Zürichsee, Welche Verbundenheit brauchen wir? Zuhause sein auf dieser
Erde, im Wir. Essay, September 2025,
Direktlink >
(10)
Charles Eisensteins Buch Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich, mit dem
Kernthema «Wiederverbindung, Interbeing», Deutsche Ausgabe ISBN 978-3-943416-76-3.

(11)
Peter vom Zürichsee, Warten – und weiter hoffen? Essay, Dezember 2025, Direktlink >
(12)
Peter vom Zürichsee» ist der Autorname von Peter Wyler, pensionierter Gärtnermeister,
Verfasser des obigen Essays und des entstehenden Buches «Was brauchen unsere Erde, du
und ich zum guten Gedeihen? – Sieben Schritte auf dem Weg zur Lösung unserer
(Menschheits-) Probleme.» Mehr dazu auf
https://era-nova.org.

Warum fällt uns das so schwer? Wie kann es gelingen?

Von Peter vom Zürichsee

Konflikt ist Suche nach Nähe und Verbundenheit. Das hörte ich vor über 30 Jahren von einem Konfliktforscher, der mit Israelis und Palästinensern zusammen Friedensgespräche führte (vermutlich Herbert C. Kelman). Bin ich gerade in einen heftigen Streit verwickelt, bemerke ich «die Suche nach Nähe» bei mir selbst oder meinem Gegenüber kaum. Der kreativ-konstruktive Umgang mit «Konflikten als Lebenskunst» eröffnet uns vielfältige Entdeckungs-, Reflexions- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Peter Wylers vollständigen Artikel findest du HIER.

1. Januar 2076. Vor einem halben Jahrhundert glaubte kaum jemand auf diesem Planeten, dass eine tiefgreifende Transformation der Menschheit möglich sei und gelingen könnte. Was für uns heute, zum Jahresauftakt 2076, völlig «normal» ist, war damals grundlegend anders. Jetzt schauen wir staunend zurück auf die Reise vom inneren und äusseren Wandel – und gehen dankbar den «gemeinsamen Weg des Menschseins» weiter.

Den vollständigen Artikel von Peter Wyler findet du HIER.

[Foto: djovan/pixabay]

In Paris gibt es einen Ort, der Frieden nicht predigt, sondern lebt – und zeigt, wie gesellschaftliches Engagement im Alltag funktioniert.

Oft leben Studierende relativ vereinzelt in ihrer Universitätsstadt, wenn sie es nicht geschafft haben, in Wohngemeinschaften oder Studentenwohnheime hineinzukommen. In Paris gibt es seit 100 Jahren einen Ort des Zusammenlebens für Tausende Studierende, der Elemente alternativer Lebensformen enthält – die Cité internationale universitaire. Ein Projekt, das auch in schwierigen Zeiten Mut machen kann …

⇒ Vollständiger Artikel

Wenn die alte Welt in neuem Gewand zurückkehrt

Von Sanna Radelius, Schweden

Ein guter Freund meinte neulich zu mir: „Nein, ich sehe keinen Grund, mich zu rechtfertigen. Die IDGs [Inner Development Goals, die Red.] sind falsch, und ich mag sie nicht.“ Er ist älter, erfahrener und hat nicht mehr das Bedürfnis, seine Meinung zu erklären. Ich hingegen schon. Um mir selbst klar zu werden. Um die Frauen zu ehren, die vor mir für eine gerechtere Welt gekämpft haben. Und um allen zu antworten, die sich nach meiner letzten Kritik gemeldet und dieselbe Frage gestellt haben:

Warum bist du gegen die Inner Development Goals?

Hier ist also meine Antwort.

Der Fisch und das Wasser

Manchmal beschreibe ich die IDGs so: Man bringt Fischen bei, besser in einem Aquarium zu schwimmen, in dem das Wasser braun wird und immer weniger Sauerstoff enthält.

