Commitment – schon irgendwie …

Den Klassiker kennen wir alle: Silvestervorsätze – die sich oft schon am 10. Januar in Luft aufgelöst haben. Vielleicht ja, weil wir sie nicht wirklich „gemeint“, sondern nur „gedacht“ haben, um mit einem besseren Gefühl ins neue Jahr zu starten. Und das hat ja geklappt: das bessere Gefühl.

Aber wie viele Meetings und Initiativen habe ich nicht schon erlebt, wo Menschen ganz große Gedanken bewegten, um dann am noch vielen größeren „Null-Bock“ zu scheitern. Wo die „Rettung der Menschheit“ schon durch ein Bundesligaspiel an die zweite Stelle rücken musste. Ist ja auch klar: Bundesliga ist jetzt und die Menschheitsrettung kann auch noch Morgen erfolgen. Oder übermorgen. Oder nächstes Jahr.

Peter Zettel hat in seinem Blog „42“ über die Gründe nachgedacht, weshalb uns die Verbindlichkeit so oft und zuverlässig flöten geht.

Klimawandel-Buch

Knapp 160 Wandelorganisationen auf ökoligenta

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Wir nähern uns einem neuen Rekord auf unserer Homepage: 160 Organisationen werden es in den nächsten Tagen sein (wir sind grade am Eintragen), die sich schon in ihrer Satzung für den sozialökologischen Wandel der Gesellschaft engagieren. Die letzten Einträge sind

Wir gehen davon aus, dass es locker über 200 werden – wenn ihr mithelft, ganz bestimmt. Zum Verständnis: Gesucht sind nicht einfach nur gute und sinnvolle Initiativen, sondern solche, denen der tatsächliche Wandel hin zu einer „guten Welt für alle“ ein Kernanliegen ist. Ein Großteil der Österreicher und Schweizer zum Beispiel ist noch nicht erfasst.

Wandelbündnis ist am Entstehen

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Von 26.-28. Oktober trafen sich 25 Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Organisationen, um die Grundlagen für ein Wandelbündnis zu legen, also einer verbindlichne Struktur, die möglichst viele Akteur/innen des sozialökologischen Wandels miteinander verbindet.

Dank des Willens aller, sich zusammenzutun und die gemeinsame Sache zu befördern, haben wir es in zwei Tagen geschafft, ein umfangreiches „Memorandum of Understanding“ zu unterzeichnen. Am Sonntag, 2 Minuten nach ein Uhr mittags und unmittelbar vor dem gemeinsamen Mittagessen in der Gemeinschaft Sulzbrunn, hatten wir das Papier unterschriftsreif. Hier findet Ihr das vollständige Memorandum.

Alle Menschen und Organisationen, die Lust haben, sich aktiv am Einigungsprozess – der unbedingt auf Augenhöhe stattfinden soll – zu beteiligen, sind eingeladen, sich ans Orgateam zu wenden (events@frekonale.org).

Dietrich Bonhoeffer: Von der Dummheit

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Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse lässt sich protestieren, es lässt sich bloßstellen, es lässt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurücklässt.

Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt lässt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.

Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich. Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen suchen.

Soviel ist sicher, dass sie nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist. Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr schwerfällige, die alles andere als dumm sind. Diese Entdeckung machen wir zu unserer Überraschung anlässlich bestimmter Situationen. Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, dass die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als dass unter bestimmten Umständen die Menschen dumm gemacht werden bzw. sich dumm machen lassen. Wir beobachten weiterhin, dass abgeschlossen und einsam lebende Menschen diesen Defekt seltener zeigen als zur Gesellung neigende oder verurteilte Menschen und Menschengruppen. So scheint die Dummheit vielleicht weniger ein psychologisches als ein soziologisches Problem zu sein. Sie ist eine besondere Form der Einwirkung geschichtlicher Umstände auf den Menschen, eine psychologische Begleiterscheinung bestimmter äußerer Verhältnisse.

Bei genauerem Zusehen zeigt sich, dass jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art, einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. Ja, es hat den Anschein, als sei das geradezu ein soziologisch-psychologisches Gesetz. Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen. Der Vorgang ist dabei nicht der, dass bestimmte – also etwa intellektuelle – Anlagen des Menschen plötzlich verkümmern oder ausfallen, sondern dass unter dem überwältigenden Eindruck der Machtentfaltung dem Menschen seine innere Selbständigkeit geraubt wird und dass dieser nun – mehr oder weniger unbewusst – darauf verzichtet, zu den sich ergebenden Lebenslagen ein eigenes Verhalten zu finden.
Dass der Dumme oft bockig ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass er nicht selbständig ist. Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, dass man es gar nicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat. Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen missbraucht, misshandelt. So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen. Hier liegt die Gefahr eines diabolischen Missbrauchs. Dadurch werden Menschen für immer zugrunde gerichtet werden können. Aber es ist gerade hier auch ganz deutlich, dass nicht ein Akt der Belehrung, sondern allein ein Akt der Befreiung die Dummheit überwinden könnte.

