Zurück in die Zukunft! – Geht das überhaupt?

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Beitrag von Peter Zettel

Das habe ich mich gerade gefragt, als ich auf YouTube das Video „Lokalisierung: Multiplikator von Lösungen“ anschaute. Da wurde unter anderem gesagt, dass das Problem an der Misere der Welt die globale Wirtschaft sei und wir mit unseren Steuern riesige Konzerne subventionierten, wohingegen lokale Firmen zerstört würden.

Diese Aussagen waren wie ein Sandwich eingepackt in die Schilderung der Lebenswünsche wie der konkreten Lebenssituation der Menschen einerseits und andererseits in den Auswirkungen dieser Wirtschaft.

Und genau damit tue ich mir verdammt schwer. Nicht mit dem oberen Teil oder dem unteren Teil des Sandwichs, da gibt es nichts zu sagen, das ist so. Nur, stimmt auch die Schuldzuweisung? Wäre die nämlich falsch, dann wäre das Ganze wohl zum Scheitern verurteilt. Knapp daneben ist eben immer noch daneben. Ich will mal hinten anfangen.

Subventionierung. Tun wir das wirklich? Nein, tun wir nicht. Fakt ist, dass viele Konzerne die nationalen Steuerregelungen nutzen. Und das ganz legal. Fakt ist, dass die einzelnen Nationen sich gegeneinander ausspielen lassen. Wie übrigens auch im Kleinen die eine Kommune gegen die andere ausgespielt wird. Das ist nicht Schuld der Konzerne, sondern gehört erst einmal in die Verantwortlichkeit des Gesetzgebers. Und da wir eine Demokratie haben, geht die Macht vom Volk aus. Schließlich haben wir ja auch VolksVERTRETER.

Und damit ist der Schwarze Peter beim Volk. Was aber könnte das Volk tun, statt zu jammern und zu klagen? Also steht hier die erste Aktion zur Debatte: Leute, tut Euch endlich zusammen und haut Euren Vertretern auf die Finger!

Dann die Wirtschaft. Wenn mir Amazon, Siemens, Müller Milch oder Nestlé nicht passen, kaufe ich einfach nichts von denen. Punkt. Also ist doch die nächste Frage, was diese Konzerne ohne ihre Kunden wären? Ich höre schon den Aufschrei, wenn Amazon nicht mehr so günstig wäre, nur weil die Steuern bei uns zahlen müssten! Nächste Aktion: Leute, überlegt bei wem Ihr einkauft!

Dann noch einmal Wirtschaft. Es gibt ja keine Unternehmen, sondern nur Gruppen von Menschen, die zusammen arbeiten. Also arbeitetet einfach nicht mehr bei Amazon oder wem auch immer, wenn Euch nicht gefällt, was die machen. Und jetzt komme mir keiner mit dem Gefangenendilemma! Das funktioniert nur dann in die falsche Richtung, wenn die Einzelnen egoistisch denken – America first! auf persönlicher Ebene. Denken sie hingegen im Interesse aller, dann ist alles gut. Also bitte keinen Egoismus mehr! Nicht an sich denken, sondern an das Ganze!

Ich halte es nämlich für eine Illusion, die Globalisierung der Wertschaft verhindern zu können. Den Zug hält niemand mehr auf. Das ist Wunschdenken. Lieb gemeint, aber ineffektiv. Nein, man muss von der Globalisierung ausgehen. Ist ja auch richtig, wenn die Welt Eines ist! Was man aber kann, das ist die Strukturen zu ändern. Statt an sie zu glauben, so wie Steven Harrison in „Was kommt?“ es umschreibt. Der hat nämlich geschrieben, dass sich eine Firma selber transformieren könne, indem sie ihre eigene Realität mit ihren Einschränkungen hinter sich ließe. Weder die Firmenstruktur steht dem im Weg noch das Individuum, dem die Firma gehört. Was die potenzielle Transformation unmöglich macht, ist der Glaube an die Realität dieser ineinander verflochtenen Struktur!

Und es sind die Menschen, die an diese Strukturen glauben! Konzerne können nicht glauben, das sind nur rechtliche Konstrukte auf dem Papier. Papiertiger, ohne reale Wirklichkeit. Die Menschen muss man erreichen! Darum geht es. Und zwar alle, wie Viktor Frankl sagt.

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Die Welt und ich

Quergedacht bzw. 42 – Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“

 

3 Kommentare
  1. Peter
    Peter says:

    Die Scheichs und wir. Wir sollten erst einmal verstehen, was ein Mensch ist. Wir saßen beispielsweise gestern mit Freunden zusammen, die wir erst seit kurzem kennen. Das Gespräch war am Anfang eher von der üblichen Konvention geprägt.

    Doch im Laufe des Abends bildete sich der Anfang eines Kommitments heraus und wir begannen uns alle zu öffnen. Etwas kam in Bewegung, verkrustete Strukturen wurden sichtbar. Immerhin. Es war vielleicht eine Initialzündung und keine Fehlzündung.

    Und das ist im Kleinen wie im Großen so. Ich sehe mit der Globalisierung die absolute Notwendigkeit, miteinander zu reden. Je mehr die Welt zusammenwächst, desto drängender wird das.

    Also reden wir miteinander. Hören wir zu, was sie uns zu sagen haben. Wer welche Aktien besitzt interessiert mich wenig, denn Aktien sind in ihrer jetzigen Form der Tod der Wirtschaft.

    Dass wir leben, wie wir leben, hängt absolut mit dem Wirtschaftssystem zusammen. Und das ändert sich gerade gewaltig. Und es wird sich nochmals ändern müssen, weil wir viel zu viele Energiesklaven verheizen.

    Und diese äußere Notwendigkeit wird alle zwingen, miteinander zu reden.

    Antworten
  2. Bobby Langer
    Bobby Langer says:

    Hi Peter!
    Ich kenne dieses Erklär-Video. Obwohl ich Deinen Ausführungen grundsätzlich zustimme, finde es das Video dennoch gut. Meines Erachtens tut es zweierlei Dinge nicht:
    1. Es behauptet nicht, Unternehmen seien lebendige Wesen. Natürlich ist in knapp drei Minuten keine hochdifferenzierte Aussage zu machen. Dass hinter Unternehmen immer Menschen stehen, ist jedermann klar. Aber eben auch, dass diese Menschen und die Gruppen, die sie vertreten (Shareholder zum Beispiel) nur ein Interesse haben: Profit.
    2. Das Video behauptet auch nicht, die Globalisierung verhindern zu können. Vielmehr ruft es letztlich zum gleichen Verhalten wie Du auf: Sich als Verbraucher dem Kleinteiligen, dem Lokalen, dem Überschaubaren zuzuwenden. Erst, wenn das Bewusstsein für die Auswirkungen unseres Konsums genügt Menschen erreicht hat, haben auch Kleinunternehmer vor Ort wieder eine Chance. Oder noch besser: Gemeinschafts- und Gemeinwohlinitiativen.

    Völlig korrekt und m.E. eine sehr spannende Einsicht ist Deine Aussage, dass der Glauben, eine Firma könne sich nicht selbst transformieren, eben diese Transformation optimal effektiv verhindert. Nur eins bleibt da als Frage: Wie, wenn Firmen gar keinen Besitzer mehr haben, sondern Aktienbündel-Besitzer? Jüngst haben zum Beispiel Scheichs rund 10 Prozent der Daimler-Aktien übernommen. Wie sieht’s da mit der Möglichkeit einer Selbsttransformation aus?

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