Die Fische lernen neue Schwimmtechniken. Sie werden widerstandsfähiger, kooperativer und reflektierter. All das ist nicht schlecht. Aber wenn das Wasser selbst verschmutzt ist, hilft besseres Schwimmen nur für eine Weile. Irgendwann stellt sich nicht mehr die Frage, wie sich die Fische verhalten, sondern was mit dem Wasser passiert.

Helfen wir den Fischen, das Gift zu überleben, anstatt zu fragen, warum das Wasser überhaupt giftig ist?

Wenn wir über innere Entwicklung reden, ohne uns ernsthaft mit den Systemen auseinanderzusetzen, die uns prägen, laufen wir Gefahr, genau das zu tun. Gleichzeitig lassen wir vieles unberührt: die wirtschaftlichen Strukturen, die endloses Wachstum verlangen; die historischen Machtverhältnisse, die entscheiden, wessen Wissen zählt; die Ausbeutungsmentalität, die in den Institutionen des Globalen Nordens verankert ist; die patriarchalischen Normen, die Dominanz als Führung legitimiert haben.

Diese Kräfte sind nicht von der inneren Entwicklung zu trennen. Sie prägen, wie innere Entwicklung überhaupt aussieht. Sie bestimmen, wer darüber sprechen darf. Sie entscheiden, wessen Fähigkeiten als „entwickelt” gelten.

Dennoch behandelt das IDG-Framework diese Normen als Hintergrundbedingungen und nicht als Hauptgegenstand der Veränderung. Es hilft den Menschen, sich an ein krankes System anzupassen, anstatt zu fragen, ob nicht das System selbst grundlegend verändert werden muss.

Regeneration beginnt dort, wo Komfort endet

Ich habe Jahre in regenerativen und systemischen Kontexten verbracht. Eines ist mir klar: Regenerative Arbeit beginnt nicht mit einer Liste von Fähigkeiten. Sie beginnt bei den Ursachen. Sie fragt, warum ein System Schaden anrichtet, wer von seiner Stabilität profitiert und wer den Preis dafür zahlt, wenn es sich nicht verändert. Sie besteht darauf, Macht nicht als Anschuldigung zu verstehen, sondern als Struktur, als Landkarte dessen, wie Macht organisiert ist.

In der regenerativen Theorie und Praxis wird Regeneration als ein grundlegend anderes Paradigma verstanden, das in lebenden Systemen verwurzelt ist, die ihre eigene Vitalität und die der anderen wiederherstellen und vertiefen. Es geht nicht um stärkere Nachhaltigkeit, sondern um eine Abkehr von einer extraktiven, wachstumsorientierten Logik hin zu relationalen, ortsbezogenen Formen der Organisation von Leben und Wirtschaft.

Die IDGs beschreiben sich oft als Unterstützer eines Wandels hin zu regenerativeren Kulturen und Systemen. Aus meiner Sicht gehört ihre Kernlogik immer noch zu einem früheren Paradigma.

Sie greifen einige dieser regenerativen Fragen in der Theorie auf, kehren dann aber auf den sichereren Boden der individuellen und kollektiven Fähigkeiten innerhalb der bestehenden Ordnung zurück. Regeneration macht das Gegenteil. Sie bleibt bei der Komplexität. Sie lehnt universelle Rezepte ab. Sie vertraut darauf, dass unterschiedliche Orte, unterschiedliche Geschichten und unterschiedliche Kosmologien unterschiedliche Formen des Werdens erfordern.

Deshalb stehen Regeneration und die IDGs in einem Spannungsverhältnis. Die eine schafft Raum für Pluralität und strukturellen Wandel, die andere schreibt vor. Das ist keine Regeneration. Es ist Ausbeutung mit einem besseren Markenauftritt.

