Der Große Wandel kommt. Punkt.

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Viele von Euch werden den Namen Joana Macy kennen, aber viele eben auch nicht (mehr zu ihr unter https://en.wikipedia.org/wiki/Joanna_Macy). In Deutschland verbinden wir sie vor allem mit dem Begriff Tiefenökologie. Dessen Wesensgehalt ist das tiefere Verständnis der Tatsache, dass wir nicht in einer Umwelt, sondern einer Mitwelt leben. In unserer – noch bis vor kurzem geltenden – „mittelalterlichen“ Naturanschauung stand der Mensch im Zentrum und die Welt (und somit auch die Natur) drehte sich „um“ ihn, die „Umwelt“ eben. Und an der durfte er sich grenzenlos bedienen, als sei sie nur für sein unersättliches Ego erschaffen worden.

Neue kopernikanische Wende

Mit zunehmendem Bewusstsein über die tiefen Zusammenhänge und Wechselwirkungen in der Natur wird deutlich, dass unsere Zivilisation eine neue kopernikanische Wende braucht. Weiterlesen

Wahr-Nehmung

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von Wolf Schneider

Ist es wirklich so, wie du sagst, oder nimmst du das nur »für wahr«? Ein und dasselbe Geschehen kann von zwei Menschen zur selben Zeit so oder so wahrgenommen werden. Endlos sind die Streitereien, die daraus entstehen, wer dabei mit seiner Wahrnehmung Recht hat. Wie löst man solch ein Schlamassel? In unseren »postfaktischen« Zeiten geht der Trend in Richtung: Jeder hat Recht! Selig sind die, die das für eine Lösung halten. Oder sind sie eher Verirrte? Denn es gibt Fakten: Ob dieser Laden am Sonntag offen hat oder nicht, lässt sich feststellen, und auch, ob ich ich das Netzteil meines Handys im Koffer habe, bevor ich abreise, oder eben nicht.

Können wir überhaupt wahrnehmen, was da draußen in der Welt wirklich der Fall ist, oder ist alles nur Illusion? Im Privatleben ebenso wie in der Politik streiten sich hierüber die Geister. Die Erkenntnis, dass »alles Maya« – indisch für: Illusion, Täuschung – ist, kann spirituell Fortgeschrittene in Ekstase versetzen. Profanere Geister aber haben damit so ihre Mühe. Ich juble gerne mit den Spiris! Die Frage, ob ich angelogen werde oder nicht und auch, ob du mich mit dem, was du da erzählst, gerade auf die Schippe nehmen willst oder es ernst meinst, bleibt für mich dennoch – manchmal schmerzlich – ungelöst.

Sokrates und Buddha hätten ihre Freude an solchen Dialogen. Ich nicht immer. Oft möchte ich da lieber nur seufzen: Mein Reich ist nicht von dieser Welt!

Ökologischer Agrar-Wandel JETZT!

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Es ist dringlicher denn je, auf die katastrophale Lage in der industriellen Landwirtschaft aufmerksam zu machen. Die Bestände bzw. Populationen von Bienen, Insekten, Würmern und Vögeln verringern sich durch die Ausbringung von Pestiziden, Fungiziden und Herbiziden in gigantischem Ausmaß (Roundup). Doch weiterhin scheint es gesellschaftlich akzeptiert, dass wir durch die industrielle Landwirtschaft systematisch vergiftet werden, nicht nur mit Glyphosat. Ebenso wichtig zu nennen, ist das Drama mit der Gülle und den von Nitrat belasteten Grundwässern. Es wird alternativlos hingenommen (obwohl nachgewiesermaßen falsch), dass die Weltbevölkerung nur mit einer giftigen Landwirtschaft zu ernähren sei.

Aber was nützt es, dagegen anzurennen, zu protestieren, Petitionen zu unterschreiben? Weiterlesen

Liebe – bedingungslos?

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von Wolf Schneider

Liebst du mich? Wenn ja, dann musst du auch akzeptieren, dass ich rauche, ungesund esse, zu viel Fett auf den Hüften trage, dich beim Reden ständig unterbreche und meine Schmutztoleranzgrenze im Haushalt nicht mal von Gutmenschen der Steinzeit akzeptiert worden wäre. Nicht mir dir? Dann ist das keine bedingungslose Liebe. Damit habe ich dich nun überführt und gezeigt, dass deine Liebe nicht tief und wahrhaftig ist, sondern du mich nur nach deinen Erwartungen verändern willst. Ganz die typische »Erziehung auf dem zweiten Bildungsweg«, die so viele Paare versuchen, und die doch nie gelingt.

Kann es sein, dass hier eine Verwechslung vorliegt? Die Maler des Mittelalters und der Renaissance hatten dafür zwei verschiedene Bilder. Das eine nannten sie »Die himmlische Liebe«, das andere »Die irdische Liebe«. Die eine ist bedingungslos, die andere nicht.

