Schlagwortarchiv für: Wandelnachrichten

In Paris gibt es einen Ort, der Frieden nicht predigt, sondern lebt – und zeigt, wie gesellschaftliches Engagement im Alltag funktioniert.

Oft leben Studierende relativ vereinzelt in ihrer Universitätsstadt, wenn sie es nicht geschafft haben, in Wohngemeinschaften oder Studentenwohnheime hineinzukommen. In Paris gibt es seit 100 Jahren einen Ort des Zusammenlebens für Tausende Studierende, der Elemente alternativer Lebensformen enthält – die Cité internationale universitaire. Ein Projekt, das auch in schwierigen Zeiten Mut machen kann …

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Eine wirkungsvolle Abwendung der Klimakrise und des Artensterbens ist mit den bestehenden juristischen und politischen Möglichkeiten unerreichbar. Wälder, Flüsse, Tierarten sowie ganze Ökosysteme sollten Rechtspersonen sein, die juristisch in eigenem Namen auftreten und Klage führen können.

Jedoch sind der bedrohte Schweinswal in der Ostsee oder die ausbleibenden Wildbienen im Schwarzwald vor Gericht bis heute nur eine Sache, die keine eigenen Rechte hat. Weil nur Menschen Rechte haben können? Wieso ist dann ein Kapitalunternehmen eine Rechtsperson, aber ein Wald mit seiner lebendigen Vielfalt und seiner Bedeutung für uns Menschen oder für denkende Wesen wie Wal, Hund oder Schimpanse jedoch nicht? Eine Tierart oder ein Ökosystem erfüllen nicht nur „Dienstleistungen“ für den Menschen, sie haben einen Wert und sogar eine Würde an sich. Dennoch unterliegen sie regelmäßig einseitigen menschlichen Interessen; ob die Alpentäler, der Vogel des Jahres, der Amazonas, Korallenriffe… es scheint heute absurd, dass sie ihr Recht auf Leben juristisch nicht einfordern können.

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Die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Bank Triodos legt in ihrem neuen Bericht über die Wirtschaftsaussichten für das Jahr 2024 ein überraschendes Bekenntnis ab: Sie setzt sich nicht für Wirtschaftswachstum um jeden Preis ein. Vielmehr will sie eine „Postwachstumsökonomie“ fördern. Aus ihrem langfristigen Investitionspapier:

Die globalen Volkswirtschaften wachsen. Man schätzt, dass der Durchschnittsbürger heute 1,5 Mal reicher ist als im Jahr 2000. In diesem langfristigen Ausblick erörtern wir, dass Wachstum ein grundlegendes Merkmal von Marktwirtschaften ist, wie wir sie kennen.

Marktwirtschaften in ihrem derzeitigen Aufbau benötigen Wachstum, um stabil zu sein. Aber selbst wenn die fortgeschrittenen Volkswirtschaften Wachstum um jeden Preis anstreben würden, sind die langfristigen Wachstumsaussichten dürftig.

Wir argumentieren, dass Wachstum ein ökologisches Problem darstellt. Wir überschreiten gegenwärtig 6 von 9 planetarischen Grenzen, die durch die Wirtschaftstätigkeit angetrieben werden. Die ökologische Krise verschärft sich. Auch in sozialer Hinsicht hat das Wachstum nicht gefruchtet.

Die Fortschritte bei der nachhaltigen Entwicklung sind ins Stocken geraten, und die Armut hat weltweit zugenommen. Wir zeigen, dass das Vertrauen in die Innovation, um die Wirtschaftstätigkeit vollständig von den ökologischen Auswirkungen zu entkoppeln, nicht evidenzbasiert ist.

Anschließend erörtern wir drei Wege, auf denen eine Wirtschaft aufgebaut werden könnte, die innerhalb der planetarischen Grenzen Wohlstand für alle bietet.

Wir diskutieren
1) eine nachhaltigere Art zu produzieren,
2) eine nachhaltigere Art zu konsumieren und
3) eine kollektive Entscheidung, mehr Freizeit zu haben.
Obwohl wir sie theoretisch voneinander trennen, könnten diese Wege in der Praxis vermischt werden.