Die Struktur, die sich vor aller Augen verbirgt

Zu sagen, dass man mit Macht arbeitet, ist nicht dasselbe wie Macht zu transformieren. Verschiedene Stimmen an einen Tisch zu bringen, ist nicht dasselbe wie zu verändern, wer den Tisch gebaut hat oder über dessen Zweck entscheidet. Kritik einzuladen ist nicht dasselbe wie dieser Kritik zu erlauben, die Architektur neu zu gestalten.

Das ist wichtig, weil die IDGs nicht mehr nur ein kleines nordisches Experiment sind. Sie positionieren sich jetzt und werden immer öfter in Umgebungen eingesetzt, die mit Universitäten, Unternehmen, NGOs und öffentlichen Einrichtungen in vielen Ländern verbunden sind, vor allem in Teilen des Globalen Nordens. Ihr klares Ziel ist es, Einfluss darauf zu nehmen, wie Führungskräfte über Veränderung reden, wie Organisationen über menschliche Entwicklung denken, welche inneren Eigenschaften als legitim angesehen werden und wie „gute Führung” aussieht.

Wenn das Rahmenwerk fehlerhaft ist, wird auch sein Einfluss fehlerhaft sein. Aber es könnte noch schlimmer kommen. Ein fehlerhaftes Rahmenwerk, das global skaliert wird, kann aktiv schädlich werden. Nicht unbedingt durch das, was es lehrt, sondern durch das, was es unberührt lässt. Es gibt den Menschen das Gefühl, an den Ursachen zu arbeiten, während sie in Wirklichkeit immer geschickter darin werden, genau die Systeme aufrechtzuerhalten und zu legitimieren, die transformiert und nicht erhalten werden sollten.

Und für Frauen, für Menschen aus dem Globalen Süden, für indigene Völker, für alle, die von einer anderen Ontologie geprägt sind, bergen die IDGs eine besondere Gefahr. Sie vermitteln den Anschein von Inklusion, während sie gleichzeitig genau die Strukturen aufrechterhalten, die uns schon immer marginalisiert haben. Sie laden uns an den Tisch ein und erwarten dann, dass wir uns innerhalb des von ihnen vorgegebenen Rahmens äußern.

Was passiert, wenn das System in Frage gestellt wird

Ich habe diese Fragen direkt, öffentlich und über Jahre hinweg aufgeworfen. Über Macht. Über dekoloniale Methoden. Darüber, wie sie mit den zugrunde liegenden Strukturen arbeiten, die genau die Probleme immer wieder neu schaffen, die sie angeblich ändern wollen. Die Antworten waren aufschlussreich.

Zuerst Schweigen oder Ausflüchte. Mein Denken wurde als postmodern abgestempelt. Meine Fragen wurden eher als Frage des Tons denn als Frage des Inhalts behandelt. Später kam die Zusicherung, sie würden mit sozialen Strukturen arbeiten, wie es jeder tue, der es mit Systemveränderungen ernst meine. Aber wenn ich frage, welche Strukturen sie identifiziert haben oder was sich dadurch im Rahmen geändert hat, gibt es keine konkreten Beispiele.

Und wenn Kritik anerkannt wird, wird sie als relational umgedeutet: Meine Sprache sei aggressiv, ich hätte privat schreiben sollen, öffentliche Kritik könne Menschen entmutigen.

Das System bleibt unschuldig. Der Kritiker wird zum Störfaktor.

Die patriarchalische Logik hinter der Sprache der Fürsorge

Dieses Muster ist mir als Frau schmerzlich vertraut. Wenn strukturelle Kritik als eine Frage des Tons dargestellt wird, als Aufforderung, sanfter, beziehungsorientierter und weniger direkt zu sein, spiegelt dies eine lange Geschichte wider, in der die Klarheit von Frauen in ähnlicher Weise behandelt wurde. Diese Abmilderungen klingen oberflächlich betrachtet nach Fürsorge. Im Grunde dienen sie jedoch der Kontrolle. Sie lenken die Aufmerksamkeit von der Macht auf die Höflichkeit, vom Inhalt auf den Stil.