Wie bringen wir die beiden unter einen Hut? Die Frage ist so schwierig wie die, ob wir »Gott noch verbessern« können oder nicht. Klar können wir das nicht. Sollten wir deshalb die Hände in den Schoß legen angesichts der Naturzerstörung und des Elends in der Welt? Auch das nicht, versteht sich.

Ich mache es so: Beim Hinschauen bin ich ganz Akzeptanz, der Heilige in Person, der alles ehrfürchtig hinnimmt und staunt über die Wunder der Natur und der Menschenwelt. Beim Tun bin ich ganz anders. Da will ich was erreichen, da habe ich Werte und Ziele. Dann halte ich, wenn die Ampel auf Rot ist, verurteile Gewalttäter und unterscheide ein Gift von einem Medikament, auch wenn es nur die Dosis ist, was den Unterschied ausmacht.

Wenn das Parlament regiert anstatt Parteien

Die derzeitige Situation des Deutschen Bundestages könnte einen bedeutungsvollen Wandel in der deutschen Politiklandschaft einleiten. Durch die Entscheidung des Bundespräsidenten ist eine nie dagewesene Situation im Bundestag entstanden. Um das zu verstehen, muss man sich vorab drei Dinge bewusstmachen:

– In der Theorie entscheiden Abgeordnete im Bundestag frei nach ihrem Gewissen (Artikel 38 GG: Abgeordnete sind nur ihrem Gewissen unterworfen und müssen sich in ihren Entscheidungen nicht an Aufträge, Weisungen oder Parteiprogramme halten.):

– In der Praxis sehen sich Abgeordnete meist gezwungen, ihr Gewissen an die Parteiführung auszulagern.
Kommt die Partei – i.d.R. gleichbedeutend mit den Alpha-Tieren der Partei – zu einem Beschluss, dann stimmen die Abgeordneten in aller Regel diesem Beschluss zu. Ein vom „Parteigewissen“ unabhängiges Abstimmungsverhalten verlangt regelrecht Zivilcourage; denn nach Bekanntwerden eines solchen Sachverhalts wird augenblicklich die Frage nach dem „Abweichler“ gestellt.

– Nicht umsonst spricht man auch nicht von Demokratie, sondern von Parteiendemokratie. Ob man nun Lobbyarbeit als versuchte Bestechung betrachtet oder als legale Einmischung – klar ist, dass die Beeinflussung des Parteigewissens erheblich leichter ist als die Beeinflussung des Gewissens aller Abgeordneten.

Da momentan eine mehrheitsfähige Koalition zwischen Parteien nicht realisierbar erscheint, bilden sich im Parlament zu verschiedenen Themen ganz unterschiedliche Befürwortergruppen. Eine Minderheitenregierung würde diesen Zustand verfestigen – und wäre eine Riesenchance für die Demokratie. Nicht mehr der Parteienproporz würde entscheiden, sondern die Stimme des einzelnen Abgeordneten bekäme das Gewicht, das ihr (bislang nur theoretisch) zusteht.

Das Parlament mit über 700 Abgeordneten sollte sich im Dienste für das Land und im Sinne seiner gesellschaftlichen Verantwortung für eine Minderheitsregierung entscheiden. Ob Merkel, Schulz oder ein dritter wäre hierbei sekundär. Staatsmännisch nobel wäre es sicherlich, wenn Frau Merkel abdankte und das Feld einer frischen Kraft überließe. Das Parlament würde sich entscheiden, gemeinsam Verantwortung für das Land zu übernehmen und eine Politik des Konsenses betreiben. Für jede Entscheidung müssten Mehrheiten gefunden werden. Die Kanzlerin oder der Kanzler wäre dann der weise Moderator einer gemeinsamen Lösung.
Der Mut zu dieser Entscheidung würde all jenen politischen Kräften das Wasser abgraben, die keine verwertbaren, konstruktiven Vorschläge, Konzepte und Pläne für die Gestaltung des Landes vorweisen können. Die Gilde der Politiker ist aufgefordert, parteiübergreifend und überparteilich ihres Amtes zu walten und gemeinsam zu zukunftsfähigen politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Entscheidungen zu gelangen. Das verliehe dem schwer beschädigten Ansehen von Demokratie und Politik neues Gewicht und würde sie glaubhaft und zukunftsfähig machen.

IT für die Wandelbewegung

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Wenn ich’s nicht längste wüsste – bei dieser Meldung wäre ich endgültig überzeugt gewesen, dass sich ein großer Wandel anbahnt:
Auch im Bereich IT, der auf den ersten Blick so ganz und gar nicht ökologisch-nachhaltig wirkt, tut sich mächtig was. Kürzlich hat sich in Deutschland eine Initiative namens „Wandel-IT“ gegründet und hatte im Oktober 2017 ein Kick-Off-Treffen. Einen Erfahrungsbericht findet Ihr HIER.