Nach einer kurzen Erörterung der Dynamik, die diese Wege mit sich bringen, geben wir eine vorläufige Prognose für ihre Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum und die ökologischen Folgen ab. Alle Wege führen zu einer erfolgreichen Verringerung der ökologischen Auswirkungen und zu einer Verkleinerung der Wirtschaft.

Nachdem wir gezeigt haben, dass wir zu einer Postwachstumsökonomie übergehen sollten, erörtern wir, wie wir dies erreichen können. Zunächst erörtern wir einige der politischen Maßnahmen und Denkweisen, die erforderlich sind, um unsere Volkswirtschaften vom Wachstumsimperativ zu befreien.

Dazu gehört eine institutionelle Umgestaltung, die es den Regierungen ermöglicht, ohne Wachstum zu funktionieren, und eine Neuausrichtung der Unternehmen auf die Interessen aller Beteiligten und das Gemeinwohl.

Anschließend wenden wir uns den Auswirkungen auf den Finanzsektor und die Anleger zu. Es ist eine tiefgreifende Überarbeitung des Sektors erforderlich, einschließlich einer größeren Vielfalt und einer Abkehr vom „too big to fail“-Denken.

Wir kommen zu dem Schluss, dass Investoren in der Zeit nach dem Wachstum finanzielle Erträge erzielen können, aber nur, wenn sie die Auswirkungen in den Vordergrund stellen.

Indem sie aktiv in die Realwirtschaft investieren und sich langfristig engagieren, können Anleger den notwendigen Wandel nach dem Wachstum ermöglichen.

Mehr dazu hier. Und aus ihrer Pressemitteilung:

Für wohlhabende Länder ist es nach Ansicht der Triodos Bank wichtig, anzuerkennen, dass zusätzlicher materieller Wohlstand nicht unbedingt zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt. Gleichzeitig wird kein Wachstum oder sogar ein Rückgang der Wirtschaftstätigkeit in wohlhabenden Ländern den weniger wohlhabenden Ländern Fortschritte ermöglichen, da dort ein höheres integratives Wachstum die Lebensbedingungen positiv beeinflussen kann.

Die Wege in die Postwachstumszeit erfordern radikale Umstellungen. Einige Sektoren müssen auslaufen, während andere florieren müssen. Sektoren mit hohem Verschmutzungsgrad, wie fossile Brennstoffe, Fast Fashion und industrielle Landwirtschaft, mögen zwar finanziellen Wert schaffen, aber sie erodieren ökologische und soziale Werte und schmälern den (zukünftigen) Wohlstand.

In einer Postwachstumsökonomie gibt es Raum für restaurative Unternehmen, die einen positiven Nettowert schaffen, um zu florieren. Die Erleichterung dieses Wandels erfordert erhebliche Veränderungen, die von der Politik bis zu den Verhaltensweisen reichen. Die Triodos Bank hält dies für ein plausibles Unterfangen.

Mehr dazu hier.

Mehr zum Thema Postwachstum finden Sie in Tim Jacksons Beitrag „Imagining post-growth“ vom Mai dieses Jahres. Ein Auszug:

Wir sollten keinen Zweifel daran haben, dass wir mit einem schwierigen Dilemma konfrontiert sind. Vielleicht dem tiefgreifendsten Dilemma unserer Zeit. Wachstum ist unhaltbar. Aber die Welt nach dem Wachstum ist beängstigend. Wir haben eine Wirtschaft aufgebaut, die auf Wachstum angewiesen ist.

Wir müssen von neuem lernen, wie die Gesellschaft funktioniert, wenn die Wirtschaft nicht wächst. Wie Wohlfahrtssysteme funktionieren. Wie Finanzsysteme funktionieren. Wie die Regierung funktioniert.

Und wir müssen uns mit den Theorien der Unmöglichkeit auseinandersetzen, die uns von denjenigen präsentiert werden, die sich dem Wandel widersetzen.

Wenn Sie glauben, dass Sie ein dysfunktionales System vor sich haben, das niemandem nützt, dann schauen Sie wahrscheinlich nicht genau genug hin. Hinter den schönen Worten und unterstützenden Gesten derer, die sich an die Macht klammern, verbergen sich Interessen, die den Fortschritt sabotieren wollen.