Jeder, der im Patriarchat gelebt hat, erkennt dieses Muster. Frauen werden gefeiert, solange wir unterstützend, dankbar, emotional einfühlsam und bereit sind, genau die Strukturen zu stabilisieren, die uns schaden. In dem Moment, in dem wir anfangen, strukturelle Probleme klar zu benennen, ohne jeden Satz abzufedern, werden wir „zu viel”. Zu scharf. Zu emotional. Zu spaltend. Eine Störung, die es zu bewältigen gilt, statt ein Signal, dass etwas nicht stimmt.

Und es gibt noch eine weitere Ebene. Nicht alle Frauen wollen dieses Muster sehen. Denn wir kennen die Geschichte. Weiße Männer nehmen das, was Frauen seit Generationen praktizieren und verkörpern – relationale Intelligenz, emotionale Kompetenz, die Arbeit der Fürsorge – und wenn sie es verpacken, erforschen und in einen Rahmen verwandeln, der durch Forschung und institutionelle Legitimität gestützt wird, wird es plötzlich wertvoll. Plötzlich ist es Führungsstärke. Plötzlich zählt es. Und für viele Frauen kann es einfacher sein, das zu feiern, als sich damit auseinanderzusetzen, was es offenbart. Dass genau die Eigenschaften, für die wir bestraft, herabgewürdigt oder denen wir ohne Anerkennung gerecht werden mussten, erst dann anerkannt werden, wenn Männer sie benennen, verpacken und als Innovation präsentieren. Das ist auch der Grund, warum die IDGs so leicht zu mögen sind: Sie wirken fortschrittlich, obwohl sie größtenteils nur das neu verpacken, was diese Kultur bereits kennt.

Diese Wahrheit zu erkennen, ist schmerzhaft. Und doch hat es auch seinen Preis, sie nicht zu sehen.

Das ist die Falle. Sei sanft. Sei inklusiv. Bring niemanden in Verlegenheit. Und während du all das bist, bleiben die Strukturen genau so, wie sie sind.

Des Kaisers neue Kleider. Nur aus sehr progressivem Stoff.

Wenn koloniales Denken in neuen Formen wieder auftaucht

Das gleiche Muster zeigt sich über Rassen, Geografien und Geschichte hinweg. Die IDGs präsentieren sich als global, mit Hubs, Partnern und Referenten aus der ganzen Welt. Aber schau dir genauer an, woher das Rahmenwerk kommt, wer die Marke hält, wer reist, sich trifft und auf den Hauptbühnen spricht, wessen Pässe und Hautfarben die Räume dominieren, in denen strategische Entscheidungen getroffen werden, wessen Sprache die Bedingungen festlegt. Der Schwerpunkt bleibt der globale Norden.

So sieht Neokolonialismus heute oft aus: keine Eroberungen und Flaggen, sondern Rahmenwerke und Partnerschaften. Keine offene Herrschaft, sondern die stille Forderung, dass sich alle an die liberal-angloamerikanischen und nordeuropäischen Normen anpassen: eine Weltanschauung, die das Problem und die Lösung definiert, während andere als Farbe und Geschichte eingeladen werden, solange sie die bereits festgelegten Bedingungen nicht stören.

Eine Weltanschauung, die behauptet, universell zu sein

Dahinter steckt eine Weltanschauung. Die IDGs basieren auf einem angloamerikanischen und nordeuropäischen liberalen Menschenbild, das den Menschen als individuelle Einheit mit einem inneren Leben sieht, das beschrieben und verbessert werden kann und grundlegend von der Natur getrennt ist. Viele andere Traditionen gehen von etwas anderem aus, von einer relationalen Welt, in der Land, Vorfahren und mehr als menschliche Wesen das Selbst ausmachen, und in der Wissen eher durch lange Beziehungen als durch globale Fragebögen entsteht.

