von Peter Zettel

Und zwar gewaltig. Da ist von CO2-Steuer die Rede, „gutes Fleisch“ soll teurer werden, Abgaswerte werden eingehalten, indem man trickst – und so weiter und so fort. Und die Politik braucht eine Greta, um zu begreifen, das wir etwas in Sachen „Klimaschutz“ tun sollten. Ein SUV ist besser als ein Kleinwagen, wenn man wenig mit ihm fährt. Soll ein Politiker gesagt haben. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass er das wirklich gesagt hat.

Ich glaube es wirklich nicht, ich kann es nicht mehr glauben. Was für eine Verdrehung der Tatsachen. Als ob wir das Klima schützen müssten. Oder die Umwelt. Nein, die Umwelt – schon das Wort sagt alles – als wären wir da außerhalb – und das Klima brauchen wir nicht zu schützen. Wir sollten lieber uns vor uns selbst schützen. Denn das Klima und die Umwelt – das sind doch auch wir selber, oder etwa nicht?

Und warum um Himmels Willen brauchen wir eine Revolution und Freitags streikende Schüler, um endlich zu merken, dass wir dabei sind, uns gerade umzubringen? Oder stimmt das überhaupt nicht und es ist alles ganz anders?

Das Schlimmste, finde ich, ist, dass in dieser hoch komplex organisierten Gesellschaft und vor allem bei dieser weltumspannden, wirtschaftlichen Verflechtung, man könnte ja auch Filz dazu sagen, nicht zu vergessen die Politik, über deren Demokratieverständnis selbst ein Franz-Josef Strauß den Kopf schütteln würde, wirklich fast jeder meint, er hätte eine Ahnung und könnte mitreden. Also ich kann das nicht!

Ich bin gelernter Jurist und beschäftige mich mit philosophischen Aspekten unserer und vor allem meiner eigenen Existenz – wie könnte ich da behaupten, ich hätte eine Ahnung von CO2 oder sonst was? Ich bin doch weder Chemiker noch habe ich eine Ahnung von der Hemisphäre? Ich kann nur sagen, wer betrügt, der ist ein Betrüger. Ich rede jetzt nicht von den Chefs, die gehören natürlich auch dazu, sondern von den Angestellten, die das programmieren beziehungsweise die den ganzen Mist organisieren und managen, der da passiert. Oder denkt irgend jemand, dass der CEO von Nestle höchst persönlich das Grundwasservorkommen etwa in Pakistan so stark ausbeutet, dass der Grundwasserspiegel sinkt und die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu frischem Wasser hat?

Oder glaubt eine oder einer, dass Adolf Hitler höchst persönlich Krieg geführt, Konzentrationslager gebaut und Millionen Menschen getötet hat? Eine Handvoll Leute hat auf ihn gehört. Und auf jeden Einzelnen von denen hat wieder eine Handvoll gehört. Und so weiter und so fort, bis am Ende ein ganzes Volk dabei war.

Fragt man heute die Menschen, wer einen Vorfahren hat, der überzeugter Nazi war, dann werden so 5% die Hand heben. Schätze ich mal. Und der Rest? Genau da liegt das Problem. Wir leugnen die Tatsache, dass wir mittendrin sind. Wir tun so, als könnten wir unsere Hände in Unschuld waschen. Können wir aber nicht, wirklich nicht. Wir schimpfen auf den Aktienmarkt, haben aber Lebens- und Rentenversicherungen, jedenfalls die meisten. Und wo bunkern die ihre Kohle? Eben, in Aktien.

Ich schließe mich da nicht aus, auch ich habe lange Zeit nur mein eigenes Wohlergehen im Kopf gehabt. Und damit ich mich besser fühlte, war ich in der SPD. Sich besser fühlen tun übrigens auch die anderen in anderen Parteien, sie sind alle davon überzeugt, dass sie das Richtige tun. Statt zu merken, dass diese Parteien genau das machen, was wir ständig machen: Wir differenzieren, wir trennen, wir fühlen uns besser als die neben uns. Wie verrückt ist denn das?

Statt dass wir endlich einmal miteinander reden würden. Wirklich reden. Aber davon sind wir noch weit entfernt. Gut, jetzt hole ich einmal tief Luft, schnaufe durch und komme vom Wir zum Ich. Darum geht es nämlich. Mache ich den – Entschuldigung – Scheiß mit oder mache ich es anders? Oder rede ich auch nur darüber?

Also wo läuft was schief? Bei den anderen oder bei mir selbst?

Weitere Beiträge von Peter Zettel: http://zettel.net

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