Und genau hier muss unser Bekenntnis zur Fürsorge mit Realismus gemildert werden. Unser Mitgefühl füreinander muss mit eiserner Entschlossenheit gestärkt werden. Unsere grenzenlose Kreativität muss sich auf ein Gefühl des Kampfes gründen.

Jeden Tag mit einem Gefühl der Sicherheit und des Komforts aufzuwachen, ist eine verlockende Vision für unser Leben. Aufzuwachen und das Gefühl zu haben, kämpfen zu müssen, kann uns den Atem rauben. Und doch bietet dieser Kampf eine andere Art von Antwort auf die schwierige Frage, die mir gestern Abend (von einer jungen Frau) gestellt wurde. Wie kann eine Postwachstumsökonomie einer Generation junger Menschen helfen, einer Zukunft voller Ängste und Zweifel entgegenzusehen?

Nicht durch ein rosarotes Gefühl der blinden Hoffnung. Nicht durch ein falsches Versprechen von mehr und mehr. Nicht durch vage Zusicherungen, dass alles gut werden wird. Sondern durch ein Engagement für den Kampf.

Das Gegenmittel zur Verzweiflung liegt nicht in der Hoffnung, sondern im Handeln. Im Handeln. Indem wir uns mit all unserer schöpferischen Energie auf die vor uns liegende Aufgabe einlassen. Ein Weg durch die Grenzen hin zum Unbegrenzten. Ein Wohlstand, der nicht auf Reichtum, sondern auf Gesundheit beruht.

Ein Kampf, um die systematische Verzerrung der Werte zu entwirren, die den Kern eines kaputten Kapitalismus bildet. Und um an seiner Stelle eine Wirtschaft der Fürsorge, des Handwerks und der Kreativität zu schaffen, die auf einem endlichen Planeten ihren Zweck erfüllt.

Wir befinden uns an einer historischen Passage-Stelle. Oder sollte ich sagen: an einem systemischen Netzwerkknoten. Nicht der böse Wille der Menschen bedroht den Planeten mit allen seinen Wesen, sondern widersinnige, gefährliche Strukturen. Allen, zumindest äußerlich, voran die Wirtschaftsstrukturen. Diese müssen – wenn nicht jetzt, wann dann – umstrukturiert werden. Letztlich wissen das sehr viele. Abermillionen Menschen wünschen sich das, wollen das, fragen sich aber: WIE. Könnte da das Netzwerk NOW einen passenderen Namen haben? NOW steht für Netzwerk Oekonomischer Wandel.

Wir können nur alle aufrufen, dieses Netzwerk nach Kräften zu unterstützen, damit diese historisch vermutlich einmalige Chance nicht verlorengeht, bevor die alten Strukturen, noch erbarmungsloser als zuvor, wieder zupacken. Weiterlesen

Ach ja. Einsteins Aussage, man könne ein Problem nicht mit derselben Denkweise lösen, die dieses Problem erzeugt hat, kann ich bald nicht mehr hören. Und doch versagt diese Einsicht mehr oder weniger flächendeckend, wenn es um’s Thema Klimaschutz geht. Die westliche Industriegesellschaft – also das Problem – hat nämlich genau das getan: Seit 2004 hat sie 3.500 Milliarden Dollar in erneuerbare Energie investiert und doch so gut wie nichts damit gewonnen: Wind- und Sonnenenergie tragen nach wie vor weniger als zwei Prozent zur Deckung des weltweiten Primärenergiebedarfs bei.

„Die Ursache“, schreibt der Informatiker Klaus Simon, „liegt im ständig wachsenden Energiebedarf. Das Bedarfswachstum übertrifft den jetzigen wie den künftig erhofften Zugewinn grüner Energie.“ Dazu legt Simon in seinem Buch „Warum Klimaschutz bisher verpufft und wie er gelingt“ präzise Daten vor. Er macht klar: Die erforderliche Emissionsreduktion ist technisch möglich, doch dazu braucht es nicht nur grüne Technik, sondern zugleich eine Absenkung des Energiebedarfs.