Wenn ein Rahmenwerk verschiedene Perspektiven zulässt, ohne diese zugrunde liegende Weltanschauung zu hinterfragen, praktiziert es keine Pluralität. Es verlangt von anderen Welten, sich in seine Ontologie zu zwängen, und nennt das Inklusion.

Können sich die IDGs ändern?

Manchmal werde ich gefragt, ob die IDGs zu dem werden könnten, was sie zu sein vorgeben. Meine ehrliche Antwort ist einfach: Nein.

Das Problem sind nicht blinde Flecken oder Diversitätskorrekturen. Es ist die Kernlogik.

Die Idee, dass man eine universelle Reihe innerer Fähigkeiten für die Menschheit definieren und sie als Hebel für Systemveränderungen in der Welt verbreiten kann, ist selbst Teil des Paradigmas, das wir hinter uns lassen müssen. Das heißt nicht, dass die IDGs sinnlos sind. Sie übersetzen etwas Weiches und lange Ignoriertes – Innenleben, emotionale Kompetenz und Fähigkeit zu Beziehungen – in eine Form, die Institutionen erkennen und mit der sie arbeiten können. In einem bestimmten historischen Moment und in kulturellen Kontexten wie Schweden hat diese Brücke ihren Wert.

Und auch heute noch können die IDGs als beliebtes psychologisches Instrument für Arbeitsplätze und Organisationen in Teilen des Globalen Nordens, insbesondere in Schweden, wo persönliche Entwicklung manchmal Sprache und Struktur braucht, wirklich nützlich sein. Aber eine Brücke ist nur als Durchgang gedacht, nicht als Modell für die gesamte Landschaft. Das Problem beginnt, wenn ein Rahmen, der für ein bestimmtes kulturelles Segment sinnvoll sein mag, so präsentiert wird, als wäre er ein universeller Weg zu Nachhaltigkeit und menschlicher Entfaltung für alle.

Aus meiner heutigen Sicht sind die IDGs weniger ein Weg in die Zukunft als vielmehr ein klarer Ausdruck des Paradigmas, aus dem wir herauswachsen müssen: der Glaube, dass der richtige Rahmen in den richtigen Händen die Menschheit verbessern kann; die Annahme, dass eine Weltanschauung sicher für uns alle sprechen kann; die Gewohnheit, lebendige, situative Weisheit in übertragbare Modelle und Produkte zu verwandeln.

Könnten die Menschen rund um die IDGs sich dafür entscheiden, etwas anderes zu tun? Ja. Sie könnten beschließen, die Grenzen des Projekts zu benennen, seine Ausweitung zu stoppen und Traditionen und Bewegungen zu unterstützen, die von anderen Weltanschauungen ausgehen, anstatt zu versuchen, diese in ihre eigene zu integrieren. Sie könnten die IDGs zu einem historischen Beispiel dafür werden lassen, wie wir früher über innere Entwicklung gedacht haben, anstatt daran als Antwort festzuhalten.

Ob sie das tun werden, ist eine ganz andere Frage. Alles, was ich in ihren Antworten auf Kritik gesehen habe, deutet darauf hin, dass das Projekt weiterhin seine Kernlogik verteidigen, seine Sprache anpassen, Geschichten und Perspektiven hinzufügen und weitermachen wird. In diesem Sinne ist die wertvollste Rolle, die die IDGs spielen können, genau diese: eine sichtbare, gut vermarktete Veranschaulichung der zugrunde liegenden Logik, die wir erkennen lernen und sanft, aber entschlossen überwinden müssen.

Helft euch gegenseitig, das Wasser zu sehen

Denn die eigentliche Arbeit der Regeneration beginnt in dem Moment, in dem wir aufhören, den Fisch zu perfektionieren, und es wagen, ehrlich auf das Wasser zu schauen.

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Originalartikel: https://sannaradelius.medium.com/why-i-cant-be-silent-about-the-inner-development-goals-6321e262928f

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Übersetzung mit Einverständnis der Autorin: Bobby Langer