Mut und Transzendenz

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Die Komfortzone als Nest und Gefängnis

von Wolf Schneider

Spirituelle Ratgeber neigen dazu, zwei einander fundamental entgegengesetzte Empfehlungen zu geben. Einerseits sagen sie: »Akzeptiere dich so wie du bist! Es ist, wie es ist!« Dies hinzunehmen sei die Essenz von Weisheit, Hingabe, Gnade – Gracias a la vida que me ha dado tanto. Diese Dankbarkeit gegenüber dem Leben sei die wahre Spiritualität. Andererseits behaupten sie, dass es auf dem spirituellen Weg vor allem darum gehe, die eigene Komfortzone zu verlassen, in der wir uns doch nur um uns selbst drehen, um unsere Gedanken- und Verhaltensmuster, das Ego, das gesellschaftlich Akzeptierte, das uns gefangen hält, weil wir nicht den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen und zu unserer Einzigartigkeit zu stehen. Weiterlesen

Der Kern wächst

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Was für eine Wohltat, sich auf den Kern der Ökoligenta-Idee konzentrieren zu können und nicht mehr unter dem Zeitdruck des Messemachens zu stehen.
Im Zentrum unseres Bemühens steht die Vermittlung zwischen der Avantgarde des Großen Wandels (also all den Organisationen, die sich zentral mit dem Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft widmen) und all jenen, die auch finden: So kann und darf es nicht weitergehen, die aber in ihrem Alltag nicht dazukommen, sich aktiv für den Wandel einzusetzen.

Inzwischen ist die komplette Homepage umgebaut. Eindeutiges Herz der Seite ist jetzt die Rubrik „Das Netz„. Ganz wichtig sind natürlich auch die Unterstützer, die dazu beitragen, den Großen Wandel bekannter zu machen oder uns wenigstens ideell mit ihrem Namen unterstützen. Die findet Ihr HIER. Auf dieser Seite könnt Ihr Euch auch als Unterstützer*in eintragen.

Gemeinwohl-Gemeinden

„Das müssen wir den Menschen nicht sagen, sie wissen schon. Sie spüren ganz genau, dass in unserer Welt etwas Ungleichgewicht gekommen ist.“
Deutsche Kommunen können sich von dem fortschrittlichen Österreich noch eine Menge abschauen. Dort haben sich die Gemeinden Nenzing und Mäder als Gemeinwohl-Gemeinden zertifizieren lassen. Zuvor hatten sich Mühlviertel, Vintschgau, Allgäu, Thurgau zu einer Gemeinwohl-Region zusammengeschlossen.

Aber auch für Deutschland gibt es gute Ansätze:
– Stuttgart wird vier Kommunalbetriebe gemeinwohl-bilanzieren lassen.
– Die bayerische Gemeinde Wessobrunn strebt den Status einer Gemeinwohl-Gemeinde an.
WAS IST MIT DEN ANDEREN BUNDESLÄNDERN?

Wandel kompakt

Wandel kompakt

Die Metapher, es sei schon fünf vor zwölf, ist veraltet. Es ist später. Deshalb lautet die Frage aller Fragen: Wie kann es vorangehen? Wie können wir den gesellschaftlichen Wandel beschleunigen? Die plausibelste Antwort lautet: Indem wir alle verfügbaren Synergien nutzen, uns verbinden, aufeinander aufmerksam machen.

Deshalb haben wir die ökoligenta unter dieses große Thema gestellt. In der Rubrik „Netz“ haben wir momentan 7 Unterrubriken angelegt:

  • Veranstaltungen für den Wandel
  • Zukunftsweisende Wandel-Organisationen
  • Wandel-Texte für eine lebenswerte Zukunft
  • Wandel-Videos für eine lebenswerte Zukunft
  • Lebensgemeinschaften und Kommunen
  • Lebensgemeinschaften in Gründung
  • Verantwortungsvolle Firmen

Damit verfolgen wir zwei Ziele:

Einerseits wollen wir dazu beitragen, dass die Organisationen sich untereinander weiter vernetzen und ihnen zugleich Material zur Verfügung stellen.

Vor allem aber wollen wir Menschen, die noch wenig mit der Wandelbewegung zu tun hatten, die geistige und organisatorische Vielfalt der Bewegung zeigen.

Dass dies ein never ending process ist, versteht sich von selbst.

Wichtig noch in diesem Zusammenhang: Es gibt sehr, sehr viele unterstützenswerte Initativen, Projekte und Produkte, die alle teilweise zum Wandel beitragen. WIR VERWEISEN HIER ABER AUF DIE PROJEKTE, DIE SICH AUF DEN GESAMTGESELLSCHAFTLICHEN WANDEL KONZENTRIEREN (wobei die Abgrenzung nicht immer leicht fällt).