Und eben dazu müssen wir Hand an die Wurzeln legen, an die Denkweise. In seinem an neueste Forschungsergebnisse anknüpfenden, ebenso klaren wie übersichtlichen Buch (es erscheint im November 2020), das auch für Laien verständlich ist, skizziert er „die Umrisse einer veränderten Denkweise sowie eines Gesellschaftssystems, das dem Klimawandel wirklich etwas entgegensetzen kann“. Und Simon bleibt inspirierender Optimist, wenn er formuliert: „Dieser Ausblick ist zweifellos utopisch, aber mehr als bloße Hoffnung. Und jede neue Entwicklung war bis zum Vorabend ihres Aufkommens nichts als eben Utopie. Ohne Utopie haben wir keine Orientierung, die über das Bestehende hinauszuführen vermag.“

Klaus Simon, Warum Klimaschutz bisher verpufft und wie er gelingt, ca. 200 Seiten, 106 Illustrationen, Büchner-Verlag, ISBN 978-3-96317-217-5, 20 Euro

Klaus Simon ist Mitglied der Akademie Solidarische Ökonomie – eine 2008 gegründete Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Stiftung Ökumene, die der angeblichen Alternativlosigkeit heutigen Wirtschaftens etwas entgegensetzen möchte: die Vision einer solidarischen, gemeinwohlorientierten und lebensdienlichen Gesellschaft.

Vorschau: www.buechner-verlag.de/buch/warum-klimaschutz-bisher-verpufft-und-wie-er-gelingt

Drei Beispiele von AkteurInnen der Wandelbewegung, die – vermutlich – nichts von einander wissen:

  • Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung dürfte kaum Kontakt haben zu
  • SOL – Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil oder zu
  • den Transformativen Theaterworkshops

Alle drei sind natürlich auf ökoligenta vertreten, aber das kann nur ein Anfang sein. Viel besser wäre, sie würden miteinander kommunizieren, sich vielleicht sogar „irgendwie“ zusammentun. Damit das immer besser geschehen kann (und sie alle sichtbarer werden), wurde kürzlich das „Wandelbündnis – Gesamtverband für den sozial-ökologischen Wandel“ gegründet. Ein klassischer Verband ist das aber nicht. Warum nicht? Weil das Wandelbündnis kein eigenes Thema hat (wie Wirtschaft, Kultur, IT etc.). Alles, worum es geht, ist die sozial-ökologische gesellschaftliche Transformation voranzubringen – auf allen Ebenen, mit allen Themen. Das gelingt am besten, wenn jede/r einzelne AkteurIn mit seinem Thema gestärkt wird.

Die Logik freilich scheint schwer verständlich. Schon geht es los mit Besitzstandswahrung, Ängsten um Terrainverlust etc. Dabei ist und bleibt es so: Je mehr wir uns umeinander kümmern und einander vernetzen, helfen und verstärken, umso stärker wird jede/r Einzelne.

Aber vielleicht tickst Du ja gar nicht so, liebe Leserin, lieber Leser. Vielleicht überlegst Du ja längst, einen Mitgliedsantrag zu stellen? Das würde mich freuen.

Ich hab Freunde, die fahren nicht in den Osten, weil sie Angst haben vor Nazis. Und ich kenne Leute, die ziehen da hin. Trotz Nazis. Und bauen was auf. Michael Wickert ist einer von ihnen.

Micha hat in Gerswalde die Fischräucherei „Glut & Späne“ aufgebaut. Im Winter räuchert er drinnen, im Kalträucherofen. Da werden die Fischfilets in den kalten Rauch gelegt. Im Sommer räuchert er draußen, heiß überm Buchenholz-Feuer. Weiter lesen …

Das Start-up “Tip me“ verdoppelt den Lohn von Arbeiterinnen in Entwicklungsländern.

Auf den ersten Blick sieht der Shop von ethletics wie viele andere Webshops aus. Man kann sich fesche Sneakers oder Trainers aussuchen, in den Einkaufskorb geben und bestellen. Und plötzlich taucht da eine Frage auf, nämlich, ob man 1 €, 3 € oder 5 € Trinkgeld geben will. Wie bitte?