Dabei wird man sich damit abfinden müssen, dass eine echte innere Befreiung in den allermeisten Fällen erst möglich wird, nachdem die äußere Befreiung vorangegangen ist; bis dahin werden wir auf alle Versuche, den Dummen zu überzeugen, verzichten müssen. In dieser Sachlage wird es übrigens auch begründet sein, dass wir uns unter solchen Umständen vergeblich darum bemühen, zu wissen, was »das Volk« eigentlich denkt, und warum diese Frage für den verantwortlich Denkenden und Handelnden zugleich so überflüssig ist – immer nur unter den gegebenen Umständen. Das Wort der Bibel, dass die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei (Psalm 111, 10), sagt, dass die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist.

Übrigens haben diese Gedanken über die Dummheit doch dies Tröstliche für sich, dass sie ganz und gar nicht zulassen, die Mehrzahl der Menschen unter allen Umständen für dumm zu halten. Es wird wirklich darauf ankommen, ob Machthaber sich mehr von der Dummheit oder von der inneren Selbständigkeit und Klugheit der Menschen versprechen.

Quelle: Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hrsg. von E. Bethge. TB Siebenstern. Gütersloh 1985. S. 14 f.
Dietrich Bonhoeffer, evangelischer Theologe, nahm von Anfang an Partei gegen die Nazis. Er wurde mit Redeverbot belegt. Er warb für die Ziele der Opposition. Im April 1945 wurde Bonhoeffer im KZ Flossenbürg ermordet.

Unterstützer/innen-Seite funktioniert endlich wieder!

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Großes Aufatmen. Unsere Unterstützer/innen-Seite funktioniert endlich wieder – nach einem halben Jahr, ein typisches Ergebnis von Geldknappheit. Sinn der Seite: Dass Ihr bekunden könnt, dass Ihr es gut findet, die Akteure der Wandelbewegung sichtbar zu machen: sowohl Menschen wie Gruppen. Dazu braucht es wenig. Einfach das kleine Formular ausfüllen, einen kleinen Spruch einfügen, der Euch gefällt oder Euch beeindruckt hat, und ein Bild von Euch hochladen. Wenn ihr letzteres nicht wollt, dann bekommt Ihr einen tollen Ersatz, nämlich eine kleine grüne Giraffe.
Also los jetzt!

Christen, die an die Wurzeln gehen

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Ein guter Tag für die Wandelbewegung: Wir hatten eine Anfrage von der „Akademie Solidarische Ökonomie„, ob wir sie in die Liste der Wandelorganisationen aufnehmen könnten. Also schaute ich mir deren Seite gründlich an und war begeistert. Und das Besondere an dieser Organisation: A) Die Akademie ist nicht neu, sondern das Ergebnis eines über zehnjährigen Arbeitsprozesses und B) sie setzt sich – überwiegend – zusammen aus engagierten Christinnen und Christen, die sich häufig aus der langjährigen Arbeit im Ökumenischen Netz kennen. Unabhängig vom persönlichen Glauben wollen sie sich mit allen Gruppen vernetzen, die auf ihre Weise „dem Dogma der Alternativlosigkeit kapitalistischer Wirtschaftsweise entgegentreten“. Logisch, dass wir sie in unsere Liste der Wandelorganisationen aufgenommen haben und dass wir für eine weitere Zusammenarbeit in Verbindung bleiben.

Einladung zur Wandel-Konferenz: Integration der Vernetzenden (26.-28.10.)

Nach unserem Anschreiben „Save the Date“ laden wir Sie nun herzlich zur Wandelkonferenz „Integration der Vernetzenden“ ein. Eine Reihe wichtiger Akteure haben bereits zugesagt. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie mitwirken. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, finden Sie zum Schluss weitere Möglichkeiten, Sie und Ihre Organisation miteinzubringen.

In vielen Feldern wie zum Beispiel Bewusstsein/Bildung, Digitales, Kultur, Ökologie, Ökonomie, Soziales ist ein gesellschaftlicher Wandel in vollem Gange. Doch außerhalb der eigenen „Blasen“ werden diese Prozesse noch zu wenig wahrgenommen, und der Austausch zwischen den verschiedenen Bereichen kommt noch zu kurz.

