Modellregion Nordhessen – mal seh’n, was hier noch alles geht

Nordhessen – altgewachsenes Land: traditionell und zukunftsorientiert zugleich, eine Region voller Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten. In diesem Raum haben die Gebrüder Grimm Geschichten gesammelt und als Märchen verewigt. Jetzt wird hier aktiv über Wege in eine nachhaltige Zukunft nachgedacht.

2015 schlossen sich der Landkreis Kassel und der Werra-Meißner-Kreis zur „Ökolandbau Modellregion Nordhessen“ zusammen. Im Rahmen der ökoligenta ist der Impuls entstanden, diese Vorgabe zur „Zukunftsregion Nordhessen“ zu erweitern und einen kostbaren Raum zu entwickeln, wo sich gut und gesund leben lässt. Der ländliche Raum soll durch ökologische und nachhaltige Perspektiven wieder lebendig und für Jugend, Familie und Alter attraktiv werden.

Stadtflucht und Landflucht existieren nebeneinander: Viele Menschen würden gerne aufs Land ziehen, denn steigende Mieten, Verkehrsdichte und Feinstaubbelastung machen das Wohnen in der Stadt zunehmend unerschwinglich und ungesund. Andererseits sind Landflucht und Dorfsterben allgegenwärtig, denn viele lockt noch die „Illusion Großstadt“.

Dieser Widerspruch lässt sich als Chance begreifen, eine ökologische Infrastruktur aufzubauen, in der sich viele Menschen für gemeinsame Ziele begeistern und an Lebensqualität gewinnen. Gemeinsam wollen wir Verantwortung übernehmen und das Märchen wahrmachen, Nordhessen zu einer Modellregion für eine ganzheitliche Gemeindeentwicklung zu gestalten.

Merken

Es ist höchste Zeit, dass engagierte Menschen die Schaffung von Lebensräumen in die Hand nehmen, in denen sich in Würde leben lässt. Kurzfristig werden wir dazu mit Bildungsträgern und Rathäusern zusammenarbeiten. Unterstützung dazu haben wir bereits aus einigen nordhessischen Gebieten und Kommunen. Mehr haben sich beworben. Mittel- und langfristig sind dies unsere Ziele:

  • Ortskerne durch solidarisches Miteinander wiederbeleben
  • Umstellung der Energieversorgung auf nachwachsende Rohstoffe
  • Entwicklung einer ökologischen und nachhaltigen Raumordnung und Landwirtschaft
  • Wiederherstellung einer intakten, natürlichen Umwelt
  • Aufbau eines unabhängigen, natürlichen Wasserhaushaltes
  • Restaurierung bestehender Bausubstanz unter den Gesichtspunkten biologischer Architektur
  • Die Grundlagen der Versorgung so dezentral wie möglich gestalten
  • Ganzheitliche Gesundheitsbildung und ernährungsbasierte Prävention von Zivilisationserkrankungen
  • Prävention von Burnout
  • Schaffung einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft mit nachwachsenden Rohstoffen, lokalem Handwerk und ökologisch orientierten Betrieben
  • Schaffung lokaler Arbeitsplätze durch Gründung zukunftsorientierter Betriebe
  • Etablierung einer politischen Kultur der bürgerlichen Mitbestimmung
  • Stärkung und Förderung kreativer Kräfte und kultureller Vielfalt


Der Mensch soll nicht vernünftiger, er soll menschlicher werden.

Johann Gottfried von Herder

Wir sind viele

Menschen, die sich auf vielfältige Weise für eine bessere Welt einsetzen, gibt es mehr, als man denkt. Sie leben verstreut. Man sieht sie selten, und sie sind eher leise. Ihr Handeln ist von einer Sehnsucht und Vision getragen. In unzähligen Nischen der Gesellschaft setzen sie Impulse, das Leben gesünder, sozialer, gerechter und nachhaltiger zu machen: im Freundeskreis, in der Familie, im  Beruf. Sie konsumieren bewusst, gehen kreative Wege, veranschaulichen mit ihrem Tun, dass eine bessere Welt möglich ist.

Die ökoligenta ist eine andere Messe – eine Plattform, auf der sich ökologische und auf das Gemeinwohl gerichtete Produkte und Projekte präsentieren. Sie ist gleichermaßen ein Raum, in dem Austausch und Begegnung stattfinden können. Wir stärken das Bewusstsein, dass wir viele sind, die an eine bessere Welt glauben.

 

Und plötzlich weißt du:

Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen

und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.

Meister Eckhart