Richtig gelesen. Dahinter steckt das Start-Up „Tip me“, das sich mit Onlinehändlern in Verbindung setzt und mit ihnen vereinbart, die entsprechende App in ihrem Shop zu installieren. Sobald man das Trinkgeld seiner Wahl anklickt, erhält der Arbeiter/die Arbeiterin das Geld zu 100 Prozent als SMS-Anweisung, die sie bei der nächsten Bank einlösen kann.

Bis es so weit war, hat Jonathan Funke mit verschiedenen Helfern vier Jahre lang an der Idee gearbeitet. Über die Entstehungsgeschichte berichtet er in einem Podcast auf MakeWorldWonder.

Übrigens: Ethletic hat sich mit dem Berliner Start-up Sneaker Rescue zusammengetan und ermöglicht Kunden aus Deutschland eine vergünstigte Reparatur von Sohle, Foxing Tape und Innenfutter.

„Die Zeit wird knapp“ titelt Fritz Habekuß in der ZEIT – und bezieht sich damit, beinahe erscheint es uns schon selbstverständlich, auf die Klimakrise. Seine Aussage baut nicht auf eigener Abschätzung auf, sondern ist das Fazit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung auf höchstem wissenschaftlichen und institutionellen Niveau. Leopoldina, die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft im deutschsprachigen Raum und die älteste dauerhaft existierende naturforschende Akademie der Welt, hat zum umweltpolitischen Verhalten der Bundesrepublik kürzlich Stellung genommen. Hier die Zusammenfassung:

„Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat die Weltgemeinschaft vereinbart, die vom Menschen verursachte globale Erwärmung der Erde auf weniger als 2°C zu beschränken, um die daraus entstehenden Schäden für Menschheit und Natur abzumildern. Dieses Ziel ist nur noch zu erreichen, wenn sofort sowohl nationale wie auch internationale Vereinbarungen eingehalten werden. Schäden durch Abschmelzen von Schnee und Eis, Anstieg des Meeresspiegels, Ausweitung von Trockenzonen, Extremwetter und steigender Verlust von Artenvielfalt und Lebensräumen an Land und im Meer können nur noch durch erhebliche und bereits in den kommenden zehn Jahren wirksame Anstrengungen begrenzt werden. Ansonsten werden große Regionen der Erde nicht mehr bewohnbar sein, selbst wenn sich einzelne Regionen als „Klimagewinner“ verstehen. Bei uns und weltweit wächst zudem der Generationenkonflikt darüber, dass wir heute die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Kindeskinder aufbrauchen. Nicht zuletzt werden die Kosten des Klimawandels weiter dramatisch ansteigen. Nur mit einer entschlossenen und zügig umgesetzten Klimapolitik – national, mit den zentralen europäischen Partnern und durch weltweite Kooperation – kann es gelingen, die sich bereits abzeichnenden katastrophalen Auswirkungen des Klimawandels zu mindern.“

Den vollständigen Text findet Ihr HIER.

Die relevanten wissenschaftlichen Veröffentlichungen unterscheiden sich nur geringfügig. Während die einen von einem verbleibenden Zeitfenster von zweieinhalb Jahren sprechen, nehmen andere noch fünf Jahre an, ehe das Klimasystem der Erde ins Trudeln gerät.

Weder das eine noch das andere ist beruhigend. Doch sollten wir uns die Klima-Fakten genau anschauen, um die tatsächlichen Gefahr auch wirklich zu verinnerlichen. Tomasz Konicz hat für TELEPOLIS die Informationen verdichtet und eingeschätzt:

Weltklima auf der Kippe

Der Sommer 2019 könnte als die große Umbruchszeit in die Menschheitsgeschichte eingehen, in der das Überschreiten der Kipppunke des globalen Klimasystems evident wurde – falls in den kommenden Dekaden überhaupt noch so etwas wie Geschichtswissenschaft betrieben werden sollte.

Eine monströse wissenschaftliche Fehleinschätzung wurde etwa Mitte Juni aus der kanadischen Arktis gemeldet. Das Auftauen des Permafrostbodens in vielen arktischen Regionen Kanadas schreitet viel schneller voran, als ursprünglich von der Klimawissenschaft prognostiziert … Weiterlesen