Die Zeit ist reif für gemeinsame Strukturen und größere gesellschaftliche Wirksamkeit.

Anvisiertes Ergebnis: Bildung eines hierarchiearmen Bündnisses zur Integration der Vernetzenden. Es soll das Vertrauen möglichst vieler erreichen, um Synergien und Mehrwerte für alle Beteiligten herzustellen.

Ort: Gemeinschaft Sulzbrunn eG, Sulzbrunn 2, 87477 Sulzberg, hier der Link zur Anfahrt

Zeit: Beginn 26.10./15 Uhr – Schluss 28.10./14 Uhr (nach gemeinsamem Mittagessen)

Kosten: Einen verpflichtenden Beitrag wird es dank der Kooperation mit der Stiftung erneuerbare Freiheit und RENN.süd nicht geben. Wir würden uns aber freuen, wenn Sie sich überlegen, was Sie für die Zeit Ihrer Anwesenheit beitragen können oder mögen, um die ehrenamtlich Arbeitenden zu entlasten bzw. eine kleine Honorierung zu ermöglichen.

(Grober) Inhaltsüberblick:

  • Was sind die gemeinsamen Intentionen?
  • Was sind die Bedürfnisse von Organisationen & Netzwerken?
  • Welchen Zweck/welche Ziele kann ein Bündnis haben?
  • Was sind die Bedingungen eines solchen Bündnisses?
  • Wer nimmt teil, wer nicht?
  • Gemeinsame Absichtserklärung / Memorandum of Understanding zur Gründung des Bündnisses vorbereiten

Schwerpunkt dieses Wochenendes ist die Vertrauensbildung zwischen den Anwesenden („Community Building“), Erheben der Bedürfnisse und das Abstecken des groben Rahmens für weitere Schritte. Anmeldelink (Anmeldschluss ist der 19.10.18),

Wir haben ein Pad für Fahrgemeinschaften auf der Wechange-Plattform eingerichtet. Den Link und weitere Details erhalten Sie mit Ihrer Anmeldungsbestätigung.

Um für eine gute Vorbereitung der Konferenz bereits im Vorfeld einen Überblick über Bedürfnisse und gewünschte Ziele für das Bündnis zu erhalten, freuen wir uns, wenn Sie bis 24.10 diesen Online-Fragebogen ausfüllen. Dazu sind auch all jene eingeladen, die an der Veranstaltung nicht persönlich teilnehmen können, um so trotzdem gehört zu werden.

Kontakt für Rückfragen:

Andreas Sallam, green net project/frekonale e.V., andreas.sallam@frekonale.org, Tel.: +49 341 / 22908 – 330

Marcel Partap, zukunftsoptimierung.de, mpartap@gmx.de, Tel.: +49 177–7848525

Die Konferenz wird veranstaltet von Art of Cooperation (Österreich), Freie Kommunikation und nachhaltiger Lebensstil e.V. – frekonale e.V. (Deutschland) und den Transition-Initiativen (Deutschland)

Kooperationspartner (danke für die finanzielle Unterstützung):

  

Weitere Kooperationspartner sind Frieder Jacobi (wandelgestalten), Bobby Langer (ökoligenta), Marcel Partap (Open Source Ecology Germany), Benno Flory (Wandel.jetzt / Schweiz)

Die Karte von morgen

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Ein wichtiges Instrument, uns untereinander und miteinander zu verbinden:

Karte von morgen – IMPACTFILM Festival 2018 from forStory on Vimeo.

Das Naturbewusstsein der Deutschen

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Die im Juni veröffentlichte neue Studie »Naturbewusstsein« des Bundesamts für Naturschutz (BfN) bringt eine gute Nachricht: Für zwei Drittel der Bevölkerung ist die Identität als Menschheit im Wesentlichen durch die Natur der Erde geprägt. Und vier von fünf Befragten sind zuversichtlich, dass »wir als Menschheit etwas für den Schutz der Natur auf der Erde erreichen können«. Doch braucht es, auch das zeigt die Studie, neue und zeitgemäße Formen des ökologischen Engagments, um das so erdverbundene Selbstverständnis der Bevölkerung im Dienste der Natur auf breiterer Basis wirksam werden zu lassen. Die ERDFEST-Initiative ist ein wesentlicher Baustein in der Strategie des BfN, solche neuen Erfahrungs- und Wirkungsfelder zu erproben.