Eine Artikelserie über das Weltfinanzsystem, die Geldreformbewegung und das persönliche Projekt eines Lehramtsstudenten aus Würzburg.

von Kilian Manger

Hallo und herzlich willkommen in meiner Artikelserie über das “Projekt Zeitschein”. Wer ich bin? Kilian Manger, Jahrgang 1992, ein Student in Würzburg, der davon träumt, durch sein selbstinitiiertes Bildungs- und Vernetzungsprojekt einen Beitrag zur Reform des Weltfinanzsystems zu leisten.

Ich habe in meiner Freizeit damit begonnen, eine Ideensammlung zu schreiben und im Internet zu veröffentlichen, in der ich von meinem Plan erzähle, durch den Aufbau alternativer Geldsysteme die Welt zu verändern und eine Kultur des Schenkens entstehen zu lassen. Es geht um Frieden, Gerechtigkeit, den Schutz unserer Ökosphäre, den Respekt vor der – angeblich – unantastbaren Würde des Menschen und das Wohlbefinden eines jeden einzelnen von uns. Und ja, ich glaube, um diese Ziele erreichen zu können, braucht unsere Gesellschaft vor allem eines: andersartiges Geld.

In meinem Konzeptpapier, auf das ich unten in diesem Artikel verlinke, spreche ich also über die Architektur unseres Geldsystems und Verbesserungsvorschläge. Ich freue mich sehr darüber, euch hier im Ökoligenta-Blog darüber berichten zu können. In diesem ersten Artikel werde ich philosophische Fragen über das Wesen des Geldes aufwerfen. Meine Antworten darauf findet ihr in meiner veröffentlichten Ideensammlung (siehe Link unten). Bei den hier formulierten Fragen handelt es sich jeweils um kurze Hinweise auf große, präzise ausgearbeitete Geldreformkonzepte mit einer teilweise mehr als hundert Jahre alten Tradition, die heutzutage mehr denn je intensiv in den Kreisen der alternativen Geld-Szene diskutiert werden.

In den folgenden Artikeln der Serie „Geld, Probleme und Alternativen“ werde ich darüber berichten, wie ich persönlich dazu gekommen bin, mich mit der Geldreformthematik zu befassen und meine Gedanken dazu ins Internet zu stellen sowie einen Ausblick darauf geben, wie es eventuell in den nächsten Jahren mit meinem Projekt weitergehen könnte.

Nun zu den Fragen.

Was wäre, wenn …

Geld beeinflusst unseren Alltag und prägt unsere Gesellschaft. Was wäre, wenn Geld transparent wäre? Wenn Kontostände und Transaktionen der Weltöffentlichkeit sichtbar wären? Gäbe es dann noch Korruption? Oder ist das Geld unserer Träume vielleicht doch lieber geheim, sodass unsere Privatsphäre geschützt ist?

Was wäre, wenn es auf Kredite keine Zinsen gäbe? Würde es verschuldeten Menschen dann leichter fallen, sich aus ihrer Zwangslage zu befreien?

Was wäre, wenn Geld wie Gras aus dem Boden wüchse? Für jeden verfügbar – in kleinen Mengen – wie ein Grundeinkommen, das an keine Bedingungen geknüpft ist? Wenn die für jeden stets verfügbare Menge für einen genügsamen einfachen Lebensstil ausreichte? Gäbe es dann noch Armut? Wenn jeder ausreichend Geld hätte, gäbe es dann noch finanzielle Abhängigkeit? Würden Menschen dann noch widerwillig ausführen, was ihnen ein anderer vorschreibt? Gäbe es dann noch Machtgefälle? Wenn jeder ausreichend Geld hätte, würden wir dann noch arbeiten? Würden wir länger schlafen? Hätten wir dann mehr Zeit für Kunst, Kultur und Bildung oder für Familie und Freunde? Wenn niemand auf Erwerbsarbeit angewiesen wäre, gäbe es dann noch Wirtschaftswachstum? Wären dann die Müllberge kleiner und die Regenwaldabholzung geringer? Die Smartphones älter? Die Kleiderschränke leerer? Gäbe es dann noch Angst vor Arbeitslosigkeit? Wenn Geld kein knappes und stark begehrtes Gut mehr wäre, wäre dann der Kunde immer noch König? Würden wir dann manchmal den Satz zu Ohren bekommen: „Ich brauche dein Geld nicht, ich habe genug davon.“ Gäbe es dann noch Profitgier? Würden dann Freundschaft und Freundlichkeit in der Arbeitswelt eine größere Rolle spielen?

Was wäre, wenn Geld schrumpfen würde? So wie Kartoffeln im Keller, die mit der Zeit verfaulen, bevor wir sie alle alleine aufessen können. Wenn sich Beträge auf Girokonten von Zeit zu Zeit durch einen mathematischen Algorithmus vollautomatisch um einen prozentualen Anteil verringern würden? Würde uns dann auch beim Geld das Teilen leichter fallen? Gäbe es dann mehr Großzügigkeit? Könnten wir dann öfter „Fünfe gerade sein lassen“?

Was wäre, wenn eine bestimmte Sorte Geld nur in unserer unmittelbaren Umgebung bekannt und anerkannt wäre? Gäbe es für dieses Geld dann noch Gemüse aus Neuseeland? Würde dieses Geld Automatismen hervorrufen, die dazu führen, dass wir verstärkt Produkte aus der Region kaufen? Würde das die regionale Landwirtschaft unterstützen?

Was wäre, wenn Geld weniger wertvoll wäre? Was wäre, wenn wir uns beschenkten statt Geld zu verlangen? Gäbe es dann noch Unterschiede zwischen Arm und Reich? Was wäre, wenn wir die Vorgänge des Schenkens transparent gestalteten und in einer öffentlich einsehbaren Datenbank abspeicherten? Würde uns dieses Vorgehen ermöglichen, diejenigen Menschen zu finden und zu belohnen, die sich mit ihren Zeitgeschenken für ein besseres Miteinander einsetzen?

Was wäre, wenn verschiedene Sorten Geld nebeneinander existierten? Was wäre, wenn wir jeweils die Sorte Geld nutzten, die uns in der jeweiligen Situation am besten gefällt? Was wäre, wenn wir als Weltbürger selbst unser eigenes Geld entwickeln würden? Was wäre, wenn wir Teile dieser Vorschläge und Ideen kombinierten und in unterschiedlichen Parallelwährungen zusammenführten? Was wäre, wenn wir unsere Gedanken weitererzählen würden? Was wäre, wenn wir heute damit anfingen? Projekt Zeitschein.

Link zu meinem Projekt: https://sites.google.com/site/projektzeitschein
Wertvolle Bildungs- und Aufklärungsmaterialien der Geldreform-Szene: https://monneta.org

[Bild von Jackson David auf Pixabay]

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